Walfang vor unserer europäischen Haustür

Wakfang auf den FäöerDirekt vor unserer europäischen Haustür werden alljährlich durchschnittlich 850 Meeressäuger auf den Färöer-Inseln, die im Nordatlantik zwischen Norwegen und Island direkt am Golfstrom liegen, an Strandabschnitten getötet. Die Färinger verfügen nach Angaben des U.S. Department of State (s. dort etwa in der Mitte des Berichts unter dem Untertitel "The Faroe Islands") aufgrund ihres Arbeitsmarktes über einen hohen Lebensstandards und gut etablierte Wohlfahrtsprogramme. Es heißt in dem U.S.-Bericht: "Die Inseln verfügen über eine gut entwickelte physische und Telekommunikations-Infrastruktur und verfügen über etablierte politische, rechtliche und soziale Strukturen. Der Lebensstandard für die Gesamtbevölkerung (ca. 48.000) ist nach Weltnormen hoch ...". Demnach sind die Bewohner nicht auf das grausame Töten der mit Umweltgiften belasteteten Grindwale angewiesen. Die färöische Gesundheitsbehörde rät vom Verzehr des Walfleischs ab. Die Färinger selbst berufen sich auf alte Traditionen. Die Regierung des teilautonomen Inselstaates, der noch dem Reichsverband Dänemark angehört, fügt sich dem Volkeswillen und die jeweiligen Parteien haben Sorge um Wählerstimmen, falls sie ein Walfangverbot erlassen würden. Für das Jahr 2018 ist geplant, die völlige Unabhängigkeit von Dänemark zu realisieren. Der Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) bemüht sich seit dem Jahr 2000 vor Ort auf der Inselgruppe und durch international veröffentliche Dokumentationen das Abschlachten der Grindwale und anderer Delfinarten auf den Färöer-Inseln zu stoppen.

ZDF-Filmteam mit Jürgen Ortmüller (WDSF) - WDSF-Foto
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Die einzig erfolgreiche Methode zur Reduzierung des Grindwalfangs waren bisher Vergrämergeräte durch ProWal/WDSF-Aktionen

Im Jahr 2012 wurden insgesamt 716 Grindwale auf den Färöer-Inseln getötet, im Jahr 2013 waren es 1.104 Grindwale und 430 Weisseitendelfine. Im Jahr 2014 fanden "nur" noch 48 der Meeressäuger bei den barbarischen Abschlachtungen ihren Tod, nachdem Helfer von ProWal mit Unterstützung des WDSF mehr als 100 akkustische Vergrämergeräte (Pinger) zur Abschreckung der Grindwale in den Meeresbereichen platziert hatten. Die wissenschaftlich anerkannten Geräte kosten jeweils zwischen 150 und 180 Euro und haben eine Akkulaufzeit von bis zu einem Jahr. Die gesamte Aktion, die durch Spenden finanziert wurde, kostete für das Jahr 2014 rund 30.000 Euro. Mangels weiterer Spenden (Stichwort: Färöer) konnte die Aktion im Jahr 2015 leider nicht fortgeführt werden. ProWal und WDSF hoffen jedoch, die Vergrämeraktion in den Folgejahren erneut durchführen zu können. Im Jahr 2015 wurden erneut 508 Grindwale abgeschlachtet und im Jahr 2016 waren es 296 der Säugetiere.

ProWal-FotoDas Wissenschaftsmagazin "scinexx.de" berichtete über Pingeraktionen der Tierschützer. Auch die Zeitschrift "natur" hatte über die ProWal/WDSF-Aktion einen Artikel veröffentlicht. Eine beabsichtigte Pinger-Aktion der Organisation Sea Shepherd scheiterte im Jahr 2011 an der Beschlagnahme der Pinger durch den Zoll bei der Einreise auf die Inselgruppe. Bei der Aktion von ProWal und WDSF wurden die Vergrämergeräte jedoch gar nicht erst auf die Färöer-Inseln eingeführt. Die Geräte wurden erfolgreich direkt in den Meersbereichen mit verschiedenen Schiffen eingesetzt.

 

Aktionen und Proteste gegen den Grindwalfang

Die Anwesenheit von Sea Shepherd-Helfern im Jahr 2014 auf der Inselgruppe, die bei den Färingern große Nervosität aufkommen ließ, konnte am 30.08.2014 die brutale Tötung von 35 Grindwalen in Sandur leider nicht verhindern. 14 SSCS-Helfer wurden dabei verhaftet, weil sie die Jagd gestört hatten. Sie wurden einen Tag später wieder freigelassen und abgeschoben. Drei Boote der Organisation Sea Shepherd wurden beschlagnahmt. Ab Juni 2015 wollen SSCS-Helfer sich bei evtl. Grindwaljagden auf das Dokumentieren beschränken. Die Geschäftsführer von ProWal (Andreas Morlok) und des WDSF (Jürgen Ortmüller) hielten sich nach mehrfachen Vorjahresbesuchen von Ende Juli bis Anfang August 2014 eine Woche auf der Inselgruppe auf, um die historisch erste Demonstration gegen die grausamen Massaker in der Nähe der Haupstadt Tórshavn durchzuführen. Die Demo, die am höchsten Nationalfeiertag der Färinger "Sankt-Olafs" am 29.07.2014 stattfand, war von den Polizeibehörden genehmigt und mit dem dänischen Polizeichef Sörensen abgesprochen worden. Sea Shepherd-Unterstützer hatten sich nach Absprache von Jürgen Ortmüller (WDSF) mit Paul Watson (Sea Shepherd-Gründer und WDSF-Kuratoriumsmitglied) an der Demonstration nicht beteiligt.

Der ersten Grindwaljagd im Jahr 2015 am  06. Juni 2015 fielen 154 Grindwale zum Opfer. "Monster und Mörder" waren noch die harmlosesten Kommentare, die sich daraufhin in Internet-Netzwerken fanden (hier: Statistik der Schlachtungen). Im Jahr 2015 waren es 508 Grindwale und zwei streng geschützte Nördliche Entenwale, die getötet wurden.

 

Lizenz zum Töten

200 Männer, eine Frau und Kinder nahmen im Februar 2015 an einem ersten Vortrag auf den Färöer-Inseln über die korrekten Methoden der Grindwaljagd teil, um die ab 1. Mai 2015 erforderliche Lizenz zum Töten von Grindwalen und anderen Delfinarten zu erlangen, die nach einer WDSF-Strafanzeige eingeführt wurde. Die aktive Teilnahme an den Treibjagden sind seit dem für Einwohner und Fischer verboten, die über keine Lizenz verfügen. Alle Teilnehmer müssen sich speziell ausbilden lassen, um ab Mai 2015 Grindwalljagden und das Abschlachten durchführen zu dürfen. U.a. dürfen nur noch Haken mit halbrundem Kopf und eine Art Lanze zum Töten der Tiere verwendet werden. Der Einsatz von Messern soll weitgehend verboten werden. Im Februar und im März 2015 waren es bereits insgesamt etwa 2.230 Färinger, welche die Lizenz zum Töten durch Teilnahme an den Vorträgen erhalten haben. Mit weiteren Lizenznehmern ist zu rechnen. Die Färöer-Inseln haben rund 48.000 Einwohner.

Ein Beitrag des WDR-Fernsehens aus November 2015 zeigt, wie die gefangenen Grindwale nach dem Abstechen bis zu ihrem Tod leiden müssen und welch grausamen Spaß die Grindwaljäger an der brutalen Treibagd und den Tötungen haben.

AIDA und Hapag-Lloyd stoppen Anlandungen auf den Färöer-Inseln - TUI Cruises will keinen Boykott

Unbeeindruckt von den Grindwal-Massakern boten AIDA, HapagLloyd und TUI-Cruises bis 2015 Anlandungen bei den Schlachtorten der Färöer-Inseln an und gefährdeten ihre Gäste. AIDA, Costa Crociere und Hapag-Lloyd stoppten nach jahrelangen WDSF-Interventionen ab 2016 b.a.w. ihre Anlandungen auf den Färöer-Inseln. TUI Cruises hält (noch) nichts von einem Boykott und hat im Jahr 2016 erneut die Inselgruppe angelandet.

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Gesetzesverstöße bei der Treibjagd führten zur Verschärfung der Regeln

Als sich die ProWal- und WDSF-Geschäftsführer Andreas Morlok und Jürgen Ortmüller im Jahr 2010 auf den Färöer-Inseln als Pseudo-Angler unter die Grindwalfänger begeben hatten und dabei auch viele Gespräche mit Einwohnern führten und Videos vor Ort von den Massakern gesichtet hatten, wurden von den Tierschützern etliche Gesetzesverstöße bei der Grindwaljagd festgestellt.

Das WDSF reichte daraufhin bei der zuständigen Bundespolizei in Dänemark, welche die Justizaufsicht auf den Färöer-Inseln ausübt, eine Strafanzeige ein. Insbesondere bei einer Grindwaljagd in Klaksvik im Jahr 2010 wurden mehrfache Verstöße (u.a. ungesetzliche Tötungsmethoden und Abschlachten bis zum Morgengrauen) gegen die Färöer-Gesetze zur Grindwaljagd sogar selbst von Färingern moniert. Die Generalstaatsanwaltschaft in Kopenhagen teilte dem WDSF im Mai 2013 mit, dass auch das färöische Ministerium für Ernährung einbezogen wurde, das an den neuen Vorschriften des Grindwalfangs durch das Fischereiministerium der Färöer mitgewirkt hat. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte dem WDSF ausdrücklich vorgeschlagen, seine "Überzeugungen im politischen Prozess geltend zu machen". Das Ergebnis findet sich nun auch in der neuen Richtlinie zu den Methoden des Grindwalfangs auf den Färöer-Inseln die unmittelbar nach Abschluss der Strafermittlungen festgelegt wurde. Dies bestätigte den WDSF- und ProWal-Geschäftsführern ebenfalls der dänische Polizeichef Sörensen bei einem weiteren Färöer-Aufenthalt im Jahr 2014. 

Ein Färinger selbst zu den neuen Rechtsvorschriften im Jahr 2014: "Eine große Mehrheit der Teilnehmer der Grindwaljagden wird sich nicht die Mühe machen, an diesen obligatorischen Walfang-Kursen teilzunehmen und vermutlich wird der Walfang dadurch beendet werden können. Je weniger Personen an den Pflichtkursen teilnehmen, desto weniger wird die Walfangjagd ein Teil der Färöer-Tradition. ... In Neufundland wurden in den 1960er Jahren ähnliche neue Regeln ausgegeben. Die meisten Walfänger nahmen an den Kursen nicht teil, sodass der Walfang dort inzwischen fast völlig eingestellt wurde. Dies wird auf den Färöer-Inseln nicht eine sofortige Beendigung des Grindwalfangs bedeuten, aber es der Anfang vom Ende." Nach der anfänglichen Teilnahme durch rund 2.300 Färinger alleine in den Monaten Februar und März 2015 an den Pflichtkursen sieht das WDSF dies anders und geht davon aus, dass die Grindwalmassaker weiterhin intensiv fortgeführt werden.

Skandal aufgedeckt - Deutsche Lebensmittelketten riskieren Import von verseuchten Lachsen

Ein Fischer hatte den Tierschützern von ProWal und WDSF auf den Färöer-Inseln berichtet, dass die mit Umweltgiften wie Methyl-Quecksilber und PCB's kontaminierten Innereien der getöteten Meeressäuger nur etwa 200 Meter vor den Küsten in Fjordbereichen mit rund 40 Meter Tiefe auch in unmittelbarer Nähe von Aquakulturen mit Lachsbeständen entsorgt würden. Es dauere ungefähr ein bis zwei Jahre bis sich alle Innereien zersetzen und Fleischrückstände der abgeschlachteten Grindwale im Wasser von den Knochen gelöst hätten. Die Zuchtlachse könnten durch die Nahrungsaufnahme der verseuchten Rückstände ebenfalls mit Giften belastet werden. Die Netzbereiche der Lachskulturen haben jeweils eine Tiefe von 25 bis 30 Metern. In einem einzigen Aquakultur-Rundbecken werden mdst. 70.000 Lachse gehalten. In einem inzwischen gelöschten LIDL-Werbefilm wurde eine Lachszucht im Walfangort Hvannasund beschrieben. Ausdrücklich wurde in dem Lidl-Werbefilm erläutert, dass das Wasser im Fjordbereich der Aquakulturen in ständiger Bewegung ist. Die Lachse würden dort 16 bis 18 Monate bis zur Schlachtung gehalten.
Verfangene Möwe in Aqualkultur-Schutznetz auf den Färöer-Inseln
Das WDSF hat bei LIDL interveniert, den Lachsimport unverzüglich zu stoppen. Die Lebensmittelkette beteiligt sich mittelbar auch an der Tierquälerei von Seemöwen, die sich in den Schutznetzen über den Aquakulturen verfangen und dort elendig sterben. Die Tierschützer haben dies mit Film- und Fotoaufnahmen dokumentiert. Lidl hat sich auch im jahr 2017 in einer Antwort an das WDSF unbeirrt geäußert, dass sie auch weiterhin Lachs aus Aquakulturen von den Färöer-Inseln im Verkauf verwenden wollen.

Der Stern hat in einem Bericht darauf hingewiesen, dass Lachs von den Färöer-Inseln ein Vielfaches an chlorierten Kohlenwasserstoffen wie Dioxinen, polychlorierten Biphenylen (PCB) und Hexachlorbenzen (HCB), lt. Angaben von US-Forschern im Fachjournal "Science" beinhaltet. Zu den chlorierten Kohlenwasserstoffen zählen viele der giftigsten Substanzen überhaupt. Sie gelten unter anderem als Auslöser von Krebs, neuronalen Veränderungen und Schädigungen des Immunsystems. Bei Farmlachs lag zum Beispiel der durchschnittliche Dioxin-Gehalt elf Mal höher als bei Wildlachs. Zuchtlachs aus europäischen Kühltheken enthielt die höchsten Anteile chlorierter Kohlenwasserstoffe. Wer mehr als ein Mal pro Woche Lachs von Farmen esse, sei möglicherweise einem höheren Krebsrisiko ausgesetzt, folgerten die Forscher aus ihrer Untersuchung. Zuchtlachse aus Schottland und von den Färöer-Inseln waren am stärksten belastet.

(Anm.: Lidl hat auf ausdrückliche Intervention des WDSF trotz des Stern-Berichts auch in den Folgejahren bis 2017 nicht reagiert und verkauft weiterhin den nachweislich gesundheitsbedenklichen Lachs von den Färöer-Insen)

Schreiben von Lidl an das WDSF aus den Jahren 2014 und 2017:

Von: EK_KMK@lidl.com
Betreff: Referenz #9946734:
Datum: 11. Dezember 2014 16:04:28 MEZ
An: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Ihr Anliegen vom 03.12.2014 - "Lachs"

Sehr geehrter Herr Ortmüller,

vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrem Anliegen an uns gewandt haben. Gerne möchten wir Stellung beziehen sowie Ihnen die nötigen Informationen mitteilen.

Wir versichern Ihnen, dass für uns als Handelsunternehmen die hohe Qualität und Sicherheit unserer Produkte sowie die Zufriedenheit unserer Kunden an oberster Stelle stehen. Nach Rücksprache mit unserem Lieferanten und nach Durchsicht der uns vorliegenden laufenden Laboruntersuchungen können wir Ihnen bestätigen, dass es sich bei dem von uns angebotenen Lachs von den Faröer Inseln um ein sicheres Lebensmittel handelt und keine Gefährdung der Gesundheit der Verbraucher besteht.

Zudem hat sich unser Lieferant bereits in der Vergangenheit öffentlich vom Walfang distanziert und unterstützt diesen nicht.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen geholfen zu haben und würden uns freuen, Sie auch weiterhin als zufriedenen Kunden in unseren Filialen begrüßen  zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen
i.A. M.B.

Telefon:  0800-4353361

Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG - Kundenservice, Rötelstraße 30, 74166 Neckarsulm
Sitz: Neckarsulm, Registergericht Stuttgart HRA 103756

Von: EK_KMK@lidl.com
Betreff: Referenz #22039623:
Datum: 12. Januar 2017 17:09:09 MEZ
An: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ihr Anliegen vom 08.01.2017

Sehr geehrter Herr Ortmüller,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir nehmen Bezug auf unsere Mail vom 11.12.2014. Es gibt hierzu keinen neuen Stand. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Information helfen konnten.

Mit freundlichen Grüßen
i.A. S.K.

Telefon:  0800-4353361

Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG - Kundenservice, Rötelstraße 30, 74166 Neckarsulm
Sitz: Neckarsulm, Registergericht Stuttgart HRA 103756

 

Die blutige Waljagd

Foto: Faroe Information with permission for WDSFSobald Grindwale (Pilotwale) oder andere Delfinarten durch Färinger Fischer, von Helikopter-Taxis aus oder durch Kapitäne der Fähren zwischen den 18 zerklüfteten Inseln in den Fjorden oder in Meeresnähe im Bereich der Färöer-Inseln im Nordatlantik gesichtet werden, verbreitet sich die Nachricht per SMS, Telefon und Radio wie ein Lauffeuer über die gesamte Insel mit ihren rund 48.000 Einwohnern. Bei den Treibjagden werden auch Schnellboote und Jet-Skis eingesetzt, wobei sich die Färinger bei ihrem grausam anmutenden Walfang immer noch auf ihre 400 Jahre alte Tradition berufen. Offiziell gibt es 22 Fangbuchten (Anm.: Im Jahr 2017 wurden drei weitere Fangbuchten freigegeben).

Pinger (Fastakast) WDSf-Foto

Um die Wale in Panik zu versetzen und sie in die zum Schlachten vorgesehenen Buchten zu delegieren, benutzen die Waljäger sogenannte Fastakast, die an Seilen hinter den Booten hergezogen werden und dabei sirenenähnliche Geräusche erzeugen. Steine werden in das Wasser geworfen, um durch Luftblasen eine künstliche Wand zu erzeugen, die das natürliche Sonar der Tiere irritiert.

Entsprechend der nationalen Färöer-Fangvorschriften muss ein Grindwal nach Eintreiben eines Fanghakens in das Atemloch und der Verwendung eines Messers (Lanze) innerhalb weniger Sekunden getötet werden. Das dauert nach Augenzeugenberichten in der Praxis jedoch meist viel länger und die Meeressäuger erleiden einen grausamen und langsamen Tod. Mit einem langen scharfen Messer bzw. einer Lanze wird die Halsschlagader durchtrennt, sodass das Tier noch im seichten Wasser ausbluten soll. Nach spätestens 24 Stunden muss die Schlachtung und die kostenlose Verteilung des Walfleischs an die Teilnehmer und Interessenten der Waljagd aufgrund nationaler Vorschriften beendet sein und die Pier, auf der die Wale aufgebahrt und zerlegt werden, desinfiziert sein. Das Walfleisch und der Speck, das nachweislich stark mit Umweltgiften wie Methyl-Quecksilber und PCB's belastet ist, wird an die Färinger Bevölkerung kostenlos verteilt und in Restaurants und auf Märkten an Touristen und Gäste verkauft, wie die beiden Geschäftsführer Andreas Morlok (ProWal) und Jürgen Ortmüller (WDSF) bei ihren Aufenthalten auf der Inselgruppe in den Jahren 2010 und 2014 aufdecken konnten. Die Bewohner auf den Färöer-Inseln haben das höchste Parkinson-Risko weltweit (s. Welt/N24). Meist beteiligen sich Hunderte von Färöer-Bewohnern mit ihren Kindern als Augenzeugen an den Abschlachtungen, wenn die Grindwaljäger die Tiere in enge Buchten oder an die Strände zum Töten getrieben haben.

Jungen lebenden Eissturmvögeln wird beim Kescherfang der Kopf abgerissen

Aber nicht nur Grindwale, Entenwale und Delfine fallen den grauenhaften Massakern der Färinger zum Opfer. Jedes Jahr im August wird die Jagd auf tausende Jungtiere der Eissturmvögel eröffnet. Zu einem Zeitpunkt, zu dem die jungen Vögel noch Fett ansetzen und dabei flugunfähig sind, werden sie von Färingern mit Keschern aus dem offenen Meer gefischt. Bei lebendigem Leib werden ihnen die Köpfe abgerissen, um sie nach dem Rupfen und Ausnehmen als Delikatesse zu verspeisen. Der Eissturmvogel ist in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt und wird in der Roten Liste der Brutvögel als spezifische Art mit geografischer Restriktion geführt. Bei dem Inselaufenthalt der beiden Tierschützer von ProWal und WDSF schilderte der Betreiber des örtlichen Aquariums in der Hauptstadt Thorshavn die brutale Jagd in allen Einzelheiten. 

Dieses nachfolgende YouTube-Video über den grausamen und brutalen Fang der Eissturmvögel ist nichts für schwache Nerven und kleine Kinder:

 

Färöer-Premierminister rechtfertigt Grindwaljagd und fordert Toleranz und Gastfreundschaft gegenüber Tierschutz-Aktivisten

In einem  am 17.06.2015 veröffentlichten Brief an den Herausgeber der Oxford Mail schreibt Kaj Leo Holm Johannesen, Premierminister der Färöer-Inseln:

"In den vergangenen 30 Jahren haben Gegner der jahrhundertealten Praxis der Lebensmittel-Verwendung von Grindwalen auf den Färöer Inseln ihre Meinung bei Besuchen geäußert. Jetzt, wo Aktivisten erneut ihre Ankunft in unserem Land bekannt gegeben haben, ermutige ich jeden Färöer Inselbewohner, die gleiche Toleranz und Gastfreundschaft zu zeigen, die so lange unser Markenzeichen als kleiner Inselstaat ist. Während wir das Recht haben, Grindwale zu jagen, müssen wir auch das Recht respektieren, dagegen zu protestieren.

Seit Anbeginn der Zeit hat die Menschheit Tiere als Lebensmittel gejagt. Der Walfang auf den Färöern ist nachhaltig und umfassend geregelt und wird unter überwachten Bedingungen mit einem Schwerpunkt auf den Tierschutz durchgeführt. Es ist ein natürlicher Teil des färöischen Leben und Grindwafleisch und Speck sind geschätzte Nahrungsergänzungsmittel für viele färöische Haushalten. So wie dies ein gesetzlich festgelegtes Recht ist, so sind dies auch die Meinungsfreiheit und das Recht auf friedlichen Protest, die grundlegende Teile einer jeden Demokratie sind.

Die färöische Regierung steht in regelmäßigem Kontakt mit der Polizei. Friedlicher Protest ist eine Sache, aber die Verletzung unserer Gesetze und Eingriffe auf das Volkseigentum der Menschen müssen durch die Polizei, die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zuständig sind, gewürdigt werden. Die Färöer-Inseln sind ein friedliches Land mit einem völlig gerechtfertigten Ruf als offene und einladende Gesellschaft und stolz auf ihre einzigartige Geschichte, Wirtschaft und Kultur. Ich vertraue darauf, dass der färöischen Gastfreundschaft und Offenheit mit Respekt begegnet wird."

Anm: Der Walfang auf den Färöer-Inseln ist entgegen der Aussage des damaligen Premierministers keinesfalls nachhaltig, zumal die Meeressäuger sich nicht domestizieren lassen. Die natürlichen Bestände werden durch die alljährliche Jagden reduziert. Angaben von etwa 100.000 Grindwalen rund um die Färöer-Inseln beruhen nach Auskunft eines Mitarbeiters des Färöer-Naturkundemuseums gegenüber dem WDSF und ProWal auf Schätzungen. Dabei wurde mit fünf Booten und einem Kleinflugzeug bei einer Zählung die optisch gezählte Menge von Grindwalen eines Quadratkilometers auf eine theoretische Gesamtfläche hochgerechnet. Solche Zählmethoden halten keinen wissenschaftlichen Grundlagen stand.

 

Gebrauchsanleitung zum Töten von Grindwalen 

Die NAMMCO (North Atlantic Marine Mammal Commission) veröffentlichte eine Gebrauchsanleitung zum Töten von Grindwalen (Instruction manual on Pilot whaling) auf den Färöer-Inseln. Diese Organisation wurde im Jahr 1992 durch die Walfangländer Norwegen, Island, Grönland und die Färöer-Inseln gegründet. Etliche Nationen, die sich gegen den Walfang aussprechen, erkennen die NAMMCO nicht an.

Filmbeiträge über die Grindwalmassaker

 - Red-colored Sea (Facebook-Film über das grausamen Abschlachten der Färöer-Grindwale)

- Delfinjäger auf den Färöer-Inseln (WDR-Fernsehen)