08.05.2017 - Wahldebakel in NRW für SPD, CDU und FDP? - "Delfinarienbefürworter keine Sympathieträger" (themenportal)

07.05.2017 - WDSF-Umfrage anlässlich der NRW-Landtagswahl am 14. Mai 2017 zur Delfinhaltung (ots/presseportal)

Grüne und AfD gegen Delfinarien - SPD, CDU und FDP wollen Delfinarien beibehalten

Delfinarium Zoo Duisburg (WDSF-Foto)(WDSF - 07./08./12.05.2017) Das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) hat anlässlich der NRW-Landtagwahl am 14. Mai 2017 Fraktionen in der Landeshauptstadt Düsseldorf zu Themen der Gefangenschaftshaltung von Delfinen im Zoos befragt; speziell bezogen auf den Duisburger Zoo. Die Fraktionen der Grünen, Linke, Piraten und der AfD sprachen sich in ihren Antworten eindeutig gegen eine weitere Haltung von Delfinen in Zoos aus. SPD, CDU und die FDP wollen die Gefangenschaftshaltung fortsetzen, weil sie der Bildung und Forschung diene.

Die Antworten der NRW-Parteien haben vor dem Hintergrund des jetzt von Frankreich beschlossenen Haltungs- und Nachzuchtverbots von Delfinen und Orcas, welches das WDSF als Sensation für den Tierschutz bezeichnet, eine besondere Bedeutung.

Für die Grünen verwies der Landtagsabgeordnete Martin-Sebstin Abel auf die mehrfachen Bundestagsanträge der Partei, die Haltung von Delfinen in Zoos zu stoppen, die jeweils an der Großen Koalition gescheitert seien. Abel stellte für die Grünen klar, dass es auf Landesebene nicht möglich sei, per Beschluss die Haltung einer bestimmten Tierart in Zoos zu untersagen. Umweltminister Remmel habe sich daher mit einem Brief vor drei Jahren an den zuständigen Bundesminister gewandt, dem "offenkundigen Nachbesserungsbedarf beim Säugetiergutachten" nachzukommen. Über eine Antwort des Bundesministeriums ist offenbar nichts bekannt.

Die Bundesregierung hatte im Jahr 2006 bereits darauf verwiesen, dass eine Definition des Zoobegriffs nach dem Bundesnaturschutzgesetz grundsätzlich auch Delfinarien umfasst und dass die Anwendung der Zoorichtlinie in die Zuständigkeit der Länder fällt, welche die Richtlinie in den jeweiligen Landesnaturschutz- oder Zoogesetzen umsetzen.

Die Piraten schreiben: "Wir Piraten werden uns ohne Frage auch weiterhin für ein Haltungsverbot von Delfinen einsetzen und versuchen, die anderen Abgeordneten zur Einsicht zu bewegen. Unsere Überzeugungen haben sich seit unserem Antrag mit diesem Ziel im Jahr 2013 nicht geändert und wir bedauern sehr, dass die anderen Fraktionen selbst nach der eindrücklichen Sachverständigenanhörung nicht bereit waren, dem Tierschutz einen angemessenen Stellenwert einzuräumen."

Die AfD schreibt in ihrer Antwort an das WDSF: "Wir lehnen Delfinarien ab." Die Fraktion will sich für eine Übergangsregelung der noch lebenden Tiere einsetzen und bei einer Vertretung im Landtag will die AfD die Rechtslage prüfen und im Sinne des Tierschutzes handeln.

Die FDP äußert, dass eine Schließung des Delfinariums ein Rückschritt sei. Gleichwohl will sie die Haltungsbedingungen verbessern. Anlässlich der Bundestagswahl 2013 hatte das WDSF auf Facebook zum FDP-Wahlboykott aufgerufen und über eine Million Nutzer erreicht. Die damalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hatte sich vehement geweigert, den Haftbefehl gegen den bekannten Walschützer Paul Watson in Deutschland aufzuheben, der im WDSF-Kuratorium vertreten ist. Die Befürwortung der FDP für die Gefangenschaft von Delfinen in deutschen Delfinarien bei einer Bundestagsanhörung im Jahr 2013 unter der Leitung von Hans-Michael Goldmann (FDP) und die anschließende Bundestagsabstimmung für den Fortbestand der Delfinarien mit den Stimmen der schwarz-gelben Koalition führte zu erheblicher Missstimmung bei vielen Tierfreunden.

Die CDU hält die Haltung von Delfinen als angemessen für die Ziele des Artenschutzes und Bildungsauftrags von Zoos.

Die SPD-Fraktion in NRW sieht keinen Anlass, sich gegen die Haltung von Delfinen auszusprechen und verweist auf die Schwierigkeiten einer Auswilderung der Tiere.

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: "Die Antworten der befragten NRW-Fraktionen zeigen eindeutig, dass nur die Grünen und die AfD den Zeitgeist zur Delfinhaltung erfasst haben, indem sie sich gegen die Gefangenschaftshaltung von Delfinen aussprechen. In Frankreich wurde am vergangenen Wochende ein Gesetz erlassen, welches die Haltung und Nachzucht von Delfinen und Schwertwalen ab sofort untersagt und für bestehende Anlagen übergangsweise eine Flächenerweiterung um 150 Prozent vorschreibt. Umweltministerin Ségolène Royal hatte sich zu dem radikalen Schritt entschieden, nachdem sie erfahren hat, dass die Delfine "unter Drogen gesetzt" würden. Die intensive Medikamentengabe u.a. mit Psychopharmaka und Antibiotika in Duisburg und Nürnberg hatte das WDSF bereits vor Jahren aufgedeckt. Die Wähler, insbesondere Tierfreunde und Tierschützer, werden den etablierten Parteien von SPD, CDU und FDP hoffentlich bei der NRW-Wahl eine Abfuhr im Sinne des Tierschutzes für die intelligenten und sensiblen Meeressäuger erteilen."

 

Hier die detaillierten Antworten der Fraktionen

- Die Grünen NRW

Von: Martin-Sebastian Abel (MdL-NRW)
Betreff: Antworten auf Ihren Wahlprüfstein

Sehr geehrter Herr Ortmüller,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfragen, die ich gerne für die Fraktion der GRÜNEN im Landtag beantworte.

1) Werden die NRW-Grünen weiterhin die Gefangenhaltung von Delfinen (Cetacea) in Zoos (hier: Zoo Duisburg) befürworten? Wird sich die NRW-Fraktion auch weiterhin bei Landtagsanträgen für eine Delfinhaltung aussprechen? Ist ein eigener Landtagsantrag zur Beendigung der Delfinhaltung (z.B. wg. § 68 (3) Landschaftsgesetz) vorgesehen?

Unsere Position, die Position der Grünen Landtagsfraktion und auch die Position der Grünen Bundestagsfraktion und Bundespartei ist klar: Wir wollen die Haltung von Delfinen in Zoos beenden und das haben wir zuletzt im September 2014 im Deutschen Bundestag beantragt. Bereits 2008 hatte die Grüne Fraktion einen Antrag mit dem Titel „Die Gefangenschaft von Delfinen unverzüglich beenden“ in den Bundestag eingebracht und damit eine breit geführte öffentliche Diskussion losgetreten. Der Antrag wurde leider von der Großen Koalition abgelehnt, aber als Reaktion darauf haben CDU und SPD 2009 einen Entschließungsantrag beschlossen, der die Bundesregierung aufforderte, die Haltungsbedingungen von Delfinen zu überarbeiten. Sie haben also explizit diese Tierart herausgegriffen mit dem Ziel, die Haltungsbedingungen für Delfine wissenschaftlich zu überarbeiten. Daraus wurde eine komplette Überarbeitung der Mindestanforderungen für alle Tierarten in unseren Zoos, der insgesamt drei Jahre andauerte. Viele Verbesserungen für die Haltungsbedingungen von Tieren wurden mit dem neuen Säugetiergutachten erreicht, ausgerechnet bei Delfinen konnte sich das Gremium aus WissenschaftlerInnen, VertreterInnen von Zoos und organisierte Tierschützer nicht einigen.

Die Piraten haben 2013 im Landtag die Schließung beantragt und 2014 einen umfassenden Änderungsantrag eingereicht. In diesen Anträgen und auch in der Fragestellung des WDSF wird suggeriert, das Land hätte über das Landschaftsgesetz die Möglichkeit (§68 Abs.2 Landschaftsgesetz NRW) die Haltung von Delfinen zu verbieten. Als GRÜNE haben wir daraufhin eine Anhörung im Umweltausschuss beantragt. In dieser wurde deutlich, dass es auf Landesebene nicht möglich ist, per Beschluss die Haltung einer bestimmten Tierart in Zoos zu untersagen. Die Regeln für die Haltung von Tieren in Zoos werden auf Bundesebene durch das Säugetiergutachten getroffen. Wir  haben durch den §68 des Landschaftsgesetzes die Verpflichtung, dass, wenn neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, die gegen die Haltungsbedingungen einer Tierart sprechen, wir entsprechend handeln müssen und den Zoos entsprechende Anordnungen machen können, also dem Ministerium als Aufsichtsbehörde.

Bei dem Säugetiergutachten handelt es sich jedoch um ein „antizipiertes“ (d.h. vorweggenommenes) Sachverständigengutachten. Solche Gutachten bilden normalerweise die Grundlage für verwaltungsrechtliche Anordnungen. Deswegen ist es umso wichtiger, dass diese Mindestanforderungen in einem wissenschaftlich sauberen Verfahren erarbeitet werden. In einer Stellungnahme haben die Tierschutzsachverständigen darauf hingewiesen, dass sie nicht alle erforderlichen Grundlagen für eine Beurteilung über die artgerechte Haltungen von Delfinen erhalten hätten. Unser Umweltminister Johannes Remmel hat deshalb in einem Brief an den zuständigen Bundesminister dazu aufgefordert, dem offenkundigen Nachbesserungsbedarf beim Säugetiergutachten nachzukommen.

Wir wären auch zu einer Bundesratsinitiative bereit gewesen, die die Bundesregierung auffordert, die Mindestanforderungen für die Haltung von Delfinen in einem sauberen wissenschaftlichen Verfahren zu überarbeiten und eine Übergangslösung für die dort gehaltenen Tiere zu finden. Leider war die SPD zu einer solchen Initiative nicht bereit.

2) Werden sich die NRW-Grünen aktiv dafür einsetzen, Einsicht in das Zuchtbuch für Delfine beim EEP zu erhalten?
Im Rahmen einer Überarbeitung der Mindestanforderungen sollten den Tierschutzsachverständigen alle notwendigen Informationen, darunter auch das Zuchtbuch, zur Verfügung gestellt werden.

3) Werden sich die NRW-Grünen dafür einsetzen, die Delfinhaltung zu beenden, wenn gem. § 68 (3) des NRW-Landschaftsgesetzes der Stand der (internationalen) Wissenschaft die Anforderungen an die Haltung von Tieren in Zoos nachträglich verändert und die Anforderungen in NRW nicht eingehalten werden (können)?
Siehe Antwort zu Frage 1.

4) Wie beurteilt die Fraktion der NRW-Grünen die nicht nachhaltigen Nachzuchtbemühungen der Zoo Duisburg AG bei den Delfinen (Große Tümmler)?
Siehe Antwort zu Frage 1.


5) Wird die NRW-Fraktion der Grünen weiterhin einem Import von Delfinen nach NRW im Rahmen des EEP, das ein privater Zusammenschluss von Aquarien und Delfinen ist, zustimmen?
Siehe Antwort zu Frage 1.

Mit freundlichen Grüßen

Martin-Sebastian Abel


Die Piraten NRW

von Dennis Deutschkämer (Landesvorsitzender)
Piratenpartei Nordrhein Westfalen

1) Werden die NRW-Piraten weiterhin die Gefangenhaltung von Delfinen  (Cetacea) in Zoos (hier: Zoo Duisburg) ablehnen? Wird sich die  NRW-Fraktion auch weiterhin bei Landtagsanträgen für eine Delfinhaltung  aussprechen? Ist ein weiterer eigener Landtagsantrag zur Beendigung der  Delfinhaltung (z.B. wg. § 68 (3) Landschaftsgesetz) vorgesehen?

Wir Piraten werden uns ohne Frage auch weiterhin für ein Haltungsverbot von Delfinen einsetzen und versuchen, die anderen Abgeordneten zur Einsicht zu bewegen. Unsere Überzeugungen haben sich seit unserem Antrag mit diesem Ziel im Jahr 2013 nicht geändert und wir bedauern sehr, dass die anderen Fraktionen selbst nach der eindrücklichen Sachverständigenanhörung nicht bereit waren, dem Tierschutz einen angemessenen Stellenwert einzuräumen.
       
2) Werden sich die NRW-Piraten aktiv dafür einsetzen, Einsicht in das Zuchtbuch für Delfine beim EEP zu erhalten?

Ja.
       
3) Werden sich die NRW-Piraten dafür einsetzen, die Delfinhaltung zu  beenden, insbesondere wenn gem. § 68 (3) des NRW-Landschaftsgesetzes  der Stand der (internationalen) Wissenschaft die Anforderungen an die  Haltung von Tieren in Zoos nachträglich verändert und die Anforderungen  in NRW nicht eingehalten werden (können)?

Die Piraten werden selbstverständlich die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Wal- und Delfinschutzverbänden fortsetzen und sich auf allen Ebenen dafür einsetzen.
       
4) Wie beurteilt die Fraktion der NRW-Piraten die nicht nachhaltigen  Nachzuchtbemühungen der Zoo Duisburg AG bei den Delfinen (Große  Tümmler)?

Eine Zucht in zoologischen Gärten ist immer nur dann einigermaßen vertretbar, wenn die Zucht dem Arterhalt dient und die Tiere verhaltensgerecht gehalten werden können. Beides ist beim großen Tümmler nicht der Fall. Da wir die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft strikt ablehnen, ist auch ein Zuchtprogramm nicht vertretbar.
       
5) Wird die NRW-Fraktion der Piraten weiterhin einem Import von  Delfinen nach NRW im Rahmen des EEP, das ein privater Zusammenschluss  von Aquarien und Delfinen ist, zustimmen oder solch einen aktiv  ablehnen?

Wir werden einen solchen aktiv ablehnen. Nicht nur bei Delfinen, sondern bei allen Tieren muss ein Lebendtransport immer auch unter Tierschutzrichtlinien betrachtet werden. Und auch hier: Wenn die Haltung von Delfinen verboten ist, gibt es auch keine Gründe mehr, sie zu importieren.  Darüber hinaus muss auch verboten werden, Delfine im deutschen Hoheitsgebiet zu transportieren, wenn sie nicht für einen deutschen Zoo gedacht sind, sondern es nur um einen Transfer zu einem anderen ausländischen Zoo geht.

Dennis Deutschkämer (Landesvorsitzender)
Piratenpartei Nordrhein Westfalen
Akademiestraße 3
40213 Düsseldorf


Die AfD NRW

Von: Mara Lux - afd.nrw
Betreff: Aw: WG: Landtagswahl 2017 - Delfinhaltung

Sehr geehrter Herr Ortmüller,

Die AfD setzt sich intensiv für den Tierschutz ein.

Die AfD steht für eine mitfühlende und würdevolle Behandlung der Tiere und eine Stärkung des Tierschutzes
So heißt es in unserem Wahlprogramm:
Die Größe und den Fortschritt einer humanen Gesellschaft und ihrer Kultur erkennt man an ihrem Bewusstsein für ihre schwächsten Mitgeschöpfe. Es gilt, die immer noch praktizierten Missstände im Umgang mit Tieren und deren Haltung aufzuzeigen und auszuräumen.
Wir fordern ein striktes Verbot unnötiger Versuche am lebenden Tier und befürworten das Erforschen alternativer Methoden. In der Landwirtschaft soll die Massentierhaltung eingeschränkt und der Transport der Nutz- und Schlachttiere nur noch über kurze Distanzen innerhalb Deutschlands forciert werden (nächstgelegener Schlachtbetrieb). Wildtiere in Zirkussen lehnen wir ab, da eine artgerechte Haltung nicht möglich ist. Tierquälerei, wie das betäubungslose Schlachten (Schächten), darf nicht aufgrund Religionsfreiheit toleriert werden. Wir fordern daher die Streichung des § 4 a Abs. 2 Nr. 2 TierSchG, der das betäubungslose Schlachten als Ausnahmeregelung legalisiert. Das millionenfache Schreddern männlicher Küken lehnen wir aus moralisch-ethischen Gründen ab.


zu Ihren Fragen:

1) WIRD DIE AFD DIE GEFANGENHALTUNG VON DELFINEN (CETACEA) IN ZOOS
(HIER: ZOO DUISBURG) BEFÜRWORTEN ODER NICHT? WIRD SICH DIE
NRW-FRAKTION BEI LANDTAGSANTRÄGEN FÜR ODER GEGEN EINE
DELFINHALTUNG AUSSPRECHEN? IST EIN EIGENER LANDTAGSANTRAG ZUR
BEENDIGUNG DER DELFINHALTUNG (Z.B. WG. § 68 (3) LANDSCHAFTSGESETZ)
VORGESEHEN?

Wir lehnen Delfinarien ab. Eine tiergerechte Haltung der Tiere ist
nicht gegeben. Konsequenterweise wird sich unsere Fraktion auch
für deren Schließung und eine entsprechende Übergangsregelung für
die dort noch lebenden Tiere einsetzen.

2) WIRD SICH DIE NRW-AFD AKTIV DAFÜR EINSETZEN, EINSICHT IN DAS
ZUCHTBUCH FÜR DELFINE BEIM EEP ZU ERHALTEN?

Ja.

3) WIRD SICH DIE NRW-AFD AKTIV DAFÜR EINSETZEN, DIE DELFINHALTUNG
ZU BEENDEN, WENN GEM. § 68 (3) DES NRW-LANDSCHAFTSGESETZES DER
STAND DER (INTERNATIONALEN) WISSENSCHAFT DIE ANFORDERUNGEN AN DIE
HALTUNG VON TIEREN IN ZOOS NACHTRÄGLICH VERÄNDERT UND DIE
ANFORDERUNGEN IN NRW NICHT EINGEHALTEN WERDEN (KÖNNEN)?

Sobald die Fraktion der AfD NRW zum ersten Mal im Landtag vertreten
ist, wird sie die Rechtslage entsprechend prüfen und im Sinne des
Tierschutzes handeln.

4) WIE BEURTEILT DIE FRAKTION DER NRW-AFD DIE NICHT NACHHALTIGEN
NACHZUCHTBEMÜHUNGEN DER ZOO DUISBURG AG BEI DEN DELFINEN (GROßE
TÜMMLER)?

Sobald die Fraktion der AfD NRW zum ersten Mal im Landtag vertreten
ist, wird sie die Rechtslage und die tatsächlichen Umstände im Zoo Duisburg
entsprechend prüfen und im Sinne des Tierschutzes handeln.

5) WIRD DIE NRW-FRAKTION DER AFD  EINEM IMPORT VON DELFINEN NACH NRW
IM RAHMEN DES EEP, DAS EIN PRIVATER ZUSAMMENSCHLUSS VON AQUARIEN UND
DELFINEN IST, ZUSTIMMEN?

Ein Verbot von Delfinarien schließt konsequenterweise natürlich auch den Import
der Tiere mit ein.


Ich antworte Ihnen als Leiterin des Landesfachausschuss Umwelt-, Verbraucher- und Tierschutz.
Eine offizielle Position konnte die AfD aufgrund der begrenzten Zeichenzahl im Wahlprogramm nicht abgeben. Unser Fachausschuss wird den Abgeordneten jedoch mit Empfehlungen und Zuarbeit beraten und obige Positionen einbringen.

Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung

Mit freundlichen Grüßen

Mara Lux
Leiterin LFA 6


Die Linke

(Antwort aufgrund der Frage der Albert -Schweizer-Stiftung anlässlich der Bundestagswahl 2013)

DIE LINKE fordert neben dem Haltungsverbot von Delfinen in Gefangenschaft auch ein Verbot, wild
lebende Delfine zu fangen. Die Entnahme von Delfinen aus der Natur stellt inzwischen eine ernst zunehmende Gefahr
für bestimmte Delfinpopulationen und einen nicht unwesentlichen Eingriff in die soziale
Gemeinschaft der Tiere dar. Delfine aus kommerziellen oder angeblich therapeutischen Zwecken in
Gefangenschaft zu halten, lehnt DIE LINKE als Tierquälerei ab.


 

Die SPD NRW

Fragen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)

1) Wird die NRW-SPD weiterhin die Gefangenhaltung von Delfinen (Cetacea) in Zoos (hier: Zoo Duisburg) befürworten?
Wird die NRW-SPD sich auch weiterhin bei Landtagsanträgen für eine Delfinhaltung aussprechen?

Die NRWSPD versteht Ihre Sorgen, aber sie sieht derzeit keinen Anlass, sich gegen die Haltung von Delfinen im Duisburger Zoo auszusprechen. Bis in die neunziger Jahre gab es in Deutschland neun Delfinarien, die meisten davon in Vergnügungsparks. Vergnügungsparks sind eindeutig nicht geeignete Aufenthaltsorte für Wildtiere, wie z.B. Delfine. Unstrittig ist aber auch, dass die Auswilderung von Delfinen extrem schwierig ist. Allein aus diesem Grund ist eine sofortige Schließung des Delfinariums in Nordrhein-Westfalen unmöglich und wäre unverantwortlich den dort untergebrachten Tieren gegenüber. Dies gilt auch weil Wale und Delfine nach der EG-Verordnung 338/97 geschützt sind.


2) Wird sich die NRW-SPD aktiv dafür einsetzen, Einsicht in das Zuchtbuch für Delfine beim EEP zu erhalten?

Im Sommer 2014 wurde zwischen dem Zoo Duisburg und dem NRW-Umweltministerium eine Vereinbarung geschlossen, die die weitere Haltung der Delfine in Duisburg in einen gemeinsam akzeptierten Rahmen sichert. In diesem Moratorium wird die Anzahl der erwachsenen Tiere festgelegt, es wird für die Zoopraxis auf das EU Haltungs- und Zuchtprogramm verwiesen, es wird die regelmäßige Begutachtung durch das Veterinäramt Duisburg festgeschrieben und es wird festgehalten, dass die Abgabe von Delfinen nur an anerkannte Einrichtungen erfolgen darf. Zudem soll größtmögliche Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit in allen Punkten der Delfinhaltung hergestellt werden. Die NRWSPD unterstützt diese Vereinbarung weiterhin. Sie sichert langfristig die wissenschaftlich begleitete und tierschutzgerechte Haltung von Delfinen im Duisburger Zoo und verschafft Transparenz.


3) Wird sich die NRW-SPD dafür einsetzen, die Delfinhaltung zu beenden, wenn gem. § 68 (3) des NRW-Landschaftsgesetzes der Stand der (internationalen) Wissenschaft die Anforderungen an die Haltung von Tieren in Zoos nachträglich verändert und die Anforderungen in NRW nicht eingehalten werden (können)?

Das Landschaftsgesetz wurde im Herbst 2016 durch das Landesnaturschutzgesetz ersetzt. Das Landesnaturschutzgesetz sieht keine landesspezifische Regelung für Zoos vor, denn hier gilt das Bundesnaturschutzgesetz (§ 42 Zoos). Dies formuliert eindeutig, dass die Betreiber von Zoos die Vorschriften des Tier- und Artenschutzes beachten müssen. Dies zu prüfen, ist die Aufgabe der Veterinärbehörden. Verstöße der NRW-Zoos gegen die im Bundesnaturschutzgesetz festgelegten Vorgaben sind uns nicht bekannt.


4) Wie beurteilt die NRW-SPD die nicht nachhaltigen Nachzuchtbemühungen der Zoo Duisburg AG bei den Delfinen (Große Tümmler)?

Die Zuchterfolge im Duisburger Delfinarium haben sich über die letzten Jahre hinweg deutlich verbessert. Mit einer Aufzuchtquote von über 60 Prozent entspricht der Duisburger Zoo den Gegebenheiten im Freiland. Die NRWSPD hält dies für eine positive Entwicklung und sieht dies zugleich als Hinweis für die guten Haltungsbedingungen des Duisburger Zoos.


5) Wird die NRW-SPD weiterhin einem Import von Delfinen nach NRW im Rahmen des EEP, das ein privater Zusammenschluss von Aquarien und Delfinen ist, zustimmen?

Die NRWSPD ist weiterhin der Meinung, dass der Tierbestand in bestehenden Delfinarien nicht durch Wildfänge gedeckt werden darf, die es in Duisburg ohnehin seit den 1980er Jahren nicht mehr gab.

 

Mit freundlichen Grüßen,
Katja Kleegräfe
Referentin NRWSPD
Kavalleriestraße 16
40213 Düsseldorf



Die CDU NRW

Von: Guido.Hitze - cdu.nrw
Betreff: Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2017

Sehr geehrter Herr Ortmüller,
 
gern beantworten wir Ihre Fragen gemäß Schreiben vom 3. April 2017.
 
1) Wird die NRW-CDU weiterhin die Gefangenhaltung von Delfinen (Cetacea) in Zoos (hier: Zoo Duisburg) befürworten? Wird die NRW-CDU sich auch weiterhin bei Landtagsanträgen für eine Delfinhaltung aussprechen?
 
Die Haltung von Delfinen in wissenschaftlich geführten Zoos in Deutschland sehen wir auch gerade nach der umfangreichen fachlichen Debatte im Landtag 2014 als weiterhin angemessen für die damit verbundenen Ziele. Zoos dienen unter anderem dem Artenschutz und schärfen das Bewusstsein für bedrohte Arten. Ferner haben Zoos einen pädagogischen Auftrag, gerade bei der Kinder- und Jugendbildung. Darüber hinaus leisten Zoos (z.B. das Delfinarium Duisburg) einen wichtigen Beitrag zur Erforschung dieser Tiere.
 
2) Wird sich die NRW-CDU aktiv dafür einsetzen, Einsicht in das Zuchtbuch für Delfine beim EEP zu erhalten?
 
Zoos setzen sich aktiv im Artenschutz ein. Damit verbunden sind Erhaltungszuchten sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die in freier Wildbahn kaum zu erzielen sind. Die Nachzuchten in Zoos werden auf einem hohen wissenschaftlichen Niveau betrieben und sind entsprechend komplex international verknüpft. Als CDU Nordrhein-Westfalen haben wir gegen die gute und fachliche Führung von Zuchtbüchern keine zwingenden Bedenken, die eine externe Einsicht durch die Politik nötig machen würde. Hierbei sehen wir keinen weiteren Handlungsbedarf.
 
3) Wird sich die NRW-CDU dafür einsetzen, die Delfinhaltung zu beenden, wenn gem. § 68 (3) des NRW-Landschaftsgesetzes der Stand der (internationalen) Wissenschaft die Anforderungen an die Haltung von Tieren in Zoos nachträglich verändert und die Anforderungen in NRW nicht eingehalten werden (können)?
 
Auch dem neuen Landesnaturschutzgesetz, welches das ehemalige Landschaftsgesetz ersetzt hat, lässt sich für uns nicht erkennen, dass ein Haltungsverbot für Delfine im Duisburger Zoo ausgesprochen werden muss.
 
4) Wie beurteilt die NRW-CDU die nicht nachhaltigen Nachzuchtbemühungen der Zoo Duisburg AG bei den Delfinen (Große Tümmler)?
 
Der CDU sind keine bewussten Verfehlungen bei den Nachzuchtbemühungen von Delfinen im Duisburger Zoo bekannt.
 
5) Wird die NRW-CDU weiterhin einem Import von Delfinen nach NRW im Rahmen des EEP, das ein privater Zusammenschluss von Aquarien und Delfinen ist, zustimmen?
 
Den Austausch von Tieren im Rahmen des EEP sehen wir auch zukünftig als einen wichtigen Beitrag, um möglichen Inzuchtproblemen zu entgehen. Ferner vermeidet der Austausch von Tieren, die in Obhut des Menschen gezüchtet worden sind, den Wildfang in anderen Ländern.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Dr. Guido Hitze
Leiter des Bereichs Politik & Strategie
 
CDU Nordrhein-Westfalen
Wasserstraße 6
40213 Düsseldorf


 

Die FDP NRW

Sehr geehrter Herr Ortmüller,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht und die Fragen anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl. Gerne antworte ich Ihnen im Namen der Freien Demokraten NRW.

Frage 1
Wird die NRW-FDP weiterhin die Gefangenhaltung von Delfinen (Cetacea) in Zoos (hier: Zoo Duisburg) befürworten? Wird sich die NRW-Fraktion bei Landtagsanträgen für eine Delfinhaltung aussprechen? Ist ein eigener Landtagsantrag zur Beendigung der Delfinhaltung (z.B. wg. § 68 (3) Landschaftsgesetz) vorgesehen?

Wir Freie Demokraten haben uns in dieser Legislaturperiode intensiv mit der Haltung der Delfine im Zoo Duisburg beschäftigt. Unter anderem konnten wir Einsicht in die beim Landesamt für Natur und Verbraucherschutz zur Delfinhaltung in Duisburg geführten Akten nehmen. Insgesamt haben wir den Eindruck gewonnen, dass bei der Haltung den biologischen und den Erhaltungsbedürfnissen ausreichend Rechnung getragen wird und das Delfinarium nach Gestaltung und Größe art- und tiergerecht ausgestaltet ist. Bei einem Besuch vor Ort konnten wir uns davon überzeugen, dass die Pflege der Tiere durch Tierpfleger und Tierärzte in höchstem Maße engagiert ist und auf der Grundlage der guten veterinärmedizinischen Praxis erfolgt. Anhaltspunkte für eine tierschutzwidrige Praxis konnten wir nicht erkennen.

Zoologische Gärten haben vier Hauptaufgaben zu erfüllen: Sie dienen dem Arten- und Naturschutz, der Erholung, der naturkundlichen Bildung sowie der Forschung. Selbstverständlich werden wir uns auch zukünftig dafür einsetzen, die Haltungsbedingungen stetig weiterzuentwickeln, um den Bedürfnissen von in zoologischen Gärten gehaltenen Tieren noch besser gerecht werden zu können. Eine Schließung des Delfinariums wäre aber ein Rückschritt. Denn viele wichtige Forschungsprojekte in Zoos dienen dem Tierschutz in der freien Wildbahn. So konnten die beim offshore-Windenergieausbau bedeutsamen deutschen Lärmschutzwerte für den marinen Lebensraum durch Studien eines deutschen Wissenschaftlers, der Höruntersuchungen an Schweinswalen in einem Zoo durchgeführt hat, begründet werden.

Frage 2
Wird sich die NRW-FDP aktiv dafür einsetzen, Einsicht in das Zuchtbuch für Delfine beim EEP zu erhalten?

Zahlreiche Gesetze wie beispielsweise das Informationsfreiheitsgesetz und das Umweltinformationsgesetz vermitteln Einsichts- und Auskunftsrechte für die Öffentlichkeit. Weitergehende Initiativen halten wir nicht für erforderlich.

Frage 3
Würde sich die NRW-FDP dafür einsetzen, die Delfinhaltung zu beenden, wenn gem. § 68 (3) des NRW-Landschaftsgesetzes der Stand der (internationalen) Wissenschaft die Anforderungen an die Haltung von Tieren in Zoos nachträglich verändert und die Anforderungen in NRW nicht eingehalten werden (können)?

Das neue Landesnaturschutzgesetz enthält keinen dem § 68 Landschaftsgesetz entsprechenden Paragrafen. Unabhängig davon sind die Vorgaben von § 42 Bundesnaturschutzgesetz zur Haltung von Tieren in zoologischen Gärten stets einzuhalten.

Frage 4
Wie beurteilt die Fraktion der NRW-FDP die nicht nachhaltigen Nachzuchtbemühungen der Zoo Duisburg AG bei den Delfinen (Große Tümmler)?

Uns ist nicht bekannt, dass die derzeitigen Nachzuchtbemühungen nicht nachhaltig wären. Bezüglich der leider immer wieder auftretenden Todesfälle bei neugeborenen Delfinen ist in Rechnung zu stellen, dass diese – anders als in der Tierwelt üblich – nicht über ein ausgeprägtes Immunsystem verfügen.

Frage 5
Wird die NRW-Fraktion der FDP einem Import von Delfinen nach NRW im Rahmen des EEP, das ein privater Zusammenschluss von Aquarien und Delfinen ist, zustimmen?

Nach der EU-Artenschutzverordnung ist die Einfuhr auch von Delfinen lediglich unter strengen tierschutzbezogenen Anforderungen und nicht zu kommerziellen Zwecken möglich. Diese Vorschriften halten wir für ausreichend.

Mit freundlichen Grüßen

 

Kevin Schneider
Referent

FDP-Landesverband NRW
Sternstraße 44
40479 Düsseldorf

 

Hier: Landtag NRW

Nachfolgend "Deutscher Bundestag":


 

 

Bundestagsfraktionen sprechen sich gegen die Delfinhaltung in Deutschland aus

(WDSF - 04.10.2017) - Neben den Bundestagsfraktionen von Bündnis90/Die Grünen, der Linkspartei und der AFD hat sich nun auch die SPD-Bundestagsfraktion gegen die Delfinhaltung ausgesprochen, nachdem sie sich im Jahr 2013 bei einer Bundestagsabstimmung noch enthalten hatte (s.u.):

Von: Winter Maja - spdfraktion
Betreff: AW: Delfinarien
Datum: 4. Oktober 2017 11:58:22 MESZ
An: Jürgen Ortmüller <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!>

Sehr geehrter Herr Ortmüller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.
Es ist völlig richtig, dass die SPD-Bundestagsfraktion die Position vertritt, dass für Tiere, für die keine optimalen Lebensbedingungen in Gefangenschaft geschaffen werden können, auch nicht in Zoos gehalten werden sollten. Wir wollen demnach keine Delfinhaltung in Zoos.

Weiterhin gutes Gelingen für Ihre Arbeit.

Mit freundlichen Grüßen
Maja Winter
::::::::::::::::::::::
MAJA WINTER
REFERENTIN, PRESSESTELLE
..............................................................
SPD-BUNDESTAGSFRAKTION
PLATZ DER REPUBLIK 1 11011 BERLIN
WWW.SPDFRAKTION.DE

 

 

Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen stellte 2016 erneut einen Bundestagsantrag zum Schutz der Wale und Delfine, der von CDU/CSU und SPD abgelehnt wurde

(Akt. 10.09.2017) - Am 19.10.2016 stellte die Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen erneut einen Antrag (18/10032), u.a. "das Halten von Delfinen in Deutschland zu untersagen sowie deren Einfuhr zu verbieten." Ebenso wendet sich der Antrag gegen die Treibjagden in Taiji und auf den Färöer-Inseln. Der Antrag wurde mit den Stimmen der CDU/CSU und der SPD abgelehnt. Nur die Linke stimmte mit den Grünen für den Antrag. In einer aktualisierten Aussage antwortet die SPD anlasslich der Bundestagswahl 2017 (s. dort Frage 9): "Wir wollen keine Delfinhaltung in Zoos." Ebenso äußerten sich Die Linke und die AfD. Die CDU/CSU und die FDP lehnen Haltungsverbote ab.

Für uns sind daher weder CDU/CSU noch die FDP wählbar.

Der Bundestagsantrag 18/10032 von Bündnis 90/Die Grünen vom 19.10.2016:

Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
1.
sich konsequent für die Aufrechterhaltung und Umsetzung des 1986 beschlossenen Walfangmoratoriums einzusetzen und jedweden Anträgen, die auf die Aushöhlung des Walfangmoratoriums abzielen, entschieden entgegenzutreten, 


2.
darauf hinzuwirken, dass das Walfangverbot von allen IWC-Mitgliedstaaten anerkannt und umgesetzt wird,

3.
an den Staat Japan zu appellieren, seinen kommerziellen Walfang, der als Wissenschaft getarnt wird, zu beenden,

4.
sich Japan gegenüber dafür einzusetzen, dass die jährliche Treibjagd auf Delfine, wie z. B. in der Taiji, unterlassen wird,

5.
das Halten von Delfinen in Deutschland zu untersagen sowie deren Einfuhr zu verbieten,

6.
auf Staaten, die kommerziellen Walfang betreiben, einzuwirken, um ein Ende des Walfangs zu erreichen,  


7.
auf Dänemark dahingehend einzuwirken, dass sich Dänemark entsprechend der EU-Position aktiv gegen den  kommerziellen Walfang einsetzt anstatt EU-Walschutzmaßnahmen zu verhindern,


8.
gemeinsam mit anderen  EU-Staaten an die Färöer-Inseln zu appellieren, den  Grindwalfang (Grindadràp) aufzugeben, 


9.
für eine Ausweitung von Schutzgebieten für Wale auch auf hoher See einzutreten,


10.
den Transit von Walfleisch durch deutsche Häfen zu verbieten und zu unterbinden,


11.
Schweinswale in deutschen Gewässern besser vor Lärm zu schützen und endlich ein Schallschutzkonzept für die Ostsee vorzulegen, um den gefährdeten Ostsee-Schweinswal zu schützen,


12.
nutzungsfreie Zonen in den Schutzgebieten für den Schweinswalschutz einzurichten und dort die Stellnetzfischerei zu verbieten,

13.
Beifänge durch die Förderung alternativer Fangmethoden zu minimieren und das Rückwurfverbot und Anlandegebot wirksam umzusetzen.

Hinweis des Deutschen Bundestags zum abgelehnten Antrag mit dem Stimmen von CDU/CSU und SPD


19.01.2015 - Anfrage der Linken mit Antwort der Bundesregierung zum Thema Psychopharmaka in Zoos (pdf)


Bundestagswahl 2013 - hier: aktuelle Wahlergebnisse

24.09.2013 - Wahldebakel: FDP scheitert (auch) an Hagener Delfinfreunden (business-on.de)

hier: Antwort der Bundesregierung zur Anfrage der Grünen zum Thema Delfintherapie

Untenstehend (nach dem Beitrag "Streit um 16 Delfine in deutschen Zoos") veröffentlichen wir anlässlich der Bundestagswahl am 22. September 2013 eine WDSF-Wahlempfehlung und Stellungnahmen  der Parteien und von Politikern zum Thema der umstrittenen Delfinhaltung in Deutschland.

Streit um 16 Delfine in deutschen Zoos  im Bundestag (Bundestagsbericht)

mit dem WDSF-Sachverständigen Philip Loos (2. von rechts in der Tischrunde)
3. von rechts: Sachverständiger Philip Loos, Biologe (Master Sc.), für das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)

Lt. Bundestagsbeschluss am 28.06.2013 stimmten CDU/CSU und FDP für die Beibehaltung von Delfinarien,  die SPD enhielt sich.

(TV-Beitrag in der Mediathek des Deutschen Bundestages)

Mehrheitsparteien CDU/CSU und FDP: Kein Importverbot für Delfine - Delfinqual fortsetzen!

Kontrovers haben die acht Sachverständigen am Mittwoch, 15. Mai 2013, während einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter Vorsitz von Hans-Michael Goldmann (FDP) über die Zukunft von Delfinen in Zoos und Delfinarien diskutiert. Hintergrund der zweistündigen Expertenbefragung war ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/12657) mit dem Titel "Haltung von Delfinen beenden" auf der Grundlage einer wissenschaftlichen Stellungnahme von Priv.-Doz. Dr. Christian Schulze von der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF). Die Entscheidung der Mehrheitsparteien CDU/CSU und FDP bei der Endabstimmung im Deutschen Bundestag am 28. Juni 2013 stand von Anfang an fest: Kein Importverbot für Delfine - Delfinqual fortsetzen! Der Ausschussvorsitzende Michael Goldmann (FDP) hatte bereits zwei Monate vor der öffentlichen Anhörung in einer eigenen Pressemitteilung am 14. März 2013 den wissenschaftlich begründeten Antrag der Grünen-Fraktion als "unseriös" abgedeckelt.

Leit(d)-Kommentar zum nachfolgenden Bericht in der Westd. Ztg. : Wer Tiere liebt, muss kompromisslos sein

Westdeutsche Zeitung (WZ) - 10.06.2013:

 Todesqualen im Delfinarium Nürnberg

Tabellarische Gesamtübersicht der Psychopharmaka-Gabe bei den Großen Tümmlern
im Tiergarten Nürnberg 1.1.2008 - 1.8.2012

Zusammenfassung der medizinischen Tageberichte des Tiergartens Nürnberg für Große Tümmler
(Tursiops truncatus) von 01.01.2008 bis 08.08.2012

Tabellarische Gesamtübersicht Medikamentengabe für Große Tümmler
01.08.2012 - 12.03.2015 (pdf)

Tabellarische Einzelübersicht Medikamentengabe für Große Tümmler 01.08.2012 - 12.03.2015 (Excel)
(die Medikamentengaben der jeweiligen Delfine -in der überschrift anklicken- sind einzeln namentlich u. chronologisch aufgeführt)

Öffentliche Meinung uninteressant für CDU/CSU und FDP  

WDSF beanstandet Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

(hier: Offizieller Text des Deutschen Bundestags zur ablehnenden Beschlussempfehlung)

(WDSF - akt. 05.06.2013) Trotz einer "öffentlichen Bundestagsanhörung" des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am 15. Mai 2013 aufgrund eines Grünen-Antrags die Haltung von Delfinen zu beenden, blieb die öffentliche Meinung außen vor. In einer Zeitungsumfrage der Münsterschen Zeitung stimmten 94% bezüglich eines Delfinarienbesuchs für folgende Aussage: "Nein. Solche Einrichtungen mit meinem Eintrittsgeld zu unterstützen, kann ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren." Eine Leserumfrage der Rheinischen Post ergab ein ähnliches Ergebnis: "Die Mehrheit spricht sich gegen die Delfinhaltung in Zoos aus." über 80% der Leser der Westdeutschen Zeitung voten für ein Delfinarienverbot.

über 200 Verbände und Tierschutzvereine sowie rund 1.100 Einzel-Personen haben sich an einem Aufruf der Organisation ProWal beteiligt und sich für ein ausnahmsloses Importverbot von Delfinen und Walen nach Deutschland ausgesprochen. Der Deutsche Tierschutzbund hat die Haltung von Delfinen in Zoos in einer Pressemitteilung als nicht artgerecht bezeichnet und deren Verbot gefordert. Mit mehr als 730 angeschlossenen örtlichen Tierschutzvereinen in 16 Landesverbänden und über 520 vereinseigenen Tierheimen vertritt der Deutsche Tierschutzbund mehr als 800.000 Tierschützer. Das WDSF fordert zusammen mit Richard O'Barry (Oscar für den Dokumentarfilm Die Bucht (2010), Medienpreis Bambi (2011) und United Nations Environmental Achievement Award (1991) für die erfolgreiche Renaturisierung von Delfinen) bereits seit 2008 ein Importverbot für Delfine von der Bundesregierung. An der Bundestagsanhörung nahm für das WDSF der Einzelsachverständige Philip Loos (B.Sc. Biologe) teil, der sich für eine Beendigung der Delfinhaltung und ein Importverbot einsetzt.

Mehr als eine Million organisierter Tierschützer und Millionen von Tierfreunden stehen damit hinter der Forderung, die Delfinhaltung zu beenden. Die Regierungsparteien von CDU/CSU und FDP sowie die SPD ignorieren die Stimmen aus der Bevölkerung und berufen sich auf Sachverständige der Zoo-Lobby. Das WDSF wird speziell zur Bundestagswahl über soziale Netzwerke, mit Medienmitteilungen und Kampagnen auf die Ignoranz der betreffenden Parteien und Bundestagsabgeordneten zum Tierschutz für die intelligenten Meeressäuger hinweisen, zumal der Tierschutz seit 2002 im Grundgesetz als Staatziel aufgenommen wurde.

In der Woche ab dem 10.06.2013 will der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz seine Beschlussempfehlung bekannt geben. Das Ergebnis stand allerdings aufgrund der bereits am 16.05.2013 veröffentlichten Pressemitteilungen der Mehrheitsparteien CDU/CSU und FDP und der abgegebenen Stimmen zum 05.06. aller Parteien bereits fest. Der Antrag wurde im Deutschen Bundestag am 28.06.2013 mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP abgelehnt. Die SPD enhielt sich, Grüne und Linke stimmten dafür.

Für jeden Tierschützer und Tierfreund steht bereits jetzt fest, welche Partei zur Bundestagswahl nicht wählbar ist:

- CDU/CSU und FDP stimmen für eine weitere Gefangenschaft von Delfinen (nicht wählbar)
- Die SPD enthält sich (Anm.: Im Jahr 2017 hat sich die SPD-Bundestagsfraktion gegen eine Delfinhaltung ausgesprochen)
- Bündnis90/Die Grünen und Die Linke stimmen gegen eine Delfinhaltung (wählbar)

Undine Kurth (Bündnis90/Die Grünen) in einer Pressemitteilung vom 05.06.2013: "Tierquälerei in deutschen Delfinarien geht weiter. Schwarz-Gelb lehnt Ende der Delfinhaltung ab. BüNDNIS 90/DIE GRüNEN werden in der kommenden Legislaturperiode einen neuen Anlauf unternehmen, in Deutschland die tierquälerische Haltung von Delfinen zu beenden."

Pressemitteilungen der Bundestagsparteien zur Anhörung des Antrags von Bündnis90/Die Grünen "Haltung von Delfinen beenden"

Bündnis90/Die Grünen (MdB Undine Kurth) - Delfinschutz muss dringend verbessert werden – Anhörung des Bundestags-Agrarausschusses stärkt Position des Tierschutzes

Die Linke (MdB Alexander Süssmair) - Importstopp für Delfine

SPD (MdB Heinz Paula) - Mehr Delfinschutz in Deutschland und weltweit

CDU/CSU (MdB's Franz Josef Holzenkamp, Dieter Stier) - Delfinarien sind wichtig für den Artenschutz

FDP (MdB Hans-Michael Goldmann) - Delfinhaltung in Deutschland erfolgt unter höchsten Tierschutzstandards

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse blieben unberücksichtigt

Selbst neueste wissenschaftliche Forschungsergebnisse z.B. durch Prof. Thomas White (Loyola Marymount Universitiy) und Prof. Lori Marino (Prof. of Neuroscience Behaviroal Biology/Emory University) aufgrund dessen Delfine ethisch auf die Stufe des Menschen zu stellen seien (s.a. Augsburger Allgemeine und Science Magazine) und nicht gefangen gehalten werden dürften, fanden kein Gehör bei den Bundestagsabgeordneten von CDU/CSU und FDP, die sich bereits direkt nach der Anhörung der Sachverständigen für eine weitere Gefangenhaltung von Delfinen ausgesprochen haben. Die Bundestagsfraktion der SPD spricht sich ebenfalls nicht gegen die sofortige Schließung der beiden letzten (von ursprünglich zehn) Delfinarien aus. In ihrer Pressemitteilung macht die SPD den Fortbestand der Delfinarien von den Nachzuchten und der Lösung der "bestehenden Tierschutzprobleme" abhängig, hat sich aber bei dem Grünen-Antrag "Haltung von Delfinen beenden" enthalten. Bündnis90/Die Grünen und Die Linke stimmten für den Antrag.

NRW-Grünen-Abgeordneter gegen Delfinhaltung

Der NRW-Grünen-Abgeordnete Martin-Sebastian Abel (Sprecher für Tierschutz) veröffentlichte eine Pressemitteilung und forderte die Beendigung der Delfinhaltung in Duisburg und fordert ein Importverbot für Delfine: "Duisburg sollte dem Beispiel von Münster folgen und die Haltung von Delfinen unter den jetzigen Bedingungen beenden. ...Es ist folgerichtig, die Einfuhr der Tiere auch in Deutschland zu verbieten...". Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hat sich bisher nicht für ein Verbot der Delfinarien ausgesprochen. (Anm.: Bei der Landtagsanhörung im Jahr 2014 stimmten die Grünen/NRW zusammen mit der SPD gegen einen Antrag der Piraten, die Delfinhaltung zu beenden).

Kontroverse Sachverständigen-Diskussion im Bundestag über wissenschaftliche Stellungnahmen

Kontrovers haben acht Sachverständige am 15. Mai 2013 während einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter Vorsitz von MdB Hans-Michael Goldmann (FDP) über die Zukunft von Delfinen in Zoos und Delfinarien diskutiert. Der Vorsitzende Goldmann hatte im Vorfeld der Anhörung in zwei Pressemitteilungen vom 14.03.2013 den Delfin-Antrag der Grünen als unseriös kritisiert und verbreitet, dass die FDP für den Bestand der Zoos (und damit auch für Delfinarien) kämpfen werde. Hintergrund der zweistündigen Expertenbefragung war ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/12657) mit dem Titel "Haltung von Delfinen beenden" auf der Grundlage einer unabhängigen wissenschaftlichen Stellungnahme des Biologen und Privatdozenten Dr. Christian Schulze (Ruhr-Universität Bochum) aus dem Jahr 2010, die vom Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) in Auftrag gegeben worden war. Diese wissenschaftliche Stellungnahme zur Delfinhaltung von Dr. Schulze wurde ursprünglich zur Neufassung des Säugetiergutachtens erstellt, die seit drei Jahren durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in Arbeit ist und für die auch das WDSF um Mitarbeit vom BMELV gebeten wurde.

Privatdozent (PD oder Priv.-Doz.) ist die Bezeichnung für einen habilitierten Wissenschaftler an einer Universität oder einer sonstigen Hochschule. Privatdozenten sind als Hochschullehrer selbstständig und alleinverantwortlich zur akademischen Lehre berechtigt und einem Professor gleichgestellt. Schulze hatte sich bereits im Jahr 2008 mit zwei weiteren unabhängigen wissenschaftlichen Stellungnahmen zum Thema Delfintherapie und dem Wissenschaftsbezug in Delfnarien geäußert.

Das Gutachten von Priv.-Doz. Dr. Schulze war die einzige unabhängige wissenschaftliche Grundlage des Bundestagsantrags die "Haltung von Delfinen beenden". Sämtliche der nachfolgenden für die Bundestagsanhörung bestellten Pro-Delfinarien-Gutachter durch die jeweiligen Bundestagsparteien CDU/CSU, FDP und SPD werden entweder von den Zoos als Mitarbeiter bezahlt und/oder "forschen" in einem direkten bzw. mittelbaren  Zusammenhang auch für die Zoos.

Die wissenschaftliche Stellungnahme zur Delfinhaltung des Biologen und Universitäts- und Gymnasialdozenten Schulze kommt zu dem Ergebnis, dass die derzeit baulichen Verhältnisse der beiden Delfinarien in Duisburg und Nürnberg den Meeressäugern kein artgerechtes Habitat bieten. Mit dem beantragten Einfuhrverbot für Delfine sollte mit dem Antrag der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen im Sinne des Tierschutzgesetzes sicher gestellt werden, dass nicht weitere Tiere in eine nicht artgerechte Haltung gelangen, entsprechend des Beschlusses der Schweizer Eidgenossenschaft aus Mai 2012 für ein Delfin-Importverbot, welche zu einem gleichen Ergebnis gekommen war. Weiterhin sollten die beiden Delfinarien einer artenschutzrechtlichen Prüfung hinsichtlich der baulich einengenden Becken unterzogen werden und die Haltung der Delfine bis auf weiteres beendet werden.

"Aus ökologischer und ethologischer Sicht kommt der Simulation des natürlichen Habitats einer Tierart in Zoos (bzw. Delfinarien) eine zentrale Bedeutung zu", heißt es in der Stellungnahme von Dr. Schulze. "Die bisher im Säugetiergutachten vorgegebenen Größenanforderungen für bis zu fünf erwachsene Große Tümmler reichen nicht aus, um die genannten ökologischen und verhaltens-biologischen Charakteristika der Art umzusetzen. Weder stehen Strecken zur Verfügung, die eine hinreichend lange Bewegung in Maximalgeschwindigkeit oder gegebenenfalls gar ihr Erreichen ermöglichen, noch können natürliche Tauchtiefen und Distanzwanderungen auch nur ansatzweise simuliert werden. Für eine „artgerechte“ Haltung müssten als bauliche Größenanforderungen daher Bahnenlängen von rund 850 bis 900 Meter vorgeschrieben werden", stellt Privatdozent Dr. Christian Schulze von der Ruhr-Universität Bochum fest, der aufgrund seiner Qualifikationen zur Entwicklung und Fortführung wissenschaftlicher Lehren legitimiert ist. Der Einzelgutachter Dr. Brensing fordert in seiner Stellungnahme ein der freien Wildbahn nachempfundenes Habitat von 100.000 qm für die Großen Tümmler.
Dass die Forderung nach einem weitgehend artgerechten Habitat für Zootiere erfüllt werden kann, beweisen die neu errichteten Reviere im Zoo Gelsenkirchen auf einem 30 Hektar (300.000 qm) großen Areal (Zoom Erlebniswelt). Dort wurden die meisten Gehege durch einen rund 94 Millionen teuren Umbau bedeutend vergrößert. Die Besucherzahlen konnten durch den Umbau auf bis zu 1 Million gesteigert werden (vor dem Umbau ca. 250.000 Besucher).

WDSF fordert Strafuntersuchung - Antragsergebnis ignoriert Tierschutz

Das WDSF bemängelt bei der Delfinhaltung einen eindeutigen Verstoß gegen § 2 Nr. 2 TierSchG. Dementsprechend hat, "wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einzuschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden." WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: "Die außergewöhnlich hohe Todesrate und die Jungsterblichkeitsrate (insg. 35 Delfine in Nürnberg und über 60 Meeressäuger in Duisburg) und die fortlaufende Behandlung mit Psychopharmaka, Antibiotika und über 30 anderen nachgewiesenen Medikamenten lässt darauf schließen, dass die Delfine unter Stress und akutem Bewegungsmangel leiden. Damit liegt ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor. Es ist Aufgabe der Tierschutzbeauftragten der Bundestagsfraktionen, die u.a. auch Ausschussmitglieder des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sind, gegen diese Verstöße unter Hinzuziehung der Staatsanwaltschaft einzuschreiten, zumal es sich um Straftaten handelt, die nach § 17 TierSchG mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden."

Sachverständiger Kauffels folgert aus der Schließung der Delfinarien die Tötung der Tiere

Der Sachverständige Dr. Thomas Kauffels ist Präsident des Verband Deutscher Zoodirektoren (VDZ) und Direktor des zoologischen Gartens Opel-Zoo. Kauffels hat sich in seiner Ausbildung nicht mit Delfinhaltung befasst und auch keine wissenschaftlichen Beiträge dazu veröffentlicht. In seiner Stellungnahme weist Kauffels selbst daraufhin, dass er kein Wissen über Veterinärmedizin habe, er aber davon ausgehe, dass die vorhandenen Delfine bei einer Schließung der beiden Delfinarien in Nürnberg und Duisburg getötet werden müssten (Anm.: Dies würde gegen das Tierschutzgesetz verstoßen und zeugt von völligem Unwissen der Gesetzeslage).

Nürnberger Tiergartendirektor Encke bezeichnet wissenschaftlichen Beitrag des Universitätsdozenten als "laienhaft"

Der Sachverständige Dr. Dag Encke ist ltd. Direktor des Tiergarten Nürnberg. Er promovierte über die speziellen Stoffwechselvorgänge, mit denen sich Zwerghamster in der Dsungarei dem harten Winter in der Steppe anpassen. über Delfine gibt es es keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen von Encke. In seiner Stellungnahme schreibt Encke uninformiert und unsachlich: "Bei der Stellungnahme des Privatdozenten Dr. Christian Schulze handelt es sich nicht um wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern um eine singuläre Meinungsäußerung eines offensichtlichen Laien im Tierschutz und der Tierhaltung."

Encke bestätigt in seiner Stellungnahme, dass im Duisburger Zoo von 26 Delfingeburten z.Zt. nur sieben überlebt haben. Dabei verschweigt Encke, dass der langjährige Direktor des Duisburger Zoos, Wolfgang Gewalt, im Laufe seiner Dienstzeit bis 1993 2 Sotalias, 3 Weißwale, mindestens 5 Schweinswale, 33 Tümmler, 5 Amazonasfluß-Delphine und 17 Commerson-Delphine importiert hat (also insgesamt 65 Cetacea, s. SPIEGEL aus 1997). Von diesen Importen leben heute nur noch 2 Große Tümmler und 1 Amazonas-Flussdelfin im Duisburger Zoo. Für den Tiergarten Nürnberg gibt Encke 26 verstorbene Große Tümmler (davon 16 Kälber) in seinem Bericht an. Laut Taxon-Report, den das WDSF in Nürnberg eingesehen hat, starben jedoch insgesamt 35 Delfine des Nürnberger Tiergartens zzgl. drei Nachzuchten von transferierten bzw. ausgeliehenen Delfinmüttern im Delfinarium Harderwijk. Andererseits bestätigt Encke, dass aufgrund der vorhandenen Population in Gefangenschaft in den nächsten 100 Jahren keine weiteren Importe aus Wildfängen erforderlich seien.

Die vom WDSF aufgrund der Einsicht in die tiermedizinischen Tagesberichte des Zoos Nürnberg nachgewiesenen verabreichten Psychopharmaka für die Delfine bezeichnet Encke als "Appetitanreger". Tatsächlich hat der Delfin Arnie an 203 Tagen insgesamt mdst. 2.255 mg Diazepam (Valium) und der Delfin Joker mdst. 5.515 mg Diazepam an 277 Tagen (teilweise täglich) verabreicht bekommen. Diazepam ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Benzodiazepine mit relativ langer Halbwertszeit. Da es bei einer Langzeittherapie mit Diazepam zu einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit kommen kann, wird der Wirkstoff vorrangig in der Akut-Therapie – das heißt nicht länger als vier bis sechs Wochen – eingesetzt (Martin Wehling (Hrsg.:): Klinische Pharmakologie. 1. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2005. S. 487). Durch die lange Halbwertzeit des Psychopharmaka hat die teilweise tägliche Verabreichung eine sedierende (beruhigende) Wirkung auf die Delfine, die in der Verharmlosung von Encke keine Berücksichtigung findet. Tatsächlich heißt es in den Protokollen der tiermedizinischen Tagesberichte des Delfinariums, dass Diazepam (und Seranin) aus folgenden Gründen eingesetzt wurde: "Nervosität wegen Baulärm, Fang-Transportaktion, Untersuchungsacktion, schlechte Mitarbeit, Aggressivität, Nervosität allgemein". Der Delfin Arnie erhielt zusätzlich zur Diazepam-Behandlung an insg. 235 Tagen 830 Seranin-Tabletten; der Delfin Joker 317 Seranin-Tabletten an mdst. 92 Tagen. Seranin ist ein Beruhigungsmittel gegen Aggressionen und andere angstbedingte Verhaltensprobleme. Das Delfinweibchen Eva erhielt vor ihrem Tod im Jahr 2009 im Jahr 2008 820 mg Diazepam und in 2009 320 mg des Psychopharmaka. Dem Tümmler Naomi wurde trotz nachgewiesener Schwangerschaft Diazepam verabreicht (s. Analysebericht Anna Meyer-Löbbecke - Biologin B. Sc.).

Sachverständiger Althaus setzt auf Delfin-Plüschtiere und Delfinarien im Kampf gegen den Walfang

Der Schweizer Sachverständige Dr. Thomas Althaus ist Tierarzt und hat keine wiss. Beiträge über die Delfinhaltung veröffentlicht. Althaus wird auch schon mal gerne von Zirkussen gebucht, um dort den Besuchern Dressurabläufe zu erläutern. In seiner Stellungnahme sind keine eigenen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Delfinhaltung enthalten. In der Debatte erzählte Althaus, dass er anlässlich seines Besuchs in der japanischen Walfängerstadt Shimonoseki Kinder in einem Delfinarium beobachtet habe, die fasziniert von den Tieren waren und anschließend Delfin-Plüschtiere gekauft hätten. Diese Kinder würden sicher kein Walfleisch mehr essen, vermutete Althaus laienhaft und sprach sich für die Einrichtung von Delfinarien im Kampf gegen den Walfang aus. Tatsächlich haben WDSF/ProWal in der japanischen Walfangstadt Taiji vor Ort festgestellt, dass Eltern, die mit ihren Kindern dort das Delfinarium besucht haben, anschließend in das nahegelegene Restaurant gingen und Wal- bzw. Delfinfleisch verzehrten, das in Japan als Delikatesse gilt (ähnlich wie in Deutschland nach dem Besuch eines Streichelzoos z.B. Ziegen- oder Truthahnfleisch auf den Tisch kommt). Diese Aussage von Althaus wurde von den meisten Abgeordneten belächelt (s.Bundestags- TV-Aufzeichnung Zeitschiene ab 1 Std 38 Min.).

Robben- und Fischforscher Dehnhardt braucht Delfinarien zur Forschung

Der Einzelsachverständige Prof. Dr. Guido Dehnhardt ist am Institut für Biowissenschaften - Lehrstuhl für Sensorische und Kognitive ökologie Universität Rostock - als Biologe für den Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultätsbereich beschäftigt (Sensorische und Kognitive ökologie). Für die Universität Rostock forscht Dehnhardt im Marine Science Center am attraktiven Yachthafen von Rostock über Robben, Oktopoden und Fische. Um an Delfinen forschen zu können, befürwortet Dehnhardt die Haltung von Delfinen in Delfinarien. Die ausdrückliche Frage nach den baulichen Voraussetzungen und der erforderlichen Wasserqualität in Delfnarien konnte Dehnhardt in seiner Stellungnahme trotz seiner angeblichen fachlichen Qualifikation nicht beantworten. Auch zur Frage des Reproduktions- und Aufzuchtverhaltens fand er keine Antwort und verwies auf die zoologischen Einrichtungen. Zur Lebenserwartung in freier Wildbahn gäbe es nur sehr wenige Arbeiten, meinte Dehnhardt und ließ auch diese Frage offen. Verhaltensstörungen bei Delfinen in Gefangenschaft seien ihm nicht bekannt (s. aber Psychopharmaka-Verabreichung oben im Beitrag zu Dag Encke). Hinsichtlich der Zucht weist Dehnhardt ausdrücklich darauf hin, dass diese mancherorts gedrosselt werden müsse. Zu den Vorgaben im Entwurf des Säugetiergutachtens verweist Dehnhardt auf die Vorschläge von Prof. Dr. Vincent Janik (St. Andrews, UK), der erst kürzlich das Verhalten von 121 frei lebenden Delfinen in einer Gefangenschaftsaktion wissenschaftlich untersucht hat. Zum Tier- und Artenschutz des Delfinbereichs im Säugetiergutachten von 1996 wusste Dehnhardt ebenfalls keine Antwort und verweist erneut an die Zoos. Zur Stressfrage bei den Großen Tümmlern vermutet (!) er, dass diese Untersuchungen in Nürnberg und Duisburg durchgeführt wurden. Im Hinblick auf die derzeitige überzüchtungszahl von Delfinen in Delfinarien empfiehlt Dehnhardt eine Geburtenkontrolle.

Holländischer Tiermanager van Elk favorisiert Anti-Säure-Behandlung bei Delfinen

Der Einzelsachverständige Dr. med. vet. Cornils Erik van Elk wird nach eigenen Angaben vom Delfinarium Harderwijk, Niederlande, seit 14 Jahren als Veterinär und Tiermanager beschäftigt. Van Elk ist ebenfalls für das Rehabilitationszentrum SOS-Dolfijn im Delfinarium Harderwijk tätig, das im Verdacht steht, gestrandete Meeressäuger für Show-Zwecke zu verwenden. Er ist weiterhin für das Populationsmanagement in den beiden Vergnügungsparks Asterix in Paris, Frankreich, und Planet Sauvage, Port-St-Père, Frankreich verantwortlich. Van Elk bestätigt die gezielte Geburtenkontrolle aufgrund in Gefangenschaft vorliegender Geburtenüberschüsse und der in West-Europa z.Zt. vorhandenen 232 Delfine in Delfinarien lt. Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Sterbefälle in Gefangenschaft seien auf Infektionen und altersbedingtes Organversagen zurückzuführen. Als abnormales Gefangenschaftsverhalten bezeichnet van Elk das "Hochwürgen von Fisch". Diese Irritation der Speiseröhre und der Zähne würde man durch eine prophylaktische Anti-Säure-Behandlung behandeln. Bei einer Schließung der beiden verbliebenen deutschen Delfinarien würden die Tiere in anderen zoologischen Gärten untergebracht, damit sie weiterhin für Forschungs-, Bildungs- und Artenschutzprogramme verwendet werden können, schreibt van Elk in seiner Stellungnahme. Im Zuchtbuch des EEPs, dass öffentlich nicht zugänglich ist, seien insgesamt 835 "Tierindividuen" erfasst.  Die Kälbersterblichkeit bei Delfinen liege zwischen 1990 und 2012 bei reduzierten 47 %. Van Elk bestätigt auch, dass die Population der vorhandenen Großen Tümmler aus eigener Nachzucht aufrecht erhalten werden kann. Anm.: Dies spricht ebenso wie die Aussage der Einzelsachverständigen Dehnhardt und Encke dafür, ein Importverbot für Delfine zu beschließen.

Türkischer Hirnforscher Güntürkün greift  deutschen Privatdozenten außerhalb der Anhörung als "wissenschaftlichen Laien" an

Eine unsachliche Retourkutsche des u.E. befangenen Berufspsychologen Prof. Onur Güntürkün verbreitete der Tiergarten Nürnberg gegen das delfinhaltungskritische wissenschaftliche Gutachten von Priv.-Doz. Dr. Christian Schulze (beide Ruhr-Universität Bochum).
Der Tiergarten Nürnberg veröffentlicht auf seiner Homepage eine weitere "wissenschaftliche" Stellungnahme des türkischen Prof. Onur Güntürkün (Ruhr-Universität Bochum) zu dem Bundestagsantrag der Grünen (Haltung von Delfinen beenden), mit der sich dieser für die Fortführung der Delfinhaltung ausspricht. In seiner Stellungnahme greift Prof. Güntürkün seinen Fakultätskollegen Priv.-Doz. Dr. Christian Schulze (ebenfalls Ruhr-Universität Bochum) für seine fachliche wissenschaftliche Stellungnahme zur Delfinhaltung scharf an und argumentiert völlig unsachlich zum Thema. Die Stellungnahme von Prof. Güntürkün wurde vom Bundestagsausschuss nicht veröffentlicht. Güntürkün ist für den Fakultätsbereich Biopsychologie der Ruhr-Universität tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Funktion des Denkens, wie er selbst schreibt. Aus seiner beruflichen Vita ergibt sich, dass von Güntürkün keine fachspezifischen Veröffentlichungen über die Delfinhaltung verfügbar sind und er sich nicht schwerpunktmäßig damit befasst hat.

Die neurologische Gehirnforschung an toten Delfinen, die Güntürkün betreibt, hat nicht viel mit Erkenntnissen zur Delfinhaltung zu tun. Im Gegensatz zu den Ergebnissen internationaler Delfinforscher kommt Güntürkün im Jahr 2004 zu dem Ergebnis, dass "Delfine weniger intelligent sind, als bisher gedacht". Güntürkün hat als Referent eine Dissertation zur Erlangung eines Doktortitels einer Studentin (Annette Kilian - Mai 2004) zum Thema der Gehirnfunktion von Großen Tümmlern begleitet und kurz danach (September 2004) zum gleichen Thema einen Kurzbericht zusammen mit Annette Kilian und dem Kurator des Tiergartens Nürnberg, Lorenzo von Fersen, beigesteuert. Die Liste der verwendeten Fremdpublikationen des Kurzberichts ist fast identisch mit der Arbeit der betreuten Studentin und stellt lediglich eine auszugsweise Abschrift aus der Dissertation dar. Am liebsten forscht Güntürkün allerdings an Elstern und Tauben.

Prof. Güntürkün ist sicherlich keine Delfinspezialist, der sich anmassen darf, einen renommierten Fakultätskollegen wie Dr. Schulze zu kritisieren, der sich in wissenschaftlichen Stellungnahmen bereits auch zur Delfinhaltung und -therapie geäußert hat, zumal sich Güntürkan lediglich auf neurologischer Ebene mit Delfingehirnen von toten Delfinen befasst hat. Er selbst tituliert Dr. Schulze in seiner "wissenschaftlichen" Stellungnahme als "wissenschaftlichen Laien", obwohl Schulze als zweifach examinierter Biologe mit dem Schwerpunkt Zoologie, spezielle Botanik und Stoffwechselphysiologie wissenschaftliche Stellungnahmen zum Thema der Delfinhaltung und Delfintherapie verfasst hat. Bei der u.E. nicht wissenschaftlichen Stellungnahme von Prof. Güntürkün zu den Ausführungen von Herrn PD Dr. Schulze haben seine intensiven Verflechtungen mit dem Tiergarten Nürnberg offenbar eine wesentliche Rolle gespielt.

Güntürkün ist eng mit dem Tiergarten Nürnberg verbunden. Er war Mitglied im Förderverein DelphinLagune e.V. der sich in 2012 aufgelöst hat. Der Verein sollte die kommerzielle Verwendung der Delfine zur Delfintherapie fördern.*  Zum neuen Delfinarium Nürnberg (dort S. 48) äußerte Güntürkün: "Die Delphin-Lagune vereint alle positiven Aspekte einer optimalen und artgerechten Tierhaltung. Ein begeisterndes Projekt." Das WDSF vermutet in dem unqualifizierten Statement von Güntürkün auch einen gewissen Unmut aufgrund der Vereinbarung des WDSF mit allen großen deutschen Reiseveranstaltern, dass keines der 10 türkischen Delfinarien aufgrund katastrophaler Zustände nicht mehr angeboten werden.

* Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat in einem Gutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth nach einer WDSF-Strafanzeige ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine dauerhafte kommerzielle Verwendung von Delfinen für eine Delfintherapie verboten ist.

Stellungnahmen der Sachverständigen, die sich bei der Bundestags-Anhörung gegen eine Delfinhaltung ausgesprochen haben:

Einzelsachverständigen Philip Loos, B. Sc. Biologie (WDSF - Wal- und Delfinschutz-Forum)

Einzelsachverständige Dr. Sandra Altherr (Pro Wildlife e.V.)

Einzelsachverständiger Dr. Karsten Brensing (WDC - Whale and Dolphin Conservation)

Pressemeldungen Vorjahre

23.09.2013 - Tierfreunde und Umweltschützer froh über FDP-Absturz (ots/dpa)
17.09.2013  -Tierschützer „stinksauer auf Leutheusser-Schnarrenberger und die FDP“ - FDP-Boykottaufruf zur Bundestagswahl (Focus online) 

Die Parteien wurden vom WDSF bereits im Jahr 2010 um Stellungnahme zum Fortbestand der beiden Delfinarien Duisburg und Nürnberg gebeten (Münster wurde nach WDSF-Intervention Anfang 2013 geschlossen). Eine weitere Anfrage erfolgte direkt an die tierschutzpolitischen Sprecher der Parteien (Antworten s.u.). CDU und FDP bezogen dem WDSF gegenüber keine Stellung! (s.a. Politik 2010: http://www.walschutzaktionen.de/815201.html ). 

Im Rahmen einer öffentlichen Bundestags-Anhörung am 15. Mai 2013 zum Thema Delfinimportverbot und "Delfinarienhaltung beenden", sprachen sich CDU/CSU, FDP und SPD weiterhin für die Gefangenschaftshaltung von Delfinen und gegen ein Delfinimportverbot aus.

CDU/CSU -  disqualifiziert! - (Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 weiterhin im Bundestag vertreten)

FDP -  disqualifiziert! (Anm.: Nach der Bundestagswahl aus dem Deutschen Bundestag ausgeschieden) !!!
24.09.2013 - Wahldebakel: FDP scheitert (auch) an Hagener Delfinfreunden (business-on.de)

SPD - disqualifiziert! (Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 weiterhin im Bundestag vertreten)

Bündnis90/Die Grünen - Qualifiziert - (Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 weiterhin im Bundestag vertreten)

Die Linke - Qualifiziert! (Importstopp für Delfine) - (Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 weiterhin im Deutschen Bundestag vertreten)

Hinweis zur Wahlempfehlung von Bündnis90/Die Grünen durch das WDSF

Das Thema zum Delfinschutz im Delfinarium Duisburg wurde nach einer "Pause" von drei Jahren im März 2013 von der NRW-Fraktion der Grünen wieder aufgenommen, nachdem die Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen im Frühjahr 2013 einen Bundestagsantrag zur Beendigung der Delfinhaltung in Deutschland (Duisburg und Nürnberg) und bezüglich eines Importverbots auf der Basis eines vom WDSF in Auftrag gegebenen wissenschaftlichen Gutachtens eingebracht hatte. Leider erfolgte seitens der NRW-Grünen-Fraktion bis 2013 keine einzige politische Eingabe im Landtag NRW gegen die Delfinhaltung im Duisburger Zoo. Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hält sich dabei ebenfalls bedeckt.

Undine Kurth (MdB, Bündnis90/Die Grünen) in einer Pressemitteilung vom 05.06.2013: "Tierquälerei in deutschen Delfinarien geht weiter. Schwarz-Gelb lehnt Ende der Delfinhaltung ab. BüNDNIS 90/DIE GRüNEN werden in der kommenden Legislaturperiode einen neuen Anlauf unternehmen, in Deutschland die tierquälerische Haltung von Delfinen zu beenden."

Bereits im Jahr 2009 führte ein Bundestagsantrag der Grünen dazu, dass der Bundestag beschlossen hat, dass die Richtlinie für die Haltungsbedingungen von Delfinen (Cetacea), das sog. Säugetiergutachten aus dem Jahr 1996, überarbeitet werden soll und dass die Bundesregierung  sich weiterhin auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene aktiv gegen die illegale Einfuhr von in freier Wildbahn gefangenen Delfinen einsetzt und zur Verminderung und Vermeidung dieser Einfuhren entsprechende Kontrollen durchführt. Die Überarbeitung des Säugetiergutachten (unter Mitwirkung u.a. des WDSF) soll im Jahr 2013 abgeschlossen sein. Bündnis90/Die Grünen im Bund haben sich bereits seit Jahren immer wieder für den Tierschutz und gegen die Delfinhaltung ausgesprochen und wiederholt Kleine Anfragen zum Thema Delfin- und Tierschutz in den Bundestag eingebracht.

Nicht im Bundestag bisher vertretene Parteien

Tierschutzpartei - Qualifiziert! (Flyer) - Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 wie bisher nicht im Deutschen Bundestag vertreten
ÖDP - Qualifiziert (Stellungnahme) - Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 wie bisher nicht im Deutschen Bundestag vertreten

Piratenpartei - Teilqualifiziert  Der Delfin- bzw. Tierschutz wurde im Wahlprogramm auf Bundestagsebene noch nicht ausführlich thematisiert. In der nachfolgenden Grafik gibt es etliche Einschränkungen. Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 wie bisher nicht im Deutschen Bundestag vertreten. (Nachtrag: Auf NRW-Ebene erfolgt im Jahr 2014 ein Antrag im NRW-Landtag, die Delfinhaltung zu verbieten).

Alternative für Deutschland (AfD) - Teilqualifiziert  Der Delfin- bzw Tierschutz wurde noch nicht im Wahlprogramm ausführlich thematisiert. Anm.: Als im Jahr 2013 neu gegründete Partei mit knappem Wahlergebnis (4,7%) nach der Bundestagswahl 2013 nicht im Deutschen Bundestag vertreten

Die Violetten - Teilqualifiziert Der Delfin- bzw Tierschutz wurde noch nicht im Wahlprogramm ausführlich thematisiert.
Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 wie bisher nicht im Deutschen Bundestag vertreten

Hier sehen Sie die Antworten der Parteien einer Umfrage der Albert Schweizer Stiftung zur Bundestagswahl 2013

Sehr geehrter Herr Ortmüller,

in unserem Wahlprogramm heißt es unter der überschrift "ökologisches NRW - Schutz für Mensch und Umwelt" unter Punkt 2 "Tiere brauchen Rechte" auf Seite 93:

"Wir setzen uns dafür ein, dass die Haltung, das Mitführen und die Verwendung von Wildtieren in Zirkusbetrieben sowie die Dressur von Wildtieren in Zoos, Zirkussen, Tiershows u. ä. ebenso beendet werden wie die Tierhaltung zur Pelzgewinnung. Wir fordern die Veröffentlichung der Tierbestandsbücher sowie mehr Transparenz und überwachung von Zoos, Zirkusbetrieben und Tierparks. Wir setzen uns für eine Verschärfung der Richtlinien für die Zootierhaltung und für konkrete Haltungsvorschriften für Wildtiere ein."

Dies bedeutet in Bezug auf die Delfinarien, dass wir die Dressur beenden, eine stärkere überwachung einführen und die Haltungsformen verschärfen und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen anpassen wollen. Unter diesen Voraussetzungen und in diesem Zusammenhang wird dann zu prüfen sein, inwieweit die Haltung von Delfinen in Zoos beendet werden kann.
In Bezug auf Durchführung, Zeitpunkt und Art und Weise im Hinblick auf die Delfinarien in NRW hat der letzte Landesparteitag einen Auftrag erteilt, dies im Rahmen von ExpertInnengesprächen und Gesprächen mit Beteiligten in einen Lösungsvorschlag einfließen zu lassen, der im Frühjahr 2011 diskutiert und beschlossen werden soll.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Remmel

Parlamentarischer Geschäftsführer
und Sprecher für Umwelt, Naturschutz,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz von
BüNDNIS 90/DIE GRüNEN im Landtag von
Nordrhein-Westfalen

(Anm.: Leider wurden bisher keine konkreten Anstrengungen der Grünen in NRW und auch nicht durch Umweltminister Remmel (Grüne) unternommen, um die Delfinhaltung und den Delfinimport zu verbieten, bzw. die verhaltensgerechte Gestaltung der Delfin-Gehege bis zu einem evtl. Verbot zu realisieren. § 68 des NRW-Landschaftsgesetzes hätte dem Ministerium dazu die Möglichkeit gegeben. Der angekündigte "Lösungsvorschlag" wurde nicht realisiert.)

 

23.01.10 - Bündnis90/Die Grünen - Kreisverband Rhein-Berg - Bergisch Gladbach

Veranstaltung und Filmvorführung des mehrfach ausgezeichneten und für den Oscar nominierten Filmes "Die Bucht" für geladene NRW-Gäste aus Politik und Wirtschaft

Fraktionsübergeifende Beschlüsse sollen Delfinarien in Deutschland stoppen - Bärbel Höhn (Ex Grünen-Umweltministerin) forderte Schließung - Ric O'Barry, Hauptdarsteller des Oscar-nominierten Kinospielfilm "Die Bucht", appellierte in einer Telefonkonferenz des WDSF auf der Veranstaltung an deutsche Delfinarienbesucher, keine Tickets mehr zu kaufen.

Die Grünen in NRW haben sich auf ihren Landesdelegierten-Konferenzen in den Jahren 2010 und 2011 auf Vorschlag des damaligen parl. Geschäftsführerers und jetzigen Umweltministers, Johannes Remmel, darauf verständigt, das Thema der beiden Delfinarien in NRW in 2012 anzugehen. Tatsächlich haben die NRW-Grünen jedoch nichts unternommen, um die Delfinhaltung zu stoppen.

WDSF-Foto v.lks.: Andreas Morlok (ProWal), Bärbel Höhn (stellv. Fraktionsvors. Bündnis90/Die Grünen), Sarah Bähner (Tierschutzexpertin Bündnis90/Die Grünen), Jürgen Ortmüller (WDSF)

Zu den rund 140 geladenen Gästen zählten neben Jürgen Ortmüller vom "Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)“, Andreas Morlok vom „Projekt Walschutzaktionen (ProWal)“ und dem Biologen Norbert Kochhan (WDSF-Kuratorium) auch Bundestags-,  Landtags- und -Stadtratsabgeordnete von CDU, SPD, FDP, Bündnis90/Die Grünen, der Linken und Vertreter der Tierschutzpartei sowie Bärbel Höhn, stellv. Fraktionsvorsitzende der Grünen. Bärbel Höhn will sich für einen fraktionsübergreifenden Antrag zum Verbot von Delfinarien in Deutschland engagieren. Persönliche Gespräche mit den Zoodirektoren in Münster und Duisburg sind geplant.

24.01.10 - Die frühere NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) fordert, die letzten drei deutschen Delfinarien in den Zoos in Duisburg, Münster und Nürnberg auslaufen zu lassen und letztlich zu verbieten. Delfinarium Duisburg - Zoo-Direktor Winkler weiterhin uneinsichtig: "Unseren Delfinen geht es gut" -

Radio58 - Gleich mehrfach bewegend

Delfinarien in Deutschland sollen durch fraktionsübergreifende Anträge gestoppt werden

25.01.2010 - Das Leiden von Flippers Artgenossen (DerWesten zur Veranstaltung in Bergisch Gladbach)

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