ProWal/WDSF Demo vor dem EU-Parlament in Brüssel 04.06.2016(WDSF/ProWal - 06.06.2016) Zum Abschluss einer vierwöchigen Europatour mit Demonstrationen vor 19 Delfinarien gegen die Gefangenschaftshaltung von Delfinen in Zoos und Vergnügungsparks protestierten die Tierschutzorganisationen ProWal (Radolfzell) und das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) am Samstag den 04. Juni 2016 vor dem Europäischen Parlament in Brüssel. Der EU-Abgeordnete Stefan B. Eck sagte zu, die Abschaffung von Delfinarien für die Freiheit der Delfine im Europäischen Parlament zu thematisieren.

Eck in seiner Rede auf der Demo zum Thema von rund 300 gehaltenen Delfinen in europäischen Delfinarien : „Es ist an der Zeit, diesen Skandal zu beenden. Von heute an wird im Europäischen Parlament die Abschaffung der Delfinarien und die Freiheit für Delfine betrieben. Dafür werde ich mich einsetzen.“ Stefan B. Eck ist seit 2014 Abgeordneter im Europäischen Parlament und Gründungsmitglied der "MEPs for Wildlife“ sowie Vizepräsident der "Intergroup on the Welfare and Conservation of Animals". Seine Hauptanliegen sind Tierschutz, Tierrecht und Umweltschutz.

Eine aktuelle Forderung der beiden engagierten Wal- und Delfinschutz-Organisationen besteht darin, dass die Verwendung von Meerwasser in Delfinarien verbindlich sein muss, da aufbereitetes Süßwasser mit Zusätzen von Ozon und Chlor zu gravierenden Schädigungen der empfindlichen Augen, Haut und Atemwege der Meeressäuger führen kann. Die Ukraine hat im letzten Jahr bereits ein gleichlautendes Gesetz verabschiedet.

Im deutschen Bundestag scheiterte im Jahr 2013 ein Antrag von Bündnis90/Die Grünen die „Haltung von Delfinen beenden“ an den Stimmen der damaligen Regierungskoalition von CDU/CSU und FDP (die SPD hatte sich enthalten). Ein Antrag der Piraten im NRW-Landtag zum „Verbot der Haltung von Delfinen“ wurde von der Regierungskoalition mit Grünen und SPD im Oktober 2014 abgelehnt.

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: „Da die deutsche Regierungspolitik die Haltung von Delfinen in Delfinarien im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Staaten nicht stoppen will, war uns klar, dass nur eine europäische Vorgabe den Missbrauch von Delfinen in Gefangenschaft beenden kann. ProWal und WDSF sind jetzt froh, dass der EU-Parlamentarier Stefan Eck das Thema in die zuständigen Gremien einbringen will. Letztendlich wird der Europäische Rat und damit auch ein deutscher Bundeskanzler darüber zu befinden haben, ob die Tierquälerei mit Delfinen in Gefangenschaft fortgesetzt wird.“

NRW-Grüne und SPD haben am 29. Oktober 2014 den Antrag der Piraten "Verbot der Haltung von Delphinen" abgelehnt, obwohl die Bundestagsfraktion der Grünen im Jahr 2013 ebenfalls einen Antrag auf Beendigung der Delfinhaltung gestellt hatte

Seit 2002 ist der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz verankert. Leider wurde dieses Staatsziel bis heute nicht bei der Gefangenschaftshaltung der Cetacea (Wale und Delfine) erreicht.

In § 20a des Grundgesetzes heißt es:

"Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung."

Hier: Interview durch die Organisation PETA mit dem Landtagsabgeordneten und tierschutzpolitischen Sprecher von NRW-Bündnis90/Die Grünen Martin-Sebastian Abel

Martin-Sebastin Abel (Foto Interview Vegan Blog - PETA)

Stellungnahme des WDSF

(WDSF - 13.10.2014) Politik ist oft ein Trauerspiel. Mit der angekündigten NRW-Landtagsablehnung des Antrags der Piraten, die Delfinhaltung im Duisburger Zoo zu beenden, tun sich die Grünen wahrlich keinen Gefallen!

Der NRW-Landtagsabgeordnete Martin-Sebastian Abel in dem Interview: "Die Mindestanforderungen regelt der Bund. Wir haben als Land keine rechtliche Möglichkeit die Haltung einer Tierart in einem Zoo zu untersagen."

Das sehen wir vom WDSF anders. Der § 68 NRW-Landschaftsgesetz besagt, dass "die Tiere so gehalten werden, dass den biologischen und den Erhaltungsbedürfnissen der jeweiligen Art Rechnung getragen wird, insbesondere (!) die jeweiligen Gehege nach Lage, Größe, Gestaltung und inneren Einrichtungen verhaltensgerecht ausgestaltet sind...". Weiter gibt es eine gesetzliche Anordnungsmöglichkeit (§ 68 (3)): "Wenn sich entsprechend dem Stand der Wissenschaft die Anforderungen an die Haltung von Tieren in Zoos nachträglich ändern, kann die untere Landschaftsbehörde die erforderlichen Anordnungen treffen."

Der "Stand der Wissenschaft" hat sich durch die vom WDSF initiierte wissenschaftliche Stellungnahme von PD Dr. Christian Schulze von der Ruhr-Universität Bochum bezüglich der Delfinhaltung geändert (s. Link unten); auch wenn diese wissenschaftliche Stellungnahme von den Delfinarienbefürwortern und der Politik strikt abgelehnt wird. Die Landesregierung mit den Grünen hat Sorge, dass der Zoo Duisburg bei einer entsprechenden Anordnung zur Beendigung der Delfinhaltung mit einer Klage reagiert. (O-Ton des grünen Staatssekretärs Peter Knietsch gegenüber dem WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller). Angst ist aber auch in der Politik kein guter Ratgeber und der offensichtliche Fraktionszwang der Grünen gegenüber der NRW-SPD, welche die Delfinhaltung befürwortet, auch nicht! Die Ablehnung des begründeten Piratenantrags durch die NRW-Grünen und die NRW-SPD ist nach all den eigenen (guten) Anträge der Grünen auf Bundestagsebene ein Armutszeugnis, da insbesondere die Delfine (Große Tümmler) im Zoo Duisburg definitiv nicht so gehalten werden, dass den biologischen und den Erhaltungsbedürfnissen Rechnung getragen wird, zumal dies in Gefangenschaft nicht möglich ist. Ebenso ist das Delfingehege "nach Lage, Größe, Gestaltung und inneren Einrichtungen " eben nicht verhaltensgerecht ausgestaltet. Um eine Minute geradeaus schwimmen zu können (s. wiss. Stellungnahme von PD Dr. Christian Schulze), würden Delfine eine Bahnenlänge von etwa 850 Meter benötigen, die kein Delfinarium bietet. So bleibt nur das stereotype artfremde Schwimmen im Kreis in den kleinen Betonbecken.

Wissenschaftliche Stellungnahmen von PD Dr. Christian Schulze (Ruhr-Universität Bochum)


§ 68 Landschaftsgesetz NRW (Zoos)
Dort heißt es: "(3) ... "Wenn sich entsprechend dem Stand der Wissenschaft die Anforderungen an die Haltung von Tieren in Zoos nachträglich ändern, kann die untere Landschaftsbehörde die erforderlichen Anordnungen treffen."

Öffentliche Sitzung am 29.10.2014 im NRW-Landtag
Antrag der Piraten "Verbot der Haltung von Delphinen"

Bärbel Höhn im Interview mit dem Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) am 04.09.2014 auf dem Campus Symposium der Fachhochschule BiTS in Iserlohn

Bärbel Höhn im Interview mit Bärbel Höhn (WDSF-Foto)Bärbel Höhn war bis 2005 Umweltministerin in Nordrhein-Westfalen. Sie ist seit 15.01.2014 als Bundestagsabgeordnete Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.
Die Delfinjagd in Japan bezeichnet sie als grausam und es sei gut, dagegen zu protestieren. Politische Boykottmaßnahmen gegen Japan und die Färöer-Inseln hält sie mit entsprechender Unterstützung von Mehrheiten für möglich; ebenso gut begründete Boykottmaßnahmen durch NGO's.
Zur Beendigung der Delfinhaltung in Deutschland müsse in einem langen Weg (Anm.: aufgrund der politischen Verhältnisse) auf Bundesebene eine rechtliche Grundlage geschaffen werden, meint Höhn.
Das Problem sei derzeit, dass der zuständige Bundesminister von der CSU ist und aus Bayern kommt und sich gerade dort das zweite Delfinarium (in Nürnberg) befindet. Auf jeden Fall müsse das Säugetiergutachten zur Delfinhaltung nochmals überarbeitet werden, wie es kürzlich der NRW-Umweltminister Johannes Remmel in einem Brief an den CSU-Bundesminister gefordert hat.
Aus rechtlicher Sicht könne man nicht einfach eine Schließung des Delfinarium in Duisburg anordnen, aber der Duisburger Zoo müsse endlich seine Zahlen (Anm.: medizinische Berichte etc.) auf den Tisch legen, wie bereits mehrfach gefordert.
Am 17. Oktober 2014 findet die Hautpverhandlung über die Klage des Wal- und Delfinschutz-Forum gegen den Zoo Duisburg vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf statt, diese politisch geforderte Akteneinsicht zu gewähren.
Frau Höhn geht davon aus, dass der aktuelle Antrag der NRW-Piratenpartei im Landtag, die Delfinhaltung zu beenden, keine Mehrheit finden wird. Der Prozess zur Delfinarienschließung brauche einen langen Atem. Dieser Prozess sei jetzt aber durch Johannes Remmel angestoßen worden.
Am Ende würden Veränderungen allerdings im Wesentlichen von NGO's bzw. Tierschutzorganisationen bewirkt. Ohne diesen Druck würde sich in der Politik nichts bewegen, meint Bärbel Höhn.

Delfinarien: Piraten stellen Verbotsantrag (WDR)

Hier: Veröffentlichte Stellungnahmen anlässlich der Landtags-Anhörung

Hier: Video-Aufzeichnung der Experten-Anhörung

Hier: Wortprotokoll der NRW-Landtagsanhörung "Verbot der Haltung von Delphinen"

NRW-Landtagsanhörung zur Delfinhaltung - Eklat um SPD-Sachverständigen

NRW-Landtag Düsseldorf (WDSF-Foto)

Pressemeldungen zum neuen Säugetiergutachten

Pressemeldungen zur NRW-Landtagsanhörung "Haltung von Delfinen beenden"

Hinweis:
Während der NRW-Anhörung behauptete der Duisburger Zoo-Direktor Achim Winkler als Sachverständiger, dass in England sämtliche 30 Delfinarien aus Gründen der Unwirtschaftlichkeit geschlossen hätten. Diese Aussage ist falsch, wie nachfolgender Brief des "Houses of Commons Information Office (Informationsbüro des Unterhauses)" vom 28.04. bzw. 30.4.2014 beweist:

30.04.2014
Dear Mr xxxxx
I cannot confirm that UK dolphinarium were closed ‘only because of the inefficiency’. The recommendations relating to the keeping of cetaceans in zoos and aquaria were laid out in the department of environment report. This position remains, as in the most recent edition of the Secretary of State’s Standards of Modern Zoo Practice published in 2012.
 
You will have to read the reports to find the recommendations and reasons.
 
Kind Regards
 
Rob

House of Commons Information Office 
House of Commons London                                        
SW1A 0AA
Phone: 020 7219 4272
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!                                    
Web: www.parliament.uk

Vorläufige übersetzung eines ersten Schreibens vom 28.04.2014:

Sehr geehrter Herr xxxxx
Vielen Dank fuer Ihre Anfrage.
Das Informationsbuero des Unterhauses liefert Informationen ueber die Arbeit, die Mitgliedschaft und die Geschichte des Unterhauses.

In 1985, nach erhoehten Besorgnissen von verschiedenen Tierschuetzern und Umweltschutz gruppen ueber die Pflege von Waltieren in Gross - Britannien , hat das damals genannte Amt fuer den Umweltschutz, jetzt ein Teil des DEFRA, die Biologinnen, Doktor Margaret Klinowska und Doktor Susan Brown beauftragt, die Haltungen von Tieren in Zoos und Aquriums zu erforschen und zu ueberpruefen.

Ihr Bericht, der 1986 veroeffentlicht wurde, ist hier zu sehen:
www.marineanimalwelfare.com/Steering.htm

Der Bericht ordnete Empfehlungen an fuer das zukuenftige Wohlbefinden und normale Haltung fuer Waltiere in Gross - Britannien die 1993 realisiert worden ist. Das letzte Delphinarium schloss in Gross - Britannien 1993 bei dem die letzten 3 weiblichen Delfine in europaeischen Anlagen verlegt worden sind. Es hat seitdem keine gefangenen Delfine oder Wale in Gross - Britannien gegeben, gefolgt sind der Schliessung der letzten 3 Anlagen : Marineland ( Morecambe), Brighton Dolphinarium , Windsor Safari Park und Flamingoland ( Malton).

Nach der Veroeffentlichung der neuen Richtlinien, wurden keine weiteren oeffentlichen Ergaenzungen oder Sanktionen zugefügt, aus Respekt für die Fürsorge von gefangen gehaltenden Waltieren in Gross - Britannien.

Dies wurde in einer offiziellen Reaktion von dem Minister des Umweltschutz im Mai 2007 bestaetigt , in dem er sagte:
" Zur Zeit gibt es keine gefangen gehaltene Waltiere in Gross -Britannien und es hat keine mehr gegeben seit Anfang 1990, ausser mit dem Zweck zur Rehabilitation. Obwohl es nicht verboten ist Waltiere in diesem Lande zu halten, das Zoo Gesetz 1981 bezweckt sicher zu stellen das, wenn es Waltiere geben sollte fuer die Zuschaustellung der Allgemeinheit , das dieses Unternehmen amtlich zugelassen werden muss und das es sehr strikte Massnahmen geben muss um die Tiere entsprechend zu behandeln mit Fürsorge ihrer Gesundheit und Wohlbefinden. Diese Norm ist angeordnet nach dem Masstab vom modernen Zoo im Bereich des Aussenministers und ist somit eine Ergaenzung des Gesetztes ueber die Gefangenschaft von Waltieren. Noch dazu sind alle Waltiere unter dem Tierschutz Pakt 2006. Wir haben daher keine Plaene ein Gesetz zu übertragen das untersagt Waltiere in der Gefangenschaft zu halten .

Diese Position verbleibt somit mit der Folge, das hinsichtlich jeder zukuenftigen Darstellung von Waltieren in Gross Britannien folgendes gesagt werden kann:
" Waltiere wurden seit Jahren schon nicht mehr in englischen Zoos oder Aquariums gehalten . Die Hauptreferenzen/Gründe sind Klinowska und Browns Berichte uber Dolphinarias".

Auch wenn in Gross Britannien keine Waltiere ( Wale, Delfine und Schildkroeten) seit 1993 in Gefangenschaft gehalten worden sind , gibt es trotzdem kein Gesetz das dieses in Zukunft verhindert .

Weitere Informationen ueber die Schliessungen von Dolphinarias in Gross - Britannien sind auf diesen Webseiten zu finden:
://www.marineanimalwelfare.com/.../UK%20Dolphinaria.htm...

://www.marineconnection.org/.../captivity_captive_free.html

Ich hoffe Ihnen geholfen zu haben

Mit besten Gruessen
Rob

Ebenso ist die Aussage der deutschen Zoo-Direktoren mit Delfinarien in einem veröffentlichten Grundsatzpapier zum Film "Die Bucht" falsch, dass es noch nie Delfine aus Japan in Deutschland gegeben habe. In einem Bericht der Westfälischen Nachrichten vom 28.10.2009 werden die Zoo-Chefs zitiert: "Dabei, so das Papier, stamme kein einziges Tier in den Delfinarien der Europäischen Union aus Japan oder aus anderen vergleichbaren Delfintreibjagden."
Tatsächlich aber wurden im Neunkircher Zoo in den Jahren 1978/79 Delfine aus Japan gehalten:
"Die ersten drei „Neunkircher“ Delfine starben durch Infektionen, Besitzer Frank kaufte drei neue – Olli, Taiji und Blecky. Stolze 3,10 Meter war der größte, soll, so Backes, angeblich der größte Delfin in der der Bundesrepublik gewesen sein. Jedes der Tiere, die aus Japan kamen, kostete inklusive Transport damals 60 000 Mark", schreiben sol.de-online am 21.04.2014 und die Saarbrücker Zeitung am 29.04.2014.

Einer der Delfine wurde gar auf den Namen "Taiji" getauft und kam nach der Schließung des Delfinariums im Neunkircher Zoo letztendlich in das Delfinarium in Hassloch/HolidayPark, wo er am 14.5.1990 starb (Database: U.S. Marine Mammal Inventory).

SPD:
- Achim Winkler (Vorstand Zoo Duisburg)
- Wolfgang Rades (Vogelparkleiter im Vogelpark Herborn bis 2015 - seit 2015 zoologischer Direktor des Loro Parque (Teneriffa)

Bündnis90/Die Grünen:
- Karsten Brensing (WDC)
- Dr. Christoph Maisack (Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutz­recht)

Piratenpartei:
- Nicolas Entrup (Shifting Values e.U./österreich)
- Dr. Tanja Breinig (Meeresbiologin PETA Deutschland - People for the Ethical Treatment of Animals )

CDU:
- Theo Pagel (Kölner Zoodirektor)
- Katrin Baumgartner (Tierärztin Zoo Nürnberg)

FDP:
- Jörg Adler (Direktor Allwetterzoo Münster)
- Vincent Janik (Scottish Ocean Institute)

Da sich die SPD, die CDU und die FDP Sachverständiger "bedienen", die sich bisher schon eindeutig für eine Delfinhaltung ausgesprochen haben und die teilweise von Zoos bezahlt werden, liegt die Hoffnung nun ausschließlich auf Bündnis90/Die Grünen und den Piraten in der Landesregierung.

Antrag der Piratenpartei NRW (Neufassung mit Unterstützung des Wal- und Delfinschutz-Forum WDSF):
http://www.wdsf.eu/images/_wdsf_texte/Piraten.pdf

Die betreffenden Parteien in NRW (und darüber hinaus) werden erheblichen politischen Schaden davon tragen, wenn sie dem Antrag der Piraten nicht zustimmen bzw. sich nicht dafür einsetzen, dass das letzte NRW-Delfinarium in Duisburg geschlossen wird. Ein Boykottaufruf für die Kommunalwahlen und die Europawahl am 25. Mai 2014 gegenüber den ablehnenden Parteien (voraussichtlich SPD, CDU und FDP) wird folgen. Der WDSF-Boykottaufruf zur Bundestagswahl 2013 gegenüber der FDP aufgrund ihrer Haltung zugunsten der Haltung von Delfinen in Gefangenschaft erreichte mehr als 1 Million Facebook-Nutzer, die erheblich dazu beigetragen haben, dass die FDP im Bundestag politisch abgestraft wurde und dem Deutschen Bundestag nicht mehr angehört.


Delfin-Show im Duisburger Zoo-Delfinarium (WDSF-Foto)WDSF/Hagen - April 2014 - Der für die Führung des Zuchtbuchs von Delfinen (Cetacea) innerhalb des Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) mitverantwortliche Veterinär Cornils Erik van Elk hat selbst gegenüber der Bundesregierung bei der Bundestagsanhörung im Mai 2013 keine vollständige Einsichtnahme in die Zuchtbücher gewährt.

Gegen einen weiteren Verantwortlichen des EEP, Veternär Manuel Garcia Hartmann, hat die Schweizer Staatsanwaltschaft im letzten Jahr wegen "mehrfacher fahrlässiger Tierquälerei" einen Strafbefehl erwirkt, weil zwei Delfine in seiner Verantwortung im Delfinarium des Connyland-Vergnügungsparks aufgrund einer Antibiotika-Vergiftung zu Tode kamen.

"In Hartmann's Amtszeit (Anm.: im Duisburger Zoo) fällt auch der Verlust von drei jungen Delfinen, die nach ihrer Geburt durch eine Viruserkrankung dahingerafft wurden", so die Neue Ruhr-Zeitung/Neue Rhein-Zeitung. Darüber hinaus starb in seiner Amtszeit ein erwachsener Großer Tümmler und ein Flussdelfin in Duisburg. Inzwischen arbeitet Hartmann seit 2008 für das Marineland Delfinarium in Antibes/Frankreich. Dort starben seit 2009 drei Delfine lt. Ceta-Base.

Im Tiergarten Nürnberg hat das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) nach einer fachbiologischen Analyse von mehr als 5.000 Seiten der tiermedizinischen Berichte dokumentiert, dass die Delfine fortlaufend mit hohen Dosierungen von Valium (Diazepam), Antibiotika und rund 30 weiteren Medikamenten behandelt wurden. Begründung der Medikamentengabe in den tiermed. Berichten: "Nervosität, Unruhe, schlechte Mitarbeit, schlechtes Fressverhalten, zur Beruhigung vor Untersuchungen und Transporten, Aggressionen und Streit, Nervosität wegen Baulärms und Unwohlsein." Valium weist nach einer Verabreichung von mehr als einer Woche ein hohes Suchtpotential auf und wird i.d.R. als chirurgisches Notfallmedikament eingesetzt

Der Zoo Duisburg war bisher nicht bereit, Akteneinsicht in die tiermed. Berichte zu gewähren. In diesem Zusammenhang ist eine Klage des WDSF vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf anhängig. Es ist jedoch auch im Duisburger Delfinarium zu vermuten, dass die Delfine mit den genannten Medikamenten ebenfalls fortlaufend behandelt werden.

Zum Thema von mdst. 60 Delfin-Todesfälle im Duisburger Zoo: Das Magazin der Spiegel hat in einem Bericht im Jahr 1997 insg. "47 verschlissene Delfine" dokumentiert. Das NRW-Umweltministerium hat dem WDSF im Jahr 2011 in den letzten 20 Jahren 15 verstorbene Delfine bestätigt, davon alleine neun Delfinbabys. Von 26 Delfingeburten haben lediglich sieben bis heute überlebt. Das Delfinarium im Duisburger Zoo dürfte somit mit über 60 verstorbenen Delfinen seit Bestehen der größte Delfinfriedhof Europas sein.

Die Delfinarienbesitzer haben es bisher versäumt, Vorsorge für den verhaltensgerechten Verbleib der Delfine bei einer Schließung von Delfinarien zu treffen. Das EEP-Delfinarium in Harderwijk ist inzwischen nicht zuletzt aufgrund der Delfinarienschließung in Münster mit über 30 Delfinen völlig überfüllt. Es wäre angebracht, entsprechende Vorsorge auf einer gesetzlichen Grundlage zu schaffen und die Delfine, die i.d.R. nicht ausgewildert werden können, verhaltensgerecht unterzubringen, wie es bereits § 68 des Landschaftsgesetzes NW fordert. Das WDSF schlägt seit Jahren eine Verbringung der Delfine bei Schließung von Delfinarien in einer menschenbetreuten Meereslagune vor, wobei die Delfine keiner kommerziellen Nutzung unterliegen dürfen. Ebenso besteht die sinnvolle Forderung nach einem Nachzuchtverbot, zumal die Population des Großen Tümmler nicht gefährdet ist.

Der Bildungsauftrag der beiden deutschen Zoos mit Delfinarien in Nürnberg und Duisburg gilt als nicht erfüllt, zumal der Schwerpunkt der Delfinpräsentation auf Show ausgelegt ist. Warum muss im Duisburger Delfinarium bei fast jeder Vorstellung ein Kleinkind in einem von einem Delfin gezogenen Boot mit hoher Geschwindigkeit durch das Becken gezerrt werden? Warum dürfen die Delfine anschließend, mit einem gewissen übertragungsrisiko von Bakterien, von diesen Kleinkindern betatscht werden?

Aufgrund der katastrophalen finanziellen Situation der Zoo Duisburg AG ist der Zoo faktisch pleite. Jetzt musste die alljährliche (!) Subvention der Stadt Duisburg von bisher schon alljährlich 2,2 Mill. Euro auf rund 3,8 Mill. Euro für 2013 angehoben werden, nachdem die RWE-Bezuschussung von jährlich 1 Mill. Euro seit 2013 entfallen ist und der Zoo mehr als 100.000 Besucher verloren hat. Das wird sich in den Folgejahren nicht ändern, obgleich die Stadt Duisburg mit ihrer immensen Verschuldung unter Haushaltsaufsicht steht. Warum bezieht der Zoo-Direktor Achim Winkler (lt. Bilanz 2012) ein alljährliches Bruttogehalt von 147.082 Euro (2012) bei einer Pensionsrückstellung von weiteren 509.406 Euro (Stand 31.12.2012)? Stände es nicht auch in der Verantwortung des Aufsichtsrats der Zoo Duisburg AG, diese finanzielle Katastrophe zu stoppen?

Es darf bezweifelt werden, dass die Bezuschussung durch die Stadt Duisburg dem EU-Recht entspricht. Auch den Bürgern der Stadt Duisburg ist kaum noch zuzumuten, einen Zoo, der auch der umliegenden Konkurrenz nichts mehr entgegen zu setzen hat, weiterhin über die kommunalen Abgaben mitzufinanzieren.

Daten zum Delfinarium Duisburg finden sich auf der WDSF-Homepage:
http://www.wdsf.eu/index.../delfinarien/delfinarium-duisburg