(WDSF - 02.01.2018) Nach langen Jahren erfolgloser Zucht und mehr als 100 verstorbener Delfine und Walarten alleine in den Zoos in Duisburg und Nürnberg fordert das WDSF, dass die Delfinhaltung in Deutschland vollständig aufgegeben wird. Seit über 40 Jahren Zuchtbemühungen gibt es in Europa keinen einzigen Delfin, der ausgewildert wurde.

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: „Die Zeichen der Zeit stehen auf Schließung aller Delfinarien – sie sind Auslaufmodelle. Wir lehnen diese Anlagen ab, auch weil klar geworden ist, dass Zoos keinen Beitrag zur Arterhaltung von freilebenden Delfinpopulationen leisten können. Noch nie wurde überhaupt ein Delfin aus einem Delfinarium in der EU wieder ausgewildert. Die Spezies des Großen Tümmlers (Tursiops truncatus) ist nicht gefährdet und es besteht kein Anlass einer künstlichen Populationserhaltung. Die wenigen überlebenden Nachzuchten können nicht ausgewildert werden, weil sie in Gefangenschaft das natürliche Nahrungs-Jagdverhalten nicht erlernt haben. Die durchschnittliche Lebensspanne von Großen Tümmlern liegt in Gefangenschaft deutlich niedriger als bei frei lebenden Delfinen. Die "National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)" beziffert die Lebensspanne von Großen Tümmlern in freier Wildbahn mit 40 bis 60 Jahren. Trotzdem forcieren die Zoos ihre Zuchtbemühungen. Einen gesetzlichen Zoo-Bildungsauftrag mit über 100 verstorbenen Delfin- und Walarten zu erfüllen, ist makaber. Die Todesrate von Nachzuchten liegt in den beiden deutschen Zoos bei mehr als 75 Prozent. Die "Zeit-online" im Jahr 2015: "Von den 22 Delfinen, die seit 1971 in Nürnberg auf die Welt kamen, sind mittlerweile 17 tot." Von 29 Nachzuchten im Zoo Duisburg (Stand Oktober 2016) haben bisher lediglich acht Tiere überlebt (s.a. WAZ v. 15.05.2013). In erster Linie geht es den verbleibenden Zoos mit Delfinarien in Duisburg und Nürnberg darum, zahlende Zoo-Besucher durch das Show-Angebot anzulocken. Dieses Argument ist jedoch durch die gestiegenen Besucherzahlen in Münster nach Schließung des Delfinariums im Jahr 2013 widerlegt. Rund 60.000 Besucher mehr verzeichnete der Münsteraner Allwetterzoo auch im Jahr 2015."

Extremer Besucherrückgang führt zu Eintrittspreiserhöhungen

Bei den Zoo-Besuchern entstehen inzwischen durch die jahrelange Aufklärung des WDSF und Richard O'Barry (Oscar für den Film "Die  Bucht"und Bambi-Preisträger und Ex-TV-"Flipper"-Trainer) sowie der Organisation ProWal und vielen Helfern in der Öffentlichkeit Vorbehalte gegen die Delfin-Gefangenschaft. Fast 200.000 Aufklärungs-Flyer haben WDSF-Helfer seit 2010 an jedem Wochenende an die Zoo-Besucher und Passanten in Duisburg verteilt. Seitdem hatte der Zoo Duisburg einen Rückgang von rund 140.000 Besuchern zu verzeichnen; ebenso der Tiergarten Nürnberg vor dem ebenfalls Flyer- und Protestaktionen initiiert wurden. Ab 2016 erhöhte der Zoo Duisburg daher seine Eintrittspreise pro Erwachsenen auf 16,90 Euro. Der Tiergarten Nürnberg hat Preiserhöhungen ab April 2018 bis zu 22 Prozent vorgenommen.

Mehrfache Delfnarienschließungen durch WDSF- und ProWal-Initiativen

Nach jahrelangen WDSF- und ProWal-Interventionen hat das Delfinarium im Allwetterzoo Münster Anfang 2013 aufgrund von aufgedeckten Mängel geschlossen. Der Münsteraner Zoo-Direktor Jörg Adler dazu gegenüber der Münsterschen Zeitung: "Die Haltung entspricht allen Anforderungen, aber wohl nicht mehr dem allgemeinen Zeitgeist. Für eine zeitgemäße Haltung der Delfine wären 20 Millionen Euro nötig und die haben wir einfach nicht."

Jürgen Ortmüller dazu: "Wir hatten allen Delfinarienbetreibern bereits 2008 mitgeteilt, dass das WDSF dafür sorgen wird, dass auch die verbliebenen drei von ursprünglich zwölf Delfinarien in Deutschland aus Tierschutzsicht schließen müssen. Der Münsteraner Zoodirektor wiederholte unsere Aussagen, dass Delfinarien nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen. Das Delfinarium im Heidepark Soltau hatten wir in Abstimmung mit dem neuen Eigentümer, Merlin Entertainments (London), bereits ebenfalls im Jahr 2008 schließen können, insbesondere da wir Boykottmaßnahmen angekündigt hatten. Merlin Entertainments bestätigte uns schriftlich, dass Delfine in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden können und sie daher das Delfinarium im Heidepark aufgeben. Anfang 2013 hat Merlin Entertainments auch die Delfin-Show im italienischen Delfinarium Gardaland konsequent aufgegeben. Auf der Insel Rügen wurde nach intensiven Interventionen auch durch das WDSF der Plan fallen gelassen, ein neues Delfinarium zu bauen. Das Delfinarium im Vergnügungspark Connyland in der Schweiz musste ebenfalls schließen, nachdem wir in jahrelanger Kooperation mit ProWal katastrophale Mängel aufgedeckt hatten. In Zusammenarbeit des WDSF und Schweizer Politikern wurde im Frühjar 2012 vom Schweizer Parlament ein Delfin-Importverbot gesetzlich beschlossen und damit die Schließung des Delfinariums besiegelt. Delfinarien in Bodrum (Türkei) und Kas (Türkei) wurde nach ProWal/WDSF-Protesten geschlossen. Ebenso wurde im März 2018 ein Delfinpool in einem Best Western Hotel in Armenien nach einem weltweiten Boykottaufruf durch ProWal und WDSF gegenüber der Hotelkette wieder geschlossen."

Reiseveranstalter stoppen Angebote für Delfin- und Orca-Shows

Die großen Reiseveranstalter TUI Deutschland (mit TUI Österreich und Schweiz), Schauinsland Reisen sowie alltours stoppten in Abstimmung mit dem WDSF aus Tierschutzgründen weltweit die Bewerbung von Delfin- und Orca-Shows. In Kooperation mit allen anderen großen deutschen Reiseveranstaltern konnte erreicht werden, dass keines der Delfinarien in der Türkei, in Ägypten, Dubai und Tunesien mehr angeboten wird.

Zoo Duisburg und Tiergarten Nürnberg ohne Subventionen nicht mehr existensfähig

Es verbleiben jetzt in Deutschland nur noch die beiden Delfinarien im Duisburger Zoo und im Nürnberger Tiergarten. Das WDSF fordert die Schließung der Anlagen und bittet die Besucher, dort keine Eintrittskarten zu kaufen. Die Städte Duisburg und Nürnberg mussten ihre alljährlichen Zuschüsse aus kommunalen Mitteln auf über 2,5 Mill. Euro wegen der rückläufigen Zooeinnahmen und aufgrund von Sanierungsmaßnahmen in den maroden Anlagen anheben. Im Jahr 2017 war für den Duisburger Zoo ein kommunaler Zuschuss von 4,3 Mill. Euro erforderlich, um einen Konkurs abzuwenden. Die erforderliche Sanierung der Delfinanlage im Tiergarten Nürnberg ab 2018 nach einem Salzwasserschaden wird voraussichtlich mehr als 10 Mill. Euro verschlingen. Zusammen mit den Baukosten von rund 31 Mill. Euro wurden dann mehr als 40 Mill. Euro in Nürnberg alleine für die "Delfinlagune" verpulvert. Alleine für Gutachten zur Behebung des Schadens wurden bereits 400.000 Euro ausgegeben.

Ein Verbot von Delfinarien mit ihren Show-Vorführungen in Deutschland ist längst überfällig, wie auch in einem Beitrag der Mittelbayerischen zu lesen ist und wie es in Frankreich in 2017 beschlossen wurde.

22.01.2018 - Sensible Wale, rätselhafte Delfine (Großartiger ARD-TV Bericht über Forschung, Schutz von Walen und Delfinen und warum man keine Delfinarien mehr besuchen sollte)

05.06.2013 - Keine negative Auswirkung für den Zoo Münster nach Delfinarienschließung (Westf. Nachrichten)

Mario Barth deckt auf: Skandale in der Delfinlagune des Tiergarten - "Freihheit für Flipper"

AKTUELL

11.02.2018 - WDSF-Tierschutzorganisation kritisiert Tiergarten Nürnberg wegen geschönter Besucherzahlen und fordert Beendigung der Delfinhaltung (MND)

Nuernb. Demo (WDSF-Foto)WDSF (16.03.2018) Tiergarten Nürnberg erhöht drastisch Eintrittspreise wegen anstehender Sanierung - Besucherzahlen bisher geschönt

Alleine die seit Jahren anstehende Sanierung der Steinbruch- "Delfinlagune" wird nach Angaben von Bürgermeister Christian Vogel vermutlich über 9 Millionen Euro verschlingen. Das WDSF geht davon aus, dass sich die Sanierungskosten der Delfinanlage nach dem verheerenden Salzwasserschaden auf mehr als 10 Millionen Euro belaufen werden. Damit erreicht die "Delfinlagune" mit den ursprünglichen Baukosten von 31 Millionen Euro eine Bausumme von über 40 Millionen Euro. Bisher schon wurde der Tiergarten jedes Jahr im Millionenbereich von der Stadt Nürnberg subventioniert. Der Bürger zahlt demnach den wesentlichen Teil der Kosten für ein völlig unsinniges Projekt.

Tiergartendirektor Dag Encke: "Für Delfinarien stellt sich nicht mehr die Frage, ob Delfine in Menschenhand gehalten werden dürfen, sondern welche Delfine in Menschenhand gehalten werden müssen, wenn wir nicht eine Art nach der anderen verlieren wollen."

Diese Aussage ist nach Ansicht des WDSF ein völliger Ausdruck der Hilfslosigkeit des Tiergartendirektors, nachdem die Delfinhaltung der Großen Tümmler seit Jahrzehnten in der Kritik von Tierfreunden und Tierschutzorganisationen steht. Diese Delfinart ist trotz hoher Beifangraten in der Fischerei nachweislich nicht vom Aussterben bedroht. Eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Haltung von Tieren in Zoos ist jedoch nach der EU-Richtlinie die Arterhaltung einer Spezies. Encke hat wohl begriffen, dass die Haltung von Großen Tümmlern demnach nicht der EU-Zoorichtlinie entspricht und will zukünftig offenbar auf andere bedrohte Arten bei der Gefangenschaftshaltung von Delfinen ausweichen.

Eine tödlich endende Fangaktion zur angeblichen Rettung der weltweit verbliebenen rund 30 Vaquitas (Schweinswal) mit Beteiligung des Nürnberger Tiergartens hatte erst kürzlich weltweit für Empörung gesorgt (http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/schwerer-ruckschlag-vaquita-starb-nach-dem-fang-1.6845556).

Im Vorfeld der Rettungsaktion hatte Lorenzo von Fersen vom Tiergarten Nürnberg eingeräumt, dass eventuell die kleinen Schweinswale beim Fang sterben könnten. Doch dieses Risiko müsse man eingehen, um die letzte Überlebenschance der seltenen kleinen Schweinswal-Art zu wahren, sagte von Fersen.

Welch eine infantile Einstellung! Bei einem Restbestand einer Spezies von nur noch etwa 30 Säugetieren wie dem Vaquita hätte schon vor Jahren alles dafür getan werden müssen, dass der durch die Fischerei bedrohte Schweinswal überlebt. Die Gefangenschaftsnahme mit tödlichen Folgen ist kläglich gescheitert und hat zur Reduzierung der Spezies erheblich beigetragen. Alternativ müsste ein streng reglementiertes Schutzgebiet für die Vaquitas in ihrem natürlichen Lebensraum eingerichtet werden.

Das jetzige Vorgehen der gescheiterten Rettungaktion hat die Weltnaturschutzorganisation (IUCN) veranlasst, für die Zukunft einen Kriterienkatalog zu entwickeln, ab wann man Individuen einer gefährdeten Tierart aus der Natur herausnehmen müsse, um sie für die Erhaltungszucht zu nutzen.

Dazu gehören sicherlich nicht die im Tiergarten zur Belustigung der Besucher gehaltenen Großen Tümmler von denen 33 Tiere überwiegend vorzeit verstorben sind. Insgesamt beläuft sich die Todesrate auf 37 Delfine vom Fötus bis zum Greis. Von den 22 Delfinen, die seit 1971 in Nürnberg auf die Welt kamen, sind mittlerweile 17 tot (http://www.zeit.de/2015/04/delfine-tierschutz-delfinarium-nuernberg).

Durch die Eintrittspreiserhöhung ab April 2018 wird der Tiergarten vermutlich wie nach der letzten Preiserhöhung weitere Besucher verlieren. Von 8.192.669 € Eintrittseinnahmen im Jahr 2011 sind diese im Jahr 2016 auf 7.269.018 € gesunken wie die Stadtkämmerei dem WDSF am 12. März 2018 mitteilte (in Klammern die vom Tiergarten veröffentlichten Besucherzahlen):

2011: 8.192.669 € (1.223.304 - Eröffnung „Delfin-Lagune“)
2012: 7.901.830 € (1.095.481)
2013: 6.924.031 € (997.474)
2014: 7.448.956 € (1.071.754)
2015: 7.856.117 € (1.124.737)
2016: 7.269.018 € (1.087.360)
2017: 7.548.195 € (1.135.515) - Eintrittsgelder nach Angaben der Stadt Nürnberg gegenüber dem WDSF am 09.07.2018

Von: stadt.nuernberg.de
Betreff: Ihre Anfrage zu den Eintrittseinnahmen des Tiergartens
Datum: 12. März 2018 09:35:26 MEZ
An: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sehr geehrter Herr Ortmüller,

unten stehend die von Ihnen gewünschten Informationen zu den Eintrittsgeldern des Nürnberger Tiergartens. Daten zur Aufschlüsselung nach Besucherkategorien liegen bei uns leider nicht vor. Endgültige Zahlen für das Jahr 2017 liegen zudem noch nicht vor.

    2016                2015               2014            2013              2012             2011
7.269.018€   7.856.117€      7.448.956€    6.924.031€   7.901.830€    8.192.669 €

 

Mit freundlichen Grüßen
_________________________________________

Stadt Nürnberg
Stadtkämmerei
Theresienstr. 7
90403 Nürnberg

 

(WDSF 20.01./11.02.2018) Im Jahr 2017 wären es 1.135.515 Besucherinnen und Besucher im Tiergarten gewesen, verkündete Vize-Zoodirektor Helmut Mädgefrau bei der Vorstellung des Jahresberichts am 18.01.2018. Dabei verschweigt er wie in den Vorjahren, dass die Anzahl der Dauerkartenbesitzer, die 2017 um 10 Prozent gestiegen seien und damit 8.438 Dauerkarten erreichte, ursprünglich mit jeweils 30 Besuchen lt. einem Bericht der Süddeutschen Zeitung bei der veröffentlichten Besucherzahl kalkuliert wurden. Bei einem Verkaufpreis von 65 Euro pro Dauerkarte bei einer 10%igen Steigerung der Dauerkartenverkäufe in 2017 beträgt die Zusatzeinnahme 52.910 Euro (814 neue Dauerkarten x 65 Euro). Wenn ein Dauerkartenbesitzer aber 30mal, wie vom Tiergarten kalkuliert lt. Artikel der Süddeutschen Zeitung, den Tiergarten besucht, sind diese Besuche aller etwa 8.438 Dauerkartenbesitzer von der veröffentlichten Zahl von 1.135.515 Besuchern mit einer Summe von fiktiven 253.140 Besuchen zu bereinigen, sodass nur noch 882.375 Besucher incl. Schulklassen und Ermäßigungsbesucher im Jahr 2017 statt der vom Tiergarten angegebenen Zahl von 1.135.515 Besuchern zutreffend wären zzgl. der tatsächlichen Dauerkartenbesucher, deren Besuchsvermutung durch eine Befragung des Tiergarten bei 30 Besuchen pro Jahr liegen soll. Wie oft genau allerdings ein Dauerkarten-Inhaber pro Jahr in den Zoo kommt, weiß nur er selbst, nicht aber der Tiergarten, da keine Drehkreuze mit einem Zählwerk vorhanden sind.

Auch die effektiven Einnahmen reduzieren sich durch Dauerkartenbesitzer, die einmalig 65 Euro p.a. bezahlen, wobei der Einzeleintritt eines Erwachsenen 13,50 Euro kostet. Dementsprechend zahlen 8.438 Dauerkartenbesitzer p.a. lediglich 548.470 Euro. Bei einem Einzeleintrittspreis wären bei 30 kalkulierten Besuchen der 8.438 Dauerkartenbesitzer Einnahmen von theoretisch 2.868.920 Euro zu erzielen gewesen (8.438 Dauerkarteninhaber x 30  Besuche x 13,50 Euro = 3.417.390 Euro abzüglich des Dauerkartenpreises von jeweils 65 Euro mit 548.470 Euro). Selbst bei nur 20 Besuchen wären dies theoretisch 2.277.180 Euro abzüglich des Dauerkartenpreises von insgesamt 548.470 Euro und demnach 1.728.710 Euro.
 
(WDSF-Ergänzung 14.02.2018) Am 14.02.2018 reagierte der Nürnberger Bürgermeister Christian Vogel auf die WDSF-Pressemitteilung vom 11.02.2018 in der wir entsprechend der Medienveröffentlichung in der Süddeutschen Zeitung von 30 kalkulierten Besuchen von Dauerkartenbesitzern ausgegangen waren und schrieb wie nachfolgend auf seiner Facebookseite, dass der Tiergarten aufgrund einer Befragung von jeweils 20 Besuchen der Dauerkarteninhaber ausgehen würde. Selbst bei 20 kalkulierten und nicht nachgewiesenen Besuchen wirken die vom Tiergarten angegebenen 1.135.515 Besuche für das Jahr 2017 nach wie vor geschönt und das wird der wesentliche Grund für die ab April 2018 geplante Eintrittspreiserhöhung sein. Vor der WDSF-Pressemitteiung vom 11.02.2018 hatte der Tiergarten eine offizielle Anfrage des WDSF vom 19.01.2018 nach der Aufschlüsselung der Besucherzahlen nicht beantwortet:
Christian Vogel TG Nurnberg Fb 14.02.2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachfolgend die Kalkulation mit 20 unterstellten Besuchen pro Jahr pro Dauerkartenbesitzer wobei hierbei bei den Nettobesuchern noch nicht die freien Eintritte der Mitglieder des Fördervereins „Tiergartenfreunde Nürnberg e.V.“ berücksichtigt wurden. Bis Ende Dezember 2017 zählte der Verein 3.371 Mitgliedschaften (1.284 Familienmitgliedschaften, 1.422 Zwei-Personen-Mitgliedschaften, 597 Ein-Personen-Mitgliedschaften und 68 Kindermitgliedschaften) die über eine Dauerkarte verfügen. Insgesamt kalkuliert der Tiergarten bei den Fördermitgliedern 8.500 Einzelpersonen, deren Besuche in 2017 ebenfalls in die Anzahl der Besuche von 1.135.515 eingeflossen sind und das Gesamtbild von zahlenden Besuchern verfälschen.

2014: 1.071.754 (incl. 6.530 Dauerkartenbesitzer mit 130.600 kalkulierten Besuchen - á 20 Besuche - Nettobesucher 941.154)
2015: 1.124.737 (incl. 7.656 Dauerkartenbesitzer mit 153.120 kalkulierten Besuchen - á 20 Besuche - Nettobesucher 971.617)
2016: 1.087.360 (incl. 7.624 Dauerkartenbesitzer mit 152.480 kalkulierten Besuchen - á 20 Besuche - Nettobesucher 934.880)
2017: 1.135.515 (incl. 8.438 Dauerkartenbesitzer mit 168.760 kalkulierten Besuchen - á 20 Besuche - Nettobesucher 966.755)

 

31.05.2017 - Vogel im Interview: "Tiergarten hat eine hohe Akzeptanz" (nordbayern) und Lügen über Lügen

(WDSF - 20.01.2018) Der Nürnberger Bürgermeister Christian Vogel behauptete in dem Interview mit nordbayern.de am 31.05.2017: "Mit der jetzt abgeschlossenen Sanierung des Delfinariums 2 ist das Ausweichquartier für Seelöwen und Delfine fertiggestellt."
Gegenüber dem Medium Mittelbayerische heißt es von Vize-Zoodirektor Helmut Mädgefrau am 18.01.2018 allerdings: „Das Thema Lagune wird uns noch Jahre beschäftigen“. Derzeit müsse noch untersucht werden, mit welchen Maßnahmen man die maroden Becken am besten wieder auf Vordermann bringen könne. Für die Delfine im Tiergarten werde derzeit noch das alte Delfinarium als Ausweichbecken saniert.

Demnach ist das Ausweichquartier im Januar 2018 für die Delfine und Seelöwen aufgrund der schon seit Jahren anstehenden Sanierung der Gesamtanlage nach einem katastrophalen Salzwasserschaden mit Kosten von voraussichtlich mehr als acht Millionen Euro im Gegensatz zur Aussage des Bürgermeisters im Mai 2017 immer noch nicht fertigstellt. Die Reaktivierung der Ausweichbecken im alten Delfinarium 2 soll weitere 1,2 Millionen Euro verschlingen.

01.06.2017 - WDSF: "Delfine sind in Gefangenschaft vom Aussterben bedroht und Delfinarien sind Auslaufmodelle" (Presseportal)

33 verstorbene Delfine im Tiergarten Nürnberg (WDSF-Foto)(WDSF) Nürnbergs Bürgermeister Christian Vogel gibt in einem Interview mit "nordbayern" (31.05.2017) zu, dass die Sanierung der sog. "Delfinlagune" im Tiergarten aufgrund eines Salzwasserschadens noch etwa drei Jahre dauern wird und voraussichlich rund 6 bis 8 Millionen Euro kosten wird. Dazu kommen die Kosten der Wiederherstellung des alten Delfinariums 2 von rund 1,2 Mill. Euro, um die Tiere im Notfall dort während der Sanierungsphase unterbringen zu können. Damit erreicht die "Delfinlagune" mit den ursprünglich Baukosten von 31 Millionen Euro eine Bausumme von über 40 Millionen Euro. Da gegenüber den Baufirmen des Steinbruch-Delfinariums wohl kein Regress mehr geltend gemacht werden kann, da es teilweise Insolvenzen gibt, wird die Kostenlast dem Bürger über den städtischen Etat auferlegt. Zusätzlich sind Erhöhungen bei den Eintrittsgeldern vorgesehen, so Vogel.

Dass manche Tiere angeblich (und nicht bewiesen) eine längere Lebenserwartung als in freier Wildbahn hätten, wie Vogel behauptet, sagt rein gar nichts über das Wohl der Tiere aus und trifft definitiv nicht auf die Delfinhaltung weltweit zu. Solche Aussagen werden immer wieder als Rechtfertigungsgrund für die Gefangenschaftshaltung verwendet und sind noch nie wissenschaftlich belegt worden. Tatsächlich verstarben in Nürnberg bisher 33 Große Tümmler. Alleine zwischen 2004 und 2007 sind in Nürnberg sieben Kälber in Folge gestorben. Dass den Nürnberger Delfinen Unmengen an Psychopharmaka verabreicht wurde und über 30 andere Medikamenten in einem vom WDSF überprüften 4 1/2-jährigen Zeitraum wird wohlweislich verschwiegen. Große Tümmler haben in freier Wildbahn lt. NOAA (National Marine Fisheries Service) eine Lebensspanne von rund 40-50 Jahren. In Gefangenschaft erreichen Delfine ein weitaus niedrigeres Alter, wobei im Duisburger Zoo die Sterblichkeitsrate der Nachzuchten (incl. 5 Aborte) bei 75,2 Prozent und in Nürnberg bei 90 Prozent liegt. Von 29 Nachzuchten haben seit 1978 in Duisburg lediglich acht Tiere überlebt. In Nürnberg haben von 19 Nachzuchten nur zwei überlebt. In freier Wildbahn wären die Delfine bei solch hohen Sterberaten vom Aussterben bedroht. Tatsächlich sind allerdings die Delfine in Gefangenschaft vom Aussterben bedroht.

Vogel spricht davon, dass das am 06. Mai 2017 in Frankreich verabschiedete Gesetz, welches die Haltung, die Nachzucht und den Import zukünftiger Delfine verbietet und umfangreiche Auflagen bei der derzeitigen Haltung vorsieht, "juristisch nicht haltbar" sei, weil es dahingehend widersprüchlich sei, dass die Weibchen gequält würden, da sie keinen Nachwuchs mehr bekommen dürften. Dabei verschweigt Vogel, dass die Delfinweibchen in Nürnberg während der Bauphase der "Delfinlagune" jahrelang die Antibabypille erhalten haben. Vogel in dem Interview: "Sollten sich die Franzosen durchsetzen, dann hätte es aber Auswirkungen auf ganz Europa." Genau so wird es sein, denn die französische Umweltministerin hat das Gesetz bereits in Frankreich durchgesetzt. Das WDSF wird bei der Bundesregierung und im Europäischen Parlament intensiv intervenieren, dass das vorbildliche französische Gesetz auch in anderen Ländern der EU Anwendung findet. Delfinarien sind Auslaufmodelle!

Zum RTL-Beitrag "Mario Barth deckt auf ..." bitte anklicken:

Freihheit für Flipper - RTL

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

12.05.2017 - "Umstrittene Delfinzucht - Überleben die Meeressäuger in Gefangenschaft nur durch Medikamente?" (Bayerischer Rundfunk)

Radio-Beitrag des Bayerischen Rundfunk vom 12.05.2017 mit Interviews mit dem Nürnberger Tiergartendirektor Dag Encke und dem Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) Jürgen Ortmüller. In einer von dem Fachmagazin "Plos One" veröffentlichten US-Forschungsarbeit heißt es, dass Delfine in freier Wildbahn häufiger krank seien als Artgenossen in Gefangenschaft. Das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) weist bezogen auf die Studie darauf hin, dass Delfine in Delfinarien regelmäßig mit Medikamenten am Leben erhalten werden und die Studie daher nicht repräsentativ vergleichbar sei.

Erwähnt wurde in dem Beitrag des Bayerischen Rundfunk auch das zukünftige Verbot in Frankreich, dass neue Delfine und Orcas zukünftig nicht mehr in Delfinarien gehalten werden dürfen, insbesondere auch aus dem Grund der Verabreichung von "Drogen". Dag Encke rechfertigt die Medikamentengabe in seinem Delfinarium mit dem Tierwohl.




19.01.2017 - Tiergarten Nürnberg setzt weiter auf Delfine (inFranken.de):

(WDSF/inFranken.de - 19.01.2017) "Ein Gesamtplan für die Gesamtsanierung (Anm.: der Delfinlagune) steht immer noch nicht fest", sagte Tiergarten-Direktor Dag Encke am Donnerstag auf Nachfrage. "Aufgrund der Komplexität der notwendigen Baumaßnahmen gibt es noch keinen Zeitplan." Die Kosten sowie die Dauer der geplanten Sanierung stünden ebenfalls noch nicht fest. Vor Gericht streitet die Stadt Nürnberg derzeit mit Baufirmen, die für die Baumängel der 2011 eröffneten Lagune verantwortlich sein sollen.

Die juristische Auseinandersetzung könne sich noch über viele Jahre hinziehen, sagte Encke. Direkt nach der Eröffnung hatte sich herausgestellt, dass die Becken bei normalem Wasserstand über eine Beckenfuge Wasser verlieren. Um das Leck zu schließen, wurde daraufhin der Wasserspiegel abgesenkt. Im letzten Jahr sei die genauso peinliche wie kostspielige Lücke am Beckenrand provisorisch geflickt worden. Eine Dauerlösung ist das freilich nicht.

Weiterhin Delfinhaltung

Regelmäßig sah sich der Tiergarten wie auch im letzten Jahr dem Protest von Tierschützern ausgesetzt. Besonders Delfinfreunde machten dem Zoo immer wieder schwere Vorwürfe. Encke betont, dass er sich weiterhin nicht von Delfin-Schützern in die Knie zwingen lassen wolle. "Wir betreiben eine gute Tierhaltung. Wir glauben, dass es den Delfinen bei uns gut geht", ist sich der Zoodirektor sicher. "So lange es uns gibt, gibt es Delfine", gibt sich Encke zuversichtlich."

"Größte Misserfolgsquote in Europa"

Das WDSF weist darauf hin, dass Tiergartendirektor Encke gegenüber der WELT/N24 gesagt hat: „Wir in Nürnberg hatten die größte Misserfolgsquote aller Delfinarien in Europa, das muss man ganz ehrlich sagen.“ Von 19 Nachzuchten in Nürnberg haben lediglich zwei Delfine überlebt (Noah und Naomi). Insgesamt verstarben 33 Delfine im Nürnberger Tiergarten.

Der Zoo habe sechs Kälber hintereinander verloren, während in Europa insgesamt die Population wachse. Zum europäischen Zuchtprogramm gehörten 34 Delfinarien mit 235 großen Tümmlern. Encke: „Wir konnten nicht erklären, warum es so schlecht lief, jedes Kalb ist aus einem anderen Grund gestorben.“

Kosten explodieren

Im Jahr 2011 wurde aufgrund der Eröffnung der "Delfin-Lagune" ein vorübergehender Aufschwung verzeichnet. Um die Annuität (Zins und Tilgung) des städtischen Darlehns von 20 Millionen Euro für den Bau der "Delfin-Lagune" mit über 31 Mill. Euro Gesamtkosten durch den Tiergarten zu bedienen, sind jährlich zahlende Besucher von 1.180.000 kalkuliert. Diese Anzahl wurde bisher in keinem der Jahre außer im Eröffnungsjahr der "Delfin-Lagune" in 2011 erreicht. Darüber hinaus manipuliert der Tiergarten die erforderliche Besucherzahl durch Dauerkartenbesitzer, die gleichwohl allerdings durch den einmaligen Kaufpreis der Jahreskarte in Relation bedeutend weniger Geld einbringen, als die jeweils einzeln zahlenden Besucher. Die ab 2017 geplante Sanierung der Delfin-Lagune nach einem Salzwasserschaden aufgrund von Undichtigkeiten wird mdst. weitere 10 Mill. Euro verschlingen.


19.01.2017 - Tiergartenmitteilung 1/2017 - Ein wechselhaftes Jahr ist vorbei - Besucherrückgang von 37.377 Besuchern im Jahr 2016

Tiergarten: "Die Sanierung des Delphinariums II und der Beginn des Umbaus des alten Flusspferdhauses zu einem Wüstenhaus sind weiter wichtige Bau­maßnahmen, die aber noch nicht abgeschlossen sind. Das Delphinarium II, das voraussichtlich im Frühjahr 2017 wieder in Betrieb genommen wird, ist eine Ausweichanlage hinter den Kulissen und umfasst zwei Becken mit 3,5m Tiefe und einer Oberfläche von 177m2 bzw. 78m2."

Besucher-Entwicklung (in den Jahren jeweils auf Seite 11 der pdf-Datei)
(incl. Dauerkartenbesitzer und ermäßgte Eintrittskarten) - Kalkuliert sind 1.180.000 zahlende Besucher pro Jahr, um den städtischen Kredit von 20 Millionen Euro für die Baukosten von insg. 31. Millionen Euro vollständig bedienen zu können. Diese Zahl wurde seit der Eröffnung der "Delfinlagune" im Jahr 2011 effektiv nie erreicht.


Die Besucher-Entwicklung (incl. Dauerkarten-Inhaber):

Jahr / Besucher
2005: 1.130.453
2006: 1.101.716
2007: 1.062.000
2008: 1.281.286 (Eisbären-Baby Flocke geboren)
2009: 1.039.115
2010: 933.107
2011: 1.223.304 (Eröffnung „Delfin-Lagune“)
2012: 1.095.481
2013: 997.474
2014: 1.071.754 (incl. 6.530 Dauerkartenbesitzer mit 130.600 kalkulierten Besuchen - á 20 Besuche - Nettobesucher 941.154)
2015: 1.124.737 (incl. 7.656 Dauerkartenbesitzer mit 153.120 kalkulierten Besuchen - á 20 Besuche - Nettobesucher 971.617)
2016: 1.087.360 (incl. 7.624 Dauerkartenbesitzer mit 152.480 kalkulierten Besuchen - á 20 Besuche - Nettobesucher 934.880)
2017: 1.135.515 (incl. 8.438 Dauerkartenbesitzer mit 168.760 kalkulierten Besuchen - á 20 Besuche - Nettobesucher 966.755)


Anmerkung zu den geschönten Besucherzahlen incl. der Dauerkartenbesitzer

(WDSF - akt. 20.01.2018) Die ursprünglich kalkulierte Zahl von 1.180.000 zahlenden Besuchern, um alleine das städt. Darlehn von 20 Mill. Euro für die Baukosten der "Delfinlagune" von über 31 Mill. Euro zu bedienen, wurde in keinem Jahr seit Eröffnung der "Delfinlagune" im Jahr 2011 erreicht. Die erforderliche Sanierung des bisher stillgelegten Notfall-Delfinariums, das etwa 100 Meter von der "Delfinlagune" entfernt liegt, ist mit etwa 1,2 Mio. Euro kalkuliert und bis Anfang 2018 immer noch nicht vollzogen. Die vollen Sanierungskosten der "Delfinlagune" nach der Salzwasserkatastrophe im Jahr 2011 könnten bis zu 20 Millionen Euro betragen (Zitat aus der TV-Sendung "Mario Barth deckt auf" am 07.10.2015). Anfang 2018 war immer noch nicht absehbar, wann die vollständige Sanierung der "Delfinlagune" erledigt sein wird und wie hoch die Kosten genau sein werden.
 
In den vom Tiergarten verkündeten "Besucherzahlen" für 2015 von 1.124.737 sind 7.656 Dauerkartenbesitzer mit einer Steigerung von 17% enthalten, die pro Jahr vom Tiergarten jeweils mit 30 Besuchen pro Jahr lt. einem Bericht der Süddeutschen Zeitung kalkuliert sind. Demnach sind in den Besucherzahlen für 2015 rund 229.680 theoretische Dauerkartenbesuche enthalten und bei angeblich 20 kalkulierten Besuchen insgesamt 153.120.
 
Im Jahr 2014 waren es lt. Angaben des Tiergarten insg. 1.071.753 Besucher. Da die Dauerkartenbesitzer im Jahr 2014 noch etwa 6.700 betrugen (in 2015 rund 17% mehr) mit 130.600  kalkulierten Besuchen (2015: 153.120) á 20 Besuche pro Dauerkartenbesitzer, beliefen sich die Besucherzahlen ohne Dauerkartenbesitzer im Jahr 2015 demnach auf etwa 971.000 und im Jahr 2014 auf rund 941.000 Besucher. Das sind etwa 30.000 Besucher im Jahr 2015 mehr als im Jahr 2014. Der Tiergarten spricht jedoch für 2015 von einem Besucherplus von 52.984 Besuchern, weil er seine Besucherzahlen mit den Dauerkartenbesitzern schönt.

Da bei den Besucherzahlen des Tiergartens auch Schulklassen und Ermäßigungskarten erfasst sind, ist die Anzahl der zahlenden Besucher, wenn überhaupt, nur geringfügig mit etwa 3 Prozent gestiegen; selbst wenn man die erhöhte Anzahl der verkauften Dauerkarten einbezieht. Tatsächlich hat der Tiergarten durch den Anstieg von rund 950 in 2015 mehr verkauften Dauerkarten in Relation zu bezahlten Einzelbesuchen der Dauerkartenbesitzer einen Verlust in Relation zu 2014 erzielt. Eine Dauerkarte kostet pro Jahr 65 Euro. Ein Einzelbesuch kostet 13,50 Euro und hätte bei den kalkulierten 20 Besuchen von zusätzlichen 950 Dauerkartenbesitzern insgesamt Einnahmen von 256.600 Euro erbracht. Der Verkauf von zusätzlich 950 Dauerkarten á 65 Euro hat jedoch nur 61.750 Euro erzielt. Selbst wenn man nur von 10 Besuchen pro Dauerkartenbesitzer ausgeht, hätten diese Einnahmen bei 128.250 Euro gelegen.

Das betriebswirtschaftliche Defizit des Tiergarten lag 2016 bei 3.610.000 Euro (s. S. 37 des Jahresberichts 2016) und somit zum Vorjahr 2015 um 473.000 Euro höher.

Offensichtliche Verstöße bei den Haltungsbedingungen der Delfine

Abgesenkter Wasserspiegel aufgrund der defekten Beckenfuge - WDSF-Foto Tiergarten Nürnberg(WDSF - 20.01.2017) Das WDSF wird bei den Aufsichtsbehörden gegen die offensichtlichen Verstöße intervenieren und beantragen, die Gesamtanlage zu schließen, zumal die Delfine unter den unabsehbaren Umständen leiden und die Vorschriften des Säugetiergutachtens nicht eingehalten werden.

1) Der Transfer von zwei Delfinen (Kai und Noah) im Jahr 2016 wegen der anstehenden Baumaßnahmen und aufgrund der Gefahr von Rangkämpfen in den Vergnügungspark Rancho Texas Park auf Lanzarote erscheint fraglich, weil es sich dort nicht um eine Zoohaltung handelt. Arnie wurde am 14.11.2016 in das Zoomarine - Mundo Aquatico in Guia an der Algarveküste transferiert

2) Die Aussage "Unsere Großen Tümmler können Wassertemperatur um die vier Grad eigentlich locker wegstecken", des stellvertretende Tiergarten-Direktors Helmut Mädgefrau entspricht nicht der Haltungsrichtlinie (Säugetiergutachten), weil dort vorgeschrieben ist, dass die Wassertemperatur nicht unter 10 Grad Celsius betragen darf.

3) Die Alternative, die Delfine derzeit wegen der Temperaturen und der anstehenden Baumaßnahmen im alten Delfinarium (mit Chlorbesatz) für die Shows zu halten und das Nebendelfinarium II sowie die Traglufthalle zu aktivieren verstößt ebenfalls gegen die Haltungsrichtlinie aufgrund der Unterschreitung der erforderlichen Größe und des Wasserinhalts für eine Haltung von mehr als 90 Tagen.

Es handelt sich offenbar nicht um eine vorübergehende Alternativunterbringung, da "ein Gesamtplan für die Gesamtsanierung immer noch nicht feststeht ... und es keinen Zeitplan gibt", lt. Tiergartendirektor Encke. "Die juristische Auseinandersetzung könne sich noch über viele Jahre hinziehen", sagt Encke. Die Lücke am Beckenrand sei provisorisch geflickt worden.

4) Die ursprünglich kalkulierte Zahl von 1.180.000 zahlenden Besuchern, um alleine das städt. Darlehn von 20 Mill. Euro für die Baukosten der "Delfinlagune" von über 31 Mill. Euro zu bedienen, wurde erneut nicht erreicht.

Es fehlen dem Tiergarten in jedem Jahr seit der Eröffnung der Delfinlagunge in 2011 Besucher, um die finanziellen Verpflichtungen aus dem Bau der Delfinlagune zu bedienen, die mit 1.180.000 Besuchern p.a. kalkuliert sind. Die Differenz muss in jedem Jahr von der Stadt Nürnberg aus Steuergeldern der Bürger durch Subventionen im Millionenbereich erbracht werden. Ebenfalls werden Preiserhöhungen nach Aussage von Tiergartendirektor Dag Encke nicht ausgeschlossen.

Showmätzchen in der "Delfinlagune"

(WDSF 2015) In der sog. "Delfinlagune" im Tiergarten Nürnberg finden inzwischen die gleichen Delfinshows wie in den viel kritisierten Delfinarien im Ausland (Beispiel: Türkei, Ägypten, Dubai etc.) statt. Delfintrainer lassen sich von Delfinen an der Rückenflosse (Finne) und mit den Schnauzen durch das Betonbecken ziehen.

In freier Wildbahn sind Verletzungen von Rückenflossen von Delfinen bei Treibjagden bekannt - ebenso in den katastrophal geführten Auslandsdelfinarien, wobei die Delfine dort häufig eine gekrümmte Rückenflosse aufweisen.

Der Duisburger Zoodirektor und Delfinarienbetreiber Achim Winkler in der NRW-Landtagsanhörung im Jahr 2014 zum Antrag des Verbots zur Haltung von Delfinen: "Es gibt auch solche Delfinarien, die wir als „Delfin-Shows“ bezeichnen. ... Sie entstehen in den Mittelmeergebieten. Das sind absolute Klitschen ohne jegliches Know-how über die Haltung dieser Tiere. Das ist verwerflich ohne Gleichen. Mit denen dürfen wir aber bitte schön nicht in einen Topf geworfen werden, denn mit denen haben wir nichts gemein." Weiter meint Winkler, dass in solchen touristischen Parks der Kommerz an erster Stelle steht.

Tatsächlich haben beide Delfinarien in Duisburg und Nürnberg allerdings vieles gemein mit den von Winkler kritisierten Delfin-Shows im Mittelmeerraum. In beiden deutschen Delfinarien werden die Delfine für Shows missbraucht. In Duisburg wird regelmäig ein Kleinkind während der Show in einem Boot von einem der Delfine bei hoher Geschwindigkeit durch das Beckenwasser gezogen und darf die Delfine anschließend mit den Händen betatschen. In Nürnberg reiten die sog. Delfintrainer auf den Tieren und lassen sich an der Finne und den Schnauzen durch das Becken ziehen. Lautstarke Musikveranstaltungen ergänzen fast jedes Jahr das Showprogramm in der Nürnerberger Delfinlagune:

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(ZDF) Nach WDSF-Akteneinsicht - Tiermedizinische Berichte des Nürnberger Delfinariums beweisen: Tiere wurden fortlaufend mit starken Psychpharmaka und über 30 anderen Medikamenten behandelt



Mario Barth deckt auf - Freiheit für Flipper im Tiergarten Nürnberg (RTL/WDSF-Foto)

Filmbeitrag: anklicken

 

Auszüge aus dem RTL-Filmbeitrag „Mario Barth deckt auf“ am 07. Oktober 2015:

Tiergartendirektor Dag Encke: „Missverständnis bei Besucherprognosen“ und „Kompensation durch Eintrittspreissteigerung“

Moderatorin für „Mario Barth deckt auf“, Nina Heinemann: „Dieses großartige Projekt hatte eine kleinen Haken, denn es war hinterher dreimal so teuer als vorher angenommen, nämlich genau 31 Millionen Euro. Aber die Stadt hat Kredite und Zuschüsse gewährt und für dieses Projekt hat die Stadt eine Prognose der Besucherzahlen herausgegeben, die lag bei 1,18 Millionen Besucher. Damit würde sich der Kredit decken. Blöd nur, diese Prognose hat sich nicht bewahrheitet, denn schon in ersten Jahr nach der Eröffnung kamen 130 000 Besucher weniger und im Jahr darauf nochmal 100 000 weniger. Jetzt bin ich gespannt, was Dr. Encke der Zoodirektor dazu sagt.


Dag Encke: „Die Besucherprognosen haben sich wahrscheinlich deswegen nicht erfüllt, weil wir einem Missverständnis aufgesessen sind. Normalerweise kommen die Leute nicht für etwas, was neu gemacht ist, sondern nur für etwas was ganz neu ist in erhöhter Anzahl.“


Nina Heinemann: „Aber jetzt sind die Besucherzahlen stetig zurückgegangen.“

Dag Encke: „Ja, das ist aber wirtschaftlich nicht so schwierig auszugleichen. Sie können bei dem Durchschnittserlös von sieben Euro, das erreicht man mit einer Eintrittspreissteigerung, das aber wieder kompensieren.“


Nina Heinemann: „Fakt ist, dem Nürnberger Zoo fehlen die Besucher und dadurch ist es schwierig, den Kredit zurückzuzahlen.
Salzwasserschaden mit 86 Tonnen ausgetretenem Salz - Sanierung „bis zu 20 Millionen Euro“. Und jetzt muss natürlich saniert werden, knappe drei Jahre lang. Erneute Kosten in Millionenhöhe; Experten befürchten bis zu 20 Millionen Euro. Die Stadt prozessiert zwar gegen die verantwortlichen Baufirmen, aber wer schlussendlich hier diese ganzen Kosten trägt, das weiß keiner, nicht einmal der Bürgermeister der Stadt Nürnberg.“


Christian Vogel (Bürgermeister): „Wenn ich das wüsste, dann würde ich definitiv am Samstag Lotto spielen, denn dann gehe ich davon aus, dass ich auch gewinnen würde. Also ist es spekulativ, wir wissen es nicht, wir wissen es wirklich nicht.“


Psychopharmaka und Beruhigungsmittel für die Delfine

Nina Heinemann: „Ich habe hier eine offizielle Liste sogar vom Tiergarten vorliegen, da stehen Substanzen drauf, die ich als Sport- und Ernährungsexpertin noch nie in diesem Zusammenhang gehört habe. Fragen wir doch mal einen der sich damit auskennt, Doktor Beck, unabhängiger Fachtierarzt. Sagen Sie, was ist denn Diazepam?

Wieland Beck (Tierarzt): „Diazepam ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Psychopharmaka und wird eingesetzt bei Schlafstörungen und bei Spannungszuständen. Das bewirkt beim Tier genau dasselbe wie auch beim Menschen, wenn die Tiere erregt sind, wenn die unruhig sind, dass man sie ruhig stellt, dass man sie quasi in Watte packt. Aber man sollte immer auch darauf achten, dass das keine Langzeittherapie ist.“


Nina Heinemann: „Aber das haben sie hier ja völlig missachtet, denn im ganzen Jahr durch sieht man Diazepam, mal 20, mal 10, mal 30 Milligramm. Beruhigungspillen und Aufputschmittel? Das hat mit artgerechter Haltung absolut gar nichts zu tun.“


Alternative - Für die Freiheit der Delfine

Nina Heinemann: „Herr Ortmüller, Sie sind Gründer des Wal- und Delfinschutz-Forums. Gibt’s denn eigentlich Alternativen für die Delfine in Nürnberg?


Jürgen Ortmüller: „Natürlich gibt es Alternativen. Im Tiergarten Nürnberg sind inzwischen über 30 Delfine verstorben, wo 10 Delfine sich derzeit tümmeln. Das ist natürlich ein Skandal. Wir haben ja letztes Jahr das Project Dolphin Care gegründet und wollen das im Roten Meer realisieren wo Delfine eben untergebracht werden können, ähnlich wie im Dolphin Reef in Eilat in Israel. Das ist eine relativ große Lagune mit mehreren hundert Quadratmetern und die Delfine dort ihre Freiheit wieder genießen können, soweit das möglich ist.“


Nina Heinemann: Wie man sieht, es gibt Alternativen und es wäre doch wünschenswert, wenn Nürnberg hier seine Millionen in die Hand nimmt, anstatt in die Sanierung zu verprassen, einfach die Delfine in eine delfinwürdige Meeresbucht entlassen würde.“—


Mario Barth: „Diazepam ist ja echt heavy, Valium. … Früher wusste man es nicht besser, aber wir haben ja reagiert. Vielleicht bekommen wir das Thema mit den Delfinen noch in den Griff. Ich glaube, man braucht’s nicht. Wir möchten einen Aufruf machen. Die junge Generation, Sie haben ja Facebook, Whats App, Twitter. Macht doch mal bitte einen kleinen Film. Wir haben da mal was vorbereitet - macht es auch. Postet das bei Facebook, You Tube, Instagram. Vielleicht kriegen wir das dann gestoppt.

2015 - Hier: WDSF-Akteneinsicht in die Akten der "Regierung vom Mittelfranken (RvM)"

2012/2015 (pdf) - (RvM: Höhere Naturschutzbehörde und obere Rechtsaufsichtsbehörde beim Vollzug aller Rechtsfragen des Naturschutzes)

In der fachlichen Stellungnahme des Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) (ab Seite 5) heißt es: "Wir sind der Meinung, dass die Tiere Diazepam nicht ausschließlich, außer beim Transport von Anke, zur Appetitanregung verabreicht bekamen (Anm.: Tiergartendirektor Dag Encke und die Tierärztin Baumgartner hatten immer das Gegenteil behauptet). ... Es ist demnach davon auszugehen, dass das Arzneimittel zur Behandlung von Angstzuständen oder Aggressionen eingesetzt worden war. ... Auch bei dem Delfin Sunny wird Diazepam (Anm.: Valium) nach Aktenlage zur Beeinflussung von Verhaltensproblemen eingesetzt." Weiterhin bemängelte die Aufsichtsbehörde, dass es sich bei der Nichtdokumentierung des Anwendungsbeginns von Serenin (Anm.: Nahrungsergänzungsmittel gegen Angst und Aggression) bei Arnie und Joker durch den Tiergarten um "eine mögliche Ahndung als Ordnungswidrigkeit gem. § 15 Nr. 8 TÄHAV handelt".

Zum Thema Tierschutz äußert sich das LGL: "Bei der arzneimittelrechtlichen Überprüfung wurde festgestellt, dass entgegen den Angaben des Tiergartens mindestens drei Delfine (Arnie, Joker und Sunny) Diazepam zur Behandlung von Verhaltensproblemen erhalten haben. Seit dem 26.08.2011 wird Serenin bei Arnie und Joker fortgesetzt eingesetzt. Aus Sicht des Tierschutzes ist eine dauerhafte Haltung von Tieren nicht verhaltensgerecht, wenn sie nur mit Einsatz von Medikamenten zur Anxiolyse/Beruhigung möglich ist. Hier muss eine dauerhafte Lösung des Problems gefunden werden."

WDSF übergibt den Medien Akteninhalte der Aufsichtsbehörden des Nürnberger Tiergartens - Skandale aufgedeckt

Durche Bisse verletzte Delfine im Tiergarten Nürnberg (WDSF-Foto)(WDSF akt. 14.10.2015) Die Aufgabe des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) als Tierschutzorganisation ist es auch aufzuklären und vorhandene Mängel bei der unsäglichen Delfinhaltung aufzudecken. Seit Jahren recherchiert das WDSF zusammen mit der Organisation ProWal in den Akten des Tiergartens und vor Ort im Delfinarium. Für die neue Staffel der Sendung mit Mario Barth (RTL 07.10.2015) über die Geldverschwendung und die katastrophalen Haltungsbedingungen der Delfine mit über 30 verstorbenen Meeressäugern stellte das WDSF Akteninhalte aus dem Tiergarten, von den Aufsichtsbehörden und eigene autentische Berichte zur Verfügung die das Ausmaß des Skandals offenbaren. Tierschützer hatten bereits im letzten Jahr den Sender gebeten, über die "Delfinlagune" und die vermutete Tierquälerei zu berichten. In der Sendung haben sich mehrere Prominente gegen die Delfinhaltung ausgesprochen. "Spürhund" für die Sendung war Nina Heinemann (TV-bekannte Hotel- und Restauranttesterin).

Zwei Wochen nach der RTL-Sendung mit rund 3,5 Millionen Zuschauer veröffentlichte das Magazin Stern einen Bericht über die Psychopharmakaverabreichung an die Delfine im Nürnberger Tiergarten (s.u.) mit den vom WDSF zur Verfügung gestellten Unterlagen. Der Stern hat eine verkaufte Auflage von 730.000 Expl. und eine Reichweite für 6,5 Mill. Menschen. Immer mehr Menschen werden dadurch über die skandalösen Hintergründe der Delfinhaltung informiert. Die Nürnberger Kommunalpolitiker, vorneweg der verantwortliche Bürgermeister Christian Vogel, und die Aufsichtsorgane bei der Regierung von Miittelfranken und im Bayerischen Staatsministerium sitzen den Skandal bisher noch aus.

Der Aufnahme von geschundenen Delfinen in einer menschenbetreuten Meeresbucht stehen nur die Politiker und der Tiergarten im Weg

Dolphin Reef (Israel) - ProWal/WDSF-FotoIn dem Sendebeitrag wird durch den WDSF-Geschäftsführer auf die Möglichkeit von menschenbetreuten Meeresbuchten für Delfine hingewiesen. Es gibt bereits betreute Meeresbuchten für Delfine in vormaliger Gefangenschaft, um die Delfinhaltung in den kleinen und engen Betonbecken zu beenden. Erfolgreiche Wiederansiedlungs- bzw. Auswilderungsprojekte von Delfinen gab es u.a. bereits in Indonesien (National Park in Central Java), in Südkorea und auch in der Türkei (s.a. Beiträge auf: https://www.facebook.com/groups/867735719912287/). Ebenso hat das “Dolphin Reef” in Israel Delfine aus ehemaliger Gefangenschaft in seiner Obhut in einem menschenbetreuten Meeresbereich. Die European Association for Aquatic Mammals (EAAM), ein gemeinnütziger Verband von Tierärzten, Biologen, Tierpark- und Meerespark-Direktoren und Managern, Trainern und Betreuern, Forschern, Studenten und anderen Personen, dem auch der Tiergarten Nürnberg und der Zoo Duisburg angehören, berichtet über ein Auswilderungsprojekt unter der Betreuung von Richard O'Barry. Dementsprechend soll im Karimun Jawa Nationalpark das weltgrößte Delfin-Rehabilitationsprogramm für 70 Große Tümmler aus überwiegender vormaliger Gefangenschaftshaltung stattfinden, um die Delfine "wieder in ihrem natürlichen Lebensraum in den Gewässern vor der Nordküste von Java" freizugeben. Das Forstministerium des Landes unterstützt das Projekt.
Auf die missbräuchliche Verwendung von gestrandeten Delfinarten, wie z.B. durch die holländische Pseudo-Organisation "SOS Dolfijn" in Harderwijk, hat das WDSF
in einem Filmbeitrag hingeweisen, der inzwischen mehr als 100.000mal auf YouTube aufgerufen wurde.

ProWal und WDSF haben im November 2014 das Projekt “Dolphin Care – Rescue Center Red Sea” gegründet, das sich mit einer entsprechenden Auswilderungs- und Betreuungsbucht in Ägypten befasst. Das Projekt steht noch in den Anfängen, wobei bereits ein Erkundungsbesuch in Israel (Dolphin Reef) stattgefunden hat und Architektenunterlagen eines ähnlichen Projekts in Marokko freundlicherweise von der Schweiz Organisation "firmm" zur Verfügung gestellt wurden.

Hätten die verantwortlichen Politiker und der Tiergarten Nürnberg die in den Sand gesetzten rund 35 Millionen Euro, die unter dem Strich nach der jetzt erforderlichen Sanierung der Steinbruch-"Delfinlagune" auch wegen des umweltschädlichen Salzwasseraustritts von mehreren Hundert Tonnen stehen werden, für solch ein Vorzeige- und Bildungsobjekt investiert, wäre ihnen eine weltweite Vorbildfunktion sicher gewesen. Insbesondere mit der Teilnahme des Tiergartens am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) wäre eine länderübergreifende Unterstützung und Darstellung solch eines Alternativprojekts darstellbar gewesen – aber es ist ja vielleicht noch nicht zu spät dafür, denn das Delfinarium wird neben den laufenden Kosten auch in Zukunft beträchtliche Zuschüsse in Millionenhöhe verschlingen.

 

Aufruhr und Panik bei Nürnberger Bürgermeister Christian Vogel (SPD)  und Delfinarienbefürwortern bereits vor der Mario Barth - Sendung

Aufgrund eines Vorab-Zeitungsbericht der Nünberger Nachrichten zur Sendung äußert sich der 2. Nürberger Bürgermeister Christian Vogel aufgebracht auf seiner Facebookseite (Anm.: Aufgrund einer falschen Tatsachenbehauptung mussten die Nürnberger Nachrichten (nordbayern.de) den online-Bericht wieder "depublizieren" - ein zweiter Kurzbericht wurde nachgeschoben).

Verkannt wird bei der öffentlichen Kritik an der RTL-"Spürhündin" Nina Heinemann im Zeitungsbericht der Nürnberger Zeitung durch die Autorin Ute Wolf ganz offensichtlich, dass Nina Heinemann lediglich einen Moderationsbereich in der Sendung übernommen hat. Ute Wolf selbst ist bekennende Befürworterin von Delfinen in Gefangenschaft - so wie in der Nürnberger Steinbruch-"Delfinlagune". Gleichwohl kritisiert sie in ihrem Bericht, dass eine Medienmitarbeiterin für RTL (Nina Heinemann) sich privat für Delfine in Freiheit ausspricht, obwohl das nicht der einzigste Promi ist, der sich für "Freiheit für Flipper" ausspricht. Ute Wolf wird ein innniges Verhältnis zum Tiergartendirektor Dag Encke nachgesagt - das meinen wir natürlich rein tiergärtnerisch.

Die monatelange Recherche für den Sendebeitrag wurde intensiv und genauestens durch die Produktionsfirma Constantin Film in München für RTL durchgeführt. Dass Nina Heineman sich privat schon lange für Delfine in Freiheit einsetzt, scheint der Verfasserin des Artikels in der Nürnberger Zeitung ein Dorn im Auge zu sein - ebenso die verbale Unterstützung durch Nina Heinemann für das WDSF/ProWal-Projekt "Dolphin Care - Rescue Center Red Sea".

In einem Posting auf der Facebook-Seite von verbal-militanten Delfinarienbefürwortern schrieb Ute Wolf ein paar Tage vor der Sendung, dass sie sich noch im Urlaub befände, sich aber um das Thema kümmern wolle. Das hat sie nun getan mit ihrem unsachlichen und ganz offensichtlich angsterfüllten Beitrag über aufgedeckte Skandale im Tiergarten Nürnberg durch die Mario Barth-Sendung.  

Die politisch Verantwortlichen mit Rückendeckung der Delfinarienbefürworterin und Nürnberger Zeitungsautorin Ute Wolf ahnen offenbar, dass ihnen nach Ausstrahlung des RTL-Beitrags mit rund 3,5 Millionen Zuschauern und dem Bericht des Stern Ungemach droht.

 

WDSF fordert: Verantwortlicher Oberbürgermeister Maly, Bürgermeister Vogel und Gsell sowie Tiergartendirektor Encke sollten sofort abtreten

Die politischen Oberhäupter in Nürnberg wie Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) und die 2. und 3. Bürgermeister Christian Vogel (SPD) und Klemens Gsell (CSU) tragen die Verantwortung für das Debakel. Bürgermeister Vogel echauffierte sich bereits auf seiner Facebook-Seite am 26.06.2015 über das WDSF: “Nur der schnellen Schlagzeile wegen Fakten unter den Tisch zu kehren und Halbwahrheiten verkünden – wie es der WDSF macht – ist nicht nur ein schlechter Stil sondern schlicht unverschämt.”
Für die eigenen “Unverschämtheiten”, dem Bürger tief in die Tasche gegriffen zu haben, werden sich die Stadtoberhäupter verantworten müssen. Der Bürger sollte diesen Politkern mit ihren Parteien bei den nächsten Kommunalwahlen die Quittung zu geben. Der CSU und SPD-dominierte Kulturausschuss der Stadt Nürnberg hat die als “Vorzeigeprojekt” geplante Delfinlagune in einer Sitzung am 21. Oktober 2005 einstimmig befürwortet und der damalige Stadtrat hat das Projekt beschlossen. Darauf verweist geschickt auch Tiergartendirektor Dag Encke in einer Pressekonferenz zur Schadensbilanz am 29. Juli 2015, um sich mit dieser Aussage wohl aus der Verantwortung zu stehlen. Encke versucht, seinen Kopf aus der sich enger werdenden Schlinge zu ziehen. Aber auch er ist verantwortlich für das Fass ohne Boden im Tiergarten Nürnberg und gehört wie die drei Bürgermeister umgehend abgesetzt.

Das WDSF fordert insbesondere nach den dargestellten Skandalen in "Mario Barth deckt auf" den sofortigen Rücktritt der Nürnberger Bürgermeister Maly, Vogel, Gsell und des Tiergartendirektors Dag Encke.

Magazin Stern - Ausgabe 22.10.2015 - auszugsweise:

 

24.06.2015 - „Skandal“: Psychopharmaka nicht nur bei Appetitlosigkeit - WDSF fordert Schließung des Nürnberger Delfinariums (mynewsdesk)

Bild-Zeitung 25.06.2015

Bild Zeitung Nürnberg (WDSF-Foto) 

27.01.2015 - BILD-Zeitung Nürnberg  - "Drogenmissbrauch" bei Delfinen und Gorillas im Tiergarten Nürnberg?

Anlässlich einer aktuellen Akteneinsicht durch das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) wurde weiterhin die fortlaufende Verabreichung des Psychopharmaka Diazepam festgestellt. Das WDSF hat bereits bei der oberen Aufsichtsbehörde (Regierung von Mittelfranken) interveniert, die Vorfälle zu untersuchen und umgehend zu unterbinden.

Gefangenschaft treibt Delfine in den Selbstmord (Welt/N24)

Daten und Fakten zur umstrittenen "Delphinlagune" auf der Homepage des Tiergarten Nürnberg



Hier: Fotostrecke von der Demo am 07. Mai 2016 vor dem Nürnberger Tiergarten gegen die katastrophale Delfinhaltung

04.05.2016 - Tierquälerei im Tiergarten Nürnberg vorprogrammiert? - Tierschützer auf Demo-Tour (ots)

Demo vor dem Tiergarten Nürnberg (WDSF-Foto)

 

Delfine ruhig gestellt? (ARD/Bay. Rundfunk)

 

RTL-TV-Beitrag: Mario Barth deckt auf - Freiheit für Flipper

Zum Filmbeitrag (10 Min.) bitte Bild anklicken

 

Zusammenfassung der tiermedizinischen Berichte nach WDSF-Akteneinsichten

"Delfinlagune" im Tiergarten Nürnberg - WDSF-Foto

 

(WDSF - 20.06.2016) - 
Qualvoller Pinguintod im Tiergarten Nürnberg und lautstarke Konzerte – Tierschützer fordern Rücktritt des Direktors


Am vergangenen Freitag veröffentlichte “nordbayern” einen Bericht über einen tragischen Vorfall, dass im Nürnberger Tiergarten ein Pinguin qualvoll an einer achtlos weggeworfenen Zigarettenkippe gestorben ist. Die Tierschutz-Organisation WDSF veröffentlichte jetzt Fotos auf seiner Homepage, die den Tiergarten-Direktor Dag Encke im Rauchverbotsbereich der Delfinlagune mit Zigarette zeigen und fordert seinen umgehenden Rücktritt.


Tiergartendirektor Dag Encke (mit Zigarette im Rauchverbotsbereich der "Delfinlagune") - WDSF-Foto 8/15
Tiergartendirektor Dag Encke mit Zigarette im Rauchverbotsbereich der Delfinlagune (WDSF-Foto 8/2015)