WDSF-Foto - Delfinarium in KemerNach intensiver Intervention gegenüber den Reiseveranstaltern durch das WDSF bestätigten TUI, Thomas Cook mit Öger Tours, Neckermann- und Bucher-Reisen, Rewe Touristik mit Jahn und ITS, Schauinsland-Reisen, FTI Touristik, Alltours, Bentour Türkei Reisen (Schweiz) sowie M.T.S. Mastur (Türkei), dass sie  keine Delfinarientouren in der Türkei mehr anbieten werden.

Teilen Sie uns bitte mit, falls Reiseveranstalter oder Agenturen in der Türkei noch Delfinarien-Touren anbieten. Schauen Sie in die Hotelmappen vor Ort. Alle Mitteilungen werden absolut vertraulich behandelt.

VOX: "Hilfe, mein Urlaub geht baden! - Folge 1: Türkei" (FREE TV auf VOX NOW)
Der Filmbeitrag ist auch über
Facebook (08:13 Min.) verfügbar.

In vielen Delfinarien werden Tiere gequält. Deutsche Reiseveranstalter hatten deshalb diese Ausflugsziele an der türkischen Riviera aus ihrem Angebot gestrichen. Mikka Bender (VOX-TV) zeigt mit versteckter Kamera die Missstände in dem Troy-Delfinarien in Belek (jetzt "Dolphin Therapy Land") und deckt auf, dass ein renommierter deutscher Veranstalter sich nicht an seinen eigenen Boykott hält.

O-Ton VOX: "Wenn Ihnen vor Ort dennoch Tickets für Delfinarien angeboten werden, verzichten Sie lieber auf den Kauf, denn mit Ihrem Besuch unterstützen Sie sonst diese Tierquälerei."

Anm. WDSF: Deutsche Reiseveranstalter hatten in Kooperation mit dem WDSF entschieden, keine Delfinarientouren in der Türkei mehr anzubieten. Das Wal- und Delfinschutz-Forum hatte zuvor dokumentiert, dass die Meeressäuger unter katastrophalen Bedingungen gehalten werden. Nach intensiver Intervention gegenüber den Reiseveranstaltern durch das WDSF bestätigten TUI, Thomas Cook mit Öger Tours, Neckermann- und Bucher-Reisen, Rewe Touristik mit Jahn und ITS, Schauinsland-Reisen, FTI Touristik, Alltours, Bentour Türkei Reisen (Schweiz) sowie M.T.S. Mastur (Türkei), dass sie  keine Delfinarientouren in der Türkei mehr anbieten werden.

Nach Recherchen des WDSF handelt es sich in dem VOX-TV-Beitrag um den Reiseveranstalter Thomas Cook der sich nicht an seinen eigenen Boykott hält, wobei auch TUI (Russia) Delfinarienangebote weiterhin im Programm hat. Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) ruft zum Boykott der türkischen Städte mit Delfinarien und der Reiseveranstalter mit Delfinarienangeboten aus Tierschutzgründen auf .

Stellungnahme von Thomas Cook dazu:

Ohne unser Wissen und ohne unsere Einwilligung wurden Delfinarien-Ausflüge verkauft. Unser Partner vor Ort hat uns versichert, dass er das in Zukunft nicht mehr tun wird. Wir nehmen euer aktuelles Feedback sehr ernst und werden den Sachverhalt erneut überprüfen da wir solche Veranstaltungen nicht unterstützen.

Viele Grüße

Euer Social Media Team

Foto Privat - TUI (Russia) Busse vor dem Troy Delfinarium in Belek

 

Verein aus Osnabrück "Lucky Dolphins for lucky Children" mit Hans-Peter Riek und "Kids and Dolfins" kooperieren mit dem Troy-Delfinarium in Belek (Dolphin Therapy Land -  The Land Of Legends Thema Park)

Hans-Peter Riek, der mit seinem Pseudo-Delfintherapie-Verein "lucky dolfins for lucky children" mit dem türkischen Troy-Delfinarium in Belek kooperiert, ist mit Jürgen Kalwey befreundet, der 2003 die Delfin-Therapy-Organisation "Kids and Dolfins" in Kemer mitgegründet hat und auch in Belek mit dem Troy-Delfinarium (jetzt "Dolphin Therapy Land") arbeitet. In allen türkischen Delfinarien werden die Delfine unter katastrophalen Bedingungen gehalten und verbrennen oft ohne Sonnenschutz in den Delfinarien. Vier Delfine aus der Delfintreibjagd in Taiji/Japan starben in Alanya innerhalb weniger Tage. Die Partnerin von Hans-Peter Riek witterte offenbar auch das große Geld und gründete den Verein "oneLife one Care e.V.". Mit dem Druck auf die Tränendrüse lebt es sich offenbar ganz gut.

Jürgen Kalwey, der 2003 zusammen mit seinem Geschäftspartner Siegfried Wozny die Organisation „Kids and dolfins“ gründete, verdiente sein Geld in dem katastrophalen Delfinarium in Antalya. Siegfried Wozny, Geschäftsführer von "Kids and Dolfins" ist  inzwischen im „Dolphin Therapy Land“ ("The Land Of Legends Thema Park") in Belek tätig. 10 Therapietage mit jeweils täglich 30 Minuten mit den Delphinen im Wasser kosten ohne Anreise und Unterkunft 3.500 Euro.

 

31.05.2018 - RTL II - Nicht die Delfintherapie ist förderlich, sondern das Urlaubserlebnis mit der Familie

In der Sendereihe "Außergewöhnliche Menschen" berichtete RTL II über ein behindertes Mädchen, das mit seiner Mutter und dem Großvater an einer Delfintherapie in Belek/Türkei teilnehmen wollte. Die Therapie scheiterte jedoch an der großen Angst des Kindes vor den Delfinen. Viel größer war das Wohlbefinden des Kindes bei Sonnenschein und Spiel mit Mutter und Opa am Hotelpool. Das Urlaubserlebnis in entspannter Atmospähre fördert das behinderte Kind und hilft auch den Eltern - nicht die Delfintherapie.

Der Filmbeitrag zeigt deutlich die Problematik einer Delfintherapie. Eltern von behinderten Kindern greifen verständlicherweise nach jedem Strohhalm, um ihren Kindern zu helfen. Viele Eltern verschulden sich manchmal hochgradig, da Krankenkassen die Kosten einer Delfintherapie i.d.R. nicht übernehmen. Das bestätigte auch der Bundesverband autismus Deutschland e.V..

Spendenaktionen, die oft von den Medien begleitet werden, erwirtschaften vielfach nur einen Teil der immensen Kosten von etwa 15.000 Euro für zwei Wochen Delfintherapie und Anreise sowie Hotel. Ein einfacher Urlaub würde nur ein Bruchteil kosten, aber auch dafür fehlt oft das Geld bei den Eltern. Daher werden lieber Delfintherapien in sonnenreichen Ländern bevorzugt, die das Urlaubserlebnis gleich durch Spenden mitliefern. Durch Medienveröffentlichungen über Spendenaktionen setzen sich betroffene Eltern selbst unter Druck, die geplante Maßnahme einer Delfintherapie kurzfristig durchzuführen. Einen großen Teil der Kosten müssen die Eltern aber oft aus eigener Tasche tragen, sodass durchaus ein Pauschalurlaub ohne Delfintherapie die Lösung für das Wohl des Kindes sein kann.

Experten wie Dietmar Todt, Leiter des Berliner Instituts für Verhaltensbiologie, halten es für "extrem bedenklich, das, was in Meeres-Freigehegen unter optimalen Bedingungen stattfindet, in Delfinarien nachzumachen". Solange niemand wisse, woher der angebliche Heilungseffekt kommt, würden bei den Patienten völlig falsche Hoffnungen geweckt, sagt Todt, der im israelischen Eilat den Effekt des Delfinultraschalls erforschte. "Wer sagt, wir brauchen Delfine für eine Therapie, instrumentalisiert die Tiere", so Todt.

Nicht nur sterben nachweislich immer wieder Delfine an Infektionen, bedingt durch die teils sehr schlechte Wasserqualität. Auch Menschen, die das Wasser verschlucken oder kleine Wunden an der Haut haben, nehmen Bakterien und Viren auf, berichtet die Kronen Zeitung in Österreich unter Berufung auf Wissenschaftler. Dazu kommt, dass die Besucher die Meeressäuger mit Krankheiten anstecken können - und umgekehrt. Dabei handelt es sich etwa um Tuberkulose, Pilzinfektionen, Bronchitis, Bindehautentzündung und Leptospirose. Methoden wie die Zwangsfütterung, um die Tiere am Leben zu erhalten, seien überdies keine Seltenheit, so Tierschützer (s.a. http://www.krone.at/449461). Dazu kommt das Risiko, von einem Delfin verletzt zu werden. Der erzwungene enge Kontakt zu Hunderten Menschen führt bei den Tieren zu massivem Stress, der sie nicht nur krankheitsanfällig, sondern auch frustriert und teils aggressiv macht. Trainer und Besucher enden oftmals mit gebrochenen Fingern oder Rippen, blauen Flecken und Prellungen, berichtet die Kronen Zeitung.

Hier der Filmbeitrag:

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18.01.2013 - Nachdem die Fussballstars des Zweitbundesliga-Vereins 1860 München (TSV 1860) das Delfinarium in Belek besucht hatten und mit den Delfinen schwammen, hagelte es in Deutschland harsche Kritik in Zusammenhang mit den Show-Delfinarien in der Türkei. Der Informationsdienst für Reisebüros und Reisende "Tour Expi" berichtete ebenso wie verschiedene große Zeitungen und Finanz-Broker über die Kritik des WDSF an den katastrophalen Verhältnissen in den türkischen Delfinarien. Es ist davon auszugehen, dass die Touristenstädte (wie auch Belek) anlässlich der Berichterstattung weitere deutsche Touristen verlieren werden.

18.01.2013 - Belek: 1860 München nach Teilnahme an Delfinshow in der Kritik (Tour Expi)

18.01.2013 - "An Dummheit kaum zu übertreffen" (Merkur online)

18.01.2012 - Tierschützer sauer auf die Löwen (Bild Zeitung)

17.01.2013 - "Von Dummheit kaum zu übertreffen" - Delfinschützer attackieren Löwen (Abendzeitung)

17.01.2013 - Nach Delfinshow: 1860 München in der Kritik (Express)

17.01.2013 - "Von Dummheit kaum zu übertreffen" - Münchner Löwen beteiligen sich an "Delfinqual"
(trading-house und Finanznachrichten)

(s.a. Bericht in T-Online News über den Boykott deutscher Reiseveranstalter aufgrund des WDSF-Aufrufs)

Verletztes Walross bei Delfinshow in Belek
Schwer verletztes Walross bei Delfin-Show in Belek/Türkei

"Reiseveranstalter TUI bietet weiterhin keine Delfinarienausflüge in der Türkei an"
Das WDSF hat jedoch festgestellt, dass TUI (Russia) den eigenen Boykott umgeht!

Von: Opolka, Mareike [mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!]
Gesendet: Donnerstag, 19. April 2012 17:06
An: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Betreff: AW: Türkei-Delfinarien

Sehr geehrter Herr Ortmüller,

In Absprache mit Herrn Köpers übersenden wir Ihnen hiermit die erneute Bestätigung, dass die TUI Deutschland keine Ausflüge in das Troy Aquarium oder andere Delfinarien in der Türkei anbietet. ...

Mit freundlichen Grüßen,

Mareike Opolka
Unternehmenskommunikation
TUI Deutschland GmbH
Karl-Wiechert-Allee 23
30625 Hannover
Telefon: +49 (0) 511 5672105
Fax:      +49 (0) 511 5672111
Mail:   Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.tui-deutschland.de


Tui-Pressesprecher Mario Köpers schrieb dem WDSF bereits am 13.07.2009 (hier auszugsweise):

Guten Morgen Herr Ortmüller,

die Auditierung des Delfinariums in Belek nach den für uns relevanten Kriterien von Travel Life verlief negativ. TUI Deutschland hat darauf hin seine für den Verkauf von Ausflügen in der Türkei zuständige Incoming-Agentur angewiesen, ab sofort keine Ausflüge mehr in besagtes Delfinarium mehr anzubieten.

Sehr geehrter Herr Ortmüller, uns ist bewußt, dass wir den Ansprüchen des WDSF wahrscheinlich niemals ganz und gar werden entsprechen können. Dennoch möchte ich festhalten, dass die TUI in Sachen "Tierschutz" eine klare Linie verfolgt und deutlich konsequenter vorgeht als die meisten anderen Reiseveranstalter. Ich hoffe, wir konnten das auch in diesem Fall dokumentieren und würde mich freuen, wenn Sie das auch in Ihrer Pressemitteilung deutlich zum Ausdruck bringen würden.

Freundliche Grüße

Mario Köpers
Executive Director
Unternehmenskommunikation

(Hamm/Hagen) Die Hagener Tierschutzorganisation "Wal- und Delfinschutz-Forum" (WDSF) kann auch weiterhin die kommerzielle Ausbeutung der Meeressäuger scharf kritisieren und die Betreiber von Delfinarien anprangern. Die weltweite Anti-Delfinarien-Kampagne der Organisation greift nach einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) in Hamm das eine breite öffentlichkeit interessierende Thema der artgerechten Tierhaltung auf und genießt weitestgehend den Schutz der Meinungsäußerungsfreiheit. äußerungen wie "Delfine leben in viel zu kleinen Käfigen und verbrennen bei über 40 Grad in der prallen Sonne, weil ein Sonnenschutz fehlt", Delfine werden für Therapien missbraucht" und "Delfiune leiden unter Stress" können laut OLG deshalb nch keinem rechtlichen Gesichtspunkt verboten werden, auch wenn dies nachteilige Auswirkungen für Betreiber von Delfinarien haben. Lediglich ein Boykottaufruf gegen ein Delfinarium im türkischen Marmaris, der sich nach Ansicht des 13. Zivilsenats auf nicht bewiesene Tatsachen stützt, darf so nicht mehr verbreitet werden. Nur in diesem Punkt hatte die Klage des Delfinarium-Betreibers in Marmaris Erfolg. K.B. (AZ: 13 U 174/11) - Anmerkung WDSF: Nach Angaben des Richters des OLG ist jedoch ein Boykottaufruf der sich auf Tatsachenbehauptungen stützt zulässig!