Allgemeines zur Delfintherapie

Das Kinderhilfswerk verwendet nach Verhandlungen mit dem WDSF seit 2015 nach dem Ausstieg aus der Delfintherapie-Förderung nachfolgende Stellungnahme, die an alle Interessenten einer Delfintherapie lt. Angaben des Vorsitzenden Dr. Kindermann versandt wird:


 

Der Bundesverband autismus Deutschland e.V. sieht Delfintherapien in Delfinarien weiterhin als bedenklich an

Maria Kaminski, Vorsitzende des Bundesverbandes autismus Deutschland e.V.:

„Trotz intensiver Forschungsarbeiten gibt es nach wie vor keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass eine Delfintherapie Kindern mit Autismus zu Förderung und Heilung verhilft. Um Menschen mit Autismus zu helfen, empfiehlt der Bundesverband dringend eine liebevoll konsequente Erziehung,Verhaltenstherapie mit Sprachanbahnung und Sozialtraining. Delfine sind Wildtiere. Es ist eine Frage der Ethik, ob wir Menschen diese Tiere ihrer Freiheit berauben dürfen, um sie für fragwürdige Zwecke auszunutzen.“

gez. autismus Deutschland e.V. Maria Kaminski (Vorsitzende) Mitglied bei: 
WAO

v.lks.: Jürgen Ortmüller (WDSF-Geschäftsführer),  Ric O'Barry (Dolphin Project, WDSF-Förderer, Oscar für "Die Bucht" und Bambi-Preisträger) Undine Kurth (MdB, Ex-parl. Geschäftführerin Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen), Maria Kaminski (Bundesvorsitzende autismus Deutschland e.V.) bei dem Fachgespräch "Delfintherapie in Deutschland" von Bündnis90/Die Grünen.

In der Pressemitteilung von Bündnis90/Die Grünen im Anschluss an das Fachgespräch heißt es u.a.: "... Die Delfintherapie gerät zunehmend in die Kritik, da die dafür eingesetzten Delfine in den Delfinarien nicht artgerecht gehalten werden können und besonders leiden. Zudem müssen immer wieder Tiere dieser streng geschützten Art aus der Natur "nachgeliefert" werden, um den Bestand der Delfinarien zu sichern, da Nachzuchten in Gefangenschaft so gut wie nie gelingen. Diese Wildfänge wiederum bedrohen den Bestand der Delfine ernsthaft. ... Wir betrachten es als großen Fortschritt, dass sich alle anwesenden Fachleute eindeutig gegen die Haltung dieser großen, intelligenten Meeressäuger in Delfinarien ausgesprochen haben, die nicht einmal entfernt ihren natürlichen Lebensraum nachbilden können. Auch Befürworterinnen der Delfintherapien haben betont, dass diese Therapie nur dort durchgeführt werden kann, wo die Tiere freien Zugang zum Meer haben."



Foto: privat WDSF-Copyright

Auf der Homepage der Dolphin Academy Curacao (Dolphin Curacao See Aquarium), wo sich auch das Curacao Dolphin Therapy & Research Center (CDTC) befindet, das bei dolphin aid im Angebot ist, findet sich eine Aufstellung sämtlicher Delfine. Demnach werden auch Wildfänge für die Delfintherapie missbraucht. 

Demnach handelt es sich bei folgenden Delfinen nach eigenen Angaben um Wildfänge mit Angaben der Fangregion:

Bonnie - Hondurars 1990
DeeDee - Honduras 1995
Annie - Honduras 1996
Renata - Cuba 1999
Caiyo - Cuba 2004
Roxette - Cuba 2004
Romeo - Cuba 2004
Ritina - Cuba 2004
GeeGee - Honduras 1984

Für die Delfintharapie werden nach Angaben der Dolphin Academy Curacao folgende Delfine verwendet:

Bonnie (s.o. - Wildfang Honduras)
Sami - Nachzucht
Chabelita - Nachzucht
Nubia - Nachzucht
Kanoa - Nchzucht
(Papito - Nachzucht - verstarb im Dezember 2015 im Alter von nur 11 Jahren)

Auf der Homepage des Curacao Dolphin Therapy & Research Center (CDTC), das von dolphin aid genutzt wird, finden sich nach eigenen Angaben folgende der Delfine für die Verwendung der Delfintherpie

Bonni (Wildfang)
Sami (Nachzucht)
Chabelita (Nachzucht)
Nubia (Nachzucht)
Kanoa  (Nachzucht)

Demnach wird auf jeden Fall auch der Wildfang Bonnie für Zwecke der Delfintherapie (DAT) bei der dolphin aid-Vermittlung verwendet. Die Delfine für die DAT nehmen auch an Delfinshows teil und machen ihre „Kunststücke“ nach dem Futterbelohnungsprinzip (s. YouTube-Film ab Min. 1:56 - der Futtereimer ist immer dabei, auch bei der DAT, da die Delfine nicht auf Patienten selbst reagieren sondern nur auf die Anweisungen des Personals).

Hier: Bericht einer Mutter über die Delfintherapie ihres behinderten Kindes (Deutsch und Engl.) und ihre Erfahrungen mit dolphin aid

Ein Delfin, der auch in Gefangenschaft ein Wildtier bleibt, treibt ein Therapiekind in Curacao bei hoher Geschwindigkeit auf einem leichten Surfkissen durch das Wasser (YouTube-Film):




AKTUELL

15.03.2016 - Skandal - Dolphin aid „missbraucht“ Hugo Egon Balder für Sponsoring von Delfintherapien (MND) 

(WDSF - 15.03.2016) - Der Düsseldorfer Delfintherapie-Vermittler „dolphin aid“ verwendete jahrelang für seine Spenden- und Sponsorenaufrufe auf seiner Homepage als Aushängeschild auch den bekannten RTL-Moderator, Fernsehproduzenten und Kabarettisten Hugo Egon Balder gegen seinen Willen. Er wird nach wie vor anlässlich eines Golfturniers auf Mallorca als „Botschafter“ der Organisation gelistet. Das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) deckte auf, dass Balder nach eigenen Angaben schon lange kein „Botschafter“ mehr für „dolphin aid" ist, weil er von dem kommerziellen Missbrauch der Delfine bei den Delfintherapien erfahren hat. Trotz Aufforderung durch Balder habe dolphin aid ihn als "Botschafter" nicht gelöscht, so seine Aussage gegenüber dem WDSF. Dies geschah erst nachdem das WDSF das Thema öffentlich gemacht hatte. Hugo Egon Balder hatte sich in der RTL-Sendung "Mario Barth deckt auf" für die "Freiheit für Flipper" ausgesprochen. "Delfine gehören nicht ins Aquarium, sondern ins offene Meer" fordern Mario Barth und viele Prominente in ihrem Appell. In dem RTL-Sendebeitrag berichtete der WDSF-Geschäftsführer über betreute Meeresbuchten für vormals in Delfinarien gefangengehaltene Meeressäuger.

 

16.03.2016 - Howard Carpendale ebenfalls nicht mehr Mitglied bei "dolphin aid" (ots)

Howard Carpendale Hergen Schimpf Heimat20150 honorarfrei

WDSF 19.03.2016/akt. 07.12.2016 - Das Büro des Sängers Howard Carpendale teilte dem WDSF am 16.03.2016 mit, dass "die Mitgliedschaft bei der Organisation vor ca. einem Jahr beendet wurde". Das Büro wolle sich "um die fehlerhafte Informationen im Internet" von dolphin aid kümmern, heißt es in der Mitteilung an das WDSF. Hugo Egon Balder und der Schauspieler Ralf Moeller wurden auf eigenen Wunsch als "Botschafter" auf der Homepage von dolphin aid zuerst nach einem Kontakt mit dem WDSF entfernt. Ralf Moeller wurde später wieder hinzugefügt. Ralf Moeller hatte dolphin aid am 18.03.2016 geschrieben (E-Mail liegt dem WDSF vor), dass dolphin aid mit sofortiger Wirkung veranlassen soll, dass er als Botschafter in dolphin aid-Pressemitteilungen, auf der Website oder in anderen Drucksachen ect. nicht mehr genannt werden soll. Bis zur Aufklärung  wolle er auch an keinen Events von dolphin aid e.V. mehr teilnehmen.

 

 

 

Promis werden als "Botschafter" für Golf-Sponsering vermarktet - Schauspieler Ralf Moeller als dolphin aid-Botschafter in der Kritik

Auf Facebook wurde Ralf Moeller für seine
dolphin aid-Botschaftertätigkeit mehrfach kritisiert:

Facebook-Kommentare an Ralf Moeller im März 2016 auf: https://www.facebook.com/RalfMoeller/photos/a.307160502651152.79442.307160382651164/1126796590687535/?type=3&theaterHoward Carpendale wurde als "Botschafter" auf der dolphin aid-Homepage inzwischen entfernt. Die drei Promis Balder, Carpendale und Moeller waren ebenso werbeträchtig für ein Golftunier von "dolphin aid" im Mai 2016 auf Mallorca eingebunden, das im Jahr 2015 nach Angaben von RP-online für dolphin aid knapp 40.000 Euro an Erlösen einbrachte. Wofür konkret das Geld eingesetzt wurde wird nicht beschrieben. Auf der neuen Homepage des Golfturniers für 2017 werden mehrere Promis unter "Sponsoring" weiterhin erwähnt. Außerdem finden sich die "Golf-Botschafter" Hugo Egon Balder, Howard Carpendale, Ralf Moeller und andere auch auf der entsprechenden dolpin aid-Seite (dort ganz unten). Für das Golfturnier für 2017 heißt es auf der Homepage: "Das Motto lautet auch dieses Jahr wieder "Spaß haben und dabei gutes Tun!"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alljährliche dolphin aid-Gala in Düsseldorf mit Werbung für die Delfintherapie mit Delfinen in Gefangenschaft - Ric O'Barry kündigte Schauspielerin Katy Karrenbauer nach der Gala 2016 seine Facebook-Freundschaft

  • 29.11.2016 - Kritik an dolphin aid-Gala - Delfinschützer Ric O’Barry kündigt Schauspielerin Katy Karrenbauer die Facebook-Freundschaft (mnd)
  • 28.11.2016 - Monica Lierhaus sammelt Spenden für Delfin-Therapie (Bild Zeitung)
  • 28.11.2016 - Launige Nacht mit Losen und Lobreden (RP-online)

    (WDSF - 29.11.2016) Zur 15. Gala sind neben Modeschöpfer Thomas Rath, Ex-Fußballspieler Gerald Asamoah, Hobbythek-Erfinder Jean Pütz, Gourmet-Koch Nelson Müller, Schauspielerin Katy Karrenbauer und Andrea Spatzek, Philipp Danne und Mike Adler, Bachelor Christian Tews, Model Adrian Guse, Beauty-Ärztin Barbara Sturm, Ex-Schwimmer Christian Keller sowie die Moderatorinnen Birgit Lechtermann auch Monica Lierhaus erschienen. Tierschützer protestierten vor dem Hotel. Am Ende kamen durch die Tombola und weitere Spenden 142.000 Euro zusammen. (Anm.: Über die Verwendung der Gelder erteilt dolphin aid auf seiner Homepage keine Auskunft).

    Die Westdeutsche Zeitung schreibt am 28.11.2016: "Doch ausgerechnet bei der 15. Gala am Samstag ist alles anders: Tierschützer des Vereins „Freedom for Dolphins and Whales“ haben sich gegenüber des Hoteleingangs postiert und skandieren über Lautsprecher ihre Parolen: „Therapien mit Wildtieren wie Delfinen sind Tierquälerei“. Dass sich draußen vor dem Hotel einige Aktivisten versammelt haben, wollen nicht alle Gäste mitbekommen haben. Birgit Lechtermann kann die Argumente der Tierschützer nicht verstehen: „Die Delfine auf Curacao leben in einer groß angelegten Lagune, die werden nicht in einem Becken gehalten wie im Delfinarium.“ ... Jean Pütz empfindet die Kritik als überzogen: „Die sollten lieber gegen den Thunfisch-Fang protestieren, wo so viele Delfine als Beifang mit sterben müssen.“

    Aus Sicherheitsgründen hatten die Veranstalter bei der dolphin aid-Gala entschieden, die Begrüßung der Gäste weniger pompös in die erste Etage zu verlegen. So standen die teil-prominenten Gäste abgeschirmt von den protestierenden Tierschützern beim Sektempfang zusammen.

    Der Schauspielerin Katy Karrenbauer (bekannt in der Rolle als Christine „Walter“ in der Fernsehserie Hinter Gittern – Der Frauenknast) liegt das Schlachten der Wale in Japan am Herzen: „Das ist Tierquälerei, aber nicht dieses Projekt. Für die Delfin-Therapie werden keine Tiere gefangen. Sie sind bereits im menschennahen Lebensraum geboren.“ (Anm.: Diese Aussage ist falsch, weil das WDSF nachgewiesen hatte, dass es in der Anlage in Curacao durchaus Wildfänge gibt und nicht alle Tiere dort in Gefangenschaft geboren wurden s.o.). Ric O'Barry, Ex-TV-Delfintrainer der Serie "Flipper" (Oscar für den Film "Die Bucht" und Bambi-Preisträger) und weltbekannter Delfinschützer, löschte seine Facebook-Freundschaft mit Katy Karrenbauer nach den Medienmeldungungen über die Beteiligung von ihr an der dolphin aid-Gala und schrieb: "Regarding DAT and dolphin captivity; If you are not part of the solution you are part of the problem. Ms. Karrenbauer chose to part of the problem. I don't need friends like that."

    Ric O'Barry zum Thema Delfintherapie:
    "Ich bekomme noch immer Anrufe, darunter viele Mütter auch aus Deutschland. Die fragen mich nach Delfintherapien. Und ich sage ihnen die Wahrheit: Fahren sie nicht dahin! Geben sie nicht ihr Geld dafür aus. Solche gefangenen Delfine können ihr Kind nicht heilen. Sie können nicht einmal sich selbst helfen. Sie sind keine Doktoren, keine Heiler - sie sind Opfer!" (Quelle ARD: http://www.mdr.de/brisant/brisant-extra-delfine-laecheln-nicht100.html).

  • 16.12.2015 - Prominente geben 145.000 Euro für Dolphin Aid (RP-online)
  • 29.11.2014 - Das Spendenfest für dolphin aid (Dex Magazin)
  • 01.12.2013 - "Alkoholkranke Blondine - Jenny Elvers im Ganzkörper-Einsatz für den guten Zweck" - (Bild.de)
  • 02.12.2013 - Jenny Elvers zeigt tiefe Einblicke bei "Dolphin Aid" - B-Promis amüsieren sich köstlich (RP-online)
  • 02.12.2012 - über 160.000 Euro auf Benefiz-Party von dolphin aid in 2012 gesammelt - "Törtchen von Pastrami-Lachs und Medaillons vom argentinischen Rinderfilet und Himbeer-Thymian-Sorbert" für die Promis" (Die Welt)

 

Alljährliche Abzocke von "dolphin aid"?

Foto: privat WDSF-Copyright

(WDSF 2015) Dolphin aid, gegründet von Kirsten Kuhnert, ist ein fragwürdiger und finanzkräftiger Unterstützer der DHT (Dolphin Human Therapy) in Deutschland. Jährlich findet eine Gala im Hotel Intercontinental Düsseldorf statt, an der etliche Promis und Firmen teilnehmen und eine Menge Geld zusammentragen - wofür genau ist fraglich. Auf Mallorca vergnügen sich Funktionäre von dolphin aid mit Alt-Promis und Teilnehmern bei einem jährlichen Golfturnier und sammeln ebenfalls Geld bei einer Tombola. Im Jahr 2015 war auch der Schauspieler Heiner Lauterbach dabei, hieß es. Eltern beklagen sich über dolphin aid, da es sich nicht um eine Therapie handeln soll, sondern lediglich um das Schwimmen mit Delfinen (s.u. "öffentliche Kritik an dolphin aid"). Die Mutter eines behinderten Kindes übermittelte dem WDSF einen Bericht über ihre negativen Erfahrungen mit dolphin aid (facebook). Sie spricht davon, dass "auch die Menschen (Anm.: Delfintherapieanbieter) mit der teuren Delphin-Therapie eine recht erträgliche und einfache Art des Einkommens gefunden haben." Dies gehe alles zu Lasten der Delfine. Die Verlierer bei dieser "Delphin-Therapie" seien eigentlich alle Beteiligten, außer dem Anbieter/Veranstalter dieser Therapieform.

Auf der Webseite von "rage & reason" schreibt der Wissenschaftsjournalist Colin Goldner einen kritischen Bericht zur Delfintherapie und ihrer Geschichte.

In einem Artikel vom 15.11.2015 auf Express.de heißt es zu den Geldsammelaktionen von dolphin aid: "Auch Schauspieler Bernd Herzsprung, seit 13 Jahren Botschafter, erleichterte die Gäste um Geld. ... Weitere Gäste des Abends: Ron Williams mit Tochter Ariane Roth und Sohn Julian, Ex-Fußballprofi Uli Stein mit Tochter Jenny, Prinzessin Ursula zu Hohenlohe, Lindenstraße-Star Andrea Spatzek. Spendenergebnis: 147.000 Euro!"

Auf der Homepage der Organisation heißt es: "Es gibt keine wirtschaftlichen Verbindungen zu den Therapiezentren. dolphin aid betreibt kein eigenes Therapiezentrum, sondern ist eine reine Hilfsorganisation und somit völlig unabhängig". Dabei stellt sich allerdings die Frage, warum die dolphin aid-Gründerin Kirsten Kuhnert bei dem Curacao Dolphin Therapy & Research Center (CDTC) als Managerin und Programmdirektorin aufgeführt und ob sie dafür eine entgeltliche Vergütung erhält (s.u.).

Weiter heißt es auf der dolphin aid-Homepage: ... "Nach § 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Abgabenordnung fördern wir nachfolgende, gemeinnützige Zwecke: Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege." Diese Aussage als Grundlage für die Steuerfreiheit und Gemeinnützigkeit von dolphin aid halten wir für fragwürdig, weil die Delfintherapie nicht zum "öffentlichen Gesundheitswesen" gerechnet werden kann. Es wurde von Teilnehmern einer Delfintherapie vermutet, dass die eigenen Reisen und die Vorstandsaufwendungen (Gehälter?) des dolphin aid-Vorstands auch aus den steuerbegünstigten Spendentöpfen bezahlt wird (s. Blog-Beitrag unten). Die Organisation selbst veröffentlicht darüber keine eigenen Angaben.

"Der Arzneimittelhersteller STADA unterstützt u.a. seit 2007 als Hauptsponsor den Verein dolphin aid e.V." heißt es in den dolphin aid news. Etliche andere Firmen-Förderer werden auf der Internetseite von dolphin aid aufgeführt.

 

Kooperation von dolphin aid mit fragwürdigen Delfinarien 

"dolphin aid" zählt zu den finanziell best ausgestatteten Vermittlern von Delfintherapien. Die Therapien werden lt. Angaben des Vereins in Key Largo, Florida, im Dolphin Therapy Center Curacao, im Dolphin Reef in Eilat/Israel und vormals im türkischen Marmaris (Onmega Dolphin Therapy - s. dort auf S. 10) durchgeführt. Sämtliche Anlagen gelten bei Delfinschützern als fragwürdig und umstritten. Die "Delfin-Therapie-Zentren" in Curacao, Florida und Eilat wurden vom "medizinisch-wissenschaftlichen Beirat" von dolphin aid selbst "zertizifiert" und nicht von unabhängigen Prüfstellen! Ebenso förderte dolphin aid nach eigenen Angaben im Tierpark Mundomar in Benidorm (Spanien) ein Projekt, das auch von dem radikalen Pseudo-Delfintherapeuten Branko Weitzmann angeboten wird, der in einem Delfinpark in Tunesien mit Delfinen aus der grausamen Delfintreibjagd aus Taiji/Japan "arbeitete", wie auch die Bild am Sonntag berichtete. Anzahlungen von Eltern für Delfintherapien bei Weitzmann wurden nach deren Angaben von Branko Weitzmann nicht zurückerstattet nachdem er mit seiner Firma in Tunesien pleite gegangen war. Nach Angaben der "Fundación Aqualandia Mundomar" in einem Informationsblatt, das noch im Herbst 2015 verteilt wurde, arbeitet diese Stiftung "mit verschiedenen Organisationen zusammen, wie z.B. Dolphin aid, Dolphin Kids  ...".

Die Kooperation von dolphin aid und Branko Weitzmann ergibt sich auch aus einem Dankschreiben einer Mutter an Sigrun Wenzel von der dolphin aid-Geschäftsstelle in Düsseldorf (unter dem Link auf Seite 9 der dolphin aid News August 2012). Auf Seite 2 dieser News wird das Hotel Dolphin Suites in Curacao hervorgehoben, in dem die Eltern von betroffenen Kindern sich einmieten können. Dort heißt es: "Als erstes Hotel in der Karibik, ausgestattet für Gäste mit Behinderungen, gibt Dolphin Suites auch den dolphin aid-Familien das Gefühl, für die Zeit ihres Therapieaufenthaltes dort gut aufgehoben zu sein." Wer Besitzer oder Mitbesitzer dieses Hotels ist, ergibt sich nicht aus den Angaben.

Zum Onmega Dolphin Center in Marmaris (Türkei), das sich im Angebot von dolphin aid befand, hat sich das WDSF wie folgt geäußert: "Die Delfine werden dort unter katastrophalen Bedingungen in viel zu kleinen Meereskäfigen gehalten und leiden unter der kommerziellen Ausbeutung und dem Stress. Der Delfinpark mit seinem deutschen Inhaber Axel Linke ist einer der Mörder von Tierschutzrechten. Bei über 40 Grad Sonnentemperaturen verbrennen die Tiere regelrecht, weil ein erforderlicher Sonnenschutz fehlt. Die Delfinqual und der Missbrauch der Delfine in diesem "Therapiezentrum" ist katastrophal. Einen Gerichtsprozess bezüglich dieser Aussagen hat das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) vor dem Landgericht Hagen und auch in zweiter Instanz vor dem OLG Hamm im Wesentlichen gewonnen.

 

Dolphin aid, das Curacao Dolphin Therapy Center (CDTC) und das Hotel Dolphin Suites

Dolphin aid bietet auf Curacao bevorzugt das Dolphin Suites Hotel an (s. in der Kostenaufstellung von dolphin aid auf Seite 15) und beziffert dort die reinen Hotelkosten für einen 14-tägigen Aufenthalt mit ca. 2.451 Euro für zwei Erwachsene mit zwei Kindern. Die Gesamtkosten für einen Aufenthalt im CDTC, das 2004 eröffnet wurde, würden sich auf ca. 12.881 Euro ohne Verpflegung belaufen. In einem Bericht der NRZ heißt es: "Unterstützt werden die Therapien und damit auch das Dolphin Suites-Resort von der Düsseldorfer Hilfsorgansiation Dolphin Aid." Managerin des Dolphin Suites Hotels ist Alette Borger, die nach dem NRZ-Bericht jedes Jahr eine Einladung zur dolphin aid-Gala auf der Düsseldorfer Kö im Intercontinental Hotel bekommen hat. In einem Internet-Bericht über das Dolphin Suites heißt es übersetzt und auszugsweise: "Das Curacao Dolphin Therapy Center (CDTC) beschloss, ihre eigenen Unterkünfte zu bauen und in 2009 eröffnete Dolphin Suites seine Türen." Auf der eigenen Homepage von dolphin aid wird darauf hingewiesen, dass man selbst die Therapie für das CDTC entwickelt habe. Ebenso wird Kirsten Kuhnert, die Gründerin von dolphin aid, auf der CDTC-Homepage als Managerin und Programmdirektorin aufgeführt und es heißt von ihr dort: “Wir sind hier um etwas zu bewirken. Das war es, was wir im Kopf hatten, als wir anfingen CDTC aufzubauen." Aus diesen Angaben erschließt sich eine offensichtliche Verbindung zwischen dem Hotel Dolphin Suites, CDTC und Kirsten Kuhnert. In einem eigenen Werbefilm des CDTC aus 2007 (ab 5:42 Min.) heißt es: "...2008 wird auf dem Gelände des Seeaquariums unser neues Dolphin Suites-Hotel errichtet sein. ... Delfingestützte Delfintherapie ist keine Wunderkur, die Krankheiten heilt. ..."

Managing Director des Curacao Dolphin Therapy Center (CDTC) ist lt. Auskunft der Handelskammer in Curacao der Holländer Adriaan Schrier, der dort auch das Fotostudio "Dolphin Academy Photo Shop" betreibt. Schrier ist auch gleichzeitig Direktor des Hotels "Dolphin Suites". 

Das Hotel Dolphin Suites ist nach eigenen Angaben auf der Hotel-Homepage auch "die Heimat" des "Brucker Biofeedback Center" und sei "stolzer Partner des Curacao Dolphin Therapy Center" (CDTC). Es heißt auf der Homepage: "Dr. Bernard Brucker, Gründer des Biofeedback-Labors an der University of Miami School of Medicine, entwickelte eine international anerkannte und evidenzbasierte Methode namens Brucker Biofeedback-Methode. Diese Methode verwendet präzise Techniken, um verlorene Funktionen bei Personen mit neuraler Beeinträchtigung wiederherzustellen." Der Zusammenhang von der dolphin aid-Gründerin Kirsten Kuhnert zur Begründung der Brucker Biofeedback-Methode ergibt sich aus einem Bericht der Schön Klinik: "Den Grundstein für das innovative Behandlungsangebot in Deutschland legte Kirsten Kuhnert, Mutter eines durch Ertrinken ins Koma gefallenen Kindes. ... Ergänzend zur Delfintherapie wurde Kuhnerts Sohn Tim im Biofeedback-Labor des Jackson Memorial Hospital in Miami von Prof. Bernhard Brucker mit der nach ihm benannten Brucker-Biofeedback-Methode (BBFM) behandelt." Das Biofeedback-Zentrum des inzwischen verstorbenen Brucker liegt praktisch neben der Lobby des Dolphin Suites. Dolphin Suites ist die bevorzugt von dolphin aid e.V. angebotene Unterkunft für Familien, die an dem Delphin-assisted Therapie-Programm teilnehmen. Auf der Homepage der Schön Klinik heißt es weiter: "In etwas mehr als einem Vierteljahrhundert hat sich die Schön Klinik zu einer der größten inhabergeführten Klinikgruppen in Deutschland entwickelt. Aus einem Standort am Chiemsee wurden 17 Standorte deutschlandweit in vier Bundesländern. 8.800 Mitarbeiter behandeln in der Schön Klinik über 94.000 Patienten." Demnach handelt sich um eine äußerst finanzkräftige Krankenhausgruppe.

Eltern durch "Dolphin Kids" betrogen

In einem Bericht im "Kölner Stadt-Anzeiger" vom 27.01.2016 zu dem Delfintherapieanbieter "Dolphin Kids" heißt es, dass das Bonner Landgericht in einem Zivilverfahren das Gründerehepaar wegen Veruntreuung von Spendengelder verurteilt hat: "Es verurteilte das Ehepaar – zehn Jahr später – zur gemeinsamen Zahlung von 121.391,53 Euro. Die Ehefrau haftet als Vereinsvorsitzende mit weiteren 66.798,48 Euro. Insgesamt sind es also knapp 190.000 Euro, die beide an den Insolvenzverwalter des Vereins zahlen müssen. Für die 13. Zivilkammer steht außer Frage, dass die Eheleute sich hemmungslos an den Spendengeldern bedient haben." Im Jahr 2013 wurde ein Strafverfahren gegen das Gründer-Ehepaar wegen Untreue in 122 Fällen gegen Zahlung einer vierstelligen Summe sowie dem Ableisten von jeweils 150 Sozialstunden eingestellt. Der Fall war aufgeflogen, weil Eltern plötzlich die teuren Delfin-Therapien aus eigener Tasche zahlen mussten. Angeblich seien die Spenden noch nicht beim Verein eingegangen, sei ihnen gesagt worden.

 

Delfintherapie und Delfin-Shows

Immer wieder wird behauptet, dass in den von dolphin aid angebotenen "Therapiezentren" (Curacao Dolphin Therapy Center, Island Dolphin Care (Florida, Key Largo) und im Onmega Delphintherapie in Marmaris/Türkei) keine Delfin-Shows stattfinden würden. Das ist eindeutig und nachgewiesen falsch! In einem Werbefilm vom 01.03.2016 des Therapiezentrums in Curacao unter dem YouTube-Titel „Curacao Dolphin Therapy Center“ ist ab 1:40 Min des Films zu sehen, dass die Delfine auf Anweisung der Delfintrainerin reagieren und nicht freiwillig agieren (der Futtereimer steht direkt neben der Trainerin). In der Filmsequenz ab 1:55 Min. weisen die vier Delfintrainerinnen (knieend im Vordergrund - s. Foto) die Delfine an, zu springen. Jede der Trainerinnen hat einen Futtereimer neben sich stehen. Etwa 16 Zuschauer nehmen an der Show teil. Deutlich ist zu erkennen, dass ein Netzgitter den Delfinbereich vom offenen Meer abtrennt.

Die Delfine machen nichts freiwillig bei einer Delfintherapie und in Gefangenschaft, sondern reagieren nach dem Futter-Belohnungsprinzip. Das gilt für jede Delfinhaltung in Gefangenschaft - auch in Curacao, Florida und der Türkei. In Curacao können die Delfine nicht ohne Betreuung dauerhaft in das offene Meer schwimmen, weil sie in einer Lagune gefangen sind und dort gefüttert werden. Bei kurzen Aufenthalten außerhalb der Lagune werden die Delfine mit einem Boot begleitet und auch dort gefüttert und kehren begleitet jeweils in das Lagunen-Delfinarium zurück. Die Delfine machen ihre Show-Kunststücke nur aufgrund von Fütterungen und reagieren auf Anweisung der Delfintrainer für das Schwimmen mit den Delfinen und der angeblichen "Delfintherapie" mit den kleinen Patienten. Da sollten sich betroffene Eltern ernsthaft fragen, ob sie ein Leid (ihres Kindes) mit dem anderen (der Delfine in Gefangenschaft) ersetzen möchten.

In nachfolgendem YouTube-Film ist eindeutig (ab 0:35 Min) zu sehen, dass eine Mitarbeiterin in der Delfinanlage der "Dolphin Academy" auf Curacao ein kleines Gitter unter Wasser öffnet. Dieser Bereich der Delfinanlage ist ansonsten mit Netzgittern gesichert, wie deutlich zu erkennen ist. Der einzelne herausschwimmende Delfine wird fortlaufend mit einem Boot und Tauchern begleitet. Delfine sind Herdentiere, sodass davon auszugehen ist, dass dieser einzelne Delfin mit dem Boot zurück in die Anlage schwimmt, um wieder mit den anderen in Gefangenschaft gehaltenen Delfinen zusammen zu kommen.

 

Schlimmer Unfall mit Delfin in der Dolphin Academy auf Curacao

Nach Angaben in einem Blog auf Tripadvisor kam es im Jahr 2008 zu einem schweren Unfall mit einem Delfin und einer Gruppe von drei Besuchern beim Schwimmen mit Delfinen in der Dolphin Academy. In dem Blog-Beitrag heißt es: "Sechs Leute hielten einen Stab für einen Delfin, damit er ihn überspringt, aber stattdessen wandte sich das Tier zur Seite und landete auf drei der Leute mit seinem vollen Gewicht. Unbestätigten Berichten zufolge dauerte es einige Zeit, bevor Maßnahmen ergriffen wurden, um der verletzten Frau, die mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht wurde, zu helfen. Nach dem Vorfall wurden die Besucher gebeten, ihre Kameras zu übergeben und Material wurde gelöscht. Allen 3 Opfern wurden ihr Eintrittsgeld zurückerstattet, aber es wurde ihnen keine Erklärung für den Vorfall von der Einrichtung gegeben. Die Dolphin Academy hatte lediglich kommentiert, dass dies nur "ein kleiner Unfall" gewesen war." Hier ein Filmausschnitt des Unfalls von der MarineConnection:


Weiter heißt es in dem Blog-Beitrag: "Annie, das beteiligte Tier ist 11 Jahre alt und wurde in Gefangenschaft im Honduras Roatan Institute geboren. "Vorfälle wie diese zeigen, dass Delfine, auch wenn sie in Gefangenschaft geboren sind, intrinsisch wilde Tiere sind, die ihre wilden Triebe behalten und daher unberechenbar sind, die die Teilnehmer und die Delphine mit Verletzungen bedrohen können. Die vermeldete Einstellung der Dolphin Academy-Mitarbeiter den Kunden gegenüber nach diesem Vorfall scheint zu zeigen, dass ihr Hauptmotiv monetär ist", kommentiert Janja Novak, Kampagne Development Manager (Anm.: The Marine Connection)."

In der Curacao Dolphin Academy, wo sich das Curacao Dolphin Therapy Center (CDTC) befindet, verstarben innerhalb einer Woche zwei Delfinbabys und auch andere Delfine, heißt es auch in dem Blogbeitrag auf Tripadvisor.

 

Krankheiten durch das Schwimmen mit Delfinen

Es ist mehrfach wissenschaftlich bewiesen, dass duch das Schwimmen mit Delfinen Bakterien auf den menschlichen Körper übertragen werden können und schwere Krankheiten auslösen können.

Kronen-Zeitung vom 22.04.2015:

"Einmal im Leben gemeinsam mit Delfinen zu schwimmen steht für viele Menschen ganz oben auf der Wunschliste. Doch für die Tiere ist die Haltung in den winzigen Becken der Delfinarien eine Qual. Wie der Dokumentarfilm "The Dark Secrets Surrounding Dolphins" jetzt aufdeckt, birgt das Schwimmen mit den Meeressäugern auch noch große gesundheitliche Risiken für Mensch und Tier.

Küsschen und "Flosse geben", Menschen im Kreis durch das Becken ziehen - für Dutzende Delfine auf der ganzen Welt ist das "Arbeitsalltag". Den Besuchern bleiben Erinnerungsfotos, die Tiere fristen ihr Dasein in einer nicht artgerechten Umgebung. Doch nur wenige wissen, wie gesundheitsgefährdend das Schwimmen mit Delfinen eigentlich sein kann - und zwar für Tier und Mensch. Diese Tatsache deckt der Dokumentarfilm "The Dark Secrets Surrounding Dolphins" ("Die dunklen Geheimnisse, die Delfine umgeben") jetzt auf.

Meeresbiologin Naomi Rose meldet sich in dem Film zu Wort: "Ich finde es dumm, das Schwimmen mit Delfinen überhaupt zu erlauben, denn es ist einfach nicht sicher. Tatsache ist, dass bereits zahlreiche Menschen dabei verletzt worden sind." Und auch hygienisch sei das Angebot bedenklich, so Ex-Delfintrainer Russ Rector: "Ein Delfin uriniert und kotet drei- bis fünfmal häufiger als der Mensch. Die Tiere schwimmen also quasi in ihren eigenen Fäkalien und dem Wasser muss deswegen viel Chemie zugesetzt werden." Doch das zeigt nicht immer Wirkung, und vor allem die Delfintrainer, aber auch Besucher erkranken aufgrund schädlicher Bakterien im Wasser.

 

Mensch und Tier können schwer erkranken

Nicht nur sterben nachweislich immer wieder Delfine an Infektionen, bedingt durch die teils sehr schlechte Wasserqualität in geschlossenen Delfinarien. Auch Menschen, die das fäkalienbelastete Wasser verschlucken oder kleine Wunden an der Haut haben, nehmen Bakterien und Viren auf. Dazu kommt, dass die Besucher die Meeressäuger mit Krankheiten anstecken können - und umgekehrt. Dabei handelt es sich etwa um Tuberkulose, Pilzinfektionen, Bronchitis, Bindehautentzündung und Leptospirose. Methoden wie die Zwangsfütterung, um die Tiere am Leben zu erhalten, seien überdies keine Seltenheit, so Tierschützer.

 

Delfinarien vertuschen Verletzungen an Besuchern

Dazu kommt das Risiko, von einem Delfin verletzt zu werden. Der erzwungene enge Kontakt zu hunderten Menschen führt bei den Tieren zu massivem Stress, der sie nicht nur krankheitsanfällig, sondern auch frustriert und teils aggressiv macht. Schwimmeinheiten mit Trainern und Besucher enden manchmal mit gebrochenen Fingern oder Rippen, blauen Flecken und Prellungen. Im Film werden Aufnahmen von kleineren Angriffen durch Delfinen gezeigt." Solche Zwischenfälle werden den Behörden aber fast nie gemeldet. Das liegt wohl auch daran, dass die Delfinarien den Opfern Geld anbieten, wenn sie schweigen", so Meeresbiologin Naomi Rose." Echte Tierfreunde können auf einen solch zweifelhaften 'Spaß' gut und gerne verzichten", fasst "Krone"-Tierexpertin Maggie Entenfellner zusammen."

Film mit wissenschaftlichen Aussagen zur Bakterienübertragung beim Schwimmen mit Delfinen und den Gefahren bei der Delfintherapie (engl.) - Teil I
(Swimming With Dolphins, The Dark Secrets Surrounding Dolphins )

Film mit wissenschaftlichen Aussagen zur Bakterienübertragung beim Schwimmen mit Delfinen und den Gefahren bei der Delfintherapie (engl.) - Teil II
(The Truth Behind Swimming with Dolphins )

 

Wissenschaftsbezug von dolphin aid zur Delfintherapie hält neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht stand - Keine ärztliche Verordnungen für Delfintherapie (KVNO)

Auf der Internetseite von dolphin aid wird als Beweisgrundlage für die angeblich wissenschaftliche Effektivität einer Delfintherapie Bezug u.a. auf einen älteren Beitrag von Nicole Kohn und Rolf Oerter genommen. Die dort aufgeführten "wissenschaftlichen Befunde" sind allerdings inzwischen völlig überholt und entsprechen nicht mehr den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. So wird auf die Versuche von Prof. Nathanson, vormaliger Direktor von Dolphin Human Therapy, bei der Delfintherapie verwiesen. Der Wissenschaftsjournalist Colin Goldner bezeichnet die Erfahrungen von Nathanson allerdings als "ausschließlich von Kommerzgedanken geleitete Experimente". In dem Beitrag von Kohn und Oertel heißt es, dass im "Dolphin Reef" in Israel Delfintherapien durchgeführt würden und es wird Bezug auf die dortigen Erkenntnisse genommen. Vom "Dolphin Reef" wird allerdings inzwischen nur das Schwimmen mit Delfinen angeboten und keine Delfintherapie. Dolphin aid schreibt selbst widersprüchlich auf seiner Internetseite an anderer Stelle: "Die Einrichtung weist ausdrücklich darauf hin, dass sie keine Therapie durchführt, sondern ein „unterstütztes Erlebnis mit Hilfe der Delphine“.

Kohn und Oertel weisen auch auf die schwierigen Umstände einer Delfintherapie hin. Eine Delfintharapie sei "mit hohen Kosten, den Mühen einer bis jetzt noch weiten Reise und einem hohen Engagement der Eltern verbunden“.

Die Erhebung für die Studie fand in den Jahren zwischen 2000 und 2002 statt. Als Grundlage wurden auch Fragebögen von Eltern und einigen Fremdbeurteilern herangezogen, wobei die Werte der Fremdbeurteiler im Wesentlichen niedriger als die der Eltern waren. Völlig laienhaft und unwissenschaftlich kommt die Studie zu folgendem Ergebnis: „Die sorgfältige statistische Prüfung und die Gewinnung mathematisch geprüfter Dimensionen sowie der Vergleich zweier Beurteilergruppen lassen die Behauptung zu, dass die Effektivität der Delphintherapie wissenschaftlich nachgewiesen ist.“



Die Whale and Dolphin Conservation (WDC) kommt in einer Studie  "Delfintherapie, eine Faktensammlung“ zu völlig anderen Erkenntnissen. Dr. Karsten Brensing von der WDC äußerte sich in einem Interview zu der Studie, die zu dem Ergebnis kommt, dass die Delfintherapie wissenschaftlichen Untersuchungen nicht standhält, wie auch Die Welt ("Delfintherapie hält nicht, was sie verspricht") berichtete. Die sehr teure Behandlung zeige keine langfristigen Wirkungen bei den Patienten und die Delfine litten massiv unter der Haltung in den Aquarien, bilanzierte auch die Verhaltensforscherin Carola Otterstedt in Hamburg in dem Artikel von „Die Welt“.

Im Magazin der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (08/14) heißt es:

"Die Verordnung von Leistungen, die nicht den Bestimmungen der Heilmittel-Richtlinie entsprechen und/oder nicht im Heilmittel-Katalog genannt sind, ist nicht zulässig. Ausgeschlossen ist somit zum Beispiel die Behandlung von Lese- und Rechtschreibschwäche, Delfintherapie oder Yoga."

 

PD Dr. Christian Schulze - WDSF-Foto
Der einem Hochschulprofessor gleichgestellte Privatdozent von der Ruhr-Universität Bochum, PD med. Dr. phil Christian Schulze,  schreibt zu der auch von der WDC kritisierten "Breitenbachstudie" zur Delfintherapie in einer Rezension: "Allerdings weist die Untersuchung nicht unerhebliche, v. a. methodische Mängel auf, die aus wissenschaftlichem Fokus heraus nicht nur vermeidbar gewesen wären, sondern die in ihrer Kombination mit den in der Titelei genannten Sponsoren den Verdacht der Auftragsarbeit nicht ganz entkräften können. … Die wohl gravierendste Kritik an der Studie ergibt sich aus methodischen Gründen.“

 

Öffentliche Kritik an "dolphin aid"

Foto: privat WDSF-Copyright

Teilnehmer einer Delfintherapie über dolphin aid kritisieren dolphin aid in einem Blog:

(Anm.: Schreibfehler innerhalb der Eltern-Beiträge wurden übernommen)

"Wir waren ja mit DA (Anm. dolphin aid) in Curacao und ich habe Kinder kennengelernt, die bezuschusst wurden von DA.

Wir hätten nie eine Chance dazu, vermutlich sind das die Harz4-Empfänger, deren Einkommen wirklich am Minimum liegt, Normalfamilien haben keinerlei Chancen. Zwei Familien bekamen sogar zweimal Zuschüsse vom Verein. Als wir uns damals anmeldeten dachten wir auch, die sammeln auch für uns, haben sie uns aber schnell gesagt dass wir das selbst regeln müssen, sie lediglich das Spendenkonto zur Verfügung stellen.
Wir haben uns angemeldet, da war schon offiziell klar, dass Florida direkt entscheidet wer wann einen Platz bekommt, DA damit nichts zu tun hat, unsere Anmeldung ging auch nicht zu DA sondern zum DHT.

Da wir aber nicht in Florida waren kann ich nur zu Curacao was sagen. Dort kann man für 7000 Dollar die Therapue selbst buchen auch ohne DA. Nur, welchen Sinn macht es, wenn man üebr DA gebucht nur 5500 Dollar zahlt ? Also haben wir damals 1500 Dollar gespart da der Verein Rabatt bekommt.

Was richtig ist, sie behalten 2 % als Bearbeitungsgebür, steht im Anmeldeformular, ich gebe es zum ich habe es auch überlesen.

Und die Zinsen kassieren sie auch, bei unseren 8000 Euro die ein Jahr liegen nun und Festgeld eine gute Große Summe.

Es ist unfair dann auch noch 2 % zu erheben, warum wird das nicht aus dem Gesamtspendentopf bezahlt ? MEINE Spenden für andere Kinder oder die verwaltung zu nutzen - fragwürdig. Ich dachte immer, aus meinen zinsen bekommen andere arme Kinder Zuschüsse was ich gut gefunden hätte. Dass davon Reisen des Vorstandes bezahlt werden und Festgehälter... Naja."

und ein weiterer Blog-Teilnehmer:

"wir sind seid über 2 Jahren bei einem Verein der Delphintherapien unterstützen soll. Der Jahresbeitrag beläuft sich auf ca. 100 Euro. Im 1. Jahr passierte gar nichts außer eine Gala zu der wir, in der Hoffnung einen Paten für unser Kind bekommen zu können, für viel Geld anreisten. Natürlich bekamen wir keinen Paten.

Im letzten Sommer dann durften wir mit unserem Kind 1 Woche zur Delphintherapie. Der Verein kümmerte sich um die Oranisation und buchte zudem noch ein völlig überteuertes Hotel. Das war alles was wir von denen als Unterstützung bekamen. Wir haben für unser Kind Spenden gesammelt..privat..und diese dann an den Verein überwiesen. Dieses Geld wurde dann für diese Therapie verwendet.

Wofür brauche ich also den Verein? Ich bin alleinerziehend mit 3 Kindern, werde mir also nie ohne fremde Hilfe eine solche Therapie leisten können. Den Jahresbeitrag könnte ich auch für mein Kind verwenden und mir bei einem Gemeinnützigen Verein oder Pfarramt ein Spendenkonto einrichten lassen.

Bei der Therapie lernten wir eine 4 Köpfige Familie kennen, diese nahm 1 Woche an der Therapie teil und machte noch eine Woche Urlaub. Diese Familie hat für 2 Wochen , 2 Erwachsene und 2 Kinder, mit Hotel,Flug,Leihauto 400 EUR aus eigener Tasche bezahlt, den Rest hat sie vom Verein bekommen. Einen Spendenaufruf oder ähnliche Aktionen hat diese Familie für ihr Kind nie gemacht.

Auch wissen wir von vielen anderen Fällen die sich ungerecht behandelt fühlen. Was passiert mit den ganzen Geldern die der Verein nicht spezifisch für 1 Kind bekommt sondern welche in die Allgemeinheit übergehen sollen? Für diesen Verein gibt es eine Menge Sponsoren,auch große Kaufhäuser. Also müssen ja einige 100 000 Euro wenn nicht sogar mehr übrig sein. Leider erfuhren wir immer wieder im Laufe der Zeit das z.B. immer die gleichen Familien einen Paten bekommen, manche sogar schon seid Jahren jedes Jahr zur Therapie fahren können. Ich weiß nicht nach welchen Gesichtspunkten die Familien,die gefördert werden,ausgewählt werden. Ich weiß auch nicht, wofür dann soviele Gelder gesammelt werden wenn doch offiziell sowieso keine Familien unterstützt werden können? Unser Problem liegt jetzt darin das wir noch eine kleine Summe Geld bei dem Verein für unser Kind liegen haben. Da ich allein mit den Kindern bin , war es mir in diesem Jahr auch nicht möglich den Beitrag zu zahlen. Wenn ich jetzt kündige ist das Geld welches ich hart erkämpft habe einfach weg. Bekommt jemand anders. Wenn ich nicht kündige, geht es wahrscheinlich Jahre so weiter und es passiert nichts.

Mit der Therapie selbst war ich auch nicht zufrieden und teilte das auch mit. Für unser Kind war diese eben nichts. Nur Delphinschwimmen... keine Therapie, für andere sicher sinnvoll, für unser Kind ohne Erfolg."

Norbert Kochhan (Logopäde, Meeresbiologe - Bericht s.u.) dazu: "Liebe Eltern: Glauben Sie wirklich, dass die hohen Kosten, die Sie für solche "Therapien" mit leidenden Delfinen in Gefangenschaft tragen müssen, das Hoffen auf Wunder rechtfertigen? Für das Geld können sie mit Ihrem Kind mehrfach in den Urlaub fahren und eine noch schönere Zeit genießen."

Wie zweifelhaft Vereine für Delfintherapie sein können, können Sie am Beispiel von dolphin kids nachlesen: Hausdurchsuchung bei "dolphin kids" und am 27.01.2016: "Spenden für Delfintherapie in großem Umfang veruntreut".

 

"Botschafter" von dolphin aid - manche steigen aus

Als "Botschafter von dolphin aid" beteiligen sich Prominente nach eigenen Angaben von "dolphin aid" mittelbar an dem Missbrauch der Delfine und an der medizinisch unsinnigen Delfintherapie:

Barbara Becker (Ex-Ehefrau von Boris Becker)
Bernd Herzsprung (Schauspieler)
Birgit Lechtermann (Moderatorin)
Bobby Brederlow (Schauspieler)
Claudine Wilde (Schauspielerin)
Götz Otto (Schauspieler)
Irena Möbius (Schauspielerin)
John Jürgens (Schaupieler)
Juliane Hilscher (Journalistin)
Howard Carpendale (Sänger - Anm.: seit 2016 wird Carpendale nicht mehr als dolphin aid-Botschafter aufgeführt)
Nomi Baumgartl (Fotografin)
Norbert Dobeleit (TV-Moderator)
Olivia Pascal-Kanitz (Schauspielerin)
Peter Kanitz (Fotograf)
Philipp Danne (Schauspieler)
Prinzessin Ursula zu Hohenlohe
Rolf Milser (Ex-Gewichtheber/Hotelier)
Tatjana Patitz (Ex-Model)
Thomas Rupprath (Ex-Schwimmer)

Als "Botschafter" von dolphin aid sind seit 2016 nach den Hinweisen des WDSF auf den fragwürdigen Verein mit dem Missbrauch von Delfinen für kommerzielle Zwecke  Hugo Egon Balder und Ralf Moeller ausgestiegen, wobei letzterer nach eigenen Angaben 15 Jahre "Botschafter" bei dolphin aid war und inzwischen erneut als Botschafter aufgeführt wird. Das Büro von Howard Carpendale teilte dem WDSF auf Anfrage in einem Schreiben vom 16.03.2016 mit, dass seine "Mitgliedschaft vor ca. einem Jahr beendet wurde", jedoch wurde er eine zeitlang noch als "Botschafter" gelistet.

Für den Schutz der Delfine und gegen eine Gefangenhaltung von Delfinen sprechen sich gegenüber dem WDSF folgende Prominente aus:

Pierce Brosnan - Schaupieler
Hugo Egon Balder (RTL-Moderator)
Olli Banjo (Oliver Otubanjo) - Hip-Hop-Musiker
Mario Adorf (Schauspieler)
Bülent Sharif ( Schauspieler )
Anne-Sophie Mutter (Violinistin)
Kaya Yanar (Comedy)
Louie Psihoyos (Regisseur "Die Bucht" - Oscar-prämiert)
Cécile Bredie (Sängerin)
Elischeba Wilde (Model)
Peter Illmann (Moderator/Schauspieler)
Prinzessin Maja von Hohenzollern
Cornelia Corba (Schauspielerin)
Ric O'Barry (Ex-TV Trainer von "Flipper", Bambi-Preisträger)
Paul Watson (Greenpeace-Mitbegründer, Sea Shepherd-Gründer)

 

Erfolge medizinisch und wissenschaftlich nicht erwiesen

Norbert Kochhan (Meeresbiologe, Logopäde)

Die meist kommerziellen Delfintherapien werden in der Öffentlichkeit leider nur einseitig, also im Sinne der Anbieter dargestellt. Eine kritische Sichtweise wird nicht zugelassen, da sie sich geschäftsschädigend auswirken würde. Trotzdem muss auch die andere Seite des Themas "Delfintherapie" geschildert werden, die gerne in der Öffentlichkeit verschwiegen wird.

Etliche Ärzte und Therapeuten arbeiten in diesem Bereich und geben der Delfintherapie dadurch nach außen den zweifelhaften Anschein der „Wissenschaftlichkeit“. Sie kooperieren weltweit mit Delfinarien oder Therapieeinrichtungen, unter anderem auch in Europa und in der Türkei mit Kidsanddolfins, dolphin aid, mydolphins GmbH und einigen anderen.

Wissenschaftlich belegt sind diese Therapien bisher nicht und gesetzliche wie private Krankenkassen lehnen die Kostenübernahmen wegen bisher nicht erwiesener positiver Effekte weiterhin ab, allein aber auch schon wegen der negativen Kosten-Nutzen-Rechnung.

Das von den DAT-Anbietern oft vorgetragene Argument "Warum müssen Heilungserfolge auch immer gleich wissenschaftlich belegt werden?", rechtfertigt nicht den Einsatz von Delfinen. Hier sollte ethische, moralische und tierschützerische Denkweise im Vordergrund stehen. Alle seriös Tätigen im Therapiebereich wissen, dass bestimmte Störungsbilder/ Behinderungen nicht in einem Schnellverfahren behandelt werden können, sondern sich oft sogar über Jahre hinziehen. Einige Eltern betroffener Kinder werden im Laufe einer Therapie ungeduldig und erwarten schnellere Entwicklungsschritte ihrer Kinder. Sie wechseln die Therapeuten in der Hoffnung, der Nächste mache es besser. So entsteht durch diese hohe Erwartungshaltung eine immer niedriger werdende Frustrationsgrenze.

Ergotherapie und Logopädie staatlich anerkannt

Hier setzen die Anbieter der Delfintherapie bewusst an und sprechen von "4 mal schnelleren Ergebnissen" und werben damit für ihre Delfintherapie. Das ist grundsätzlich unseriös. Konventionelle Behandlungen, die seit langem wissenschaftlich belegt und staatlich anerkannt sind, wie etwa Ergotherapie oder Logopädie, können Eltern bei fundierter Beratung sicherlich den zeitlichen Druck nehmen und werden i.d.R. von den Krankenkassen übernommen. Gerade im Bereich von Mehrfachbehinderungen oder komplexen Krankheitsbildern ist Geduld gefragt und nichts kann „schnell“ erreicht werden und zugleich langfristig und nachhaltig sein.

Dazu kommt, dass Delfine nur Säugetiere sind, denen man zwar eine hohe Intelligenz nachgewiesen hat, die aber nichts Mystisches haben, magische Sonarwellen aussenden oder sich gar als Therapeuten eignen. Diese Tiere leiden unter den engen Haltungsbedingungen, unter der Kontaktpflicht zum Menschen und sind als nicht domestizierbare Wildtiere in diesen Einrichtungen unter Dauerstress.

Grundsätzlich ist daher jegliche Haltung von Delfinen zu Therapiezwecken abzulehnen, sei es in sogenannten offenen Lagunen, in wissenschaftlich geführten Delfinarien wie etwa Nürnberg oder besonders in den katastrophalen Delfinarien der Türkei. Dazu muss die Frage geklärt werden: Woher stammen die Delfine in den Einrichtungen? Nachzuchten sind definitiv weltweit nicht nachhaltig, die Delfinarien Duisburg und Nürnberg etwa gelten als die größten Delfinfriedhöfe Europas. Dem stehen in Duisburg nur wenige Nachzuchten gegenüber. Wenn die Nachzuchten nicht gelingen, muss man die Tiere über Umwege beziehen, ein Direktimport ist innerhalb der EU verboten. In der Türkei gibt es nachweislich Delfine aus den berüchtigten japanischen Treibjagden in Taiji. In der Delfinlagune Nürnberg soll nach Neueröffnung voraussichtlich ab 2012 die DAT (Dolphin Asstisted Therapy/delfingestützte Therapie) angeboten werden. Diese beruht hier auf der Grundlage einer fast 13-jährigen Forschungsstudie der Universität Würzburg in Kooperation mit dem Tiergarten Nürnberg.

Der Studie werden von fachkundiger Seite methodische Mängel vorgeworfen (http://www.wdcs-de.org/docs/Delfintherapie.pdf). Die Breitenbach-Studie findet in der Fachwelt keine Anerkennung, sodass die Krankenversicherer die Kostenübernahme weiterhin verweigern.

Was betroffene Eltern auch wissen sollten: In Japan finden jährlich die blutigen Delfin-Treibjagden statt, bei denen bis zu 20.000 Delfine und Kleinwale gefangen und abgeschlachtet werden. Ein toter Delfin kostet etwa 450 Euro. Ein geringer Teil der Fänge (die Schönsten und Stärksten) wird am Leben erhalten, antrainiert und für bis zu 100.000 Euro an Vergnügungsparks und Delfinarien in aller Welt verkauft, der Rest wird brutalst abgeschlachtet und zum Verzehr oder als Tierfutter verwertet. Ein Milliardengeschäft mit den Meeressäugern. Siehe dazu Delfinfang in Taiji/Japan: http://www.walschutzaktionen.de/1119701/1119901.html .

Solange es Delfinarien gibt oder Organisationen, die Delfintherapien anbieten, wird es diese Treibjagden geben! Welche andere Therapieform, außer der Delfintherapie, wird so mit dem Leid von Tieren durchgeführt? Tatsache ist aber auch, dass mehr Delfine durch Beifang, Netze, Lärm oder andere Ursachen im Meer verenden, als in Delfinarien und Vergnügungsparks. Dieses Argument rechtfertigt aber in Nichts die zusätzlichen Fänge von Delfinen zu Therapie- und Vergnügungszwecken und deren sinnlose Todesfälle.

All diese Informationen werden betroffenen Eltern vorenthalten. Einige Familien geraten in finanzielle Schwierigkeiten, da sie die teilweise völlig überzogenen Kosten einer solchen Therapie mit Flug- und Unterkunftskosten nicht selbst aufbringen können und somit auf Hilfe Dritter angewiesen sind. Oft entsteht ein öffentlicher Druck durch Spendenaufrufe, wenn letztendlich die eingegangenen Spenden den Gesamtpreis nicht erbringen. Eltern müssen dann zusätzlich hohe Kredite aufnehmen, um den häufigen Anfragen in den Medien nach Spendenverwertung im Anschluss an Spendenaufrufe, auch gerecht zu werden. Maria Kaminski, die Bundesvorsitzende von autismus Deutschland  e.V., hat diese Sachverhalte bestätigt.

Die Kosten einer Delfintherapie stehen in keiner Relation zum scheinbaren Ergebnis. Eltern mit zwei Kindern bezahlen für einen 14-tägigen Hotel-Aufenthalt incl. der Pseudo-Therapie oft bis zu 15.000 Euro – dazu kommt eine kostenpflichtige Nachsorge wie z.B. im Marienkrankenhaus in Wickede-Wimbern (Dr. Rupert Sobotta) und im Katharinen-Hospital Unna (Dr.med. F.W. Steinweg ). Dazu berichten kritische Eltern, die bereits DAT-Erfahrung gemacht haben, dass die lange Anreise in eine klimatisch völlig andere Gegend mit allen dazugehörigen Strapazen oft auch Stress für ihre kranken Kinder bedeutet. Eltern, die verständlicherweise alles für ihre Kinder tun würden, müssen über das Genannte aufgeklärt werden und es ist Aufgabe von seriösen Ärzten, Psychologen und Heilmittelerbringern, diesen Eltern den Druck zu nehmen, schnelle und erkennbare Heilungsprozesse bei ihren Kinder in Kürze zu erwarten und ihnen fundierte und erprobte Behandlungsmethoden nahezulegen.

Die therapeutischen Ansatzpunkte innerhalb der delfingestützten Therapien sind so bunt, wie der gesamte Ansatz. Während der eine Anbieter die positive Wirkung des Ultraschalls in den Vordergrund stellt, lehnt sie der andere ab (Nürnberg/ Würzburg). Ein Anbieter spricht von "Heilung", während der nächste es tunlichst vermeidet oder gar ins Esoterische abdriftet.

Wer soll da noch durchblicken? Patienten müssen zwischen Seriosität, die manche Institute nach außen vermitteln und Hokuspokus, sowie Showtherapien anderer unterscheiden. Diese grundlegenden innerstrukturellen Differenzen gibt es bei keiner anderen Therapieform, die ihre Daseinsberechtigung seit langem erhalten hat.

Das therapeutisches Konzept einiger bekannter Organisationen mit Unterkunft, entsprechender klimatischer Umgebung und einer hohen Anzahl ausgebildeter, fürsorglicher Fachleute unter einem Dach, im Sinne einer umfassenden und interdisziplinären Behandlung, ist ja nicht einmal zu kritisieren ... aber ohne die Meeressäuger, die eine zentrale Rolle dabei spielen müssen, der sie nicht gerecht werden können.

Norbert Kochhan, Biologe und Logopäde im März 2011