Foto Suzanne Pucher: Pucher's in Taiji(WDSF - 11.02.2017) Ein Reisebericht eines Ehepaars, das anlässlich seiner Hochzeitsreise den Ort Taiji in Japan besuchte. Taij wurde berühmt berüchtigt durch den Oscar-prämierten Film „Die Bucht“ mit dem Ex-Delfintrainer der Fernsehserie „Flipper“ und heutigen Delfinschützer Ric O’Barry. Jedes Jahr zwischen September und März werden im Meer vor Taiji Hunderte Delfine von Fischern zusammengetrieben, um die Schönsten für den finanziell lukrativen Export einer Gefangenschaft in Delfinarien vorzubereiten. Die Fangquote in Taiji pro Jahr liegt von der Regierung genehmigt bei fast 2.000 der Meeressäuger, in ganz Japan bei rund 20.000 Delfinen. Viele der Delfine werden für Supermärkte und Kantinen getötet und nur wenige wieder freigelassen, von denen viele traumatisiert im offenen Meer sterben.

Bericht von Suzanne und Heinz Pucher

„Ende Dezember 2016, Anfang Januar 2017 besuchten wir die Gegend um Taiji in Japan. Es war unsere Hochzeitsreise. Wir wanderten in einem schönen Naturschutzgebiet und bestaunten den höchsten Wasserfall Japans. Am 04. Januar 2017 besuchten wir den berüchtigten Fischerort „Taiji“, wo Delfine für die weltweite Delfinarien-Industrie gefangen aber auch zum Verzehr getötet werden.

Am Hafen angekommen dauerte es nicht lange und ein Polizeiwagen fuhr vor, gefolgt von zwei Polizistinnen, zwei Polizisten und zwei Herren der Küstenwache.  Dazu kam noch ein Zivilfahrzeug mit zwei weiteren Personen. Ich war überrascht.

Man befragte uns an diesem Tag 2,5 Stunden woher wir kamen, was wir an diesem Tag noch vorhaben und wie lange wir in Japan und natürlich auch in Taiji bleiben werden. Unsere Rucksäcke wurden durchsucht, dann erfolgte eine Körperkontrolle und unser gesamtes Fahrzeug wurde komplett auf den Kopf gestellt. Ein Zivilfahrzeug begleite uns permanent bis wir Taiji wieder verließen.

Foto Suzanne Pucher: Pucher's in TaijiAm nächsten Tag wollten wir in Taiji das „Dolphin Base“ besuchen, das am Vortag wegen eines Vorfalls gesperrt war. Es hieß, jemand hätte versucht, ein Loch in ein Delfinnetz in einem der Meerwassergehege zu schneiden, um die Delfine entkommen zu lassen. Waren nun alle westlichen Touristen unter Generalverdacht?

Das "Dolphin Base" ist eine Freizeiteinrichtung in Taiji wo Besucher mit Delfinen schwimmen und interagieren können.

Gegen 6:30 Uhr waren wir bereits am Hafen als die Treibjagdboote rausfuhren, um Delfinschulen vom offenen Meer aus in eine Fangbucht in Taiji zu treiben. Wir bemerkten jedoch bereits beim Eintreffen in Taiji, dass uns erneut ein Polizeiwagen folgte. Zwei Polizisten fragten uns kurze Zeit später, was wir dort machen würden. Das „Dolphin Base“ war geöffnet und wir dürften es besuchen, hieß es. Allerdings hätte man noch einige Fragen an uns.

Da wir noch nicht gefrühstückt hatten, fuhren wir zuerst zu einem Supermarkt um dort Kaffee zu trinken, wieder mit Polizeibegleitung.

Foto Suzanne Pucher: Pucher's in TaijiZurück im „Dolphin Base“ befragte man uns erneut über die Absicht unseres Aufenthaltes in Taiji. Fragen die am Vortag bereits gefragt und von uns beantwortet wurden. Dann folgte die Frage ob wir kooperativ wären und zur Aufklärung des Falls im „Dolphin Base“ beitragen wollten. Wir wurden gebeten, den Polizisten auf das Revier zu folgen und unsere Fingerabdrücke und Handflächenabdrücke abzugeben. Da wir nichts zu verbergen hatten stimmten wir zu. Mein Mann sollte dann plötzlich auf der Wache seine Schuhe ausziehen. Alles wurde notiert, Größe, Marke, Farbe und dann wurden von uns auch noch Schuhsohlenabdrücke genommen. Das hätte man doch glatt vergessen uns zu sagen, hieß es. Ebenso wurden die Marken unserer Jacken notiert. Wir hatten ein sehr mulmiges Gefühl und das Ganze war doch sehr befremdlich und äußerst unangenehm. Wir empfanden diese erkennungsdienstlichen Maßnahmen als reine Schikane und sehr störend zumal wir ausdrücklich darauf hingewiesen hatten, dass wir uns lediglich als Touristen in Taiji aufhalten würden.

Wir waren noch nie in Japan und haben uns noch nie etwas zu Schulden kommen lassen. Ungeheuerlich, dass man so unter Generalverdacht gestellt wurde, möglicherweise an einer illegalen Aktion mit dem Zerschneiden von Netzen mitgewirkt zu haben. Kein gutes Beispiel, wenn das Land auf Tourismus setzen möchte. Diese Hochzeitsreise werden wir so schnell nicht vergessen.“

Suzanne und Heinz Pucher

 Delfinmorden in Taiji/Japan - ProWal-Foto

Deutsche Welle:

- Radio-Interview Ric O'Barry und Jürgen Ortmüller (WDSF) zum Film "Die Bucht" - dort unter "Audio"
-
Empörung über Delfin-Schlachtaktion in Taiji

- More than four hundred thousand dolphins, porpoises and small whales have been killed in Japanese waters in the last 20 years. More than four hundred thousand dolphins, porpoises and small whales have been killed in Japanese waters in the last 20 years (environmental investigation agency)

 

Aktuell

 

Hier: Filmbericht vom 22.01.2017 von der Fangaktion in Taiji auf Facebook (Liz Carter)

Taiji (Japan) - Foto: Liz Carter   Taiji (Japan) - Foto: Liz Carter

 

Taiji (Japan) - Foto: Liz Carter   Taiji (Japan) - Foto: Liz Carter

 

Taiji (Japan) - Foto: Liz Carter  Taiji (Japan) - Foto: Liz Carter

 

Taiji (Japan) - Foto: Liz Carter

 

Hier: Aktuelle Fangzahlen von Meeressäugern in Taiji/Japan (Ceta Base)

Hier: Vorgegebene Delfinfangquoten Japan

Hier: In Deutschland wurden Delfine aus Japan im Neunkircher Zoo gehalten (Saarbrücker Ztg.)

 

Weltweit größte WDSF/Fair-Play-Demo 2014 in Berlin zum Schutz der Delfine in Taji mit rund 2.000 Teilnehmern
(WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller mit James Bond 007-Darsteller und Walschützer Pierce Brosnan)

Radio Berlin-Brandenburg (radioeins rbb) 

05.02.2016 - Delfinschützer O'Barry hinter Gittern (Radiointerview rbb)
Anm.: Das Live-Radiointerview von rbb mit dem WDSF-Geschäftsführer wurde am 5. Februar um sechs Uhr morgens gesendet. Während des gleichen Tages kam Ric O'Barry aus der Haft frei und wurde aus Japan abgeschoben.

 


 

Hier erfahren Sie, wie Delfine in Japan getötet und auch gefangen werden, um sie anschließend für horrende Summen (bis zu 150.000 Dollar pro Tier) an die Delfinarien-Industrie in aller Welt zu veräußern. Auch erhalten Sie hier Informationen, wie wir aktiv gegen die Delfin-Treibjagden vorgehen.

ProWal (Facebook): Taiji-Fangchronik 01.09. - 30.10.2015

Warum müssen wildgefangene Delfine toten Fisch fressen?

Delfinabrichtung in Taiji

Westfälische Rundschau (lks. Jürgen Ortmüller/WDSF u. James Bond-Darsteller u. Walschützer Pierce Brosnan - WDSF-Foto)

Nachrichtenbeitrag des japanischen Fernsehens Fuji Television Network vom 28. Mai 2015 über die Delfinhaltung in Duisburg, über die Kritik des WDSF und über die Tagung der JAZA (jap. Verband der Zoos und Aquarien)

Fuji Television NetworkTranskription des japanischen TV-Beitrags:

Jemand aus dem Publikum sagt: "Es ist eine gute Show. Ich wusste nicht, dass Delfine so akrobatisch sind." Auch in Deutschland wird die Haltung von Delfinen jedoch zunehmend schwerer. In Deutschland gab es früher Delphin-Shows an mehr als 10 Standorten die reduziert wurden als eine Reaktion auf eine Welle von Kritik. Jetzt sind es nur noch zwei Orte, wie auch hier in Duisburg.
Und in Deutschland hat sich auch der Tierschutz wie in anderen Ländern entwickelt. "Dolphin Show ist ein Missbrauch" lautet die Kritik von Tierschutzverbänden und die Zoo wären an der Reihe, die Shows abzubrechen.
Die Show, sagt jemand im Delphinarium Duisburg, ist nicht gut für Delphine. Aber eine Mutter sagt auch, dies sei gut für die Kinder und das ist das Dilemma Nummer eins. Wie können die Tiere auf so einem engen Raum wie diesem leben, viele Einrichtungen seien oft sehr schlecht .
Die Zucht von Delphinen im Zoo funktionierte zum ersten Mal in den 50er Jahren. Die Delphine in Duisburg sind aktuell sieben Tiere mit wilden Delfinen, die in Kuba und Mexiko eingefangen wurden. Fünf Delphine wurden per Zucht in dem Aquarium geboren.
Der Tierarzt im Zoo sagt „Mit der Delphin-Show möchten wir auch auf eine Bedrohung in der ökologie und der natürlichen Umwelt hinweisen, um auch die (ökologischen) Frage zu lehren.“ Die Zooseite plant in der Zukunft die Züchtung fortzusetzen.
Lokale Tierschutzorganisationen haben das Ziel, ein Verbot der Zucht herbeizuführen und diese zu stoppen und zu hinterfragen, ob die Zoos berechtigt sind, entsprechende Aktivitäten in Europa zu fördern. In der Tat, eine wachsende Zahl von Einrichtungen hat die Zucht gestoppt.
Jürgen Ortmüller’s Tierschutzorganisation"WDSF" setzt sich dafür ein, „dass in Zukunft in Deutschland, in ganz Europa und der Welt Delphinarien geschlossen werden", sagt er. Im Jahr 2013 gab es in der Schweiz eine Gesetzesänderung, welche die Einfuhr von Delphinen verbietet. Dies sollte in ganz Europa durchgeführt werden und gleichzeitig sollten die Delphine den Status quo behalten (Anm. Jürgen Ortmüller/WDSF: „Ich habe dem japanischen Fernsehen gesagt, dass die Delfine bei Schließung von Delfinarien in fachkundig geführten teiloffenen Meeresbuchten untergebracht werden sollten.“)

In diese Entwicklung wurde jetzt die japanischen Vereinigung der Zoos und Aquarien (Anm.: JAZA) einbezogen, um die Delphine zu erhalten und die Zielsetzung ist, dass bei der Fischerei in Wakayama Taiji Delphine nicht mehr gefangen genommen werden. Beim 21. Tanaka-Treffen des Aquariums "Umitamago" gehen sie davon aus, dass es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt. Als eine von ihnen wird auch die Möglichkeit der Rücknahme der Delfinfänge einbezogen

Während Stimmen aufkommen, welche die Möglichkeit des Austritts (Anm.: aus dem Weltverband WAZA) der japanischen Vereinigung der Zoos und Aquarien in 28 Tage erwägen, eröffneten sie die Vollversammlung, um ein Verfahren zum Erhalt der Delphine in Zukunft zu entwickeln und die Zucht zu fördern.

Arai Ichiri, Präsident der japanischen Vereinigung der Zoos und Aquarien, machte Anmerkungen zur Zucht der Delphine. Es gab vereinzelt Stimmen der Unzufriedenheit in der Diskussion wegen des Widerrufs des Bezugs von Delphinen aus dem Delphinfang (Anm.: aus Taiji). „Es gibt keine spezifische Planung in der Zukunft Wir müssen das Thema für die Zukunft studieren.“
Bei gleichzeitigem Gegenwind in der Welt, geht die Erkundung von Japan zur Sicherung der Delphine weiter. (Kansai)

08.09.2015 - Der größte Delfinhändler in Taiji, das Wal-Museum, tritt aus dem japanischen Zoo-Verband aus, um die Vorgaben der WAZA, keine wildgefangene Delfine aus den brutalen Delfin-Treibjagden mehr zu erwerben, zu umgehen.

20.05.2015 - Der japanische Verband der Zoos und Aquarien (JAZA) hat soeben das Abstimmungsergebnis bekannt gegeben, dass sie aufgrund des drohenden Ausschlusses aus dem Weltverband WAZA (mit Sitz in der Schweiz) keine Geschäftsbeziehungen mehr zu den Delfinfängern in Taiji/Japan eingehen wird. Dem Delfinfang und dem Töten von Delfinen in Taiji wird durch diese Entscheidung ein schwerer Schlag versetzt, der möglicherweise das Ende des Delfinfangs in Taiji bedeutet.

Fänge in Taiji/Japan nach Pingereinsatz in der Saison 2014/15 rückläufig (ProWal-Homepage Taiji)

01.10.2014 - German Wildlife Conservationists on a Mission to Halt Japanese Dolphin Hunting (News Blaze)

ProWal - Abschluss-Bericht nach der ProWal/WDSF-Pingeraktion

ProWal-Kampagne „Blue Cove 2014/2015“ zum Schutz der Delfine in Taiji

Zahlen – Statistiken:

Fangsaison: 2014/2015

Fangquote: 1.938

Arten: 7

Vergleiche Fangsaisons:

2014/2015: 751 getötet – 80 in Gefangenschaft – gesamt 831

2013/2014: 834 getötet – 158 in Gefangenschaft – gesamt 992

2012/2013: 899 getötet – 247 in Gefangenschaft – gesamt 1.146

Große Tümmler in Gefangenschaft:

2014/2015: 41

2013/2014: 121

2012/2013: 156

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Laden-Verkaufspreis Delfinfleisch - 2015:

Preis: 2,00 – 2,60 €/Kilogramm

Fleischgewicht 751 getöteter Tiere von fünf Arten:

Etwa 68.000 Kilogramm

Gesamterlös Ladenverkauf: 136.000 € - 176.800 €

Durchschnitt: 180 € - 235 € pro getötetem Tier

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Durchschnitts-Verkaufspreise exportierter Delfine aus Japan (2013):

Für einen untrainierten Delfin: 8.000 €

Für einen trainierten/abgerichteten Delfin: 34.000 €

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Saison 2014/2015:

In Gefangenschaft genommen wurden:

2 Grindwale, 7 Rundkopf-Delfine, 24 Schlankdelfine, 6 Pazifische Weißseiten-Delfine und 41 Große Tümmler

Die in Gefangenschaft genommenen Grindwale und Rundkopf-Delfine sind für die weltweite Delfinarien-Industrie nicht von Interesse und zum Teil auch in Japan unverkäuflich, weil es keine geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten für diese Tiere gibt. Sie werden in den Meerwasser-Gehegen des Wal-Museums in Taiji verbleiben, weil sich dieses gerne mit seltenen Exemplaren gegenüber anderen japanischen Delfinarien hervorheben möchte. Ebenso verbleiben die Tiere mit einem Gen-Defekt im Wal-Museum. Der Albino Große Tümmler „Angel“, der im Februar 2014 gefangen und für 500.000,- € zum Verkauf angeboten wurde, befindet sich nach wie vor im Wal-Museum.

Schlankdelfine eignen sich auch nicht sonderlich für die Haltung in Gefangenschaft und werden nur für Delfinarien in Japan gefangen. Im Moment wird in Taiji mit den jetzt gefangenen Tieren dieser Art versucht, sie länger am Leben zu halten, um sie für den japanischen Markt „salonfähiger“ zu machen.

Pazifische Weißseiten-Delfine sind selten und deshalb für die Delfinarien-Betreiber zwar interessant, aber der Erwerb ist mit einem hohen Risiko behaftet. Obwohl die Pazifischen Weißseiten-Delfine in Gefangenschaft 20 Jahre alt werden können, sterben die meisten von ihnen innerhalb des ersten Jahres.

Große Tümmler, bekannt geworden durch die TV-Serie „Flipper“, ist die gefragteste Art der weltweiten Delfinarien-Industrie.

Noch nie gab es einen so großen Bedarf an Delfinen seitens der weltweiten Delfinarien-Industrie. Neue Delfinarien, wie in Thailand und in Marokko, sind geplant.

106 Delfinarien haben bereits wildgefangene Delfine aus Taiji erworben, hauptsächlich die etwa 50 japanischen Delfinarien. Verkauft werden die Meeressäuger auch ins Ausland, vorwiegend nach China, aber auch nach Korea, Taiwan, Philippinen, Russland, Georgien, Ukraine, Saudi-Arabien, Arabische Emirate, Iran, ägypten, Tunesien und in die Türkei.

1979 wurden drei Delfine aus Japan in das Delfinarium in den Neunkircher Zoo nach Deutschland gebracht. Sie wurden damals für jeweils 60.000 Mark inklusive Transport gekauft. Ein Delfin starb. Der Verbleib der beiden anderen Tiere ist bis heute unklar, da die deutschen und auch jedes europäische Delfinarium eine DNA-Analyse seiner Delfine verweigert.

Taiji - Wirtschaftlich angeschlagen!

Der Verkauf des Fleisches der getöteten Delfine deckt bei langem nicht die Kosten zur Unterhaltung der Treibjagdflotte von 12 Booten.
Der Fang der lukrativen Großen Tümmler ging um 66 % zur letzten Saison und zu 75 % zur Fangsaison 2012/2013 zurück!

Von den 41 Großen Tümmlern, die in der letzten Saison gefangen wurden, sind bereits mindestens 4 Delfine untrainiert an Delfinarien verkauft worden. Der Erlös beträgt pro Tier etwa 8.000 €. Die restlichen Großen Tümmler werden, falls sie die grausame Zeit ihrer Abrichtung überhaupt überleben, nach etwa ein bis zwei Jahren für etwa 34.000 € pro Tier verkauft werden können.

Der Fang und der Verkauf von Großen Tümmlern aus der letzten Saison bringt den Delfinkillern und Händlern etwa 1,3 Millionen € ein.

In den Jahren zuvor konnte noch ein Vielfaches davon erzielt werden!

Taiji hat schon sehr bald ein weiteres Problem. Die Delfinhändler können die große weltweite Nachfrage nach Großen Tümmlern im Moment nur noch aus den Beständen von Fängen aus früheren Treibjag-Saisons abdecken und schon sehr bald könnten die Meeresgehege dort leer sein. Es drohen Umsatzverluste von mehreren Hundert Millionen € für die Betreiber von Delfinarien, wenn sie keine weiteren Delfine mehr für ihre Anlagen bekommen würden!

Für die Delfinarien-Betreiber ist Taiji aufgrund seiner geringen Fänge von Großen Tümmlern in der letzten Saison ab nun und für die Zukunft ein unzuverlässiger Delfin-Lieferant!

Es steht zu befürchten, dass deshalb schon in der nächsten Saison (September 2015 – März 2016) in dem japanischen Fischerdorf Futo wieder größere Delfinfänge begonnen werden, nachdem dort die Tötungen vor ein paar Jahren völlig eingestellt und nur noch wenige Große Tümmler für den japanischen Markt gefangen wurden.
Auch auf den Salomonen-Inseln werden schon manche wieder sehr große Dollaraugen haben, wenn sie wieder Delfine fangen und verkaufen könnten. Bisher erhielten die Einwohner dort eine „Erpressungs-Entschädigung“ dafür, dass wenn sie keine Delfine töten und für die Delfinarien-Industrie fangen, sie einen finanziellen Ausgleich dafür erhalten. Die Angebote der Delfinarien-Betreiber werden jedoch sicherlich höher und verlockender sein, als diese Ausgleichszahlungen!

Weitere Pinger-Aktion von ProWal

Auffallend war während der letzten Treibjagd-Saison in Taiji, dass sich die Delfine oftmals nicht mehr so küstennah befanden, wie das noch in den vorigen Saisons der Fall war, was wir der Platzierung unserer Pinger zuschreiben.
Dadurch haben die Delfine auch deutlich bessere Chancen, der Treibjagdflotte zu entkommen! Oft versuchten die Delfinkiller über mehrere Stunden die Delfingruppen zusammenzuhalten und sie in Richtung Küste zur Schlachtbucht zu treiben. Oftmals gelang dies nicht und die Delfine konnten entkommen!

Auch wenn die Pinger leider nicht alle Delfin-Arten gleichermaßen ansprechen, so konnte dennoch ein Rückgang der Tötungen und die Halbierung der Fänge zur Vorsaison festgestellt werden!

Wir danken an dieser Stelle recht herzlich allen Spendern, die uns bei der letzten Vergrämeraktion unterstützt haben!

ProWal wird seine Kampagne bei ausreichender Unterstützung zum Schutz der Delfine in Japan fortsetzen.

Wir haben nun auch einen Weg gefunden, um die Pinger noch weiter vor der Küste vor Taiji platzieren zu können, als was bisher für uns möglich war.

Andreas Morlok

CEO ProWal

© März 2015

Taiji-Statistik auf Ceta-Base

Hier: Delfinarien mit Delfinen aus Treibjagden (Ceta-Base)

Hier: Vorgegebene Delfinfangquote Japan

Hier: Radio-Interview (Deutsche Welle) mit Ric O'Barry und Jürgen Ortmüller (WDSF) zum Thema "Die Bucht", Taiji-Delfinmord und Delfinarien

Pressemitteilung des Internationalen Gerichtshof zum Urteil gegen Japan: http://www.icj-cij.org/docket/files/148/18162.pdf

IN DEUTSCHLAND GAB ES DELFINE AUS JAPAN - Lügen von deutschen Zoo-Direktoren

(WDSF - Akt. Dez. 2014) Das Lügenhaus der Delfinarien-Industrie bricht immer mehr in sich zusammen! Immer wieder wurde von deutschen Zoos behauptet, dass es in Deutschland und in der EU nie Delfine aus Japan gegeben habe. In einem Zeitungsbericht der Westfälischen Nachrichten aus 2009 behaupteten die Zoo-Direktoren (Nürnberg und Duisburg): "Dabei stamme kein einziges Tier in den Delfinarien der Europäischen Union aus Japan oder aus anderen vergleichbaren Delfintreibjagden.


Hier die Wahrheit:
Im Neunkircher Zoo befanden sich drei Delfine aus japanischer Delfin-Treibjagd (Saarbrücker Zeitung 2014: http://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/merzig-wadern/Als-Flipper-hoch-drei-fuer-Stimmung-sorgte;art2800,5243249). Besitzer der Defline war Arthur Frank (vormals Betreiber des Safari-Parks in Großgerau), der die Delfine aus dem Zoo Landau 1978 in den Neunkircher Zoo brachte. Als die drei „Neunkircher“ (vormals Zoo Landau) Delfine Lolita, Pinocchio und Waltesito durch Infektionen starben, kaufte Besitzer Arthur Frank drei neue – Olli, Blecky und Taiji (Quellen: Saarbrücker Zeitung und Saarland online sol.de). Stolze 3,10 Meter war der größte Delfin und soll angeblich der größte Delfin in der Bundesrepublik gewesen sein. Jedes der Tiere, die aus Japan kamen, kostete inklusive Transport damals 60 000 Mark.
Nach unseren Recherchen kam das Delfinweibchen „Taiji“ in das Delfinarium HolidayPark/Haßloch, welches 1994 geschlossen wurde. „Taiji“ starb am 14. Mai 1990 durch Nierenversagen. Der Verbleib von „Olli“ und „Blecky“ ist unbekannt.

Die Delfinarien-Industrie in Deutschland hat mit dem Kauf der Delfine aus Japan die grausamen Delfin-Treibjagden in Taiji aktiv unterstützt! Die Aussage der Zoo-Direktoren in Nürnberg und Duisburg lt. dem Bericht in den Westfälischen Nachrichten ist eine Lüge, dass kein Delfin aus Japan gestammt hätte!

Es ist nicht verwunderlich, dass 30 Delfinarien in der EU trotz der ausdrücklichen Nachfrage durch ProWal und WDSF die Abgabe von DNA-Analyse-Daten über die in Gefangenschaft gehaltenen Delfinen verweigern (s.u.)!

Der Zoo in Duisburg verweigert bis heute die vollständige Einsichtnahme in seine Unterlagen. Der Zoo fürchtete nach eigenen Angaben, dass die Offenlegung der Daten falsch interpretiert werden könnte und es eine "Hexenjagd der Tierrechts-Organisationen" (O-Ton Zoo-Direktor Achim Winkler/Duisburger Zoo) geben könnte! Im Oktober 2014 verurteilte das Düsseldorfer Verwaltungsgericht nach eine WDSF-Klage den Zoo Duisburg Akteineinsicht zu gewähren oder die Daten im Internet zu veröffentlichen. Der Zoo erstellte kurzfristig eine neue Homepage, wobei die veröffentlichten Daten jedoch unvollständig sind. Das WDSF legte im November 2014 Berufung gegen das Urteil ein.

Auch das dubiose Europäische Erhaltungszucht-Programm (EEP) der europäischen Zoos und Aquarien für Delfine ist nicht öffentlich und jede Forderung nach Offenlegung oder Einsichtnahme der Zuchtbücher wurde bisher verweigert. Für die überarbeitung des Säugetiergutachtens des Bundesministeriums standen die Daten nicht zur Verfügung, sodass der Neuentwurf der Haltungsbedingungen keine vollständige rechtmäßige Rechtsgrundlage für die Delfinhaltung darstellt.


22.03.2014 - Fernseh-Berichte in Rumänien aufgrund der ProWal&WDSF-Recherchen:
http://www.digi24.ro/Stiri/Digi24/Actualitate/Stiri/Scandal+la+Constanta+Cat+de+legala+a+fost+cumpararea+delfinilor+
http://www.digi24.ro/Stiri/Regional/Digi24+Constanta/Stiri/Delfinii+din+Constanta+ar+fi+fost+capturati+ilegal

(Hagen/Radolfzell/Brüssel – 19.03.2014) WDSF/ProWal - Im Herbst 2013 erreichte eine dubiose E-Mail eines Finanzinvestors aus Rumänien die deutsche Delfin- und Walschutz-Organisation ProWal. Die Anfrage, in der um Mithilfe für den Bau eines neuen Delfinariums in Rumänien (EU) gebeten wurde, weckte zuerst das Interesse der Delfinschützer und sorgte dann nach eigenen Recherchen für Empörung.

Andreas Morlok, ProWal-Geschäftsführer: „Der Absender der E-Mail, ein gewisser Herr Popescu aus der rumänischen Stadt Suceava, war sich wohl nicht bewusst, dass wir auf der Delfinschutzseite stehen, die sich für die Schließungen von Delfinarien weltweit einsetzen. Zum Schein gingen wir auf die Anfrage ein und fragten nach, was denn genau geplant sei und woher die Delfine für das neue Delfinarium kommen sollen? Eine Investorengruppe, die viel Geld hätte, würde zuerst einen privaten Pool bauen, damit es einfacher sei, Delfine aus der Ukraine, Russland oder China zu besorgen. Der Delfin-Verkäufer würde alle notwendigen Dokumente beschaffen. Später solle das Delfinarium dann der öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, so die Antwort. Wir waren bestürzt, denn alle drei Länder sind für Zuchterfolge von Delfinen nicht gerade bekannt. Alle diese Länder importieren Delfine aus dem japanischen Fischerort Taiji, das nach der Oscar-prämierten Dokumentation „Die Bucht“ für seine blutigen Delfin-Treibjagden weltweit bekannt wurde. Da es Rumänien, das seit 2007 Mitgliedsland der EU ist, bereits schon in 2010 zu dubiosen Delfin-Importen aus Asien kam, begannen wir zusammen mit dem deutschen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) umfangreiche Recherchen.“

ProWal reiste im September 2013 nach Constanta am Schwarzen Meer und recherchierte im bisher einzigen rumänischen Delfinarium. Auch wurden die Behörden in Bukarest eingeschaltet.

Andreas Morlok: „In dem winzigen Delfinarium in Constanta lebten nur noch zwei der drei Delfine, die für 500.000,- € von dem Zoo in Peking gekauft wurden. Ein Delfin starb angeblich. Das schon seit 1972 existierende Delfinarium hatte zeitweise überhaupt keine Delfine mehr, denn alle Tiere, allesamt Wildfänge, starben frühzeitig. Laut Aussage des rumänischen Delfinarium-Betreibers seien die drei aus China erworbenen Delfine gar Nachzuchten aus zweiter Generation. In Peking gab es allerdings den ersten Zuchterfolg in 2003. Das Kalb starb. Die Zuchterfolge sind spärlich und es gibt keine Berichte darüber, dass überhaupt eine Zucht in zweiter Generation gelang. Das Zoo-Delfinarium in Peking zählt aufgrund seiner erfolglosen Zuchtbemühungen und großem Bedarf an weiteren Tieren zu den größten Einkäufern für wildgefangene Delfine aus Japan - ebenso die Delfinarien in der Ukraine und in Russland. Auf unsere Forderung von DNA-Analyse-Daten, um die Herkunft der Delfine nachzuweisen, ging weder das Umwelt-Ministerium in Bukarest, noch der Betreiber des Delfinariums in Constanta ein. Wir werden die uns zur Verfügung gestellten Dokumente prüfen lassen, denn die Mutter eines Delfins (Chen-Chen) war ein Wildfang. Es ist davon auszugehen, dass diese Dokumente allesamt gefälscht sind, was bereits auch bei Delfin-Importen aus Japan über die Ukraine nach ägypten schon einmal der Fall war.“

2013 wurde schon einmal versucht, Delfine aus Japan über die Ukraine in die EU nach Tschechien einzuführen, was durch Interventionen verhindert werden konnte.Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des WDSF: „Importe von Delfinen in die EU für eine überwiegend kommerzielle Nutzung sind verboten. Da die Delfine täglich an den Shows in den Delfinarien teilnehmen, dürften überhaupt keine Importe mehr in die EU zugelassen werden! Die Zoo-Betreiber in Nürnberg und Duisburg verkaufen die Shows mit den Delfinen jedoch als Bildungsprogramm und als Bewegungstraining.

DNS-Anfragen wegen der Herkunft der Delfine verweigert - EU finanziert rumänisches Delfinarium

Um den Verdacht auszuräumen, dass sich bereits wildgefangene Delfine aus Japan in der EU befinden, wurden alle 30 Delfinarien von ProWal und WDSF gebeten, Dokumente und DNA-Untersuchungsberichte für ihre in Gefangenschaft gehaltenen Delfine  zur Verfügung zu stellen.

Andreas Morlok: „Nur wenige Delfinarien waren für eine Kooperation überhaupt bereit und stellten uns kaum aussagekräftige Dokumente zur Verfügung. DNA-Analyse-Daten übermittelte keiner, was natürlich tief blicken lässt! Auch das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Delfine ist ominös und völlig intransparent. Dieser "private" Zusammenschluss von europäischen Delfinarien und Aquarien stellt überhaupt keine Daten zur Verfügung und arbeitet im Verborgenen. Laut Aussage der Deutschen Bundesregierung aus 2010 gibt es gar Delfinarien außerhalb der EU, die diesem EEP angehören. Für Zuchtbemühungen werden andauernd Delfine und auch Fortpflanzungsmaterial zwischen den teilnehmenden Delfinarien hin- und her getauscht.“

ProWal und das WDSF stellten bei ihren Recherchen auch fest, dass die EU über einen Strukturfond den Ausbau des Delfinariums im rumänischen Constanta mit 900.000,- € und den größten Teil der Kosten von 11,5 Millionen € für den Ausbau des Delfinariums in der litauischen Stadt Kleipeda finanziert.

Andreas Morlok: „Diese Unterstützung der EU mit Steuergeldern ist ein Skandal und muss sofort rückgängig gemacht werden. Beide Delfinarien verweigern die zur Verfügungstellung von DNA-Material über ihre in Gefangenschaft gehaltenen Tiere. In Litauen, seit 2004 EU-Mitglied, befinden sich auch wildgefangene Delfine aus dem Schwarzen Meer, die aus dem ukrainischen Sevastopol gekauft wurden. Die Entnahmen von Delfinen aus dem Schwarzen Meer sind durch ein Fang-Moratorium verboten. Es gibt auch Hinweise dafür, dass Delfine mit unbekanntem Ursprung aus Russland nach Litauen gebracht wurden.“

Deutsche Zoos verbreiten Lügen

In Deutschland gibt es nach zwölf Schließungen noch zwei Delfinarien in den Zoos der Städte Duisburg und Nürnberg. Duisburg stellte den beiden Tierschutz-Organisationen ProWal und WDSF bis September 2014 überhaupt keine Unterlagen zur Verfügung. Erst eine WDSF-Klage vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf führte zu einem Urteil gegen den Duisburger Zoo, die Daten zu veröffentlichen. Eine neue Homepage des Zoos ist jedoch lückenhaft, sodass das WDSF in die Berufung gegangen ist. Beide Delfinarien in Nürnberg und Duisburg verweigerten die Herausgabe von Gen-Analyse-Daten.

Mit einer zweifelhaften Aussage äußerte sich der Zoo in Nürnberg: „Der Tiergarten Nürnberg, so wie alle anderen europäischen Delfinarien, verurteilen das Abschlachten der Delfine und niemals werden Tiere aus Taiji in unsere Delfinarien kommen.“

Jürgen Ortmüller widerspricht: „Diese Aussage ist falsch, denn es befinden sich offenbar bereits Delfine aus Taiji in europäischen Delfinarien. Unter anderem in Russland und in der Ukraine. Anstatt falsche Behauptungen aufzustellen, wäre es der Sache dienlicher, dass alle Delfinarien in der EU mehr Transparenz zeigen würden. Die Zoos in Duisburg und in Nürnberg sind Mitglieder des Weltzooverbandes WAZA, in der auch der Japanische Zoo-Verband JAZA Mitglied ist. Viele Mitglieder der JAZA, wie unter anderem das Wal-Museum in Taiji, sind aktiv an den grausamen und blutigen Delfin-Treibjagden beteiligt, wobei die schönsten Delfine vor dem Abschlachten aussortiert werden und für Preise von rund 150.000 US-Dollar pro antrainiertem Delfin weltweit verlauft werden."

ProWal und das WDSF fordern die EU-Kommission auf, ihre Unterstützung für den Ausbau der Delfinarien in Rumänien und in Litauen unverzüglich zu beenden. Zudem müsse ein ausnahmsloses Importverbot für Delfine in die EU beschlossen werden, da weder die Zucht nachhaltig ist, noch Delfine ausgewildert werden und es überhaupt keine Transparenz über die Tiere in den vorhandenen Delfinarien gibt. Die Abschaffung des EEP für Delfine ist ebenso erforderlich, wie ein Zuchtverbot, da dieser Zusammenschluss nur für die Verfolgung kommerzieller Interessen der Delfinarien-Betreiber dient und nicht zum Artenschutz freilebender Delfin-Populationen beiträgt.--

20.12.13

Das Delfinarium in Constanta/Rumänien soll mit 900.000 Euro des EU-Strukturfonds ausgebaut werden! Ausbaukosten- 2,8 Mio € - Ein Drittel soll von der EU bezahlt werden - Most of the funding will come from the natural sciences museum – two thirds – and a third from EU money.
http://www.romania-insider.com/dolphinarium-in-romanias-seaside-city-constanta-to-get-facelift-and-expansion-with-eur-2-8-mln/112018/

Hintergrund und Fotos (ProWal):
http://walschutzaktionen.de/514601/2184001.html