21.10.2013 - Keine Delphinshows mehr in der Schweiz (soaktuell.ch)

Zwei Jahre nachdem die beiden deutschen Tierschutzorganisationen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) und ProWal begonnen hatten, etliche Mängel und Todesfälle im Delfinarium des Vergnügungsparks Connyland in Lipperswil zu kritisieren und aufzudecken, fand im Oktober 2013 die letzte Delfin-Show in der Schweiz statt. Der Schließung des Delfinariums waren etliche Skandale vorausgegangen.

21.10.2013 - Keine Delfinvorstellungen in der Schweiz (Naturschutz.CH)

 

WDSF/TV-Film: Letzte Delfin-Show im Connyland-Vergnügungspark (Schweiz) am 20.10.2013:


Connyland-Rechtsanwälte und Geschäftsführer/Pressesprecher Erich Brandenberger bestätigen "Aktivisten aus Deutschland" als Verursacher der Schließung des Delfinariums und des Importverbots 

Erich Brandenberger - Connyland-Geschäftsführer und Pressesprecher (WDSF-Foto)

Connyland-Geschäftführer und Pressesprecher Erich Brandenberger bestätigt am 20.08.2013 in einem englischsprachigen Interview mit World Radio Switzerland die Schließung des Delfinariums aufgrund der Aktivitäten von "Aktivisten aus Deutschland" (ProWal und WDSF), die letztendlich zu dem Schweizer Gesetz führten, das den Delfinimport in die Schweiz verbietet.

World Radio: „Connyland in the district of Lipperswil opened it’s doors in 1983 and is known primarily through his dolphin area and sealions but unfortunately not for much longer. Swiss Parliament banning the importing of whales and dolphins into Switzerland. Watching to see the dolphins before their final show day on October 20th is Connyland-Manager Eric Brandenburger. Welcome to the first of all, Eric, can you explane to our listeners, why at the winter 2013 Connyland-Dolphinarium will be no more.“
Erich Brandenberger: “Well, first of all there where some animal activist from Germany coming into Switzerland and starting a political campagne against our dolphinarium. They wanted us to close our dolphinarium as soon as possible. So at the end the hole thing went to the Swiss-Parliament and then at the end there was a new law about the animal law in Switzerland witch said, that in the future there will be no more imports of dolphins into Switzerland. So now we have a mother with her two sons in our group in Connyland, so that means for the future, we can not have young animals anymore in a natural way. So an import ban for us means the same like to close the dolphinarium. So we actionally decided to stop to keep animals and dolphins ... .“  --

Connyland-Anwälte schrieben an das WDSF

Am 18. Oktober 2012 bestätigten die Rechtsanwälte des Connyland "als Vertreter von Roberto Gasser und der Conny-Land AG" in einem Schreiben den Erfolg des WDSF folgendes und forderte gleichzeitig vom WDSF, einen Pressetext über die rechtskräftige Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen durch den Connyland-Direktor Roberto Gasser zu löschen und ihn nicht als "Kinderschänder" zu bezeichnen (s.u.):

Connyland-Anwälte gegenüber dem WDSF:

"Bitte bedenken Sie, dass Sie erreicht haben,

- dass der Import und damit faktisch auch die Haltung von Delfinen in der Schweiz auf Gesetzesebene verboten wurde,

- dass die Conny-Land AG die drei im Freizeitpark in Lipperwil noch lebenden Delfine in naher Zukunft an einem anderen Platz im Ausland verbringen muss,

- dass Sie mit diesen vorgenannten zwei Resultaten die im Rahmen des Zwecks des Wal- und Delfinschutz-Forums zu erreichenden Zíele zumindest für die Schweiz voll und ganz erreicht haben ...".

13.12.2013 - Geldstrafe für Connyland- Geschäftsführer (Thurgauer Zeitung)

Erich Brandenberger (Connyland Pressesprecher/Geschäftsführer) WDSF-Foto(WDSF-13.12.2013) Der Geschäftsführer des Connyland Erich Brandenberger erhielt jetzt von der Kreuzlinger Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl wegen "übler Nachrede" gegenüber deutschen Tierschützern. Wiederholt hatte Brandenberger in der Öffentlichkeit einen Zusammenhang zwischen dem Tod von zwei Delfinen im November 2011 im Connyland-Delfinarium und dem deutschen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) und seinem Geschäftsführer Jürgen Ortmüller hergestellt. Die Staatsanwaltschaft kam in ihrer Untersuchung zum Schluss, dass Jürgen Ortmüller nie tatverdächtig war.

Auf der Connyland-Internetseite war bis vor kurzem noch zu lesen: "Mit den Anschuldigungen an unsere Mitarbeiter machen sich Jürgen Ortmüller und sein Umfeld selber dringend tatverdächtig." Brandenberger behauptete noch bis zur Schließung des Delfinariums im Oktober, dass die im November 2011 verstorbenen beiden Delfine durch Giftanschläge umgekommen seien, obgleich eine Untersuchung des Tierspitals der Universität Zürich ergeben hatte, dass die Tiere aufgrund einer falschen Medikamentierung mit Antibiotika verstorben seien. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin wegen "fortgesetzter Tierquälerei" den Connyland-Tierarzt Manuel H. mit einem Strafbefehl belegt, gegen den dieser Einspruch erhob.

Der WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller stellte aufgrund der falschen Anschuldigungen durch Brandenberger Strafanzeige wegen "übler Nachrede". Der Connyland-Geschäftsführer wiederum berief sich auf die "in der Verfassung verankerte Meinungsäußerungsfreiheit". Selbst bei der polizeilichen Einvernahme bekräftigte Brandenberger seine Vorwürfe gegen Ortmüller und kritisierte gleichzeitig die Staatsanwaltschaft wegen angeblicher Untätigkeit.

Pikanterweise hatte das Connyland zuerst Jürgen Ortmüller und das WDSF verklagt, weil diese noch vor dem Tod der beiden Delfine von "Tierquälerei" gesprochen und die Haltungsbedingungen kritisiert hatten, zumal bis dahin innerhalb von drei Jahren insgesamt acht Delfine verstorben waren. Das Bezirksgericht Kreuzlingen äußerte in seinem Schuldspruch bei der mündlichen Verhandlung im Oktober 2012 gegen die Tierschützer, dass man zwar grundsätzlich die Tierhaltung kritisieren dürfe, aber eben nicht solange noch ein Strafverfahren gegen die Verantwortlichen anhängig sei. Ortmüller bezeichnete das vormalige Urteil gegen die Tierschützer als paradox, weil die Staatsanwaltschaft nun selbst aufgrund der Falschmedikamentierung von fortgesetzter Tierquälerei spricht.
Der deutsche Rechtsanwalt der Tierschützer, Gerd Schönfelder, erläuterte in der Strafsache gegen Brandenberger, dass sämtliche Vorwürfe des Connyland haltlos seien und sich gar schädlich auf den Hauptberuf von Jürgen Ortmüller als Steuerberater auswirken könnten und ebenso auch für das Wal- und Delfinschutz-Forum.

Die Kreuzlinger Staatsanwaltschaft setzte im Strafbefehl gegen Brandenberger eine bedingte Geldstrafe von 750 Franken mit einer Probezeit von 2 Jahren fest. Darüber hinaus wurde Brandenberger mit einer Busse von 300 Franken und der übernahme der Verfahrenskosten von 585 Franken belegt. Der Strafbefehl gegen Brandenberger ist rechtskräftig. --

Connyland-Delfin Angel vor Transport gestorben - "Profitgier bis zur letzten Minute"

13.11.2013 - Erich Brandenberger, Pressechef und Geschäftsführer des Connyland, am 12.11.2013 in einem Interview mit TV TeleZüri zum Tod des Delfins Angel:
"Wir sind ein profitorientiertes Unternehmen"
"Zum Leben gehört der Tod"
"Wir haben keinen Bildungsauftrag"
"Von sieben Nachzuchten haben vier überlebt"
"Wenn Neugeborene (Anm.: Delfine) sterben, gehört das einfach dazu"
"Wir haben keine Medikamente (Anm.: vor dem Transport) gebraucht"

"Delfine aus Taiji landen nicht in Europa" 

12.11.2103 - WDSF - Scheibchenweise summiert sich die Wahrheit der Umstände des Todes des Delfins Angel im Connyland

Lt. einem Radio-Kommentar von Top Online musste Angel täglich um 5:00 Uhr morgens nicht nur auf die Transportmatte schwimmen sondern auch in die Transportbox, wobei der Delfin dann jeweils aus dem Wasser gehievt wurde, wie auch der Tierarzt Paul Witzig im Interview mit dem Schweizer Fernsehen bestätigt, um den anstehenden Transport zu simulieren.

Jeder Transport bedeutet einen immensen Stress für einen Delfin. Die tägliche Simulation führte stressbedingt nach Angaben des Connyland zu einer Bauchspeichelerkrankung, welche die angebliche (vorläufige) medizinische Todesursache sein soll. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen.

Jürgen Ortmüller (WDSF-Geschäftsführer) WDSF-Foto

11.11.2013 -  BLICK: LIPPERSWIL - TG - Der Tierschützer Jürgen Ortmüller klagt an: Die Conny-Land-Verantwortlichen hätten das grosse Geld machen wollen und darum in Kauf genommen, dass Delfin Angel sterben musste.

Der Tod von Conny-Land-Delfin Angel bringt die Tierschützer auf die Barrikaden. Die Conny-Land-Verantwortlichen sind an Angels Tod schuld, ist Jürgen Ortmüller vom Wal- und Delfinschutzforum (WDSF) überzeugt. Zuerst starben Shadow und Chelmers wegen fehlerhafter Antibiotika-Dosierung – «und jetzt stirbt erneut ein junger Delfin an den Vorbereitungen des Transports, der eigentlich monatelang hätte trainiert werden müssen», sagt der WDSF-Geschäftsführer.

Wie Conny-Land-Chef Erich Brandenberger heute Mittag bekannt gab, starb Delfin Angel am 3. November, kurz bevor er mit seiner Mutter Chicky und Bruder Secret nach Jamaika in eine Delfin-Lagune hätte gebracht werden sollen. Die Vorbereitungen auf die grosse Reise seien für Angel zu viel gewesen. Nach dem Saisonschluss im Oktober habe er aufgehört zu fressen und sei gestorben.

«Connyland wollte nochmals das grosse Geld machen»

Tierschützer Ortmüller fährt schweres Geschütz auf. Die Delfine hätten viel zu wenig Zeit gehabt, sich auf die Reise vorzubereiten. Das Verhalten der Conny-Land-Verantwortlichen «grenzt an Profitgier bis zur letzten Minute», sagt er. «Bis Mitte Oktober mussten die Delfine an Shows teilnehmen, um dann fast übergangslos mit einer ungewohnten Situation fertig zu werden», sagt Ortmüller.

Er vermutet: «Das Conny-Land wollte vermutlich auch zur Schliessung des Delfinariums durch den Verkauf der Delfine nochmals das grosse Geld machen.» Man werde die Schweizer Staatsanwaltschaft zu ermitteln bitten, «ob hier nicht eine Vertuschung von Tierquälerei vorliegt».

Conny-Land-Geschäftsführer Erich Brandenberger wollte sich auf Anfrage von Blick.ch zu Ortmüllers Vorwürfen nicht äussern. (eg)

14.12.2013 - Connyland-Geschäftsführer Brandenberger erhält Strafbefehl (so.aktuell.ch)

13.12.2013 - Geldstrafe für Connyland- Geschäftsführer (Thurgauer Zeitung)

13.12.2013 - üble Nachrede: Busse für Connyland-Geschäftsführer (Top online)

11.11.2013 - Tierschützer zum Tod von Angel - "Profitgier bis zur letzten Minute" (Blick)

11.11.2013 - Connyland-Delfin Angel vor Transport gestorben - "Profitgier bis zur letzten Minute" (ExtremNews)

11.11.2013 - Connyland-Delfin stirbt vor dem Abtransport (Tagblatt)

10.11.2013 - Zwei Connyland-Delfine sind umgezogen (Tagesanzeiger)

24.10.2013 - Ende des Conny-Land-Delphinariums-Delphintod wird Gerichtsfall (NZZ)

21.10.2013 - Keine Delphinshows mehr in der Schweiz (so-aktuell.ch)

20.10.2013 - Connyland zeigt letztes Mal Delfine und verschweigt den Zielort der Tiere (YouTube-Film mit Ostschweizer Fernsehen)

05.07.2013 - Tierarzt erhält Strafbefehl wegen mehrfacher fahrlässiger Tierquälerei (Südkurier)

(WDSF - akt. 20.10.2013 /akt. 15.12.2013) Im Juni 2011 konfrontierte das WDSF den Regierungspräsidenten Kaspar Schläpfer als Aufsichtsbehörde mit gravierenden Haltungsmängel im Delfinarium des Connyland-Vergnügungsparks in Lipperswil/Schweiz. Nach einer weiteren Eingabe vom 30.08.2011 an die politisch Verantwortlichen in der Schweiz bezüglich der Forderung eines uneingeschränkten Importverbots für Wale und Delfine reichte die Schweizer BDP-Politikerin und (Ex-) Nationalrätin Brigitta Gadient am 27.09.2011 einen entsprechenden Antrag im Nationalrat, der Vertretung des Schweizervolk, ein. Der Entscheid wurde zuerst vom Schweizer Bundesrat nicht angenommen. Allerdings beantragte der Nationalrat daraufhin ein Import- und Halteverbot für Delfine in der Schweiz. Der Ständerat, eine Vertretung aller Schweizer Kantone, befürwortete ein Importverbot ebenso wie bereits vorher die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats. Nach der Empfehlung der zuständigen Kommission entschied das Schweizer Parlament (Nationalrat und Ständerat) am 29.05.2012 mit 99 zu 72 Stimmen bei acht Enthaltungen ein Importverbot für Delfine in der Schweiz. Das WDSF hatte alle Nationalräte am 25.05.2012 kurz vor der Abstimmung in einer wissenschaftlich unterlegten Zusammenfassung über die Fakten im Connyland informiert und die Nationalräte gebeten, dem Antrag auf ein Importverbot zuzustimmen. Damit wurde das Ende für das Delfinarium im Vergnügungspark Connyland besiegelt. Am 20. Oktober 2013 fand dort die letzte Delfin-Show (TV-Bericht) statt.

Massive Kritik an "katastrophalen Haltungsbedingungen" durch WDSF und ProWal

Nachdem im November 2011 zwei Delfine im Connyland-Delfinarium starben, und damit insgesamt acht Delfine innerhalb von drei Jahren, kritisierten die beiden deutschen Tierschutzorganisationen WDSF und ProWal die Delfinhaltung aufgrund katastrophaler Haltungsbedingungen mit unverantwortlicher Medikamentengabe. Rund 30 Delfine starben dort seit Bestehen des Delfinariums. Die Tierschützer hatten dem Nationalrat interne medizinische Berichte eines Ex-Delfintrainers der Delfinanlage vorgelegt, aus der sich hohe Gaben von Antibiotika und anderer Medikamente ergaben. Auch der intensive Lärm einer benachbarten Diskothek wurde in die Haltungsvorwürfe für die sensiblen Meeressäuger einbezogen.

Connyland-Geschäftsführer und Pressesprecher Erich Brandenberger behauptete, dass die Tierschützer die Delfine vergiftet hätten, um das Delfinarium schließen zu lassen und handelte sich mit dieser starken Behauptung eine Strafanzeige des WDSF ein, über die im Dezember 2013 mit einem Strafbefehl gegen Brandenberger entschieden wurde. Das Connyland klagte bereits vor diesem Strafbefehl zivilrechtlich gegen das WDSF und ProWal aufgrund der Wortwahl „Tierquälerei“ zu einem Zeitpunkt, als noch eine weitere Strafanzeige einer Schweizer Tierschutzorganisation gegen die Connyland-Verantwortlichen anhängig war, über die das WDSF allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht informiert war. Gerichtspräsident Urs Haubensak verurteilte das WDSF und ProWal wegen einer Persönlichkeitsverletzung, obwohl man zwar durchaus die Delfinhaltung kritisieren dürfe, wie er in der mündlichen Verhandlung zugestand, aber eben nicht, solange noch ein noch nicht entschiedenes Strafverfahren wegen Tierquälerei anhängig sei.

Die Staatsanwaltschaft in der Schweiz hatte aufgrund einer Autopsie durch das Veterinärpathologische Institut der Universisät Zürich (Tierspital) für die beiden verstorbenen Delfine, die eindeutig eine Anitbiotikavergiftung durch falsche Medikamentierung seitens des Connyland festgestellt hat, einen Strafbefehl gegen einen Connyland-Tierarzt verhängt. Definitiv stellte die Staatsanwaltschaft aufgrund der Untersuchung fest, dass die Delfine nicht an einer etwaigen Vergiftung durch Tierschützer gestorben sind. Gegen den verantwortlichen Connyland-Tierarzt, Manuel Garcia Hartmann, erging ein Strafbefehl wegen fortgesetzter Tierquälerei mit einer Geldbuße von 4.000 SFR, gegen den dieser Einspruch einlegte (über den Einspruch ist noch nicht entschieden).

Wohin mit den Delfinen? Weiterer Delfintod vor dem Transfer

Heute wäre es dem WDSF nach der erstinstanzlichen Verurteilung und den strafrechtlichen Ermittlungen gegenüber dem Veterinär Manuel Garcia Hartmann, der vormals im Duisburger Delfinarium tätig war, wohl erlaubt, von „Tierquälerei“ zu sprechen, aber der WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller setzt inzwischen andere Prioritäten und sagt: „Wir sind froh, dass wir wieder einmal Teil der Ursache einer Delfinarienschließung sind. Durch das schweizer Importverbot bleibt es vielen Wildfängen und Nachzuchten erspart, den Rest ihres Lebens ihr Dasein in trister Gefangenschaft zu verbringen. Bereits im letzten Jahr hatten wir dem Connyland vorgeschlagen, die drei verbliebenen Meeressäuger in einer menschenbetreuten Meeresbucht ohne kommerzielle Schwimmprogramme unterzubringen, damit sie wenigstens für den Rest ihres Lebens ein weitgehend würdiges Dasein führen können. Stattdessen war das Connyland vorsorglich dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP), einer privaten Vereinigung von Zoos und Aquarien, beigetreten und hätte sich damit mit seinen drei verbliebenen Delfinen an dem vom EEP praktizierten Delfinkarussel zu Zuchtzwecken beteiligen können. Hierbei werden viele zuchtfähige Delfine permanent zwischen den europäischen Delfinarien hin und her geschoben, obwohl die sensiblen Tiere in Freiheit immer in einem stabilen Sozialgefüge leben. Das ist verantwortungslos."

Nach Angaben des schweizer Mediums "20minuten" wurden die Connyland-Delfin in die "Half Moon Dolphin Lagoon" einem Delfinarium in einer Meeresbucht auf Jamaika transferiert. Dort sollen sie auch mit den Gästen des Hotels "Half Moon" schwimmen können.

Über den Transportzeitpunkt schwieg Connyland-Geschäftsführer Erich Brandenberger allerdings beharrlich, weil er nach eigener Aussage von Tierschützern bedroht worden sei. Ortmüller: „Von unsere Seite stellt sich solch ein erneuter Vorwurf, der von Brandenberger auch nicht bewiesen ist, als Blödsinn und als Schutzbehauptung dar. Das Connyland hat vermutlich eher Angst, dass die Tiere bei einem unsachgemäßen Transport verletzt werden könnten und dies an die Öffentlichkeit kommt. Dann sind wahrscheinlich wieder die Tierschützer schuld.“ Und genauso ist es dann gekommen. Kurz vor dem Transport der drei Delfine in ein kommerzielles Meeres-Delfinarium in Jamaika starb der Delfin Angel am 3. November 2013 angeblich an einer Erkrankung der Beispeicheldrüse, die stressbedingt durch die Transportvorbereitungen hervorgerufen worden sei, hieß es vom Connyland. Damit hatte das Connyland-Delfinarium seit seinem Bestehen mehr als 30 Delfine auf dem Gewissen.

Die beiden Tierschutzorganisationen ProWal und WDSF waren an den Schließungen von zwei Delfinarien in Deutschland (Soltau und Münster), im Gardaland (Italien) und in Kas (Türkei) wesentlich beteiligt. Jetzt kämpfen sie für eine Schließung der letzten beiden von ursprünglich zehn Delfinarien in Deutschland (Duisburg und Nürnberg) und weiteren Delfinarien im Ausland. Eine WDSF-Gerichtsklage zur vollständigen Einsicht in die Akten der Delfinhaltung des Zoo Duisburg wurden über zwei Instanzen gewonnen.

Connyland-Rechtsanwalt stellt Forderungen an das WDSF - Ex-Connyland Junior-Chef wegen Verdachts von Tierquälerei und  Kinderschändung verurteilt

Am 18. Oktober 2012 bestätigt der Rechtsanwalt des Connyland "als Vertreter von Roberto Gasser und der Conny-Land AG" in einem Schreiben gegenüber dem WDSF folgendes und forderte gleichzeitig vom WDSF, einen Pressetext über die rechtskräftige Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen durch den Connyland-Direktor Roberto Gasser zu löschen und ihn nicht als "Kinderschänder" zu bezeichnen (s.u.):

Connyland-Anwälte gegenüber dem WDSF:

"Bitte bedenken Sie, dass Sie erreicht haben,

- dass der Import und damit faktisch auch die Haltung von Delfinen in der Schweiz auf Gesetzesebene verboten wurde,

- dass die Conny-Land AG die drei im Freizeitpark in Lipperwil noch lebenden Delfine in naher Zukunft an einem anderen Platz im Ausland verbringen muss,

- dass Sie mit diesen vorgenannten zwei Resultaten die im Rahmen des Zwecks des Wal- und Delfinschutz-Forums zu erreichenden Zíele zumindest für die Schweiz voll und ganz erreicht haben ...".

Gleichzeitig fordern die Connyland-Anwälte vom WDSF, die Kinderschänder-Vorwürfe gegen den Connyland Junior-Chef Roberto Gasser zu unterlassen.

Der Connyland Junior-Chef Roberto Gasser wurde zu zehn Monaten Haft (bedingt) wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen verurteilt. In dem Bericht der Schweizer ShortNews heißt es: "Der Juniorchef des Schweizer Freizeitparks 'Connyland', Roberto Gasser, ist zu zehn Monaten Haft verurteilt worden. Gasser habe mehrfach sexuellen Kontakt zu einem damals 13-jährigen Mädchen gehabt. Zwei Mitangeklagte bekamen ein und fünf Monate Gefängnis. Der Erste, wie Gasser, wegen sexueller Handlungen, der Zweite, weil er dem Mädchen Kokain verabreichte. Die Angeklagten behaupteten zwar, vom Alter des Mädchens nichts gewusst zu haben, dennoch fiel das Urteil des Gerichts härter aus als von der Staatsanwaltschaft beantragt wurde."

Roberto Gasser wurde nach Angaben des "Beobachter" nach einer Berichterstattung über "Tierquälereien" verhaftet. In einem weiteren Beitrag der Schweizer Tierschutznews heißt es: "Im Jahr 2003 wurde Juniorchef des Connylands, Robert Gasser, wegen Verdachts der Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz sowie Vorwürfen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 10 Monaten Haft verurteilt. Robert Gasser soll mit zwei anderen Personen eine 13-Jährige mit Kokain gefügig gemacht und sexuell missbraucht haben. Das Mädchen war die Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin. Gassers Anwalt habe dem Opfer ein Schweigegeld von 33.000 Franken übergeben, erzählte die Mutter des Mädchens gegenüber Tele24. In diesem Zusammenhang wurde Robert Gasser auch noch  Urkundenfälschung vorgeworfen." (s.a. news.ch).

Strafbefehl gegen Tierarzt und Ermittlungen gegen Connyland-Geschäftsführer
WDSF-Foto(WDSF/ddp direct - 05.07.2013) In einer Pressemitteilung behauptet der Geschäftsführer und Pressesprecher Erich Brandenberger des Connyland-Delfinariums auf der Homepage des Vergnügungsparks, dass deutsche Tierschützer zwei Delfine in dem Delfinarium vergiftet hätten. Die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen hat jedoch eine Fremdeinwirkung definitiv ausgeschlossen und jetzt einen Strafbefehl gegen einen Connyland-Tierarzt mit 4.000 Franken Geldbuße ausgesprochen, weil die Delfine aufgrund einer Autopsie der Uni Zürich durch eine Fehlbehandlung mit Antibiotika gestorben sind. Das WDSF hatte am 23.01.2012 Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen gegen die Connyland-Verantwortlichen wegen Tierquälerei gestellt. Pikanterweise trägt der Connyland-Briefkopf der Pressemitteilung von Brandenberger in der pdf-Version den Hinweis „Gewinner des Platinum-Awards für artgerechte Delphinhaltung“. Nach der Strafuntersuchung bekommt der Begriff „artgerechte Delphinhaltung“ im Connyland eine andere Dimension.
 
Beratender Tierarzt für das Connyland-Delfinarium war nach Angaben der Schweizer „tierschutznews.ch“ der deutsche Fachtierarzt für Zoos und Wildtiere Manuel Garcia Hartmann (z.Zt. Marineland Antibes/Frankreich - auch Koordinator für Große Tümmler in der EAZA, die das Europäische Erhaltungszuchtprogramm betreut). Gegen Manuel Garcia Hartmann wurde im Jahr 2012 die Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Tierquälerei eingeleitet. Ein weiteres Verfahren gegen einen zweiten Tierarzt aus der Schweiz wurde jetzt eingestellt. Ebenso beratend waren der Tierarzt Georg Müller, der englische Veterinär Andrew G. Greenwood sowie der Schweizer Kantons-Veterinär Paul Witzig.
 
Der Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) Jürgen Ortmüller: „Die beiden Tierschutz-Organisationen WDSF und ProWal hatten die Antibiotika-Verabreichung bereits im August 2011 noch vor dem Tod der beiden Delfine thematisiert. Uns lagen von einem Ex-Delfintrainer des Connyland Kopien der tiermedizinischen Behandlungsberichte vor, die wir der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt hatten. Die Staatsanwaltschaft bestätigte dem WDSF, dass sie die die Unterlagen als Beweismittel berücksicht hat. Aus den Berichten ergibt sich die intensive fortlaufende Medikamentengabe. Bereits im Jahr 2009 bekam der Delfin Cheespa nach tierärztlicher Anweisung eine Todesspritze, weil sich das Befinden des Delfins nach über einjähriger starker Medikamentenbehandlung erheblich verschlechtert hatte.“
 
Gegen die Unterstellung von Brandenberger hinsichtlich einer angeblichen Beteiligung der deutschen Tierschützer am Tod der Delfine hatte das WDSF Strafanzeige wegen übler Nachrede gestellt. Die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen leitete daraufhin ein Ermittlungsverfahren gegen Brandenberger ein.

Aus dem polizeilichen Vernehmungsprotokoll von Brandenberger ergibt sich, dass dieser sogar die Staatsanwaltschaft in seine verbalen Angriffe einbezieht. Der Connyland-Geschäftsführer hatte zu Protokoll gegeben, dass er der Staatsanwältin Bemsel bei den Ermittlungen gegen die Tierschützer „mangelnde Courage“ vorwirft und der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen „unverständliches Nichtstun“. Anm.: Die Staatsanwaltschaft verhängte im Dezember 2013 gegen Brandenberger einen Strafbefehl wegen übler Nachrede gegenüber dem WDSF.


Kreuzlingen/Lipperswil -  Tierarzt erhält Strafbefehl wegen mehrfacher fahrlässiger Tierquälerei (Südkurier)

Verstorbener Delfin im Connyland (WDSF-Fotorechte)Im Schweizer Freizeitpark Connyland sind im November 2011 zwei Delfine verendet. Damit verstarben dort insgesamt acht Delfine seit dem Jahr 2008. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Strafbefehl gegen einen Tierarzt erlassen - wegen mehrfacher fahrlässiger Tierquälerei. Das WDSF hatte am 23.01.2012 gegen die Connyland-Verantwortlichen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen gestellt.

 

(05/16.07.2013) In der Schweiz starben im Delfinarium des Vergnügungsparks Connyland im November 2011 innerhalb weniger Tage zwei Delfine an einer Antibiotikavergiftung. Das Antibiotika wurde den Delfinen in einer zu hohen Dosis und über einen zu langen Zeitraum verabreicht, ergab die tiermedizinische Analyse der Universität Zürich anlässlich einer Autopsie. Die Staatsanwaltschaft erließ im Juli 2013 gegen "einen deutschen Tierarzt des Delfinariums" einen Strafbefehl mit einer Strafe von 4.000 Schweizer Franken wegen mehrfacher fahrlässiger Tierquälerei, nachdem das WDSF am 23.01.2012 Strafanzeige gegen die Connyland-Verantwortlichen gestellt hatte. Gegen den Strafbefehl wurde inzwischen Rechtsbehelf eingelegt. Bereits ein Jahr zuvor wurde gegen den verantwortlichen Tierarzt Manuel Garcia Hartmann, der bis 2008 über 13 Jahre im Duisburger Delfinarium beschäftigt war, nach Angaben der Thurgauer Zeitung das Strafverfahren eingeleitet. "In Hartmann's Amtzeit (Anm.: im Duisburger Zoo) fällt auch der Verlust von drei jungen Delfinen, die nach ihrer Geburt durch eine Viruserkrankung dahingeraffte wurden", so die Neue Ruhr-Zeitung/Neue Rhein-Zeitung. Darüber hinaus starb in seiner Amtszeit ein erwachsener Großer Tümmler und ein Flussdelfin. Inzwischen arbeitet Hartmann seit 2008 für das Marineland Delfinarium in Antibes/Frankreich. Dort starben seit 2009 drei Delfine lt. Ceta-Base.

Der Mann war im Freizeitpark Connyland als anerkannter Spezialist für Meeressäugetiere beratend und unterstützend tätig - so steht es in der Pressmitteilung der Staatsanwaltschaft. Damit habe er auch die Medikamentierung für die Delfine "Shadow" und "Chelmers" empfohlen. Die Ermittlungen gegen einen weiteren Tierarzt aus der Schweiz wurden eingestellt.


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Gegen den deutschen Tierarzt Manuel Garcia Hartmann (z.Zt. Antibes/Frankreich) wurde bereits 2012 von der
Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet
(Thurgauer Zeitung)

Die Tierärztin Katrin Baumgartner des Nürnberger Tiergarten sprach in einem Interview der Baseler Zeitung über ihren Tierarzt-Kollegen Manuel Garcia Hartmann (Anm.: Hartmann war von 1994-2008 auch behandelnder Tierarzt im Duisburger Delfinarium, in dem es seit Bestehen vermutlich mehr als 60 Delfintodesfälle gegeben hat):

Baseler Zeitung (Titel: Nur soviel Antibiotikum wie möglich - 28.01.2012):
"Einer der beiden Tierärzte, der die Delfine (Anm.: Manuel Garcia Hartmann im Connyland-Delfinarium) behandelt hat, war durchs Fernsehen bekannt. Ist er seriös?"

Baumgartner: "Selbstverständlich. Ich kenne Manuel Garcia Hartmann wie auch alle anderen Zootierärzte sehr gut. ... Wir machen alles nach bestem Wissen und Gewissen. Natürlich können dabei auch mal Fehler passieren. Das ist normal, aber sicher nicht mit Absicht."

http://bazonline.ch/wissen/natur/Nur-so-viel-Antibiotika-wie-noetig/story/17167019

Das WDSF hat ebenso aufgedeckt, dass die Delfine in Nürnberg vielfach fortlaufend mit Antibiotikum und Psychopharmaka behandelt werden. Im Nürnberger Delfinarium sind insgesamt 33 Todesfälle zu verzeichnen:

http://www.wdsf.eu/index.php/delfinarien/delfinarium-nuernberg/aktuell

21.10.2013 - Keine Delfinvorstellungen in der Schweiz (Naturschutz.ch)

21.10.2013 - Keine Delphinshows mehr in der Schweiz (so-aktuell.ch)

20.10.2013 - Connyland zeigt letztes Mal Delfine und verschweigt den Zielort der Tiere (Ostschweizer Fernsehen)

19.10.2013 - Delfine gibt es in der Schweiz bald keine mehr (Aargauer Zeitung)

11.10.2013 - Delphine gehen auf die Reise (Tagblatt)

19.08.2013 - Drei Delfinarien wollen Connyland-Delfine (Tagblatt)

16.07.2013 - Connyland: Tierarzt erhebt Einsprache gegen Strafbefehl (Top online)

12.07.2013 - Conny-Land kämpft um seinen Ruf (Kreuzlinger Zeitung)

Kreuzlinger Zeitung: Letztlich war es das im Mai vergangenes Jahr beschlossene Importverbot von Delphinen, das die Verantwortlichen des Conny-Lands dazu bewog, sich von den verbliebenen «Grossen Tümmlern» zu trennen. «Absolut freiwillig», betont Brandenberger, der seit 15 Jahren im Conny-Land beschäftigt ist. «Um Inzucht und neuerliche Kritik von Tierschützern zu vermeiden und, um den Tieren eine neue Gruppe zu ermöglichen.»


17.07.2013 - Das Delfin-Theater im Connyland geht weiter (20minuten online)
08.07.2013 - Harsche Reaktion der Staatsanwaltschaft nach Anschuldigungen des Freizeitparks (Tagblatt)
06.07.2013 - Gift kann zweifelsfrei ausgeschlossen werden (Tagblatt)
05.07.2013 - Connyland-Delfine starben wegen Antibiotika (Thurgauer Zeitung)
05.07.2013 - Tierquälerei «Connyland»-Geschäftsleiter hält an Vergiftungstheorie fest (Blick)
05.07.2013 - Connyland-Delfine starben wegen Antibiotika (Thurgauer Zeitung)
05.07.2013 - Tierschützer haben Delfine nicht vergiftet (ddp direct)
05.07.2013 - Delphin-Tod: Zu viel Antibiotika (Tagblatt)
05.07.2013 - Tierarzt erhält Strafbefehl wegen mehrfacher fahrlässiger Tierquälerei (Südkurier)
05.07.2013 - Strafbefehl gegen Connyland-Tierarzt (Tagesanzeiger)
05.07.2013 - Tote Delfine: Strafbefehl gegen Tierarzt  (20minuten)
12.01.2013 - Connyland sucht Delphintrainer (Tagblatt)
26.11.2012 - Tod der Connyland-Delfine - Thriller im Real Life: Unschuldig am Tod der Delfine (see-online)
26.11.2012 - Delfintod im Connyland: Gasser beschuldigt Ex-Mitarbeiter und deutsche Tierschützer (Tagblatt)

Rückblick: Im Ostschweizer Fernsehen findet Connyland-Geschäftsführer Erich Brandenberger im Juli 2011 die Proteste der deutschen Tierschutzorganisationen (Anm.: WDSF und ProWal) "extrem anmaßend und lächerlich" und äußerte damals, dass es "eine gute Werbung für das Connyland sei, die nichts kostet". Brandenberger: "Wir sind in den Schlagzeilen".

Inzwischen denkt das Connyland wohl anders über die erfolgreichen Proteste der deutschen Tierschützer, nachdem das Schweizer Parlament im Frühjahr 2012 nach den vielen Delfin-Todesfällen und den Protesten von ProWal und WDSF ein Delfinimport-Verbot für die Schweiz beschlossen hat.