WDSF gegen Gefangenhaltung von Haien

(WDSF - akt. April 2017) Das WDSF wird als Tierschutzorganisation die Entwicklung des Bauvorhabens "Shark City"-Aquariums in Sinsheim mit dem beabsichtigten Besatz von etwa 36 Haiarten auch aus Wildfängen mit rund 120 Tieren (s.a. TV-Interview mit den Betreibern und dem Haiexperten Dr. Erich Ritter) durch gesetzeskonforme Akteneinsichten nach dem Umweltinformationsgesetz überprüfen und sich intensiv gegen das Projekt einsetzen. Geplant sind durch das WDSF bei Zustandekommen von "Shark City" mit der Bestückung von Haien deutschlandweite Boykottaufrufe auch in Kooperation mit Reiseveranstaltern (s.u.) gegenüber der Stadt Sinsheim und juristische Interventionen.

Aquarium WDSF-Foto

In diesem Zusammenhang hatte das WDSF bei der Stadt Sinsheim am 24.02.2016 einen Antrag auf vollständige Akteneinsicht und am 08.11.2016 einen weiteren Antrag auf Anschlussakteneinsicht gestellt. Am 15.12.2016 wurde vor Ort bei der Stadt eine weitere Akteneinsicht dokumentiert. Sollte die Stadt Sinsheim das Bauvorhaben genehmigen, werden wir alles im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten unternehmen, dass dort keine Haie oder andere geschützte Tierarten in Gefangenschaft gehalten werden. Bei einer wissenschaftlichen Studie wurde festgestellt, dass sich Haie viel sozialer als bisher vermutet verhalten, wie Danielle Haulsee von der University of Delaware jetzt nachweisen konnte (s. Link).

In gleichgelagerten Fällen waren Boykott-Aufrufe des WDSF erfolgreich:

- WDSF- und ProWal- Tierschützer protestieren erfolgreich - Hai-Aquarium im Hotel "Stanglwirt" wurde geschlossen

- Geplantes Hai-Aquarium in Neuwied (Deutschland) wird nach WDSF/ProWal-Protesten nicht realisiert

- Kreuzfahrtunternehmen Färöer-Boykott und Boykott einer Färöer-Metal-Band

Komplizierte Unternehmenskonstellation

Aquarium WDSF-FotoDie Betreiberin des Projekts "Shark City", THE SEVEN SEAS AQUARIUM Betriebs GmbH, die am 04.12.2015 im Handelsregister mit den Geschäftsführern Thomas Walter und Thiemo Walt eingetragen wurde, preist auf einer eigenen Homepage ihr Vorhaben an. Die "THE SEVEN SEAS AQUARIUM Verwaltungs GmbH" wurde bereits am 28.09.2015 gegründet bzw. in das Handelsregister beim Amtsgericht Mannheim eingetragen. Es handelt sich möglicherweise um eine sog. Betriebsaufspaltung, bei der die Betriebs-GmbH den gesamten risikobehafteten Vertrieb übernehmen kann und die Verwaltungs-GmbH i.d.R. das wesentliche Betriebsvermögen hält. Die Geschäftsführer können Gehälter erhalten und durch diese Betriebsausgabe die Gewerbesteuer erheblich mindern, sodass die Stadt Sinsheim kaum einen Steuervorteil haben wird. Sollte in vorliegendem Fall einer Insolvenz des Aquarienbetriebs (Betriebs-GmbH) eintreten, könnte sich die Verwaltungs-GmbH das Anlagevermögen sichern, soweit es bei dieser bilanztechnisch aktiviert ist.

Im Handelsregister der Verwaltungs-GmbH heißt es: "Beteiligung als persönlich haftende Gesellschafterin an und die Übernahme der persönlichen Haftung in der THE SEVEN SEAS AQUARIUM GmbH & Co. KG mit dem Sitz in Sinsheim, deren Unternehmensgegenstand der Neubau und der Betrieb eines Hai- und Ozeanobservatoriums mit angegliedertem Tauchevent und Erlebnisgastronomie, Kioskbetrieb, Planung und Verkauf von Anlagen, Handel und Vertrieb von Meerestieren, Merchandising-Artikeln und allen weiteren dem Geschäftsbetrieb dienenden Wirtschaftsgütern und die Erbringung von dem Geschäftsbetrieb dienenden Dienstleistungen, sonstige umgebende Aktivitäten sowie die Vermietung an entsprechende Betriebsgesellschaften ist."

Bei dem vorgesehenen Transfer von etwa 120 Haien in das Auarium ist davon auszugehen, dass ein Teil der Tiere erfahrungsgemäß versterben wird (s.u. geplantes und gestopptes Hai-Aquarium im österreichischen Hotel Stanglwirt). Alleine dieser Sachverhalt verstößt gegen das Tierschutzgesetz.

Planungsunterlagen fehlen - Projekt noch nicht genehmigungsfähig

Am 24.11.2016 schrieb die Stadtverwaltung an die Betreibergesellschaft "The Seven Seas Aquarium", dass für die Baugenehmigung noch die "Anpassung der Unterlagen hinsichtlich der Prozessbeschreibung des geplanten abwasserrelevanten  Betriebes" und eine detaillierte Planung "hinsichtlich der Versickerung der anfallenden Niederschlagswasser" ebenso wie die "wasserrechtliche Genehmigung" fehle. Das Brandschutzkonzept würde sich in Bearbeitung befinden. Weiter heißt es, dass die "Baurechtsbehörde jedoch erst eine Genehmigung erteilen kann (selbst wenn die vorstehenden Punkte geklärt wären), wenn der Bebauungsplan "Neuland" einen Stand entsprechend § 33 BauGB erreicht hat". Dies sei derzeit noch nicht gegeben. In einem Kurzinterview mit Sinsheim TV anlässlich einer Veranstaltung von Bündnis90/Die Grünen gegen das Projekt "Shark City" in der Sinsheimer Gemeindehallte spricht Oberbürgermeister Jörg Albrecht davon, dass derzeit zum Genehmigungsverfahren eine Rechtsprüfung vorzunehmen sei und dass der Gemeinederat die Entscheidung treffen wird, ob das Projekt genehmigungsfähig wird. Anfang Mai 2017 teilte das Rathaus in Sinsheim mit, dass ein Bauvorbescheidsantrag der Shark-City-Initiatoren aufgrund des aktuellen Bebauungsplans das Vorhaben nicht zulassen würde.

Salzwassereinleitung unzulässig

"Shark City" in Sinsheim/Wasservolumen - WDSF-FotoZuvor hatte die Stadtverwaltung Sinsheim darauf hingewiesen, dass sie für die tier- und artenschutzrechtlichen Aspekte nicht zuständig sei, sondern im Verfahren das Veterinäramt des Rhein-Neckar-Kreises beteiligt sei. Das Wasserrechtsamt des Rhein-Neckar-Kreis in Heidelberg schrieb am 01.06.2016 an die Stadtverwaltung Sindsheim, dass "die eingereichten Antragsunterlagen teils widersprüchlich und unvollständig sind". Dies teilte die Stadtverwaltung am 07.07.2016 der Betreibergesellschaft mit. Demnach sei der Vorschlag des Betreibers, das Salzwassereinleitungsverbot in das öffentliche Kanalsystem dadurch aufzuheben, indem das Salzwasser mit Regen- und Trinkwasser verdünnt werden solle, nicht zulässig ist, weil die Salzfracht unverändert bleibt. Gleichzeitig schlägt das Wasserrechtsamt jedoch eine gedrosselte Einleitung des unverdünnten Salzwassers in den städtischen Kanal vor. Dies erscheint jedoch unlogisch, weil auch dann die Salzfracht unverändert bleibt.

Probleme sieht das Wasserrechtsamt auch bei der Ableitung des Niederschlagswassers, die ebenfalls widersprüchlich dargelegt sei, weil einerseits von einer Versickerung auf dem Grundstück gesprochen würde und andererseits im Entwässerungsplan zwei Ableitungen in den Ilvesbach eingezeichnet sind, der allerdings bereits hydraulisch überlastet ist, so das Wasserechtsamt.

In einer Stellungnahme des Betreibers heißt es, dass für die verschiedenen Aquarien rund 10.000 Kubikmeter (10 Mill.) salzhaltigen Wassers erforderlich sind, wobei die Stadt Sinsheim entsprechend der Abwassernutzung darauf hingewiesen habe, dass eine Einleitung von Salzen untersagt sei. Man solle eine Sondergenehmigung erteilen, heißt es gegenüber der Stadt.

Parkplatzproblem von Polizei und Stadt nicht erkannt?

Das zuständige Polizeipräsidium Mannheim hatte der Stadt Sinsheim am 20.06.2016 mitgeteilt, dass aus dem Übersichtsplan hervorgehen würde, dass die Anlage von insgesamt 210 Parkplätzen geplant sei und schreibt: "Nach grober Berechnung gemäß Stellplatzverordnung dürfte die Zahl der Stellplätze inklusive Busparkplätze ausreichend bemessen sei." Die Stadt Sinsheim hat sich diesen Ausführungen in einem hausinternen Schreiben vom 06.07.2016 "vollumfänglich" angeschlossen. Im eingereichten Brandschutzkonzept des Betreibers mit Stand vom 10.03.2016 heißt es jedoch, dass maximal von einer gleichzeitigen Anzahl von Besuchern des Objekts mit 2.296 Besuchern ausgegangen werden könne. In diesem Zusammenhang erscheint offensichtlich, dass solch eine hohe Anzahl von gleichzeitigen Besuchern kaum mit 210 Parkplätzen auskommen kann, selbst wenn ein Teil der Besucher mit dem Bus anreist. Der Projektbetreiber spricht von über 600.000 erwarteten Besuchern im Jahr. Wenn gleichzeitig in der Wirsol Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim der Erstliga-Fussballverein TSG Hoffenheim ein Heimspiel mit rund 30.000 Zuschauern austrägt, könnte eine Verkehrschaos vorprogrammiert sein.

- WDSF- und ProWal- Tierschützer protestieren erfolgreich - Hai-Aquarium im Hotel Stanglwirt wurde geschlossen
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Geplantes Hai-Aquarium in Neuwied (Deutschland) wird nach WDSF/ProWal-Protesten nicht realisiert!

Aquarium geplatzt: Hai-Alarm im Einkaufszentrum! - 16 Verletzte (Bild.de):

hier: Dubai - Weltgrößtes Aquarium läuft aus


Demo gegen Hai-Aquarium in Sinsheim am 22.04.2017
hier: Fotostrecke der Demo

24.04.2017 - Neues Hai-light vor dem Aus? (Radio Regenbogen)

24.04.2017 - Demo gegen "Shark City" Sinsheim - Zum Protestieren weit gereistZum Protestieren weit gereist (Rhein-Neckar-Zeitung)

Link zur Demo-Facebook-Gruppe: https://www.facebook.com/groups/1509964849325875

 

Sinsheim (Rhein-Neckar-Zeitung RNZ) 16.02.2017:

 

WDSF-Anmerkung zum Zeitungsbericht der RNZ vom 16.02.2017:

Hai-Aquarium in Sinsheim ("Shark-City") weiterhin in der Planung - Boykottaufrufe vorgesehen

Aquarium WDSF-FotoDer Betreiber des Aquariums braucht nach Angaben der Stadt Sinsheim nur noch den entsprechenden Antrag stellen, dass ein Sondergebiet für die Nutzung ausgewiesen wird. Darüber entscheidet dann auch der Gemeinderat. Entsprechend unserer Akteneinsicht hat die Baurechtsabteilung am 24.11.2016 den Betreiber auf den § 33 BauGB (s. Link) aufmerksam gemacht, dessen Erfüllung zu dem Zeitpunkt noch nicht gegeben war. Das Amt für Stadt- und Flächenentwicklung hatte am 30.11.2016 geschrieben, dass sich das Bebauungsplanverfahren (Neulandstr.) im Verfahrensstand nach der frühzeitigen Offenlage gem. § 3 Abs. 1 BauGB befindet. Demnach würden Anregungen der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange einbezogen.

Für tierschutzrechtliche Belange ist dabei nach Angaben der Stadt Sinsheim die Veterinärbehörde des Rhein-Neckar-Kreis zuständig und nicht die Stadt Sinsheim.

Demnach sollten sich möglichst viele Menschen aus der Öffentlichkeit an die Stadt Sinsheim wenden und Bedenken (nicht nur tierschutzrechtlich) bezüglich des Bauvorhabens anmelden (z.B. Parkplatzsituation insbesondere bei Heimspielen der TSG Hoffenheim in der Wirsol Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim, Öffentlichkeitsschaden durch angedrohte Boykottaufrufe, die das WDSF in beabsichtigter Kooperation mit Reiseveranstaltern der Stadt angekündigt hat, Gefahr für Besucher durch Platzen der Aquariumscheiben etc.).

E-Mail dafür z.B. an die Baurechtsabteilung, Herr Haffner:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

§ 33 BauGB: https://dejure.org/gesetze/BauGB/33.html

s. insbesondere auch § 3 BauGB: https://dejure.org/gesetze/BauGB/3.html

 

 

24.02.2016 - Haie sind sozialer als gedacht (scinexx.de)

Ohne Haie stirbt das Meer (SAVE Lifewild Conservation Fund)

 

Das WDSF hatte am 08.11.2016 eine Anschlussakteneinsicht bei der Stadt Sinsheim beantragt und am 15.12.2016 durchgeführt - auszugsweise:

Von: Jürgen Ortmüller (WDSF)
Betreff: Hai-Observatorium in Sinsheim UIG-Anfrage - Antrag auf Anschlussakteneinsicht gem. Umweltinformationsgesetz
Datum: 8. November 2016 15:10:51 MEZ
An: "Stadt Sinsheim, Baurecht"

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die im April 2016 aufgrund unseres Antrags übermittelten Unterlagen. Wir beantragen nunmehr eine Anschlussakteneinsicht sämtlicher vorliegenden Unterlagen und des Schriftverkehrs bezüglich des o.a. Projekts unter Berücksichtigung sämtlicher Stellen der Stadt Sinsheim seit der letzten Akteneinsicht. Insbesondere bitten wir auch um die Übersendung der vorliegenden Unterlagen beim Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung hinsichtlich der beabsichtigen Bestückung der Becken mit Haiarten. Außerdem bitten wir um Beantwortung der Frage, ob Becken mit Salzwasser versehen werden sollen und verweisen in diesem Zusammenhang nochmals auf den Salzwasserschaden im Tiergarten Nürnberg in der Delfinlagune, bei der aufgrund von Planungsfehlern die Becken nun mit mehreren Millionen Euro saniert werden müssen. Dort steht derzeit zur Debatte, dass das Planungsbüro nur mit 300.000 Euro versichert sein soll, und die Stadt und damit die Bürger die Sanierungskosten aufbringen müssen.

Die Betreibergesellschaft für das Projekt in Sinsheim (THE SEVEN SEAS AQUARIUM Betriebs GmbH) ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Zur vorsorglichen Abwendung von Kosten für die Stadt Sinsheim durch Folgeschäden oder durch eine Insolvenz der Betreibergesellschaft hat sich die Stadt vorsorglich von den Finanzierungszusagen der finanzierenden Institute und der Solvenz der Gesellschaft zu überzeugen.

Wir bitten wie bisher um Übersendung der angeforderten Unterlagen per E-Mail. Ebenso verweisen wir auf unseren angekündigten touristischen Boykottaufruf der Region Sinsheim, falls das Projekt durch die Genehmigung der Stadt Sinsheim realisiert werden sollte, wie die Rhein-Neckar-Zeitung heute berichtet. ...

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Ortmüller
WDSF-Geschäftsführer

Hier: April 2016 - Ergebnis der ersten Akteneinsicht des WDSF zum Projekt "Shark City" in Sinsheim (Lagepläne und Schriftverkehr)

 

Medienmeldungen

SWR Fernsehen: Ein Hai-Aquarium schlägt hohe Wellen

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Antwort der Stadt Sinsheim vom 22.02.2016

Widersprüchliche Aussagen des Oberbürgermeisters und der Stadt Sinsheim

In einem Zeitungsbericht der Rhein-Neckar Zeitung vom 19.02.2016 heißt es in der zitierten Aussage des Oberbürgermeisters von Sinsheim, Jörg Albrecht: "Wir haben immer noch keinen Bauantrag, bestenfalls Fragmente eines solchen." In dem Schreiben vom 22.02.2016 an das WDSF heißt es jedoch durch das "Amt Stadt- und Flächenentwicklung Baurecht" der Stadt Sinsheim: "Am 29.07.2015 wurde ein Bauantrag zur Errichtung eines Aquariums mit Gastronomie bei der Stadt Sindheim eingereicht."

In einer dem WDSF vorliegenden E-Mail von Herrn Haffner (Baurechtsabteilung/Sinsheim) an Herrn Thomas Walter, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft The Seven Seas GmbH, vom 24. November 2016 heißt es: „Wie Ihnen bereits mündlich mitgeteilt, kann die Baurechtsbehörde jedoch erst eine Genehmigung erteilen, wenn der Bebauungsplan „Neuland“ einen Stand entsprechend § 33 BauGB erreicht hat. Dies ist derzeit noch nicht gegeben.“

 

11.04.2017 - Neuer Luxor-Filmpalast (mit Haien): Am 29. Juni 2017 heißt's Film ab! (Heidelberg24)

11.07.2016 - Open-Air-Kino und Hai-Aquarium - Luxor-Filmpalast eröffnet 2017 in Heidelberg

06.12.2016 - Luxor-Filmpalast feiert Richtfest (Heidelberg Bahnstadt):

"16 Meter soll das Kino der Luxors Filmbetriebe Englert einmal werden. Der absoluter Hingucker dabei: Das zylinderförmige Beton-Aquarium (neun Meter hoch) im Foyer, in dem man durch 80 Zentimeter große Bullaugen echte Haie und andere Meerestiere beobachten kann."


Hai-Aquarium
Im März 2017 soll der „Luxor-Filmpalast“ in Heidelberg eröffnen. Vier Kinos führen die Luxor Filmtheaterbetriebe Englert bereits – in Schwetzingen, Walldorf, Bensheim und Nidderau. Doch für das Prestigeobjekt in Heidelberg haben die beiden Geschäftsführer Christa und Jochen Englert vor, ein Aquarium zu Showzwecken mit Haien zu bestücken. Wir haben die Betreiber gebeten, aus Tierschutzgründen davon Abstand zu nehmen, zumal Haie sehr intelligente und soziale Tiere sind, die nicht in ein Aquarium gepfercht gehören.


Wir werden an dieser Stelle über den weiteren Verlauf der Entwicklung berichten und ggf. zur Eröffnung des Kinos im Jahr 2017 eine entsprechende Kampagne gegen die Luxor Filmtheaterbetriebe und einen Boykottaufruf gegenüber der Stadt Heidelberg starten.

Atlantische Störe wurden auf dem Fishing Festival (6. und 7.2.2016 - in Wels/österreich) in kleinste Vorführbecken (180 x 400cm) gepfercht. Neben 10 kleineren Stören befand sich dabei ein Atlantischer Stör mit einer Größe von etwa 150cm, der sich in dem kleinen Plastikbecken kaum bewegen konnte. Das WDSF hat Strafanzeige gestellt und hatte die zuständige Polizeibehörde aufgefordert, die Tiere, soweit keine Wiederansiedlung möglich ist, umgehend einer verhaltensgerechten Unterbringung zuzuführen. Die Polizei leitete die WDSF-Strafanzeige zur weiteren Bearbeitung an die zuständige Staatsanwaltschaft. Bei dem betreffenden Aussteller handelt es sich um "Goldberg Quelle Fischzucht Maier": https://www.facebook.com/Goldbergquelle-Fischmeister-Maier-313574881996132/?rc=p. (Geschäftsführer der Goldbergquelle Fischzucht und Fischhandel GmbH in Schiedlberg: Herrn Kamenskiy Dmitry - Gesellschafter Firma GURT-GmbH), wobei Matthias Maier für den Lebendverkauf verantwortlich ist).
Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob die städtische Behörde (Magistrat der Stadt Wels), welche die Genehmigung erteilt hatte, die Bewilligung in dieser Form überhaupt hätte erteilen dürfen. Ebenso wird überprüft, ob die Messeveranstalter den Bescheid eingehalten haben.

https://www.facebook.com/FishingFestival/photos/pcb.690800327689131/690800174355813/?type=3&theater

Geschützter Schwarzspitzen Riffhai wurde im Promi-Hotel Stanglwirt (Österreich) in Sauna-Aquarium gehalten

18.08.2011 - Wir haben gegen den Stanglwirt (Fam. Hauser) Strafanzeige wegen möglicher Verstöße gegen das österr. Tiertransportgesetz gestellt, weil der zweite Hai unmittelbar nach dem von uns kritisierten Transport an einem Tag mit 30-Grad-Temperaturen aus dem Stanglwirt-Sauna-Aquarium verstorben war. Frau Maria Hauser von der Stanglwirt-Familie hat ihre anfängliche Kommunikation mit uns eingestellt, nachdem wir offenbar unbequeme Fragen gestellt haben.
Es wurde daraufhin vom Stanglwirt eine prof. PR-Agentur (Marcel Brunnthaler) eingeschaltet, die unsere Fragen ebenfalls nicht beantwortete. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft den Fall zu prüfen.

Nach den internationalen WDSF/ProWal-Protesten (auch über Facebook) hat uns der Stanglwirt (Fam. Hauser) verbindlich zugesagt, dass es in dem Hotel-Auarium nie wieder Haie geben wird.

16.07.2011 Hochrhein-Zeitung: - Bestürzung über Tod eines Hais im Aquarium des Stanglwirt

Foto: privat/WDSF

Geschützter Schwarzspitzen Riffhai im Biohotel-Stanglwirt

"Die deutschen Meeresumweltschutz-Organisationen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) und ProWal protestierten im Juni bereits gegenüber dem „Bio-Hotel Stanglwirt“ in Going/Tirol gegen die Haltung eines geschützten Schwarzspitzen Riffhais in einem 28 Kubikmeter-Aquarium der Hotel-Sauna. Die Eigentümerfamilie Hauser des Promi-Hotels reagierte schnell und veranlasste den umgehenden Transfer des Zwei-Meter-Hais in den Aquazoo Schmiding, nachdem verschiedene Aquarien in Deutschland und österreich eine Aufnahme abgelehnt hatten.

Nach einem dreistündigen Transport verstarb der Hai am vergangenen Montag. Bereits vor einem halben Jahr war ein anderer Hai in dem relativ kleinen Aquarium von dem jetzt verstorbenen Tier totgebissen worden.

Bereits in der Transportkiste war der Hai ins Koma gefallen. Helfer bemühten sich in Schmiding 12 Stunden lang vergeblich um das Überleben des Tieres. WDSF und ProWal kritisieren die Umstände des Transports und dass sie trotz ihres Angebots in die Abwicklung des Transfers nicht eingebunden wurden.
Sie vermuten nun Transportmängel, die zum Stress-Tod des Hais geführt haben.

Fot: privat/WDSFDer Meeresbiologe Robert Hofrichter (Geschäftsführer der Organisation „mare-mundi“), hatte auf Wunsch des Stanglwirts die Transportvorbereitungen begleitet. In einem Gespräch mit dem WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller teilte Hofrichter gestern mit, dass der Hai bereits vor dem Transport verletzt und blind gewesen sei.
Eine Einschläferung hätte dem Tier Leid erspart, so Hofrichter.

Die Tierschutz-Organisationen WDSF und ProWal hatten die Hotel-Miteigentümerin Maria Hauser vorsorglich darauf hingewiesen, dass ein Transfer des etwa 12 Jahre alten Tieres Risiken berge und nicht übereilt realisiert werden solle, da es erforderlich sei, dass sich Experten mit dem Transport befassen müssten. Die beiden Geschäftsführer Jürgen Ortmüller (WDSF) und Andreas Morlok (ProWal) hatten sich in einem Schreiben an Maria Hauser Ende Juni „ganz klar gegen eine Unterbringung des Hais im Aquazoo Schmiding“ ausgesprochen und das geplante Becken als „Badewanne“ bezeichnet, weil die vorgesehenen 400 Kubikmeter beispielsweise nur einer Fläche von etwa 10 x 20 Meter bei 2 Meter Tiefe entsprächen und damit zu klein sei, um mit anderen bereits in Schmiding gehaltenen Schwarzspitzen-Haien untergebracht zu werden.

Da eine Auswilderung nach der 12-jährigen Gefangenschaft nach Aussagen der Tierschutz-Organisationen zum sicherenTod des Tieres geführt hätte, hatten sie eine Unterbringung in einer Anlage wie beispielsweise im Meereszentrum Fehmarn mit rund 3000 Kubikmeter Wasser vorgeschlagen.

Die Transportvorbereitung des Tieres wurden nach Angaben von Maria Hauser vom Stanglwirt der Artenschutzorganisation „Sharkproject Austria“, dem Aquaristen Kurt Hofbrucker und dem Meeresbiologen Robert Hofrichter übertragen. Das Sharkproject besteht nach eigener Aussage überwiegend aus Tauchern, die sich „in der freien Natur in der Beobachtung und im Umgang mit diesen Tieren einiges an Wissen und Erfahrung aneignen konnten“, wie sie in einer Stellungnahme zum geplanten Hai-Transfer schreiben.

Sharkproject hatte darauf hingewiesen, dass die Überlebenschance beim Transfer des Hais von der Dauer des Transports abhängig sei. Daher wählte der Stanglwirt nach eigener Aussage den relativ kurzen Transferweg nach Schmiding. Warum nicht auch die zuständige Amtsbehörde über den Transport informiert wurde, konnte Frau Hauser vom Stanglwirt bisher nicht beantworten.

ProWal und WDSF bemängeln, dass sie über das Transportdatum nicht informiert worden waren und dass bei der Transportvorbereitung kein Veterinärmediziner zugegen war. Die Wetterbedingungen seien am Todestag mit knapp 30 Grad Hitze völlig ungeeignet für einen stressarmen Transfer des Tieres gewesen. Für solch einen Transport hätten außerdem Spezialisten aus den USA angefordert werden müssen, so wie es im Meereszentrum Fehmarn üblich sei, selbst wenn ein Hai nur von einem Becken in ein Nachbarbecken gebracht werde, so die beiden Organisationen. Frau Hauser, die sich über den Tod des Hais sehr betroffen zeigte, sagte gegenüber dem WDSF nun eine Autopsie des Hais zu, da auch Fragen zur Medikamentengabe nicht eindeutig beantwortet werden konnten.

Foto: privat/WDSF

Über die zukünftige Nutzung des Aquariums herrschte anfänglich in der Eigentümerfamilie des Hotel Stanglwirt Uneinigkeit. Während sich der Vater, Balthasar Hauser, für weitere Haianschaffungen ausspricht, setzt sich seine Tochter Maria dafür ein, dass das nun verwaiste Becken ohne Haie und nur noch mit Korallen und bunten Zierfischen aus einer Zucht bestückt werden soll."

Heute erhielt das WDSF folgende E-Mail des Inhabers des geplanten Hai-Aquariums. Damit wurde die Forderung unserer WDSF/ProWal-Kampagne erreicht - auch Dank vieler E-Mails an den Betreiber über das soziale Netzwerk Facebook (http://www.facebook.com/home.php#!/event.php?eid=181006968597347). Wir hatten einen weitangelegten Tourismus-Boykott gegenüber der Stadt Neuwied vorbereitet. Bei Facebook gab es dazu eine Online-Protestgruppe.

Rhein-Zeitung, 19.01.2011


Von: Fischzucht Weller [mailto:weller@fischzucht- aubach.de]
Gesendet: Montag, 17. Januar 2011 18:47
An Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Betreff: Projekt Haifischaquarium

Sehr geehrter Herr Ortmüller,

ich habe beschlossen, das Projekt zu ändern. Ich werden keinerlei Haie in das Aquarium setzen. Das Aquarium wird nun als großes Korallenriff gebaut.
Da ich unserem Kulturamt, vormittags den Besuch von Schulklassen zugesagt habe, um auf die Problematik der Haie aufmerksam zu machen, entschließe ich mich, dieses über einen entsprechenden Film zu tätigen.

Mit freundlichen Grüßen
B. Weller

Geplantes Hai-Aquarium mit Erlebnisgastronomie sorgt für Entsetzen bei Tierschützern! In Neuwied (Rheinlandpfalz) sollte ein Hai-Aquarium mit angeschlossenem Restaurant gebaut werden.

Fischzucht Weller: http://www.fischzucht-weller.de/html/presse.html

Foto: Markus Hein - Pixelio.de

Der Eigentümer der Anlage, Fischzüchter Burkhard Weller, hat für den Start drei Schwarzspitzen-Riffhaie gekauft (zwei weitere Haie sind vorgesehen) und gibt an, dass diese Tiere bei ihm auf dem Firmengelände in einer „natürlichen Umgebung“ gehalten werden sollen – und das „artgerecht“! Zudem gibt er an, dass er ein Haifreund sei und er Schulklassen einladen und diese über die Bedrohungen der Haiarten durch den Menschen aufmerksam machen möchte!

Bisher werden bei der Fischzucht Weller neben Forellen, Aalen und Hechten auch Störe in den kleinen Teichbecken gehalten! Weltweit gelten fast alle Störartigen laut IUCN als "endangered" oder "critical endangered" (http://www.iucnredlist.org/apps/redlist/search - potentiell gefährdet).

Da der Schwarzspitzen-Riffhai nicht frei im Meer umher schwimmt, sondern sich die meiste Zeit im Bereich von Korallenriffen, also in unmittelbarer Küstennähe, aufhalten, können sie verhältnismässig einfach - mit Netzen, Fallen und Speeren - erlegt werden. Die spät eintretende Geschlechtsreife, die geringe Wurfgrösse und die lange Tragzeit bewirken jedoch, dass ihre Nachzuchtrate gering ist und ihre Bestände somit schnell schwinden, wenn die Sterblichkeitsrate aufgrund menschlicher Einflüsse über das natürliche Maß ansteigt.

Aus diesen Gründen wurden der Graue Riffhai und der Schwarzspitzen-Riffhai im Jahr 2000 von der Hai-Spezialistengruppe der Weltnaturschutzunion (IUCN) als «fast gefährdet» eingestuft.
Ihre negative Bestandsentwicklung gibt also inzwischen offiziell zu Besorgnis Anlass (WWF - Conservation Stamp Collection  - http://www.markuskappeler.ch/tex/texs2/riffhaie.html - )

In Österreich starben bei der Bestückung eines ähnlichen Hai-Auariums im Jahr 2007 sechs dieser Schwarzspitzen-Riffhaie (http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzspitzen-Riffhai).

Die Tiere für Neuwied stammen nach Angaben des Fischzüchters Weller von dem Tierhändler De Jong in Holland - http://www.dejongmarinelife.nl/