13.12.2018 - Tierschützer toben: Wurden Delfine im Duisburger Zoo mit Valium ruhiggestellt? (Focus online)

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26.11.2018 - Kritische Stellungnahme gegenüber der Stadt Duisburg (Unternehmen-Heute)


Delfinarium Duisburg

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren des Rates der Stadt Duisburg,

nachfolgende Stellungnahme bitte ich anlässlich der Sitzung am 26.11.2018 dem Rat der Stadt Duisburg bekannt zu geben.

Am 26.11.2018 will der Rat der Stadt Duisburg über die Beschlussvorlage (öffentlich) Drucksache-Nr. 18-1319 zur Neustrukturierung der Zoo Duisburg AG in einem Rechtsformwechsel zu einer Zoo Duisburg gemeinnützigen GmbH beschließen. Es bestehen erhebliche Bedenken gegen den Beschluss.

Die Stadt Duisburg will zur Umsetzung des Konzeptes 24.771 Stückaktion der Zoo Duisburg AG zu einem Kaufpreis von insgesamt 1 Euro mit wirtschaftlicher Wirkung zum 31.12.2018 an die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (DVV) verkaufen. Wenn bei der DVV durch die Beteiligung ein bedingter Aufwand von mehr als 250 TEUR pro Jahr entsteht, soll eine Option auf Rückübertragung der Geschäftsanteile gegen Erstattung von Kaufpreis und Kapitaleinlagen eingeräumt werden. Die DVV ist zu 100 % eine Gesellschaft der Stadt Duisburg.

Umgesetzt werden sollen eine Eigenkapitalerhöhung um bis zu 15 Mio. Euro durch die DVV und eine Stammkapitalerhöhung um bis zu 575 TEUR durch den Verein der Freunde des Duisburger Tierparks e.V..

Der in den Punkten 3.a. und 4.a. der Problembeschreibung/Begründung dargelegten Erhöhung der städtischen Zuschüsse an den Zoo für die Jahre 2019 bis 2022 sollen auf folgende Planwerte zugestimmt werden:

2019: 4.144.000 Euro
2020: 4.065.000 Euro
2021: 3.969.000 Euro
2022: 4.219.000 Euro

Außerdem soll der Zuschuss für das Jahr 2018 von 2.478.000 Euro auf bis zu 4.068.000 Euro erhöht werden.

Diese Maßnahme hat finanzielle Auswirkungen im städtischen Haushalt.

Die Gehege sollen entspr. des Gutachtens über die Mindestanforderungen zur Haltung von Säugetieren vergrößert werden und zudem ist die Infrastruktur des Zoos (Ver- und Entsorgung, Verkehrsflächen) dringend sanierungsbedürftig, heißt es in der Beschlussvorlage. Ebenso seien die gesetzlichen Anforderungen, die zum weiteren Betrieb des Zoos gehören zwingend einzuhalten. Dass der Ausbau der Gehege entspr. des Gutachtens über die Mindestanforderungen zur Haltung von Säugetieren bei weitem mehr als das geplante Investitionsvolumen kosten wird, ist nicht berücksichtigt.

Die EU-Vorgaben für Beihilfen, dass bei der "Erhaltungszucht / Artenschutz die Zucht bedrohter Tierarten, um diese vor der Ausrottung zu bewahren, mit dem Fernziel, Nachzucht dieser Tiere wieder auszuwildern, um Freilandpopulationen neu aufzubauen oder zu stärken", ist in vorliegendem Fall nicht gegeben, da auch vordringlich nicht bedrohte Tierarten gehalten werden (wie z.B. die Delfine). Die nach dem Freistellungsbeschluss 2012/21/EU der EU-Kommission zu erfüllenden Voraussetzungen sind nicht vollständig gegeben. Eine Finanzierung der Zoo Duisburg AG / gGmbH ist dadurch gefährdet. Der Betrauungsakt der Stadt Duisburg für die Umwandlung in die Zoo Duisburg gGmbH ist daher von der EU nicht zu genehmigen.

Der Stadt Duisburg liegen nach eigenen Angaben keinerlei Ausgaben für die Delfinhaltung vor. Jedoch handelt es sich dabei um das kostenintensivste Gehege im gesamten Zoo. Hier ist durch einen Beschluss herbeizuführen, die Kostenstruktur des Zoos aufzudecken.

Es wurde ein Investitionsvolumen für die nächsten 25 Jahre von mindestens 76 Mio. Euro ermittelt.

Bei der Berechnung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PKF wurde berücksichtigt, wie sich die Jahresergebnisse des Zoos bei Durchführung der Investitionsmaßnahmen entwickeln würden. Aus dieser Berechnung ergeben sich bei finanzmathematischer Barwert-Betrachtung gleichbleibende Verlustabdeckungsbedarfe von rd. 3,243 Mio. Euro p.a.. Für das Alternativzenario „Fortführung des bisherigen Investitionsniveaus“ beläuft sich dieser Betrag auf gleicher Bewertungsgrundlage auf rd. 6,441 Mio. Euro. Es werden bei Nichtdurchführung der Maßnahmen geringere Besucherzahlen und somit geringere Umsatzerlöse erwartet.

Jedoch gibt es keinen Umkehrschluss, dass sich bei Durchführung der Maßnahmen höhere Besucherzahlen ergeben! Die Aussage beruht auf einer reinen Vermutung. Der Zoo verliert seit Jahren alljährlich Besucher, wobei das auf das schlechte Wetter geschoben wurde.

Es gibt keinerlei Perspektive, dass sich die Besucherzahlen bei Durchführung der Maßnahmen erhöhen, sondern eine reine Vermutung. Es wird zusätzlich auf das Know-How im Bereich der Durchführung diverser kaufmännischer Aufgaben sowie aller Personaldienstleistungen der DVV verwiesen. Hier stellt sich die Frage, warum der Zoo diese Bereiche bisher nicht selbst abdecken konnte.

Der Hinweis auf die "Nutzung von Konzern-Ressourcen, die Ausgestaltung einer schlanken Organisation und die Optimierung der Grundprozesse durch Standardisierung“ ist dabei äußerst schwach formuliert. Ob eine umsatzsteuerliche Organschaft bei der Umstrukturierung vorliegt, ist bis heute nicht geklärt. Eine weiterprüfende Prüfung der materialwirtschaftlichen Prozesse und deren Integration in das DVV-System wurde im Jahr 2018 gestartet. Ergebnisses liegen allerdings noch nicht vor.

Es wird lediglich erwartet, dass ein Anstieg des Umsatzes zu erwarten sei. Dieses ist jedoch nicht gesichert. Der Anstieg der Jahresfehlbeträge ist dabei beträchtlich. Bei einer weiteren Umsatzminimierung führt dies zu erheblichen Problemen. Eine genaue Prognose gibt es nicht. Eine integrierte Geschäftsleitung lässt sich auch ohne Umstrukturierung schaffen, ohne dass es zu Maßnahmen wie dieser kommt. Die DVV ist eine 100%-ige Tochter der Stadt Duisburg. Inwieweit die DVV eine Kompetenz in Sachen Zooführung hat, mag ebenfalls bezweifelt werden.

Die Finanzierung des Investitionsvolumes von rd. 76 Mio. Euro macht die Aufnahme von (Bank-)Darlehn durch den Zoo erforderlich. Da der Zoo den Eigenkapitalanteil nicht aufbringen kann, ist eine Beteiligung durch die DVV erforderlich. Um 15 Mio. Euro soll diese Eigenkapitalerhöhung durch die DVV bereitgestellt werden. Dabei wird das Stammkapital der Zoo Duisburg gGmbH um bis zu 10 Mill. Euro erhöht und die Differenz in die Kapitalrücklage eingestellt werden. Nach Umsetzung der Schritte soll die DVV inkl. der eigenen Anteile des Zoos max. 89 % an der Zoo Duisburg gGmbH halten. Dies ist aus fachpolitischer Sicht bedenklich. Weiterhin ist geplant, dass die Stadt Duisburg einen jährlichen Zuschuss direkt an den Zoo leisten wird. Dass dabei die 4 Mill. Euro-Grenze erreicht wird, soll beschlossen werden. Die zur Investitionsfinanzierung aufzunehmenden Darlehen sollen ebenfalls durch Bürgschaften der Stadt Duisburg hinterlegt werden, die jeweils 100 % des Finanzierungsbedarfs abdecken. Derzeit wird erwartet, dass sich im Zeitablauf und unter Berücksichtigung von Tilgungen ein Darlehensbestand von max. 30 Mio. Euro aufbaut. Dass die Tilgungen dabei aus den eigenen Zuschüssen bezahlt wird, ist relevant.

Es ist fraglich, ob die Handlungsgrundlage den EU-Rechtsgrundlagen entspricht. Ob dadurch die Umsatzsteuerfreiheit der städtischen Zuschüsse erlangt werden kann, ist ebenfalls fraglich.

Der Zoo soll von der Stadt Duisburg mit der Erbringung von Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichen Interesse ab 2019 betraut werden (siehe die gesonderte Beschlussvorlage DS 18-1328). Hier ist es ebenfalls fraglich, ob bei dieser Konstellation die Umsatzsteuerfreiheit gewährt werden kann.

Im Kaufvertrag wird beiden Parteien u.a. ein Rücktrittsrecht für den Fall eingeräumt, dass der DVV ein durch die Beteiligung bedingter Aufwand von mehr als 250 TEUR enststeht. Davon ist allerdings aufgrund der Situation auszugehen.

Vor dem städtischen Zuschuss wird für 2018 ein Jahresfehlbetrag von 4.068.000 Euro erwartet. Unter anderem wird dabei eine zwingend vorzunehmende Zuführung zu den Pensionsrückstellungen i.H. von rd. 1,1 Mio. Euro erwartet. Ein entsprechendes Gutachten soll zum 31.12.2018 erstellt werden. Dieses Gutachten ist abzuwarten. Dass dieser Entwicklung im Jahr 2018 gegenläufige positive Effekte aus der Auflösung der Rückstellung und der Einsparung von Bezügen eines Vorstandsmitglieds in den Folgejahren gegenüber steht ist marginal.

Die bereits eingetretenen Ursachen der Ergebnisverschlechterung sind Mindererlöse aufgrund der aktuellen Besucherzahlen ( - 353 TEUR) sowie dringende, unvorhergesehene Instandsetzungen an diversen Gebäuden ( - 134 TEUR). Hier stellt sich die Frage wie die weitere Besucherentwicklung sein wird. Aufgrund der Rückgänge in den vergangenen Jahren und der drastischen Konkurrenzsituation auf dem Markt ist auch weiterhin von rückläufigen Besucherzahlen auszugehen. Dass den Mehraufwendungen i.H. von 1.589.200 Euro im Teilergebnisplan der Beteiligungen (PO 2060) in der Zeile Transferaufwendungen gleich hohe Posten gegenüber stehen, ist eine Farce.

Lt. Gesellschaftsvertrag (Entwurf) erhalten die Gesellschafter keine Zuwendungen aus Mitteln der Gesellschaft. Gleichwohl entstehen Gehälter durch die Installation einer neuen Geschäftsführerin.

In der Beschlussvorlage Drucksache-Nr. 18-1328 soll der Rat der Stadt Duisburg einen Betrauungsakt als beihilferechtskonforme Handlungsgrundlage für die Gewährung von Ausgleichszahlungen an die Zoo Duisburg Aktiengesellschaft (Zoo Duisburg AG künftig: Zoo Duisburg gGmbH) beschließen. Dieser Beschluss ist bis zur Klärung der unklaren Posten aufzuschieben.

Es wird gebeten, diese Stellungnahme noch vor der Sitzung am 26.11.2018 dem Rat der Stadt Duisburg zugänglich zu machen.

 

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Ortmüller
- Steuerberater -

 

26.11.2018 - Aus für Altholzkraftwerk – Millionen für den Zoo (Reinische Post)



Nach langen Jahren erfolgloser Zucht und mehr als 100 verstorbener Delfine und Walarten alleine in den Zoos in Duisburg und Nürnberg fordert das WDSF, dass die Delfinhaltung in Deutschland vollständig aufgegeben wird. Seit über 40 Jahren Zuchtbemühungen gibt es in Europa keinen einzigen Delfin, der ausgewildert wurde.

(WDSF - 02.01.2018) Derzeit gibt es nur noch fünf überlebende Große Tümmler im Zoo Duisburg aus Nachzuchten, zwei Delfine aus Wildfängen und einen separat und isoliert gehaltenen Amazonas-Flussdelfin. Zu verzeichnen sind mdst. 68 verstorbene Delfine und Wale seit 1965 im Zoo Duisburg. Von 31 Nachzuchten bei den Großen Tümmlern haben bisher seit 1978 lediglich neun Tiere überlebt (Stand 18.09.2017). Von diesen neun Delfinen wurden zwei Delfine (Darwin und Diego) in den Rancho Texas-Vergnügungspark nach Lanzarote und zwei Delfine (Dolly und Donna) in den Tiergarten Nürnberg transferiert. Die Todesrate alleine bei den Nachzuchten (incl. 5 Fehlgeburten) liegt demnach bei über 70 Prozent im Delfinarium des Zoo Duisburg. Die Nachzuchtbemühungen sind daher keinesfalls nachhaltig. Die "National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)" beziffert die Lebensspanne von Großen Tümmlern in freier Wildbahn mit 40 bis 60 Jahren. 

Delfinarien sind "Auslaufmodelle"

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: „Die Zeichen der Zeit stehen auf Schließung aller Delfinarien – sie sind Auslaufmodelle. Wir lehnen diese Anlagen ab, auch weil klar geworden ist, dass Zoos keinen Beitrag zur Arterhaltung von freilebenden Delfinpopulationen leisten können und die Haltungsbedingungen der sensiblen Meeressäuger katastrophal ist. Noch nie wurde überhaupt ein Delfin aus einem Delfinarium in der EU wieder ausgewildert. Die Spezies des Großen Tümmlers (Tursiops truncatus) ist nicht gefährdet und es besteht kein Anlass einer künstlichen Populationserhaltung. Die wenigen überlebenden Nachzuchten können nicht ausgewildert werden, weil sie in Gefangenschaft das natürliche Nahrungs-Jagdverhalten nicht erlernt haben. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt in Gefangenschaft deutlich niedriger als bei frei lebenden Delfinen, die ein Alter von über 50 Jahren erreichen können. Trotzdem forcieren die Zoos ihre Zuchtbemühungen. Einen gesetzlichen Zoo-Bildungsauftrag mit über 100 verstorbenen Delfin- und Walarten zu erfüllen, ist makaber. Die Todesrate von Nachzuchten liegt in den beiden deutschen Zoos bei mehr als 70 Prozent. Die "Zeit-online" im Jahr 2015: "Von den 22 Delfinen, die seit 1971 in Nürnberg auf die Welt kamen, sind mittlerweile 17 tot." Von 29 Nachzuchten im Zoo Duisburg (Stand Oktober 2016) haben bisher lediglich acht Tiere überlebt (s.a. WAZ v. 15.05.2013). In erster Linie geht es den verbleibenden Zoos mit Delfinarien in Duisburg und Nürnberg darum, zahlende Zoo-Besucher durch das Show-Angebot anzulocken. Dieses Argument ist jedoch durch die gestiegenen Besucherzahlen in Münster nach Schließung des Delfinariums im Jahr 2013 widerlegt. Rund 60.000 Besucher mehr verzeichnete der Münsteraner Allwetterzoo auch im Jahr 2015."

Extremer Besucherrückgang führt zu Eintrittspreiserhöhungen

Bei den Zoo-Besuchern entstehen inzwischen durch die jahrelange Aufklärung des WDSF und Richard O'Barry (Oscar für den Film "Die  Bucht"und Bambi-Preisträger und Ex-TV-"Flipper"-Trainer) sowie der Organisation ProWal und vielen Helfern in der Öffentlichkeit Vorbehalte gegen die Delfin-Gefangenschaft. Fast 200.000 Aufklärungs-Flyer haben WDSF-Helfer seit 2010 an jedem Wochenende an die Zoo-Besucher in Duisburg verteilt. Seitdem hatte der Zoo Duisburg einen Rückgang von rund 140.000 Besuchern zu verzeichnen; ebenso der Tiergarten Nürnberg vor dem ebenfalls Flyer- und Protestaktionen initiiert wurden. Ab 2016 erhöhte der Zoo Duisburg daher seinen Tages-Eintrittspreis pro Erwachsenen auf 16,90 Euro. Der Tiergarten Nürnberg hat Preiserhöhungen ab April 2018 bis zu 22 Prozent vorgenommen.

Im Lagebericht zur Bilanz 2016 der Zoo Duisburg AG heißt es: "Das Geschäftsjahr 2016 der Zoo Duisburg Aktiengesellschaft zeigt gegenüber dem Jahr 2015 gesunkene Tageskarten ... In 2016 wurden die Jahreskarten- und Vereinsmitgliedschaften erstmals mit dem neuen VdZ-Schlüssel von Faktor 10 multipliziert (Anm.: Dauerkarteninhaber werden mit 10 Besuchen pro Jahr kalkuliert) ..., wohl wissend, dass diese Quote nach jetzigem Kenntnisstand die Obergrenze darstellt. Die in der Vergangenheit angepeilte "Millionenmarke" dürfte somit in der Zukunft unerreichbar werden. ... Das Besucherminus bei den Tageskarten in 2016 beträgt 3,4 % gegenüber dem Vorjahr. ... Das Ziel einer Tageskarten-Besucherzahl von 550.000 Besuchern wurde mit rund 533.000 Besuchern jedoch nicht erreicht. ... Es besteht weiterhin ein Risiko für das Fortbestehen des Zoos, sollte die Stadt Duisburg ihr finanzielles Engagement nicht fortsetzen."

Das bedeutet, dass der Zoo Duisburg seine Besucherzahlen schönt, denn es ist nicht nachgewiesen, dass die in den Besucherzahlen 2016 von 825.973 kalkulierten 10 Besuche pro Dauerkartenbesitzer vollzogen wurden. Die Jahreskarten beliefen sich im Jahr 2016 auf 18.138. Der Verein der Freunde des Duisburger Tierpark e.V. wurde mit seiner Mitgliederzahl von 8.695 Mitglieder im Jahr ebenfalls mit dem Faktor von 10 kostenlosen Jahresbesuchen eingerechnet. Mit der Ruhr.Topcard besuchten 66.262 Besucher im Jahr 2016 den Zoo, die ebenfalls keinen Tagespreis bezahlten mussten.

Der Tiergarten Nürnberg mit seinem schadhaften Delfinarium hat ähnliche Besucherprobleme.

Zoo Duisburg und Tiergarten Nürnberg nicht mehr existensfähig

Es verbleiben jetzt in Deutschland nur noch die beiden Delfinarien im Duisburger Zoo und im Nürnberger Tiergarten. Das WDSF fordert die Schließung der Anlagen und bittet die Besucher, dort keine Eintrittskarten zu kaufen. Nach fortlaufenden Protesten des WDSF und ProWal mit Tierschützern vor dem Tiergarten Nürnberg und dem Zoo Duisburg und nach intensiver Aufklärungsarbeit über die katastrophale Delfinhaltung mussten die beiden Zoos seit dem Jahr 2012 erhebliche Besucherrückgänge verzeichnen. Die Städte Duisburg und Nürnberg mussten ihre alljährlichen Zuschüsse aus kommunalen Mitteln auf über 2,5 Mill. Euro wegen der rückläufigen Zooeinnahmen und aufgrund von Sanierungsmaßnahmen in den maroden Anlagen anheben. Im Jahr 2017 war für den Duisburger Zoo ein kommunaler Zuschuss von 4,3 Mill. Euro erforderlich, um einen Konkurs abzuwenden. Grund war ein Rechenfehler bei den Pensionsrückstellungen und ein weiterer Besucherrückgang der 765.000 Euro weniger Einnahmen verursachte und dass unerwartet rund 366.000 Euro für Instandhaltungsarbeiten ausgegeben werden mussten.

Mehrfache Delfnarienschließungen durch WDSF- und ProWal-Initiativen

Nach jahrelangen WDSF- und ProWal-Interventionen hat das Delfinarium im Allwetterzoo Münster Anfang 2013 aufgrund von aufgedeckten Mängel schließen müssen. Der Münsteraner Zoo-Direktor Jörg Adler dazu gegenüber der Münsterschen Zeitung: "Die Haltung entspricht allen Anforderungen, aber wohl nicht mehr dem allgemeinen Zeitgeist. Für eine zeitgemäße Haltung der Delfine wären 20 Millionen Euro nötig und die haben wir einfach nicht."

Jürgen Ortmüller dazu: "Wir hatten allen Delfinarienbetreibern bereits 2008 mitgeteilt, dass das WDSF dafür sorgen wird, dass auch die verbliebenen drei von ursprünglich zwölf Delfinarien in Deutschland aus Tierschutzsicht schließen müssen. Der Münsteraner Zoodirektor wiederholte unsere Aussagen, dass Delfinarien nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen. Das Delfinarium im Heidepark Soltau hatten wir in Abstimmung mit dem neuen Eigentümer, Merlin Entertainments (London), bereits ebenfalls im Jahr 2008 schließen können, insbesondere da wir Boykottmaßnahmen angekündigt hatten. Merlin Entertainments bestätigte uns schriftlich, dass Delfine in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden können und sie daher das Delfinarium im Heidepark aufgeben. Anfang 2013 hat Merlin Entertainments auch die Delfin-Show im italienischen Delfinarium Gardaland konsequent aufgegeben. Auf der Insel Rügen wurde nach intensiven Interventionen auch durch das WDSF der Plan fallen gelassen, ein neues Delfinarium zu bauen. Das Delfinarium im Vergnügungspark Connyland in der Schweiz musste ebenfalls schließen, nachdem wir in jahrelanger Kooperation mit ProWal katastrophale Mängel aufgedeckt hatten. In Abstimmung des WDSF und Schweizer Politikern wurde im Frühjar 2012 vom Schweizer Parlament ein Delfin-Importverbot gesetzlich beschlossen und damit die Schließung des Delfinariums endgültig besiegelt. Ein weiteres Hotel-Delfinarium in Bodrum (Türkei) wurde nach ProWal/WDSF-Protesten geschlossen."

Reiseveranstalter stoppen Angebote für Delfin- und Orca-Shows

Die großen Reiseveranstalter TUI Deutschland (mit TUI Österreich und Schweiz), Schauinsland Reisen sowie alltours stoppten in Abstimmung mit dem WDSF aus Tierschutzgründen weltweit die Bewerbung von Delfin- und Orca-Shows. In Kooperation mit allen anderen großen deutschen Reiseveranstaltern konnte erreicht werden, dass keines der Delfinarien in der Türkei, in Ägypten, Dubai und vormals in Tunesien mehr angeboten wird.


05.06.2013 - Keine negative Auswirkung für den Zoo Münster nach Delfinarienschließung (Westf. Nachrichten)

21.08.2018 - Winkler-Nachfolge klar: Pfleiderer übernimmt im Zoo Duisburg (WAZ)

07.06.2018 - „Der Zoo war mein Baby!“ Direktor Achim Winkler verlässt Duisburger Zoo - das ist der Grund (WAZ)

 

Der Zoo hat keinen Gesprächbedarf!

Von: info <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!>
Betreff: AW: UIG-WDSF-Anfrage hinsichtlich der Delfinhaltung
Datum: 6. September 2018 15:21:07 MESZ
An: Jürgen Ortmüller <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!>

Sehr geehrter Herr Ortmüller,
vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben die Dokumente auf unseren Internetseiten überprüft und auf den aktuellsten Stand gebracht.
Im Übrigen sind aus unserer Sicht in der Sache alle Argumente zu unseren beiden Standpunkten ausgetauscht, so dass wir keine Notwendigkeit für ein persönliches Gespräch sehen.

Mit freundlichen Grüßen
aus dem Zoo Duisburg

 

Achim Winkler - WDSF-Foto(WDSF - 07.06.2018) Der Duisburger Zoodirektor Achim Winkler ist seinen Job los. Nach all den Katastrophen im Delfinarium und im Finanzbereich des Zoos war dies absehbar. Mit der Installierung der DVV-Prokuristin Astrid Stewin hat eine Kauffrau nun das Sagen im Zoo. Wir vom WDSF werden versuchen, mit ihr über die weitere Haltung der Delfine zu korrespondieren. Der Duisburger Versorgungs- und Verkehrskonzern (DVV) ist nun anstelle der Stadt der Gesellschafter des Zoos. Über die fortlaufenden Unwahrheiten von Achim Winkler haben wir ausführlich auf unserer Homepage berichtet.

08.06.2018 - Direktor Winkler verlässt Duisburger Zoo (RP online)


03.01.2018 - Toter Baby-Delfin im Duisburger Zoo: Obduktion schließt Blutvergiftung als Todesursache aus - warum starb das Jungtier (DerWesten):

Die übliche Ratlosigkeit des Zoo Duisburg nach den zuletzt vestorbenen Delfinbabys

Delfingeburt Duisburg Daisy 22.12.15(WDSF - 03.01.2018) Die Duisburger Tierärztin Kerstin Ternes gegenüber der Bild-Zeitung am 15.01.2016: „Ich lerne nur dann von den Toten, wenn ich etwas über die Todesursache erfahre.”

Bis November 2016 wurden noch niemals Ergebnisse von pathologischen Untersuchungen der vielen verstorbenen Großen Tümmler vom Zoo Duisburg veröffentlicht. Erst kurz vor dem Erörterungstermin der Berufungsverhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht Münster am 06.12.2016 (WDSF ./. Zoo Duisburg AG) veröffentlichte der Zoo einige Sektionsbefunde, wobei bisher immer noch die Vollständigkeit fehlt.

Zoodirektor Achim Winkler am 28.01.2016 widersprüchlich gegenüber dem WDR: "Trotz allerintensivster pathologischer Untersuchungen sind keinerlei Befunde gegeben, was die Todesursache bei den Deflinen ist. Das heißt wir stehen völlig im Dunkeln, haben überhaupt keine Ahnung, woran sind die Tiere letztendlich gestorben."

Gegenüber der WAZ äußert Zoodirektor Achim Winkler am 11.02.2016: "Wir haben, bis auf eine Ausnahme, im Delfinarium noch nie ein Jungtier durch Krankheit verloren, das die ersten beiden Wochen überlebt hat.“ Erneut eine glatte Lüge, denn Winkler verschweigt, dass mindestens sieben Delfinbabys kein halbes Jahr überlebt haben und fast alle an Erkrankungen verstorben sind.

Am 25.08.2015 vermeldete der Zoo nach dem plötzlichen Tod des Delfinbabys von Pepina nach nur einer Woche: "Um PEPINAs Jungtier den Start ins Leben zu erleichtern, erhielt es am zweiten Lebenstag eine einmalige antibiotische Unterstützung." Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) kritisierte, dass auch die Delfinmutter Pepina selbst während der Schwangerschaft an mdst. 13 Tagen ein Antibiotikum wegen eines Hustens und ein Mittel gegen Actinobacterium aufgrund eines Pilzbefalls verabreicht bekam, wie sich aus den tiermedizinischen Berichten des Zoos ergibt. Da sich die Tiermedizin bei der Behandlung von Delfinen an der Humanmedizin orientiert, stellt sich die Antibiotikagabe bei einem Husten nach einer Virusinfektion als tiermedizinische Fehlbehandlung dar, die während der Schwangerschaft auch ein Risiko für das ungeborene Delfinbaby bedeutete.

Das WDSF fordert vom Zoo und den Aufsichtsbehörden, die Delfinhaltung möglichst schnell zu beenden und ein Nachzuchtverbot aufgrund fehlender Nachhaltigkeit ebenso wie in Frankreich einzuführen. Die verbleibenden Delfine sollten in eine menschenbetreute Meeresbucht ihrer Ursprungsländer transferiert werden, weil sie das natürliches Fressverhalten durch die Fütterungen verlernt haben. Bis dahin sollte der Zoo Duisburg boykottiert werden!