Walfang vor unserer europäischen Haustür

Wakfang auf den FäöerDirekt vor unserer europäischen Haustür werden alljährlich durchschnittlich 850 Meeressäuger (überwiegend Grindwale und Weißseitendelfine) auf den Färöer-Inseln, die nördlich von Großbritannien im Nordatlantik zwischen Norwegen und Island direkt am Golfstrom liegen, an Strandabschnitten getötet.

Vom 21. Mai bis 29. August 2017 wurden insgesamt 1.348 Meeressäuger (1.079 Grindwale und 269 Weißseitendelfine) bei 20 Treibjagden grausam an den Strandabschnitten der Inselgruppe abgeschlachtet. Die Färinger verfügen nach Angaben des U.S. Department of State (s. dort etwa in der Mitte des Berichts unter dem Untertitel "The Faroe Islands") aufgrund ihres Arbeitsmarktes und erheblicher Exporte von Fischereiprodukten über einen hohen Lebensstandards und ein gut etabliertes Sozialsystem. Es heißt in dem U.S.-Bericht: "Die Inseln verfügen über eine gut entwickelte physische und Telekommunikations-Infrastruktur und verfügen über ausgewogene politische, rechtliche und soziale Strukturen. Der Lebensstandard für die Gesamtbevölkerung (ca. 48.000) ist nach Weltnormen hoch ...". Demnach sind die Bewohner nicht auf das grausame Töten der mit Umweltgiften belasteteten Grindwale, einer Delfinart, angewiesen. Die färöische Gesundheitsbehörde rät vom Verzehr des Walfleischs ab. Die Färinger selbst berufen sich auf alte Traditionen und den kostenlosen Nahrungserwerb.

Die Regierung des teilautonomen Inselstaates, der noch dem Reichsverband Dänemark angehört, fügt sich dem Volkeswillen und die jeweiligen Parteien haben Sorge um Wählerstimmen, falls sie ein Walfangverbot erlassen würden, obwohl die Regierung selbst vor dem Verzehr des mit Quecksilber, PCB's und DDE-Giften verseuchten Walfleischs warnt. Für das Jahr 2018 ist geplant, die völlige Unabhängigkeit von Dänemark zu realisieren, das derzeit noch die Hoheit über die Bereiche von Justiz und Verteidigung hat. Der Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) bemüht sich seit dem Jahr 2000 vor Ort auf der Inselgruppe und durch international veröffentliche Dokumentationen das Abschlachten der Grindwale und anderer Delfinarten auf den Färöer-Inseln zu stoppen. Gegen Regelverstöße bei der Waljagd wurde durch das WDSF im Jahr 2010 Strafanzeige gestellt. Durch eine weitere Strafanzeige im Jahr 2013 konnte eine anstehende Treibjagd auf mehr als 50 Weißseitendelfine gestoppt werden. Eine Strafanzeige im Jahr 2014 richtete sich auch gegen die Teilnahme von Kindern bei dem Schlachtvorgang von Grindwalen auf den Färöer-Inseln, die daraufhin durch eine Rechtsgrundlage untersagt wurde. Gleichwohl fand im Jahr 2017 (s. Film) erneut eine Kinderbeteiligung bei einem der Walmassaker statt.

Die EU belegte Schiffe von den Färöer-Inseln im Jahr 2013 mit einem Anlandungs- und Exportstopp in europäischen Häfen aufgrund einer erheblicher Überfischung von Makrelen und Hering durch färöische Fischer. Im Jahr 2014 konnte zwischen der EU und den Färöer-Inseln eine Einigung erzielt werden und der Bann wurde aufgehoben. Fischprodukte machen mehr als 97 Prozent der Exporte der Färöer-Inseln aus, wobei die Hälfte der Makrelenfänge und ein Drittel der gefangenen Heringe in der EU vermarktet werden.

In einer wissenschaftlichen Studie der anerkannten IUCN-SSC (Cetacean Specialist Group) aus dem Jahr 2016 (hier: Details der Studie) wurden in den europäischen Atlantikgewässern lediglich rund 26.000 Grindwale (Pilotwale) und etwa 16.000 Weißseitendelfine ermittelt, die jeweils auf den Färöer-Inseln bejagt werden. Es ist davon auszugehen, dass die Grindwal- bzw. Weißseitendelfin-Bestände in Bereich der Färöer-Inseln keinesfalls höher sind. Demnach sind diese Arten als gefährdet einzustufen.  Die offizielle Walfang-Homepage der Faröer-Inseln geht von geschätzten 778.000 Grindwalen (Pilotwale) im östlichen Nordatlantik und von rund 100.000 Grindwalen im Bereich der Inselgruppe aus. Wissenschaftliche Ergebnisse dieser Schätzungen werden dort nicht dokumentiert.

Vom 21. Mai bis 01. September 2017 wurden insgesamt 1.3488 Meeressäuger (1.119 Grindwale und 269 Weißseitendelfine) bei 20 Treibjagden grausam an den Strandabschnitten der Inselgruppe abgeschlachtet.

Färöer-Grindwaltötungen bis 17.07.2017 - Im Jahr 2014 platzierte ProWal mit WDSF-Unterstützung Vergrämergeräte (Pinger) in verschiedenen Meeresbereichen der Inselgruppe (s.u.), um die Grindwale davon abzuhalten, in die Strandbereiche zu schwimmen, sodass kaum Treibjagden stattfanden:
Foto/Statistik: Sea Shepherd UK

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sea Shepherd UK: "14832 small cetaceans have been killed in the period which by species amounts to 11,038 pilot whales, 3,725 atlantic white sided dolphins, 45 bottle nosed dolphins and 24 risso's dolphins killed in Faroese grindadrap drive hunts.
In addition (not in the data) there has been 31 bottlenose whales killed and/or butchered after accidental strandings in the same period.
"

Hier: Amtliche Walfangstatistik auf den Färöer-Inseln

Hier: WDSF/ProWal-Fotogalerie Färöer-Grindwaljagd

 

Warnhinweis des Auswärtigen Amt bei Reisen auf die Färöer-Inseln - Stand 2017

 

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Kinder beteiligen sich am Walmorden

In einem Bericht des Färöer-Mediums "Norðlýsið" werden Fotos und ein Video mit Kindern gezeigt, die am 20. August 2017 an dem blutigen Walfang im öffentlichen Strandbereich des Ortes Borðoyarvík teilgenommen haben. Bei dieser Treibjagd wurden 27 Grindwale massakriert. Das WDSF hat gegen die unzulässige Kinderteilnahme Strafanzeige bei den Justizbehörden der Färöer-Inseln und Dänemark gestellt.

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WDSF-inititierter Boykott gegen Färöer-Band Týr - arte-TV berichtet

arte TV: "Weil ihr Sänger sich an der traditionellen Waljagd beteiligt, wird die Viking-Metalband Týr von den Färöer Inseln in Deutschland weitestgehend boykottiert. „Tracks“ hat mit beiden Seiten gesprochen." Der TV-Sender arte hat Interviews mit dem Frontmann von Tyr, Heri Joensen, und dem WDSF-Geschäftsführer geführt. Der Beitrag wurde in der Sendung "Tracks" auf arte-TV am 24.02.2017 gesendet.

arte-Beitrag direkt auf YouTube:

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ZDF-Filmteam mit Jürgen Ortmüller (WDSF) - WDSF-Foto
 Hier: ZDF-Filmbeitrag auf Facebook

Die einzig erfolgreiche Methode zur Reduzierung des Grindwalfangs waren bisher Vergrämergeräte durch ProWal/WDSF-Aktionen

ProWal-Pingereinsatz in Taiji/Japan mit Unterstützung des WDSFIm Jahr 2012 wurden insgesamt 716 Grindwale auf den Färöer-Inseln getötet, im Jahr 2013 waren es 1.104 Grindwale und 430 Weisseitendelfine. Im Jahr 2014 fanden "nur" noch 48 der Meeressäuger bei den barbarischen Abschlachtungen ihren Tod, nachdem Helfer von ProWal mit Unterstützung des WDSF mehr als 100 akkustische Vergrämergeräte (Pinger) zur Abschreckung der Grindwale in verschiedenen Meeresbereichen platziert hatten. Die wissenschaftlich anerkannten Geräte kosten jeweils zwischen 150 und 180 Euro und haben eine Akkulaufzeit von bis zu einem Jahr. Die gesamte Aktion, die durch Spenden finanziert wurde, kostete für das Jahr 2014 rund 30.000 Euro. Bereits Ende Juli 2010 wurde eine Pingeraktion von den Walschützern von ProWal und WDSF in kleinerem Umfang im Meeresbereich der Inselhauptstadt Tórshavn durchgeführt. Danach wurden dort im Jahr 2010 keine Grindwale mehr gesichtet.

Mangels weiterer Spenden (Stichwort: Färöer) konnte die Aktion in den Folgejahren ab 2015 leider nicht fortgeführt werden. ProWal und WDSF hoffen jedoch, die Vergrämeraktion nochmals durchführen zu können, wenn genügend Spenden dafür eingehen. Im Jahr 2015 wurden erneut 508 Grindwale abgeschlachtet und im Jahr 2016 waren es 296 der Säugetiere; bis Juli 2017 wurden 924 Meeressäuger bei Treibjagden getötet. Aufgrund einer wissenschaftlichen Studie wurde nachgewiesen, dass Orcas (Killer- bzw. Schwertwale) auch Jagd auf Pottwale und Kleinwale machen. Die von den Orcas bejagten Wale bilden dabei gemeinsame Verteidigungslinien (Quelle: http://bec.ucla.edu/papers/MesnickPaper2.pdf.) Vergrämergeräte (Pinger) mit Orcalaut-Frequenzen haben in diesem Zusammenhang eine entsprechende Wirkung und Grindwale werden dadurch von der Inselgruppe fern gehalten.

ProWal-FotoDas Wissenschaftsmagazin "scinexx.de" berichtete über Pingeraktionen der Tierschützer. Auch die Zeitschrift "natur" hatte über die ProWal/WDSF-Aktion einen Artikel veröffentlicht. Eine beabsichtigte Pinger-Aktion der Organisation Sea Shepherd scheiterte im Jahr 2011 an der Beschlagnahme der Pinger durch den Zoll bei der Einreise auf die Inselgruppe. Bei der Aktion von ProWal und WDSF wurden die Vergrämergeräte jedoch gar nicht erst auf die Färöer-Inseln eingeführt. Die Geräte wurden erfolgreich direkt in den Meersbereichen mit verschiedenen Schiffen eingesetzt.

 

Aktionen und Proteste gegen den Grindwalfang führten zu Verhaftungen

Die Anwesenheit von Sea Shepherd-Helfern im Jahr 2014 auf der Inselgruppe, die bei den Färingern große Nervosität aufkommen ließ, konnte am 30.08.2014 die brutale Tötung von 35 Grindwalen in Sandur leider nicht verhindern. 14 SSCS-Helfer wurden dabei verhaftet, weil sie die Jagd gestört hatten. Sie wurden einen Tag später wieder freigelassen und abgeschoben. Drei Boote der Organisation Sea Shepherd wurden beschlagnahmt. Zukünftig wollen SSCS-Helfer sich bei evtl. Grindwaljagden auf das Dokumentieren beschränken. Die Geschäftsführer von ProWal (Andreas Morlok) und des WDSF (Jürgen Ortmüller) hielten sich nach mehrfachen Dokumentationen in den Vorjahren nochmals von Ende Juli bis Anfang August 2014 eine Woche lang auf der Inselgruppe auf, um die historisch erste Demonstration gegen die grausamen Massaker in der Nähe der Haupstadt Tórshavn durchzuführen. Die Demo, die am höchsten Nationalfeiertag der Färinger "Sankt-Olafs" am 29.07.2014 stattfand, war von den Polizeibehörden genehmigt und wurde von dem dänischen Polizeichef Sörensen kooperativ begleitet. Sea Shepherd-Unterstützer hatten sich nach Absprache von Jürgen Ortmüller (WDSF) mit Paul Watson (Sea Shepherd-Gründer und WDSF-Kuratoriumsmitglied) an der Demonstration nicht beteiligt.

Der ersten Grindwaljagd im Jahr 2015 am  06. Juni 2015 fielen 154 Grindwale zum Opfer. "Monster und Mörder" waren noch die harmlosesten Kommentare, die sich daraufhin in Internet-Netzwerken fanden (hier: Statistik der Schlachtungen). Im Jahr 2015 waren es 508 Grindwale und zwei streng geschützte Nördliche Entenwale, die getötet wurden.

 

Lizenz zum Töten

200 Männer, eine Frau und Kinder nahmen im Februar 2015 an einem ersten Vortrag auf den Färöer-Inseln über die korrekten Methoden der Grindwaljagd teil, um die ab 1. Mai 2015 erforderliche Lizenz zum Töten von Grindwalen und anderen Delfinarten zu erlangen, die nach mehreren WDSF-Strafanzeigen eingeführt wurde. Die aktive Teilnahme an den Treibjagden sind seit dem für Einwohner und Fischer verboten, die über keine Lizenz verfügen. Alle Teilnehmer müssen sich speziell ausbilden lassen, um ab Mai 2015 Grindwalljagden und das Abschlachten durchführen zu dürfen. U.a. dürfen nur noch Haken mit halbrundem Kopf und eine Art Lanze zum Töten der Tiere verwendet werden. Der Einsatz von Messern soll weitgehend verboten werden. Im Februar und im März 2015 waren es bereits insgesamt etwa 2.230 Färinger, welche die Lizenz zum Töten durch Teilnahme an den Vorträgen erhalten haben. Mit weiteren Lizenznehmern ist zu rechnen. Die Färöer-Inseln haben rund 48.000 Einwohner.

Ein Beitrag von Save the Ocean  aus Juli 2017 zeigt, wie die gefangenen Grindwale nach dem Abstechen bis zu ihrem Tod leiden müssen und welch grausamen Spaß die Grindwaljäger an der brutalen Treibagd und den Tötungen haben.

AIDA und Hapag-Lloyd stoppen Anlandungen auf den Färöer-Inseln - TUI Cruises will keinen Boykott

Unbeeindruckt von den Grindwal-Massakern boten AIDA, HapagLloyd und TUI-Cruises bis 2015 Anlandungen bei den Schlachtorten der Färöer-Inseln an und gefährdeten ihre Gäste. AIDA, Costa Crociere und Hapag-Lloyd stoppten nach jahrelangen WDSF-Interventionen ab 2016 b.a.w. ihre Anlandungen auf den Färöer-Inseln; TransOcean verzichtet ab 2018 vollständig auf Färöer-Anlandungen. TUI Cruises hält (noch) nichts von einem Boykott und hat in den vergangenen Jahren und auch 2017 erneut die Inselgruppe angelandet. Gegenüber TUI Cruises mit Mein Schiff hat das WDSF daher aus Tierschutzgründen zum Boykott aufgerufen.

06.07.2016 - Kreuzfahrer-Boykott gegen Färöer (BizTravel)
17.07.2017 - Boykottaufruf gegenüber Tui Cruises wegen Anlandungen auf den Färöer-Inseln nach Walmassakern (mnd)
16.08.2017 - Naturschützer demonstrieren gegen Reederei TUI Cruises (Hamburger Abendblatt)
19.08.2017 - TUI Cruises Demo wg. Färöer-Anlandungen mit Udo Lindenberg-Power (Facebook-Fotostrecke)
21.08.2017 - Walfang: Udo Lindenberg will Kreuzfahrtschiffe stoppen (Hamburger Abendblatt)
22.08.2017 - Udos Herz schlägt für Wale und Delfine (WELT/N24)
22.08.2017 - Panikrocker als Umweltaktivist - Udo Lindenberg macht gegen Wal-Massaker mobil (Hamburger Morgenpost)
23.08.2017 - Wegen Walfangs - Udo Lindenberg fordert Färöer-Boykott (BIZ Travel)

weiterlesen: Thema Kreuzfahrtunternehmen/Färöer - Hintergründe

Gesetzesverstöße bei der Treibjagd führten zur Verschärfung der Regeln

Als sich die ProWal- und WDSF-Geschäftsführer Andreas Morlok und Jürgen Ortmüller im Jahr 2010 auf den Färöer-Inseln als Pseudo-Angler unter die Grindwalfänger begeben hatten und dabei auch viele Gespräche mit Einwohnern führten und Videos vor Ort von den Massakern gesichtet hatten, wurden von den Tierschützern etliche Gesetzesverstöße bei der Grindwaljagd festgestellt.

Das WDSF reichte daraufhin bei der zuständigen Bundespolizei in Dänemark, welche die Justizaufsicht auf den Färöer-Inseln ausübt, eine Strafanzeige ein. Insbesondere bei einer Grindwaljagd in Klaksvik im Jahr 2010 wurden mehrfache Verstöße (u.a. ungesetzliche Tötungsmethoden und Abschlachten bis zum Morgengrauen) gegen die Färöer-Gesetze zur Grindwaljagd sogar selbst von Färingern moniert. Die Generalstaatsanwaltschaft in Kopenhagen teilte dem WDSF im Mai 2013 mit, dass auch das färöische Ministerium für Ernährung einbezogen wurde, das an den neuen Vorschriften des Grindwalfangs durch das Fischereiministerium der Färöer mitgewirkt hat. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte dem WDSF ausdrücklich vorgeschlagen, seine "Überzeugungen im politischen Prozess geltend zu machen". Das Ergebnis findet sich nun auch in der neuen Richtlinie zu den Methoden des Grindwalfangs auf den Färöer-Inseln die unmittelbar nach Abschluss der Strafermittlungen festgelegt wurde. Dies bestätigte den WDSF- und ProWal-Geschäftsführern ebenfalls der dänische Polizeichef Sörensen bei einem weiteren Färöer-Aufenthalt im Jahr 2014. 

Ein Färinger selbst zu den neuen Rechtsvorschriften im Jahr 2014: "Eine große Mehrheit der Teilnehmer der Grindwaljagden wird sich nicht die Mühe machen, an diesen obligatorischen Walfang-Kursen teilzunehmen und vermutlich wird der Walfang dadurch beendet werden können. Je weniger Personen an den Pflichtkursen teilnehmen, desto weniger wird die Walfangjagd ein Teil der Färöer-Tradition. ... In Neufundland wurden in den 1960er Jahren ähnliche neue Regeln ausgegeben. Die meisten Walfänger nahmen an den Kursen nicht teil, sodass der Walfang dort inzwischen fast völlig eingestellt wurde. Dies wird auf den Färöer-Inseln nicht eine sofortige Beendigung des Grindwalfangs bedeuten, aber es der Anfang vom Ende." Nach der anfänglichen Teilnahme durch rund 2.300 Färinger alleine in den Monaten Februar und März 2015 an den Pflichtkursen sieht das WDSF dies anders und geht davon aus, dass die Grindwalmassaker weiterhin intensiv fortgeführt werden (s. amtl. Walfang-Statistik).

Nach den rechtlichen Interventionen des WDSF erließen die Färöer-Inseln weitere neue Rechtsgrundlagen im Jahr 2013:

Skandal aufgedeckt - Deutsche Lebensmittelketten mit verseuchtem Lachs?

Ein färinger Fischer hatte den Tierschützern von ProWal und WDSF auf den Färöer-Inseln berichtet, dass die mit Umweltgiften wie Methyl-Quecksilber und PCB's kontaminierten Innereien der getöteten Meeressäuger nur etwa 200 Meter vor den Küsten in Fjordbereichen mit rund 40 Meter Tiefe auch in unmittelbarer Nähe von Aquakulturen mit Lachsbeständen entsorgt würden. Es dauere ungefähr ein bis zwei Jahre bis sich alle Innereien zersetzen und Fleischrückstände der abgeschlachteten Grindwale im Wasser von den Knochen gelöst hätten. Die Zuchtlachse könnten durch die Nahrungsaufnahme der verseuchten Rückstände ebenfalls mit Giften belastet werden. Die Netzbereiche der Lachskulturen haben jeweils eine Tiefe von 25 bis 30 Metern. In einem einzigen Aquakultur-Rundbecken werden mdst. 70.000 Lachse gehalten. In einem inzwischen gelöschten LIDL-Werbefilm wurde eine Lachszucht im Walfangort Hvannasund beschrieben. Ausdrücklich wurde in dem LIDL-Werbefilm erläutert, dass das Wasser im Fjordbereich der Aquakulturen in ständiger Bewegung ist. Die Lachse würden dort 16 bis 18 Monate bis zur Schlachtung gehalten.
Verfangene Möwe in Aqualkultur-Schutznetz auf den Färöer-Inseln
Das WDSF hat bei LIDL interveniert, den Lachsimport unverzüglich zu stoppen. Die Lebensmittelkette beteiligt sich mittelbar auch an der Tierquälerei von Seemöwen, die sich in den Schutznetzen über den Aquakulturen verfangen und dort elendig sterben (s. Foto lks.). Die Tierschützer haben dies mit Film- und Fotoaufnahmen dokumentiert. Lidl hat sich auch im Jahr 2017 in einer Antwort an das WDSF unbeirrt geäußert, dass sie auch weiterhin Lachs aus Aquakulturen von den Färöer-Inseln im Verkauf verwenden wollen.

Der Stern hat in einem Bericht darauf hingewiesen, dass Lachs von den Färöer-Inseln ein Vielfaches an chlorierten Kohlenwasserstoffen wie Dioxinen, polychlorierten Biphenylen (PCB) und Hexachlorbenzen (HCB), lt. Angaben von US-Forschern im Fachjournal "Science" beinhaltet. Zu den chlorierten Kohlenwasserstoffen zählen viele der giftigsten Substanzen überhaupt. Sie gelten unter anderem als Auslöser von Krebs, neuronalen Veränderungen und Schädigungen des Immunsystems. Bei Farmlachs lag zum Beispiel der durchschnittliche Dioxin-Gehalt elf Mal höher als bei Wildlachs. Zuchtlachs aus europäischen Kühltheken enthielt die höchsten Anteile chlorierter Kohlenwasserstoffe. Wer mehr als ein Mal pro Woche Lachs von Farmen esse, sei möglicherweise einem höheren Krebsrisiko ausgesetzt, folgerten die Forscher aus ihrer Untersuchung. Zuchtlachse aus Schottland und von den Färöer-Inseln waren am stärksten belastet.

LIDL hat auf ausdrückliche Intervention des WDSF trotz des Stern-Berichts auch in den Folgejahren bis 2017 nicht reagiert und verkauft weiterhin den nachweislich gesundheitsbedenklichen Lachs aus Aquakulturen von den Färöer-Insen.

Die blutige Waljagd

Foto: Faroe Information with permission for WDSFSobald Grindwale (Pilotwale) oder andere Delfinarten durch Färinger Fischer, von Helikopter-Taxis aus oder durch Kapitäne der Fähren zwischen den 18 zerklüfteten Inseln in den Fjorden oder in Meeresnähe im Bereich der Färöer-Inseln im Nordatlantik gesichtet werden, verbreitet sich die Nachricht per SMS, Telefon und Radio wie ein Lauffeuer über die gesamte Insel mit ihren rund 48.000 Einwohnern. Bei den Treibjagden werden auch Schnellboote und Jet-Skis eingesetzt, wobei sich die Färinger bei ihrem grausam anmutenden Walfang immer noch auf ihre 400 Jahre alte Tradition berufen. Offiziell gibt es 22 Fangbuchten (Anm.: Im Jahr 2017 wurden drei weitere Fangbuchten freigegeben).

Pinger (Fastakast) WDSf-Foto

Um die Wale in Panik zu versetzen und sie in die zum Schlachten vorgesehenen Buchten zu delegieren, benutzen die Waljäger sogenannte Fastakast, die an Seilen hinter den Booten hergezogen werden und dabei sirenenähnliche Geräusche erzeugen. Steine werden in das Wasser geworfen, um durch Luftblasen eine künstliche Wand zu erzeugen, die das natürliche Sonar der Tiere irritiert.

Entsprechend der nationalen Färöer-Fangvorschriften muss ein Grindwal nach Eintreiben eines Fanghakens in das Atemloch und der Verwendung eines Messers (Lanze) innerhalb weniger Sekunden getötet werden. Das dauert nach Augenzeugenberichten in der Praxis jedoch meist viel länger und die Meeressäuger erleiden einen grausamen und langsamen Tod. Mit einem langen scharfen Messer bzw. einer Lanze wird die Halsschlagader durchtrennt, sodass das Tier noch im seichten Wasser ausbluten soll. Nach spätestens 24 Stunden muss die Schlachtung und die kostenlose Verteilung des Walfleischs an die Teilnehmer und Interessenten der Waljagd aufgrund nationaler Vorschriften beendet sein und die Pier, auf der die Wale aufgebahrt und zerlegt werden, desinfiziert sein. Das Walfleisch und der Speck, das nachweislich stark mit Umweltgiften wie Methyl-Quecksilber und PCB's belastet ist, wird an die Färinger Bevölkerung kostenlos verteilt und in Restaurants und auf Märkten an Touristen und Gäste verkauft, wie die beiden Geschäftsführer Andreas Morlok (ProWal) und Jürgen Ortmüller (WDSF) bei ihren Aufenthalten auf der Inselgruppe in den Jahren 2010 und 2014 aufdecken konnten. Die Bewohner auf den Färöer-Inseln haben das höchste Parkinson-Risko weltweit (s. Welt/N24). Meist beteiligen sich Hunderte von Färöer-Bewohnern mit ihren Kindern als Augenzeugen an den Abschlachtungen, wenn die Grindwaljäger die Tiere in enge Buchten oder an die Strände zum Töten getrieben haben.

Jungen lebenden Eissturmvögeln wird beim Kescherfang der Kopf abgerissen

Aber nicht nur Grindwale, Entenwale und Delfine fallen den grauenhaften Massakern der Färinger zum Opfer. Jedes Jahr im August wird die Jagd auf tausende Jungtiere der Eissturmvögel eröffnet. Zu einem Zeitpunkt, zu dem die jungen Vögel noch Fett ansetzen und dabei flugunfähig sind, werden sie von Färingern mit Keschern aus dem offenen Meer gefischt. Bei lebendigem Leib werden ihnen die Köpfe abgerissen, um sie nach dem Rupfen und Ausnehmen als Delikatesse zu verspeisen. Der Eissturmvogel ist in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt und wird in der Roten Liste der Brutvögel als spezifische Art mit geografischer Restriktion geführt. Bei dem Inselaufenthalt der beiden Tierschützer von ProWal und WDSF schilderte der Betreiber des örtlichen Aquariums in der Hauptstadt Thorshavn die brutale Jagd in allen Einzelheiten. 

Dieses nachfolgende YouTube-Video über den grausamen und brutalen Fang der Eissturmvögel ist nichts für schwache Nerven und kleine Kinder:

 

Färöer-Premierminister rechtfertigt Grindwaljagd und fordert Toleranz und Gastfreundschaft gegenüber Tierschutz-Aktivisten

In einem  am 17.06.2015 veröffentlichten Brief an den Herausgeber der Oxford Mail schreibt Kaj Leo Holm Johannesen, damaliger Premierminister der Färöer-Inseln:

"In den vergangenen 30 Jahren haben Gegner der jahrhundertealten Praxis der Lebensmittel-Verwendung von Grindwalen auf den Färöer Inseln ihre Meinung bei Besuchen geäußert. Jetzt, wo Aktivisten erneut ihre Ankunft in unserem Land bekannt gegeben haben, ermutige ich jeden Färöer Inselbewohner, die gleiche Toleranz und Gastfreundschaft zu zeigen, die so lange unser Markenzeichen als kleiner Inselstaat ist. Während wir das Recht haben, Grindwale zu jagen, müssen wir auch das Recht respektieren, dagegen zu protestieren.

Seit Anbeginn der Zeit hat die Menschheit Tiere als Lebensmittel gejagt. Der Walfang auf den Färöern ist nachhaltig und umfassend geregelt und wird unter überwachten Bedingungen mit einem Schwerpunkt auf den Tierschutz durchgeführt. Es ist ein natürlicher Teil des färöischen Leben und Grindwafleisch und Speck sind geschätzte Nahrungsergänzungsmittel für viele färöische Haushalten. So wie dies ein gesetzlich festgelegtes Recht ist, so sind dies auch die Meinungsfreiheit und das Recht auf friedlichen Protest, die grundlegende Teile einer jeden Demokratie sind.

Die färöische Regierung steht in regelmäßigem Kontakt mit der Polizei. Friedlicher Protest ist eine Sache, aber die Verletzung unserer Gesetze und Eingriffe auf das Volkseigentum der Menschen müssen durch die Polizei, die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zuständig sind, gewürdigt werden. Die Färöer-Inseln sind ein friedliches Land mit einem völlig gerechtfertigten Ruf als offene und einladende Gesellschaft und stolz auf ihre einzigartige Geschichte, Wirtschaft und Kultur. Ich vertraue darauf, dass der färöischen Gastfreundschaft und Offenheit mit Respekt begegnet wird."

Anm.: Der Walfang auf den Färöer-Inseln ist entgegen der Aussage des damaligen Premierministers keinesfalls nachhaltig, zumal die Meeressäuger sich nicht domestizieren lassen. Die natürlichen Bestände werden durch die alljährliche Jagden reduziert. Angaben von etwa 100.000 Grindwalen rund um die Färöer-Inseln beruhen nach Auskunft eines Mitarbeiters des Färöer-Naturkundemuseums gegenüber dem WDSF und ProWal auf Schätzungen. Dabei wurde mit fünf Booten und einem Kleinflugzeug bei einer Zählung die optisch gezählte Menge von Grindwalen eines Quadratkilometers auf eine theoretische Gesamtfläche hochgerechnet. Solche Zählmethoden halten keinen wissenschaftlichen Grundlagen stand. In einer wissenschaftlichen Studie aus dem Jahr 2016 (hier: Details der Studie) wurden in den europäischen Atlantikgewässern lediglich rund 26.000 Grindwale und etwa 16.000 Weißseitendelfine ermittelt, die auf den Färöer-Inseln bejagt werden. Es ist davon auszugehen, dass die Grindwal- bzw. Weißseitendelfin-Bestände in Bereich der Färöer-Inseln (Nordostatlantik) keinesfalls höher sind. Demnach sind diese Arten als gefährdet einzustufen.

Politik und Regierung der Färöer-Inseln

Erst im April 2017 strich das dänische Parlament denjenigen Artikel im Ehegesetz, wonach die Färöer von der Einführung der gleichgeschlechtliche Ehen ausgenommen sind (Dänemark hat die Hoheit für Teile des Justiwesens, der Außenpolitik und der Verteidung der ansonsten autonomen Inselgruppe). Die Unterzeichnung des Gesetzes erfolgte durch die dänische Königin am 3. Mai 2017. Damit waren die Färöer eines der letzten Länder Westeuropas und das letzte Land Nordeuropas, das den gesetzlichen Schutz Homosexueller vor Diskriminierung einführte. Gleichwohl wird die Bevölkerung dadurch eher nicht expandieren.

Seit 1948 gilt: Die Färöer werden als eine Nation innerhalb des Königreichs Dänemark anerkannt, die sich selbst verwaltet. Eine A- und eine B-Liste regelt die Kompetenzen der Landesregierung der Färöer. A-Angelegenheiten sind in voller Zuständigkeit der Färöer, während B-Angelegenheiten mit der Dänischen Regierung abgestimmt werden müssen. Das frei gewählte Parlament hat gesetzgebende Kraft, und der Løgmaður (Regierungschef) muss diese Gesetze ratifizieren.

Außen- und Verteidigungspolitik verblieben vollumfänglich bei Dänemark. Mit der Fámjin-Akte 2005 wurde dies erheblich zugunsten der Färöer geändert. Dort heißt es, dass die Färöer in allen für sie relevanten außen- und sicherheitspolitischen Fragen ein natürliches und echtes Einbeziehungs- und Mitwirkungsrecht auf gleichwertiger Ebene erhalten.

Jeder Reichsbürger auf den Färöern gilt als Angehöriger einer eigenen färöischen Nationalität (Ethnie, Volkszugehörigkeit), die entsprechend im (dänischen) Pass vermerkt wird. Staatsbürgerschaft ist also dänisch, Nationalität färöisch. Dänemark wird auf den Färöern durch die Reichsombudsschaft vertreten, die jedoch kein Stimmrecht hat. Dänemark ist dadurch über parlamentarische Anhörungnen und Beschlüsse der Färöer jeweils direkt informiert.

Dänisch muss in der Schule so vermittelt werden, dass jeder Färinger es gut beherrscht (ab der 3. Klasse bis zum Abschluss). Die Färöer wählen zwei Abgeordnete ins dänische Parlament.

Seit 2005 bilden die Färöer eine Wirtschaftsunion mit Island. Eine politische Union (möglicherweise zusammen mit Grönland) steht derzeit aber nicht auf der Tagesordnung. Ebensowenig sind die Färöer-Inseln Mitglied der EU.

Für das Jahr 2018 ist geplant, die völlige Unabhängigkeit von Dänemark zu realisieren.

Die gegenwärtig amtierende färöische Landesregierung wurde am 15. September 2015 gebildet und ist eine linksliberale Koalition mit dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten (Løgmaður) Aksel V. Johannesen an der Spitze der damit Nachfolger von Kaj Leo Johannesen ist. Der Premierminister Aksel V. Johannesen ist bei Facebook vertreten: https://www.facebook.com/aksel.johannesen. - E-Mail-Adresse des Premierministers Aksel V. Johannesen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Gebrauchsanleitung zum Töten von Grindwalen 

Die NAMMCO (North Atlantic Marine Mammal Commission) veröffentlichte eine Gebrauchsanleitung zum Töten von Grindwalen (Instruction manual on Pilot whaling) auf den Färöer-Inseln. Diese Organisation wurde im Jahr 1992 durch die Walfangländer Norwegen, Island, Grönland und die Färöer-Inseln gegründet. Etliche Nationen, die sich gegen den Walfang aussprechen, erkennen die NAMMCO nicht an.

Filmbeiträge über die Grindwalmassaker

17.08.2010 - Deutsche “Undercover-Angler” des WDSF und ProWal verhindern weiteres Blutbad auf den Färöer-Inseln (Migaloo)

Hier: Weitere Links und Informationen zu den Rechtsgrundlagen der Waltötungen auf den Färöer-Inseln und dem Einfluß des Mutterlands Dänemark

AKTUELL

Fussball-Demo anlässlich des WM-Qualifikationsspiels in der Schweiz gegen die Färöer-Inseln und WDSF-Intervention bei der UEFA führten zur Sperrung von zwei Färöer-Spielern, die an der Tötung von Grindwalen teilgenommen haben

Nachdem bekannt geworden war, dass zwei Fussballspieler der Färöer-Nationalmannschaft an einem Grindwalmassaker am 06. Juli 2016 in Hvannasund aktiv beteiligt waren, hat das WDSF die UEFA und FIFA in einem Schreiben aufgefordert, die Färöer-Inseln für internationale Spiele zu sperren. Das Hamburger Abendblatt berichtete dazu am 12.07.2016:
 "Konsequenzen für Färöer nach Wal-Massaker? - Wegen der Beteiligung zweier Nationalspieler an der Abschlachtung von 43 Grindwalen haben ProWal und das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) die Fifa und Uefa aufgefordert, die Färöer-Inseln für internationale Spiele zu sperren. Laut einem Bericht von sport.de (Anm.: s.a. weltfussball.de) sollen die Färinger Spieler Páll Klettskarð und Sørmundur Kalsø an dem Tier-Massaker am 6. Juli im Nordatlantik mitgewirkt haben. Die aktive Teilnahme von Vertretern von Mitglieds-Verbänden an den Walmassakern sei, ebenso wie Rassismus, keine Vorbildfunktion, so die Argumentation des WDSF."

Auf dem online-Portal von wettbasis.com heisst es am 13.11.2016, dass der färöische Fußball-Trainer aufgrund der angekündigten Protestaktionen in der Schweiz auf die Aufstellung der beiden Nationalspieler Pall Klettskard und Sörmundur Kalsö, die an Grindwaltreibjagden teilgenommen haben, verzichtet hat. Auch das ist ein Erfolg der Demonstration in der Schweiz, denn kaum ein Fußballer vergißt es, wenn er nicht aufgestellt wurde - insbesondere bei einem WM-Qualifikationsspiel.

 

Filmbeitrag über eine grausame Grindwaljagd auf den Färöer-Inseln

Heri Joensen von der Färöer-Band TYR beim Ausweiden eines GrindwalsDas Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) hatte nach Bekanntgabe der Europatour der international bekannten Färöer-Metal-Band TYR mehrfach auf seiner Facebook-Seite (z.B. am 18.08.2016 und am 24.08.2016) aufgerufen, die entsprechenden Musikclubs zu bitten, den Auftritt der Band von der nordatlantischen Inselgruppe abzusagen. Der WDSF-Boykott-Aufruf beruht darauf, dass der Frontmann von TYR, Heri Joensen, die alljährlichen hundertfachen Tötungen von Grindwalen propagiert und an den Ausweidungen der Meeressäuger teilnimmt sowie die Abschlachtungen in den Songs der Band verherrlicht. Tausende von postings und "gefällt mir-Angaben" auf den Facebook-Veranstalterseiten durch Tierschützer führten letztendlich dazu, dass sechs deutsche Veranstalter mitteilten, dass sie die Färöer-Band TYR für die Tour im November 2016 wieder ausgeladen hätten.

Weiterlesen: Boykott-Aufruf gegenüber der Band TYR

16.04.2016
Grindadráp - Out of our backyard (The Artic Journal)

„Seit 2010 hat Sea Shepherd vier Kampagnen auf den Färöer-Inseln organisiert und dabei versucht, die Grindwaljagd zu stören. Färöische Behörden möchten nun sicherstellen, dass es keine fünfte gibt. (Anm.: ProWal und WDSF waren kooperativ in den Jahren 2010 und 2014 auf den Färöer-Inseln zu Dokumentationszwecken und zu der ersten offiziell angemeldeten Demonstration gegen den Grindwalfang - dies soll weiterhin erlaubt sein. Im Jahr 2013 fielen lediglich 48 Grindwale den Färinger Waljägern zum Opfer, weil von den Tierschützern Pinger/Wal-Vergrämergeräte vor den meisten Schlachtbuchten plaziert wurden.)

Um dies zu erreichen, kündigte die Regierung heute an, dass sie Maßnahmen treffen wird, dass die Organisation (Anm.: SSCS) mit ihren Schiffen und Aktivisten nicht mehr die Landesgrenzen überqueren dürfen, berichtet Det Færøske Nyhedsbureau, ein färöisches Medium.

In diesem Jahr könnten solche Maßnahmen noch nicht erforderlich sein, da Sea Shepherd im Januar angekündigt hat, dass sie in diesem Sommer auf den Färöer-Inseln keine Kampagne durchführen wird. Stattdessen wollen sie bezüglich der Jagd indirekt Einfluss auf die Tourismusindustrie nehmen.

Dennoch will die Regierung vorbereitet zu sein, wenn sie versuchen wiederzukommen. Die Organisation versucht mit Schiffen die Grindwale auf das Meer hinaus zu geleiten, bevor färöische Boote die Wale an Land treiben können, wo sie getötet werden.

Die Regierung argumentiert, dass Sea Shepherd, indem sie dies tun, das Leben anderer auf See gefährdet. Polizeiboote und dänische Marineschiffe hatten versucht, Sea Shepherd-Boote von der Jagd fern zu halten, aber die Sea Shepherd Schnellboote haben sich solchen Bemühungen entzogen.

„Aktivisten- Schiffe haben versucht, den Grindwalfang in der Vergangenheit zu stören und das hat zu gefährlichen Situationen geführt", sagte Poul Michelsen, der Außenminister, in einer Erklärung.

Bei einem Vorfall im letzten Jahr behauptet die Polizei, dass Sea Shepherd Aktionen das Leben von zwei Polizisten, zwei Walfängern und einem 10-jährigen Jungen durch „Zick-Zack“-Aktionen zwischen den Schiffen der Färöer in Gefahr brachte.

Mit der neuen Regelung werden die Beamten nun in der Lage sein, dies zu verhindern, indem es ihnen ermöglicht, ein unter ausländischer Flagge fahrendes Schiff das Eindringen in die Küstengewässer zu verbieten, wenn es eine Gefahr für andere darstellt. Falls erforderlich können Schiffe auch daran gehindert werden, in färöische Hoheitsgewässer, eine Strecke von 12 Meilen von der Küste, einzudringen.

Eine zweite Maßnahme wird es für den Einzelnen schwieriger machen, mit Sea Shepherd in Verbindung gebracht zu werden, das Land zu betreten oder aktiv die Arbeit der Jagd vom Ufer aus zu stören.

Sea Shepherd-Sympathisanten (die Organisation argumentiert, keine Mitglieder zu haben) waren in der Vergangenheit von den Färöer-Inseln nach der Teilnahme an Aktionen  ausgewiesen worden. Die Bemühungen Gesetze gegen spezielle Anti-Walfang-Aktivisten zu erlassen, wurden jedoch fallen gelassen wurden, nachdem ermittelt wurde, dass diese Maßnahme wahrscheinlich illegal wäre.

Eine neue Maßnahme wird dieses Problem jedoch lösen indem es ermöglicht, Personen bereits an der Grenze zurückzuweisen, wenn sie eine Gefahr für Recht und Ordnung darstellen, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums.

Eine weitere Maßnahme Anti-Walfang-Aktivisten auszuweisen wird sein, dass die Protest-Tätigkeit für eine Organisation mit der Aufnahme einer Arbeit gleichgesetzt wird. Das Engagement für solche Aktivitäten würde Ausländer den dänischen Einwanderungsgesetze unterstellen, wobei Arbeits-Ausländer eine Arbeitserlaubnis benötigten.

Die neuen Maßnahmen, argumentierte Michelsen, würde immer noch Menschen erlauben, gegen die Waljagd zu protestieren, wenn sie sich an die Rechtsvorschriften des Gesetzes halten.“

Anm.: ProWal und WDSF hatten am 29. Juli 2014, dem Färöer-Nationalfeiertag, die historisch erste bei der Polizei auf den Färöer-Inseln angemeldete Demonstration gegen die Grindwaljagd in der Hauptstadt Torshavn durchgeführt (s. Bericht). Die ARD und ein amerikanischer TV-Sender dokumentierten diese Aktion und führte Interviews mit den Beteiligten. Im Hinblick auf eine mögliche Gefährdung der angekündigten rund 90 Protestanten durch Drohungen in Färöer-Foren hatten die Geschäftsführer der beiden Organisationen beschlossen, die Demonstration mit nur wenigen Teilnehmern durchzuführen.

SSCS hatte sich nach einvernehmlicher Abstimmung zwischen Paul Watson und Jürgen Ortmüller (WDSF) an der Demonstration auf den Färöer-Inseln aufgrund des Nationalfeiertags nicht beteiligt, zumal die offizielle Anmeldung der Demonstration durch ProWal und WDSF erfolgte. Gleichwohl hat Jürgen Ortmüller vom WDSF Aktionen von Paul Watson in den letzten 17 Jahren aktiv unterstützt und wird dies auch weiterhin im gesetzlich zulässigen Rahmen tun (z.B. im Jahr 2000 auf den Färöer-Inseln in individueller Absprache mit Paul Watson und mit fortlaufender Unterstützung anderer Aktionen sowie 2012 nach der Verhaftung von Watson in Deutschland durch juristische Interventionen etc.). Paul Watson ist seit 2008 Mitglied im Kuratorium des WDSF.

 

 

- Wir müssen auch weiterhin sämtliche juristischen und strafrechtlichen Fehler einer jeweiligen Jagd jeweils zur Anzeige bringen und damit auch die zuständigen dänischen Strafverfolgungsbehörden einbeziehen und diese Vorgänge völkerrechtlich anprangern.

- Die Gesundheitsaufklärung bleibt ebenso ein wichtiger Bestandteil, um die Färinger über die gravierenden Folgen ihres Grindwalflweischverzehrs aufzuklären. Der angebliche Vitamin-D-Mangel der Bevölkerung durch die geringe Sonneneinstrahlung, den sie nach eigenen Angaben durch den Grindwalfleischverzehr auszugleichen versuchen, kann durch Fischprodukte zu 100 Prozent ausgeglichen werden. Im Hinblick auf die immense überfischung von Makrelen und Heringen könnte der Fisch kostenlos an die Bevölkerung abgegeben werden.

- Darüber hinaus ist die weltweite Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit über die Medien herzustellen.

- Auch muss ein wirtschaftlicher Druck durch die USA und der EU aufgebaut werden, denn dies sind die Hauptabnehmer der färöischen Fischereiexporte, die 95% der Gesamtexporte ausmachen.

- Ebenso muss der Druck auf Tourismus- und Kreuzfahrtunternehmen international erhöht werden, um Deviseneinfuhren empfindlich zu reduzieren.

- Lebensmittelketten wie Lidl, die Lachzuchten auf den Fräör-Inseln betreiben, müssen in den Fokus ihrer mittelbaren Beteiligung an den Grindwalschlachtungen einbezogen werden und es muss öffentlich darauf hingewiesen werden, dass das Fleisch von Zuchtlachs gesundheitsgefährdend belastet ist.

- Vor-Ort-Aktionen innerhalb der gesetzlichen Grundlagen können die Färinger aufklären

- Im Jahr 2014 konnte durch den Einsatz von Pingern zur Verdrängung der Meeressäuger die Grindwaljagd auf den Färöer-Inseln auf lediglich zwei Treibjagden mit 48 getöteten Grindwalen reduziert werden. Im Jahr 2013 fanden bei 12 Treibjagden noch 1.104 Grindwale und 430 Weissseitendelfine ihren grausamen Tod (Anm.: Die Pinger wurden durch ProWal mit WDSF-Unterstützung ebenfalls in Taiji/Japan eingesetzt und führten dort ebenfalls zum Rückgang der Treibjagden). Diese Vergrämeraktionen werden fortgesetzt, sobald mit weiterer finanzielle Unterstützung durch Spenden (Stichwort: Färöer) die Finanzierung gesichert ist.

Parallel zu allen beispielhaft aufgeführten Maßnahmen werden wir weiterhin die Kommunikation zu den politischen Entscheidungsträgern und Behörden auf den Färöer-Inseln suchen, um dazu beizutragen, dass die grausamen Massaker und die Kontaminierungen der Bevölkerung gestoppt werden.

Jürgen Ortmüller
WDSF-Gründer und Geschäftsführer