Verwaltungsgericht Düsseldorf (WDSF-Foto)

 

(WDSF - Dez. 2016) Verwaltungsgericht Düsseldorf verurteilt den Zoo Duisburg im Oktober 2014 - Todeszahlen und -ursachen durch WDSF-Klage aufgedeckt - Aufgrund der Berufung des WDSF beschloss das Oberverwaltungsgericht NRW im Dezember 2016, dass der Zoo weitere Daten zur Verfügung stellen muss

Urteil des Verwaltungsgerichts gegen die Zoo Duisburg AG:

"Die Beklagte (Anm.: Zoo Duisburg AG) wird verurteilt, der Klägerin (Anm.: WDSF) vollständige Informationen ‑ soweit diese vorliegen – für den Zeitraum ab 01.01.2000 bis 31.12.2007 betreffend

- die tiermedizinischen Tagesberichte einschließlich der Ergebnisse der Blutuntersuchungen,
- die Revierberichte mit Vorkommnissen und die Akten der Futterberichte betreffend alle heute noch im Delfinarium der Beklagten gehaltenen Delfine,
- ferner für die Zeit ab 01.01.2008 bis gegenwärtig die Ergebnisse der Blutuntersuchungen der heute noch im Delfinarium der Beklagten gehaltenen Delfine zu gewähren."

Im Rahmen des Klageverfahrens über zwei Instanzen veröffentlichte der Zoo Duisburg entsprechend des Urteils fortlaufend und zögerlich u.a. diese nachfolgenden Daten auf einer sep. Homepage.

Demnach verstarben insgesamt 38 Große Tümmler lt. Angaben des Zoo Duisburg, wobei die Todeszahlen der vom WDSF recherchierten anderen verstorbenen Delfin- und Walarten bisher vom Zoo nicht veröffentlicht wurden:

- Todeszahlen der von 1978 bis 03.01.2016 verstorbenen 21 Großen Tümmler, die im Zoo Duisburg geboren wurden
- Todeszahlen der von 1965 bis 2003 verstorbenen 17 Großen Tümmler, die als Wildfänge oder von anderen Delfinarien nach Duisburg gekommen sind

Todeszahlen importierter Delfine lt. Duisburger Zoo

Todeszahlen der in den 60'er Jahren importierten neun Delfine:
2 von 9 Tieren verstarben an Fremdkörpern.
1 von 9 Tieren verstarb an einer aus dem Freiland mitgebrachten Schwermetallvergiftung.
4 von 9 Tieren verstarben an Infektionen.
2 von 9 Tieren hatten einen massiven Parasitenbefall.
Insgesamt verstarben sämtliche neun Delfine, die in den 60'er Jahren zwischen 1965 und 1970 importiert wurden.

Todeszahlen der in den 70'er Jahren importierten drei Delfine:
1 von 3 Tieren verstarb an einem Trauma innerhalb des ersten Monats.
2 von 3 Tieren starben an Infektionen nach 9 bzw. 16 Jahren in Duisburg.
Insgesamt verstarben sämtliche drei Delfine, die in den 70'er Jahren zwischen 1971 und 1981 importiert wurden.

Todeszahlen der in den 80'er Jahren importierten vier Delfine:
4 von 4 Tieren verstarben aufgrund einer Infektion unterschiedlichen Ursprungs.

Todeszahl des in den 90'er Jahren importierten drei Delfine:
1 Tier verstarb 2003 aufgrund einer Krebserkrankung


Insgesamt sind nach Angaben des Zoos zwischen 1965 und 2003 17 verstorbene importierte Große Tümmler zu verzeichnen. Zusätzlich verstarben 21 Jungtiere (inkl. Aborte) nach Angaben des Zoos zwischen 1978 und 2016. Demnach fanden bis 2016 insgesamt 38 Große Tümmler und zusätzlich etliche Belugas und andere Wal- und Delfinarten ihren Tod im Zoo Duisburg. Der Nürnberger Zoodirektor Dag Encke bestätigte anlässlich einer Bundestagsanhörung im Jahr 2013, dass von den 26 Delfine, die im Duisburger Zoo geboren worden sind, nur sieben längere Zeit überlebt haben. In den Jahren 2015 und 2016 verstarb erneut jeweils ein Delfin im Duisburger Zoo.

Recherchierte Daten der Jahresberichte des Duisburger Zoos ergaben, dass von 1965 bis 1984 mindestens 49 Wale und Delfine importiert bzw. teilweise durch den damaligen Zoo-Chef Dr. Gewalt selbst gefangen wurden und größtenteils verstarben:

17 Große Tümmler
17 Jacobita-Delfine
5 Toninas
5 Schweinswale
3 Belugas (Heimat Arktis)
2 Sotalia-Delfine

insgesamt 49 Walartige und Delfine

Von diesen 49 Walen und Delfinen wurden bis 1984 drei umgetauscht und verstarben, 29 lebten weniger als drei Jahre lang, 12 lebten 4 bis 18 Jahre und nur fünf wurden älter als 20 Jahre. Demnach starben 49 importierte und 21 Jungtiere im Delfinarium des Zoo Duisburg - insgesamt 70 Wale und Delfine. Es ist daher nach wie vor davon auszugehen, dass der Zoo Duisburg der größte Delfinfriedhof Europas ist.

(s.a. SPIEGEL special aus 1/1997 - Bis 1997 wurden mindestens 47 Delfine in Duisburg "verschlissen")

Weitere Zoo-Veröffentlichungen, die Klagebestandteil des WDSF waren:

- tierpflegerische Tagesberichte mit Futterberichten (ob es sich hier auch um die eingeklagten Revierberichte mit Vorkommnissen handelt, ist noch fraglich)

- Tiermedizinische Daten der einzelnen Tiere mit Blutuntersuchungsergebnisses

- Unvollständige Sektionsbefunde, mediz. Daten und Blutuntersuchungsergebnisse von Tieren, die nicht mehr in Duisburg sind

Gegenüber dem Medium DerWesten meinte die Tierärztin des Zoo Duisburg, Frau Ternes, in einer Veröffentlichung am 13.1.2016, dass das Verwaltungsgerichtsurteil nur dazu verpflichte, die Behandlungen zu veröffentlichen, nicht aber die Untersuchungen. Das WDSF hatte beanstandet, dass bisher weder tiermedizinische Behandlungen noch Untersuchungen während der Schwangerschaft der Delfinmutter Daisy veröffentlicht wurden im Gegensatz zur Delfinmutter Delphi, deren Baby am 24.1.2015 geboren wurde. Gegenüber dem Oberverwaltungsgericht NRW verpflichtete sich Frau Ternes im Dezember 2016, dass es Ziel sei, "die Informationen wie tiermedizinische Tagesberichte etc. in den auf das jeweilige Monatende folgenden 4 Wochen in die Internetseite des Zoos einzupflegen. Dies sei als regelhafte Vorgabe zu verstehen."

Die letzte medizinische Medikation bei Daisy fand angeblich im Jahr 2010 mit insg. 95 Milligramm Diazepam (Valium) statt. Seit dem findet sich bei Daisy keine Medikamention mehr auf der Homepage-Veröffentlichung des Zoos, außer 2,5 Tabletten des Antibiotikums Amox/Clav für 5 Tage direkt nach der Geburt von Darwin im Jahr 2011. Vor der Geburt des Delfinbabys Darwin von Daisy wurden 2011 noch Ultraschalluntersuchungen veröffentlicht; ebenso wie jetzt bei Delphi. Kerstin Ternes in DerWesten: „Wir veröffentlichen bereits mehr als wir eigentlich müssten, zum Beispiel Futtermengen. Eigentlich nur für Herrn Ortmüller, weil sich das sonst keiner anschaut.“ (Anm.: Diese Angaben sollten entsprechend der gerichtlichen Forderung des WDSF dazu dienen, um zu überprüfen, ob die Delfine vor den Shows überhaupt gefüttert werden oder ob sie ihre "Kunststücke" aufgrund von Futterentzug nach dem Belohnungsprinzip machen. Da der Zoo nur die täglichen Futtermengen veröffentlicht, ist nach wie vor nicht feststellbar, wann die Delfine tatsächlich gefüttert werden.)

Der Zoo hatte ganz offensichtlich vor dem Berufungsverfahen seine eigene Auslegung des erstinstanzlichen Verwaltungsgerichtsurteils. Das WDSF hatte gegen das vorgenannte Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf vor dem Oberverwaltungsgericht Münster Berufung eingelegt, denn die Öffentlichkeit hat einen Auskunftsanspruch darauf, was sich hinter den Kulissen des Show-Delfinariums abspielt und somit auch auf sämtliche verfügbaren Daten.

Weitere im Netz veröffentlichte Daten zu den Todesfällen von Walen und Delfinen im Zoo Duisburg:

 

 

 

13.12.2016 - WDR-TV (0:33 Min.)




13.12.2016 - Sat1 mit TV-Bericht - Duisburger Zoo muss ab sofort alle seine Unterlagen und Daten zur Delfinfhaltung offenlegen




(WDSF-15.12.2016) - Zoo Duisburg erfüllte bis zum letzten Termin nicht die Vorgaben des Verwaltungsgerichtsurteils und des OVG-Berufungsbeschlusses und vernichtet Unterlagen - WDSF gewinnt beide Instanzen - OVG beschließt vollständige Kostenübernahme des Zoo

 

Obwohl das Verwaltungsgerichtsurteil Düsseldorf vom 17.10.2014 nach zweijähriger Verfahrensdauer seit dem 10.03.2016 durch den Berufungsbeschluss des OVG Münster hinsichtlich des Tenors im Urteil rechtskräftig war, "der Klägerin (Anm. WDSF) Einsicht in die verfügbaren Unterlagen betreffend die tiermedizinischen Tagesberichte einschließlich der Ergebnisse der Blutuntersuchungen, die Revierberichte mit Vorkommnissen und die Akten der Futterberichte ab 1. Januar 2000 bis gegenwärtig zu gewähren, hat die Zoo-Tierärztin "fehlende Sektionsbefunde", die Teil der tiermed. Tagesberichte sind, laut eigener Aussage erst am 05.12.2016 (s. S. 2 des Wortprotokolls), also erst einen Tag vor dem Erörterungstermin, online gestellt.

Allerdings wäre der Zoo Duisburg bereits nach dem rechtskräftigen Verwaltungsgerichtsurteil direkt nach dem 10.03.2016 verpflichtet gewesen, die Unterlagen online zu stellen und hatte seit dem Urteil vom 17.10.2014 ausreichend Zeit dafür gehabt. Erst am 14.11.2016 wurden die fehlenden Sektionsbefunde für fünf Delfine bei dem Institut der Universität Liège angefordert (s. S. 2 des WP). Auf Seite 4 des Wortprotokolls ergibt sich, dass der Zoo durch seine Tierärztin die durch das Verwaltungsgerichtsurteil der Klägerin (WDSF) zu gewährende vollständige Einsicht in die Tagesberichte ab 01.01.2016 "erst seit 3 Wochen gegeben" hat - also ca. seit Mitte November 2016. Als Begründung gibt die Tierärztin an, dass sie sich in Elternzeit befunden habe. Auch in diesem Punkt hatte der Zoo das Urteil nicht erfüllt und das WDSF hätte die Vollstreckung des Urteils erwirken können.

Die tierpflegerischen Tagesberichte vor dem 01.01.2016 habe der Zoo vernichtet, teilte der Rechtsanwalt des Zoos dem OVG Münster mit Schreiben vom 17.11.2016 mit. In einem Bericht auf Facebook spricht der Zoo Duisburg am 14.12.2016 von "Falschbehauptungen" und "Lügen" des WDSF in Zusammenhang mit den Gerichtsverfahren und bestreitet, dass das WDSF das Berufungsverfahren vor dem OVG gewonnen hätte, was aber eindeutig bewiesen ist, zumal das OVG unanfechtbar beschlossen hat, die Kosten beider Instanzen der Beklagten aufzuerlegen. Dass die Homepage des Zoos zum Delfinarium erst im Verlauf des Gerichtsverfahrens der ersten Instanz nach der Klageforderung des WDSF entstanden ist, verschweigt der Zoo wohlweislich.

Erst unmittelbar vor der Hauptverhandlung der ersten Instanz (17.10.2014)  kam der Zoo Duisburg am 29.09.2014 nach zwei Jahren Verfahrensdauer verfahrenstaktisch teilweise der Klageforderung durch das WDSF nach Transparenz nach, indem auf einer gesonderten Homepage des Zoos Daten teilweise veröffentlicht wurden.

Während des gesamten Verfahrensdauer von rund vier Jahren über zwei Instanzen hat der Zoo nachweislich immer wieder eine Verzögerungstaktik angewandt und Unterlagen vernichtet, offenbar um die begehrten Informationen nicht veröffentlichen zu müssen.



(WDSF-Pressemitteilung vom 13.12.2016) Nach dem Verwaltungsgerichtsurteil gegen den Zoo Duisburg  war nun auch das Berufungsverfahren durch das WDSF für die Delfinschützer erfolgreich - Tod von 70 Walen und Delfinen im Zoo Duisburg aufgedeckt

Aufgrund der Berufung hat das Oberverwaltungsgericht Münster (AZ: 15 A 2350/14) am 06.12.2016 in einem 3 1/2-stündigen Erörterungstermin mit den Beteiligten unter der Leitung von Richter Dr. Maske unter Bezug auf den Beschluss vom 10.03.2016 bestätigt, dass der Zoo nicht nur die medizinischen Berichte und Revierberichte mit Vorkommnissen zur Delfinhaltung für die noch lebenden Tiere zur Einsicht zur Verfügung stellen muss, sondern auch die Daten der bereits im Zoo verstorbenen Delfine.

Inzwischen wurden aufgrund der WDSF-Berufung auch die meisten Daten der bereits verstorbenen Delfine auf die Zoo-Homepage gestellt. Die Verzögerung und noch fehlenden Sektionsbefunde begründete der Zoo bei dem Erörterungstermin vor dem OVG Münster mit der Elternzeit der Duisburger Tierärztin Kerstin Ternes. Vor dem OVG versicherte Frau Ternes, dass auch die ausgefüllten tierpflegerischen Tagesberichte in Zukunft monatlich online gestellt würden, was bisher trotz des ersten Urteils nicht der Fall gewesen war. Im Vorfeld des Erörterungstermins hatte die Beklagte (Zoo Duisburg) am 17.11.2016 gegenüber dem OVG geschrieben, dass sie "wichtigere Aufgaben zu erfüllen hat, als tagesaktuell Berichte für Personen/Organisationen wie die Klägerin bereitzustellen, deren einziges Bestreben es ist, die Delfinhaltung u.a. im Zoo Duisburg zu beenden." Jetzt musste sich der Zoo vom OVG belehren lassen, dass sämtliche Daten des Urteils dem WDSF (ggf. auch per Internetpräsenz) und damit auch der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen sind, da das Urteil rechtskräftig ist.

Dem OVG bestätigte die Beklagte mit einem Schreiben vom 17.11.2016 ausdrücklich, "dass alle eingeforderten Angaben zu den Duisburger Delfinen - soweit verfügbar - vollständig auf der Internetpräsenz der Beklagten eingestellt sind." Dass dies unzutreffend war, hatte das WDSF dem OVG am 02.12.2016 nochmals mitgeteilt. Zu den angeforderten und bisher nicht veröffentlichten Tagesberichten schrieb die Beklagte am 17.11.2016: "Die tierpflegerischen Tagesberichte werden einmal im Jahr entsorgt." Diese drastische Angabe kritisierte das WDSF und bei der Berufungserörterung wies der Zoo darauf hin, dass die noch vorhandenen Tagesberichte ab 01.01.2016 seit etwa drei Wochen online gestellt wären und auch zukünftige Berichte jeweils monatlich online verfügbar gemacht werden. Entsprechend des Verwaltungsgerichtsurteil Düsseldorf hätte der Zoo sämtliche Tagesberichte seit 01.01.2000 dem WDSF zur Einsicht zur Verfügung stellen müssen. Das WDSF vermutet, dass die vernichteten Tagesberichte auch unschöne Vorfälle im Delfinarium beinhalteten.

Das WDSF hat nach den Veröffentlichungen des Zoos jetzt festgestellt, dass seit Bestehen des Delfinariums insgesamt 70 Wale und Delfine im Zoo Duisburg zu Tode gekommen sind. Der WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller zeigte sich entsetzt: „Wir hatten aufgrund eigener Recherchen vor den beiden Gerichtsinstanzen bereits festgestellt, dass es rund 60 Meeressäuger gewesen sein müssten, die im Zoo ums Leben kamen. Die nun addierte Zahl von 70 Tieren ist schockierend. Der Zoo Duisburg ist damit der größte Delfinfriedhof Europas.“

Der Zoo bestätigt mit seinen veröffentlichten Angaben, dass 17 importierte und 21 Jungtiere inklusive Fehlgeburten bei den Großen Tümmlern verstorben sind. Zu diesen 38 verstorbenen Großen Tümmlern kämen bei den Todeszahlen noch andere Delfinarten und Belugawale bis 1984 hinzu, sagt das WDSF. Die Öffentlichkeit hat nach den Gerichtsenscheidungen nun u.a. Einsicht in die Todesursachen von 38 Großen Tümmlern.

Da die sozialen und gelehrigen Delfine im Delfinarium für Show-Kunststücke nach dem Futterbelohnungsprinzip missbraucht werden, hofft der Zoo auf Besucher denen vorgegaukelt wird, dass es sich bei den Show-Mätzchen um ein natürliches Verhalten dieser Tiere handeln würde, was definitiv falsch ist, zumal diese Tiere sich im Freiland niemals so verhalten würden. So bekommen auch Kinder einen völlig falschen Eindruck über die natürlich Verhaltensweisen von Delfinen.

Der WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller setzt sich seit über 16 Jahren für den Schutz von Walen und Delfinen ein. So auch für die Schließung von Delfinarien mit katastrophalen Haltungsbedingungen in kleinen Betonbecken und Gehegen. Das WDSF war wesentlich an der Schließung von mehreren Delfinarien in Deutschland, Europa und der Türkei erfolgreich beteiligt.

Das WDSF fordert vom Zoo und den Aufsichtsbehörden, die Delfinhaltung möglichst schnell zu beenden und ein Nachzuchtverbot aufgrund fehlender Nachhaltigkeit einzuführen. Die verbleibenden Delfine sollten in eine menschenbetreute Meeresbucht transferiert werden, weil sie das natürliches Fressverhalten durch die Fütterungen verlernt hätten. Bis dahin solle der Zoo Duisburg boykottiert werden, appelliert das WDSF an die Besucher, wobei in den letzten fünf Jahren mehr als 170.000 Delfinarien-Aufklärungsflyer durch ehrenamtliche WDSF-Helfer vor dem Zoo verteilt wurden.

Erst im Januar 2016 war ein zweites Delfinbaby innerhalb von fünf Monaten in Duisburg gestorben. Der Zoo verweigert bisher die Beendigung der Delfinhaltung. Im Risikobericht der Wirtschaftsprüfer des Zoos heißt es, dass damit ein Besuchermagnet verloren ginge und der Zoo dann noch weiter in die roten Zahlen rutschen könnte. In allen letzten Jahren musste der Zoo von der Stadt Duisburg und damit aus Steuergeldern bezuschusst werden, im Jahr 2015 mit 3.078.000 Euro. Gleichwohl konnte der Allwetterzoo Münster nach der Schließung des Delfinariums im Jahr 2012 steigende Besucherzahlen verzeichnen. Jetzt halten nur noch die Zoos in Duisburg und Nürnberg Delfine. Zehn Einrichtungen mit Delfinhaltung hatten in Deutschland in der Vergangenheit aufgrund hoher Todesfälle und behördlicher Auflagen schließen müssen. WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: "Die bisherige rückläufige Entwicklung der Delfinarien hat gezeigt, dass sie Auslaufmodelle sind."

 

Weitere im Netz veröffentlichte Daten zu den Todesfällen von Walen und Delfinen im Zoo Duisburg:

 

 

Gefangenschaft treibt Delfine in den Selbstmord (Welt/N24)

Demo Duisburg 01.06,2016 (WDSF-Foto)    Demo Duisburg 01.06,2016 (WDSF-Foto)

 

Demo Duisburg 01.06,2016 (WDSF-Foto)

ProWal- WDSF-Demo vor dem Duisburger - Fotostrecke (Facebook)

 



 

Der Zoo Duisburg und seine Delfine - "Wieso mussten in Duisburg zwei Delfinbabys innerhalb eines halben Jahres sterben?" (WDR 28.01.2016)

Die Sektionsbefunde einiger verstorbener Delfine wurden erst kurz vor dem gerichtlichen Erörterungstermin im Berufungsverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Münster (06.12.2016) aufgrund der Klage des WDSF vom Zoo im November 2016 erstmalig veröffentlicht.

 

Derzeit überlebendes Delfinbaby "Debbie" (WDSF-Foto)17.02.2016 - Delfin-Baby "Debbie" ist wohlauf "Zoo züchtet auf Teufel komm raus" (WDR-Text)

17.02.2016 - Delfin-Nachwuchs „Debbie“ im Duisburger Zoo wohlauf - WDSF Kritik (Focus online)
11.02.2016 - Todesursache des Duisburger Delfin-Babys weiter unbekannt (DerWesten)

Anm. zum Beitrag in DerWesten vom 11.02.2016:
Bis heute wurden noch niemals Ergebnisse von pathologischen Untersuchungen der vielen verstorbenen Großen Tümmler vom Zoo Duisburg veröffentlicht!

 

 

Zoodirektor Winkler hat "keine Ahnung" über Todesursachen und verbreitet Lügen

Am 25.08.2015 vermeldete der Zoo nach dem plötzlichen Tod des Delfinbabys von Pepina nach nur einer Woche: "Um PEPINAs Jungtier den Start ins Leben zu erleichtern, erhielt es am zweiten Lebenstag eine einmalige antibiotische Unterstützung." Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) kritisierte, dass auch die Delfinmutter Pepina selbst während der Schwangerschaft an mdst. 13 Tagen ein Antibiotikum wegen eines Hustens und ein Actinobacterium aufgrund eines Pilzbefalls verabreicht bekam, wie sich aus den tiermedizinischen Berichten des Zoos ergibt. Da sich die Tiermedizin bei der Behandlung von Delfinen an der Humanmedizin orientiert, stellt sich die Antibiotikagabe als tiermedizinische Fehlbehandlung dar, die während der Schwangerschaft auch ein Risiko für das ungeborene Delfinbaby bedeutete. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Antibiotika bei Hustenviren, wobei der Husten meist mit einer Bronchitis einhergeht, völlig wirkungslos sind (Quellen: Wenzel, R.P. et al.: N. Engl. J. Med. 2006; 355 : 2125-2130 und Denne, C. et al.: Arzneiverordnung in der Praxis 2007; Heft 4:  99-100). Durch einen Schnelltest lässt sich feststellen, ob ein Husten durch Viren oder Bakterien ausgelöst ist. Das Risiko von Nebenwirkungen (z.B. Darmentzündung und Antibiotikaresistenz) wird in der Humanmedizin heute weitaus höher eingeschätzt, als die Behandlung eines Hustens mit Antibiotika.

In dem Homepage-Beitrag vom 25.08.2015 hieß es zuerst vom Zoo, dass Pepinas Baby an einer Lungenentzündung verstorben sei. Damit wollte man offenbar die unsinnige Antibiotikabehandlung begründen. Kurze Zeit später wurde auf der Zoo-Homepage am 15.09.2015 darauf hingewiesen, dass "Herz-Kreislaufversagen" die Todesursache gewesen sein soll. Gegenüber dem WDR (s.o.) sagte Winkler dann am 28.1.16, dass er "überhaupt keine Ahnung habe" woran die Delfine verstorben sind. Was soll man dem Zoo da noch glauben? Am 24.08.2015 wurde eine Sektion des verstorbenen Delfinkalbs von Pepina vorgenommen. Demnach datiert der zusätzliche mikrobiologischen Befund vom 31.08.2015. Der erst im November 2016 aufgrund der Berufung des WDSF vor dem OVG Münster veröffentlichte Sektionsbericht datiert vom 14.01.2016. Wenn Winkler gegenüber dem WDR (Bericht vom 28.01.2016) behauptet hat, dass er "überhaupt keine Ahnung habe" woran "seine" Delfine sterben, ist das erneut eine glatte Lüge, denn der Sektionsbericht für das verstorbene Kalb von Pepina lag ebenso wie andere Berichte verstorbener Delfine zu diesem Zeitpunkt bereits vor.

Gegenüber der WAZ äußert Zoodirektor Achim Winkler am 11.02.2016: "Wir haben, bis auf eine Ausnahme, im Delfinarium noch nie ein Jungtier durch Krankheit verloren, das die ersten beiden Wochen überlebt hat.“ Erneut eine glatte Lüge, denn Winkler verschweigt, dass mindestens sieben Delfinbabys kein halbes Jahr überlebt haben und fast alle an Erkrankungen verstorben sind. Dies ergibt sich sogar aus dem eigenen Homepage-Beitrag des Zoos. Ebenso wird verschwiegen, dass seit Bestehen des Delfinariums über 60 Wale und weitere Delfinarten im Zoo Duisburg verstorben sind. Wie lange soll die Öffentlichkeit noch belogen werden? Eine der Möglichkeiten ist ein Boykott des Zoos Duisburg aus Tierschutzgründen, zumal es weitaus schönere und attraktivere Freizeiteinrichtungen gibt.

Der Allwetterzoo Münster hatte nach der Schließung des Delfinariums (2013) steigende Besucherzahlen (knapp 40.000 mehr in 2013). Der damalige Zoo Chef in Münster, Jörg Adler: "Der Weggang der Delfine hat keine negativen Auswirkungen für den Allwetterzoo gehabt." Der Zoo Duisburg und der Tiergarten Nürnberg hatten zeitgleich mehr als 100.000 Besucher verloren und schoben das auf das schlechte Wetter, welches allerdings in Münster aufgrund der geografischen Nähe nicht viel anderes war als in Duisburg.

 

Zoochef Winkler vergleicht Delfin mit Wellensittich

Der Duisburger Zoodirektor Achim Winkler in dem WDR-Beitrag vom 28.02.2016: "Der Delfin ist ein Tier wie ein Elefant, eine Giraffe oder ein Wellensittich auch, wenn man sie richtig hält, und das meinen wir zu tun. ... Das Becken ist wesentlich tiefer, als der ursprüngliche Lebensraum, wo unsere Tümmler ursprünglich herstammen, eben aus den Buchten und Lagunen vor Florida, wo die Beckentiefe (?) gemein nur zwei, drei, vier Meter tief ist und da ist unser Becken tatsächlich tiefer. Wir haben nicht hier, was immer falsch dargestellt wird, Hochseedelfine die im offenen Meer leben in großen Gruppen, die tief tauchen - das können unsere Delfine, die aus den Küstengebieten Floridas kommen von Natur aus gar nicht. ... Trotz allerintensivster pathologischer Untersuchungen sind keinerlei Befunde gegeben, was die Todesursache bei den Deflinen ist. Das heißt wir stehen völlig im Dunkeln, haben überhaupt keine Ahnung, woran sind die Tiere letztendlich gestorben."

WDSF-Stellungnahme zu diesen Aussagen: "Der Delfin ist eben nicht ein Tier "wie ein Elefant, eine Giraffe oder ein Wellensittich", wie Winkler sich äußert, weil es sich im Gegensatz zu den genannten Tieren bei Delfinen um sensible Meeressäugetiere handelt, die schon gar nicht mit einem Wellensittich verglichen werden können und ein ganz anderes Habitat benötigen, als die von Winkler genannten Tiere. Giraffen leben in Freiheit in sehr heißen Gegenden Afrikas und verfügen meist über einen Lebensraum von acht bis 50 Quadratmeilen. Sie grasen in gemächlichem Tempo in einem überschaubaren Bereich. Nur in kritischen Situationen erreichen Giraffen eine relativ hohe Fluchtgeschwindigkeit. Der Lebensraum für Elefanten in Zoos ist ebenfalls wie bei Delfinen weit von dem entfernt, den sie in freier Wildbahn vorfinden. Es ist nicht das erste Mal, dass der Zoodirektor Winkler Delfine mit völlig andersartigen Tieren vergleicht. Zum Thema der Delfinhaltung äußerte sich Winkler in der NRW-Landtagsanhörung am 28.04.2014: "So, wie bei uns zu Hause unser Dackel gut dressiert ist, sind es unsere Delfine auch."  

 

Winkler's Flachwasserlüge

Winkler bezieht sich bei der Herkunft der Delfine im Duisburger Delfinarium immer wieder pauschal auf die Fanggebiete Mexiko und Kuba, die an den Golf von Mexiko angrenzen (Winkler bei der NRW-Landtagsanhörung: "Unsere Tiere stammen aus dem Golf von Mexiko vor Florida."). Winkler will damit den Anschein erwecken, dass die Delfine in Duisburg ursprünglich aus Flachwasserzonen stammen und er behauptet, dass die Duisburger Delfine "nicht tief tauchen können". Damit will Winkler die Beckenhaltung in Duisburg rechtfertigen, die nur eine Tiefe von rund fünf Metern aufweist.

Die Gewässer um Kuba und Mexiko sind jedoch sehr unterschiedliche Lebensräume für Große Tümmler. Bei den derzeit noch lebenden Wildfängen handelt es sich um Ivo (Mexiko) und Pepina (Kuba). Die Delfinmutter Flapine des noch lebenden Delfins Delphi wurde 1981 aus Texas/USA (Golf von Mexiko) importiert und starb 1994. Ebenfalls in 1981 kam das Männchen Playboy aus den Gewässern der Isla Cozumel in Mexiko in das Duisburger Delfinarium und starb 2000 (Nachzuchten durch Playboy sind die beiden noch lebenden Delfine Delphi und Daisy).

Cozumel/Mexiko ist eine der östlichen Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatán vorgelagerte Insel. Selbst die Flachwasserbereiche haben eine Tiefe von bis zu 40 Metern. Cozumel war ursprünglich eine einzige Korallenbank, die flach auf einem etwa 600 Meter tiefen Sockel im Meer lag. Die Gesamtoberfläche des Golfs von Mexiko beträgt etwa 1.550.000 km², von denen das südliche Drittel in den Tropen liegt. Das Mexikanische Becken im Zentrum erreicht eine Tiefe von 4375 m. Dass die Duisburger Delfine, wie von Winkler stereotyp behauptet wird, von Natur aus nicht tiefer als wenige Meter tauchen könnten, ist natürlich völliger Unsinn und soll lediglich eine Rechtfertigung für die kleinen und flachen Betonbecken sein.

 

Zoo Duisburg verschwieg Untersuchungsergebnisse

15.01.2016 - Nach dem Tod eines Jungtiers soll ein neues Drama unbedingt verhindert werden (BILD)

(WDSF - akt. 06.12.2016) Die Duisburger Tierärztin Kerstin Ternes gegenüber der Bild-Zeitung am 15.01.2016: „Ich lerne nur dann von den Toten, wenn ich etwas über die Todesursache erfahre.” Sie wartet "derweil gespannt auf die Ergebnisse der histologischen und bakteriologischen Untersuchung des toten Delfin-Babys." (Anm.: Von dem verstorbenen Delfinbaby von Daisy, das am 03.01.2016 nach 12 Tagen verstorben war). Wie bereits erwähnt: Gegenüber dem WDR sagte Zoodirektor Winkler am 28.1.16, dass er "überhaupt keine Ahnung habe" woran die Delfine verstorben sind.

Bis November 2016 wurden noch niemals Ergebnisse von pathologischen Untersuchungen der vielen verstorbenen Großen Tümmler vom Zoo Duisburg veröffentlicht. Erst kurz vor dem Erörterungstermin der Berufungsverhandlung am 06.12.2016 (WDSF ./. Zoo Duisburg AG) veröffentlichte der Zoo einige Sektionsbefunde. Demnach datiert der Sektionsbericht für das am 03.01.2016 verstorbene Delfinbaby vom 24.02.2016. Während der Gerichtstermins äußerte die Zoo-Tierärztin Frau Ternes, dass die anderen noch fehlenden Sektionsbefunde von den entspr. Instituten angefordert seien und nach Erhalt veröffentlicht würden.

Wir erinnern an die WDSF-Pressemitteilung vom 24.08.2015:
"Delfinkalb stirbt nach nur einer Woche - WDSF kritisiert "Ferrari-Show" im Zoo"

Am 25.08.2015 vermeldete der Zoo: "Um PEPINAs Jungtier den Start ins Leben zu erleichtern, erhielt es am zweiten Lebenstag eine einmalige antibiotische Unterstützung." Das WDSF kritisierte, dass auch die Delfinmutter Pepina während der Schwangerschaft an mdst. 13 Tagen ein Antibiotikum wegen eines Hustens und ein Actinobacterium aufgrund eines Pilzbefalls verabreicht bekam, wie sich aus den tiermedizinischen Berichten des Zoos ergibt.

Zoo Duisburg am 15.9.2015:
"Die Obduktionsergebnisse des am 23. August 2015 verstorbenen Delfinjungtiers von PEPINA weisen auf ein akutes Herz-Kreislaufversagen hin.

Ursprünglich wurde von den Pathologen eine Lungenentzündung vermutet, da Teile der Lunge augenscheinlich verändert waren und eine Lungenentzündung bei neugeborenen Delfinen aufgrund ihres fehlenden Immunitätsstatus keine Seltenheit darstellt. Nach ausführlichen histologischen (feingeweblichen) Untersuchungen konnte eine Lungenentzündung als Todesursache jedoch ausgeschlossen werden. Auch eine in einem Ohr des Jungtieres diagnostizierte eitrige Mittelohrentzündung mit Pilzbeteiligung - ein nicht seltener Befund bei z.B. Schweinswalen in der Nordsee - kam als Todesursache nicht in Frage. Zudem wies das Jungtier einen guten Ernährungszustand und keinerlei Verletzungen auf.

Der Tod trat letztendlich durch akutes Herz-Kreislaufversagen ein, allerdings bleibt der Grund dafür nach den bisherigen pathologischen Befunden weiterhin ein Rätsel, weshalb weiterführende Untersuchungen in der Pathologie angefordert wurden.
Der Tod des Delfinjungtiers und die Schwierigkeit, trotz modernster Diagnostik die genaue Todesursache ermitteln zu können, zeigen auf, dass auch heute noch Vieles erforscht werden muss, um die Tierwelt in Gänze zu verstehen."

Zoodirektor Achim Winkler am 28.01.2016 widersprüchlich gegenüber dem WDR: "Trotz allerintensivster pathologischer Untersuchungen sind keinerlei Befunde gegeben, was die Todesursache bei den Deflinen ist. Das heißt wir stehen völlig im Dunkeln, haben überhaupt keine Ahnung, woran sind die Tiere letztendlich gestorben."
Anm.: Obwohl der Zoo Duisburg nach dem Tod des Delfinkalbs angekündigt hatte, die tiermedizinischen Berichte kurzfristig zu aktualisieren findet sich bisher der letzte Eintrag für die Delfinmutter Pepina am 18.06.2015.

 

Eine Klage eines Duisburger Delfindompteurs (Roland E.) gegen das WDSF wurde im Januar 2013 vom Landgericht Köln abgewiesen. Der Zoomitarbeiter Roland E. wollte gerichtlich erzwingen, dass das WDSF keine Fotos von ihm im Delfinarium auf der WDSF-Homepage zeigen darf. Gegen den ersten abweisenden Gerichtsbeschluss des Landgericht Köln hatte Roland E. vor dem OLG Köln Berufung eingelegt. Ergebnis:

02.05.2013 - Mit Beschluss des Oberlandesgericht Köln (Az.: 15 U 25/13) weist das Gericht darauf hin, dass es beabsichtigt, die Berufung des Klägers Roland Edler (Zoo Duisburg) gegen das Urteil des Landgerichts Köln (Edler ./. WDSF) zurückzuweisen:
"Die Berufung des Klägers hat offensichtlich keine Aussicht auf Erfolg. ... Das Landgericht hat die Klage zu Recht abgewiesen. Der Kläger hat gegen die Beklagte (Anm.: Wal- und Delfinschutz-Forum WDSF) keinen Unterlassungsanspruch wegen der Veröffentlichung ihn zeigender Fotos und/oder seine namentliche Erwähnung auf der Homepage der Beklagten." Weiter heißt es in dem OLG-Beschluss, dass eine Veröffentlichung der vier in Rede stehenden Fotos, die den Kläger bei seiner Arbeit als Delfintrainer im Duisburger Zoo zeigen, auf der von der Beklagten betriebenen Internetseite www.wdsf.eu zulässig ist, da die Frage, ob und ggf. unter welchen Bedingungen u.a. Delfine in Zoos gehalten werden sollte, von erheblichem öffentlichen Interesse ist.

Beschluss des Oberlandesgericht Köln vom 17.05.2013 (15 U 25/13):

"Der Kläger (Anm.: Roland Edler, c/o Zoo Duisburg AG) ist des eingelegten Rechtsmittels der Berufung verlustig und hat die Kosten des Berufungsverfahrens zu tragen, nachdem er seine Berufung gegen das am 09.01.2013 verkündete Urteil des Landgerichts Köln (28 O 236/12) zurückgenommen hat. ... Der Streitwert des Berufungsverfahrens wird auf 15.000,00 € festgesetzt."

Gerichtsbeschlüsse:
1. Instanz LG Köln
2. Instanz OLG Köln

Streibefangene Fotos:

WDSF-Foto Delfinshow Duisburg

Nur durch Füttern vollführen Delfine "Kunststücke"

WDSF-Foto

Gefährliche Streicheleinheiten mit Infektionsgefahr für die Delfine

WDSF-Foto Delfinshow Duisburg

WDSF-Fotos - Delfintrainer im Gespräch mit dem WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller

Die Delfine können beim Herabsinken des Zoo-eigenen Luftballons in das Becken durch Aufnahme des nichtverdaulichen Gummiballons tödliche innere Verletzungen erleiden

WDSF-Foto Delfinshow Duisburg

 

WDSF-Foto

WDSF-Fotos - WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller macht den Delfindompteuer Roland Edler auf die Gefahr aufmerksam. Edler versprach Ortmüller, den Ballon mit einer Hebebühne umgehend zu entfernen ... und verklagte das WDSF vergeblich aufgrund der Veröffentlichung dieser Fotos.

Pressekonferenz im Maritim-Hotel Düsseldorf (WDSF-Foto)

Interviews mit Jürgen Ortmüller (WDSF-Foto))

WDSF/SAVE-Pressekonferenz mit Ric O'Barry in Düsseldorf im März 2012

Proteste vor dem Duisburger Zoo (WDSF-Foto)

Ric O'Barry - Interviews vor dem Duisburger Zoo

lks. Ric O'Barry mit Jürgen Ortmüller (WDSF-Foto)

Delfinschutz-Proteste in Duisburg mit Oscar-
und Bambi-Preisträger Richard O'Barry

(WDSF - 30. März 2012) Richard O'Barry (Oscar - "Die Bucht" 2010, Bambi-Preisträger 2011, Ex-TV-"Flipper"-Trainer, Umweltschutzpreis der Vereinten Nationen (UNEP) 1991) aus Miami hat auf Einladung des Wal-und Delfinschutz-Forum (WDSF) und SAVE Wildlife Conservation Fund (Save the Oceans) am Freitag, den 30. März 2012, an einer Kundgebung gegen die Delfinhaltung des Duisburger Zoos teilgenommen.

Alle Tierschützer und Tierschutz-Organisationen aus dem In- und Ausland waren aufgerufen, mit dem WDSF und Ric O'Barry (EII und WDSF) gegen die Gefangenschaft der Delfine zu protestieren. Rund 200 Teilnehmer aus Belgien, Holland, Schweiz, österreich und Deutschland waren dem Ruf gefolgt und haben mit Bannern und Plakaten friedlich gegen die Delfinhaltung im Duisburger Zoo demonstriert. ARD (Sendung Brisant und WDR-Fernsehen), ZDF, RTL, SAT1, n-tv etc. berichteten in ihren Sendungen und Nachrichten über das Ereignis mit Richard O'Barry. Radio WDR2, Eins-Live und Funkhaus Europa waren mit einem übertragungswagen life dabei. Die großen Zeitungen berichteten über die Protestaktion (DerWesten, BIld-Zeitung, Rheinische Post etc.).


In dem Delfinarium werden nach den rund 60 Todesfällen zwei Wildfänge und sieben Nachzuchten zur Show gestellt. Die Delfine werden niemals ausgewildert werden können und die Delfin-Babys meinen, das Hallendach sei der Himmel - aber es ist die Hölle! Der Tierschützer Jürgen Ortmüller (WDSF-Gründer u. Geschäftsführer) wird von Zoo-Chef Achim Winkler hilflos und entnervt als "Tierschwätzer" bezeichnet. Aufgrund der allwöchentlichen WDSF-Flyer-Verteilung rief er die Polizei. Die unendliche Geschichte des Massensterbens in den Delfinarien muss weltweit ein Ende haben.

Katastrophale Delfinhaltung

Die Delfinhaltung in den viel zu kleinen Betonbecken ist katastrophal. Jede Schlange hat ein besser ausgestattetes Gehege mit Gras, Kletterbäumen und Sträuchern, das ihrem Habitat entspricht. Die Delfine schwimmen stereotyp im Kreis und haben in Gefangenschaft regelmäßig eine abgeknickte Rückenflosse. Außerhalb der Show-Vorführungen dümpeln sie letargisch in den Becken. Die antrainierten Kunststücke absolvieren sie, weil sie hungrig sind. In ihrem natürlichen Lebensraum springen Delfine nicht über Hindernisse, so auch nicht über die Netze ihrer Fänger, und ziehen auch keine Boote mit kleinen Kindern durch das Wasser. Zivilisationskrankheiten werden mit Antibiotikum behandelt. Nachweislich starben im Connyland-Delfinarium (Schweiz) kürzlich zwei Delfine durch Antibiotika-Behandlung. In Gefangenschaft schwimmen die Delfine in völlig kahlen Betonbecken, die wie Sterilisationskammern anmuten - so auch in Duisburg und Nürnberg. Kein Stein, keine Wasserpflanze, keine Muschel oder dergleichen erinnert an die Beschaffenheit des natürlichen Lebensraums im Meer. Die Haltungsbedingungen sind katastrophal. Für Therapien werden die intelligenten Meeressäuger missbraucht - wie im Nürnberger Tiergarten.

Der Zoo Duisburg weist stolz auf seine Nachzuchten hin und führt diese darauf zurück, dass "es den Delfinen doch gut geht". Tiere in Gefangenschaft, die auf engstem Raum gehalten werden, weisen regelmäßig eine erhöhte Vermehrungsrate auf. Fast alle Säugetiere vermehren sich in Freihheit weitgehend kontrolliert, um der Nachzucht und der Population ein überleben zu garantieren. In den kleinen Käfigen und Betonbecken ist auch bei Delfinen der Sexualtrieb das einzige natürliche Verhalten, das sie noch praktizieren können. Dabei kommt es regelmäßig zu Rangkämpfen, sodass immer nur ein geschlechtsreifer Delfinbulle mit Weibchen gehalten werden kann. Selbst in diesem künstlichen Sozialgefüge sind immer wieder Bissverletzungen festzustellen, wie auch bei den Duisburger Delfinen.

Beissender Delfin Zoo Duisburg WDSF-Foto
Beissender Delfin - Zoo Duisburg

Ziel des WDSF ist es, friedlich und gewaltfrei die öffentlichkeit über die grausamen Hintergründe der Delfin-Gefangenschaft aufzuklären. Ziel ist es auch, dass Besucher keine Eintrittskarten für Delfinarien kaufen. Die Nachzuchten müssen gestoppt werden, denn sie sind zu einem Leben in Gefangenschaft verdammt. Den verbleibenden Delfinen soll ein Leben ermöglicht werden, das ihren biologischen Grundbedürfnissen entspricht. Der Kommerz mit intelligenten Meeressäugern muss beendet werden. Das WDSF protestiert seit dem Jahr 2009 regelmäßig vor dem Duisburger Zoo gegen die Delfinhaltung.

Oscar- und Bambi-Preisträger Ric O'Barry: "Deutschland wird sehr bald Delfin-freundlich sein. Wenn die Menschen miteinander kooperieren, schaffen wir das. Kaufen Sie keine Tickets für eine Delfin-Show. Das ist die friedliche gewaltfrei Botschaft mit der wir dieses Problem lösen." (O-Ton Ric O'Barry bei der Bambi-Verleihung und bei der Protestaktion in Duisburg)

Foto Ric O'Barry

Bambi-Verleihung an Richard O'Barry im November 2011

Die Aktion wurde nun bereits im dritten Jahr durchgeführt.

über 170.000 Anti-Delfinarien-Flyer wurden seit 2010 an den Wochenenden vor dem Duisburger Zoo verteilt (Stand okt. 2015). Der Zoo verzeichnete in 2010 einen Besucherrückgang von über 140.000 Besuchern.

14.08.2011 - Demo: Tierschützer fordern Auskunft über Geburtenrate, Medikamentengabe und Todesfälle im Delfinarium Duisburg

10.08.2011 - Millionengeschäfte mit Delfinen - Delfinarium unter Beschuss