Liste der Delfinarien in Europa/Welweit (Ceta Base)

Große Tümmler haben in freier Wildbahn eine Lebenserwartung von rund 40-50 Jahren
Quelle: NOAA's National Marine Fisheries Service (NOAA Fisheries Service, or NMFS)

 

23.12.2015 - Sat1 - Delfinarium Duisburg - WDSF: Von 27 Nachzuchten überlebten nur sieben Delfine

(Stand Oktober 2016: Von 29 Nachzuchten haben bisher seit 1978 in Duisburg lediglich acht Tiere überlebt.)



Anm.: Der Nürnberger Tiergartendirektor Dag Encke erläutert im Rahmen einer Bundestagsanhörung im Mai 2013, dass von 26 Delfinen, die insgesamt im Duisburger Zoo geboren wurden, nur sieben längere Zeit überlebt haben. S.a.:

15.05.2013 - Zoodirektor nennt Bundestag Zahl der toten Tümmler in Duisburg (WAZ)

 

(2013 - ARD/WDR) Die Nachzucht von Delfinen in Gefangenschaft ist völlig unsinnig:

Nachzuchtbemühungen nicht nachhaltig

Derzeit gibt es nur noch sieben überlebende Große Tümmler im Zoo Duisburg. Zu verzeichnen sind mdst. 67 verstorbene Delfin- und Walarten im Zoo Duisburg (Auszug Todesliste s.u.). Von 29 Nachzuchten haben bisher seit 1978 lediglich acht Tiere überlebt (Stand 31.10.2016). Die Todesquote alleine bei den Nachzuchten (incl. 5 Fehlgeburten) liegt demnach bei 72,5 %. Die Nachzuchtbemühungen sind daher keinesfalls nachhaltig. Große Tümmler haben in freier Wildbahn eine Lebenserwartung von rund 40-50 Jahren (Quelle: NOAA's National Marine Fisheries Service (NOAA Fisheries Service, or NMFS).

Derzeitiger Bestand

1) Ivo (Großer Tümmler) Wildfang Mexiko geb. ca. 1979, gefangen 03.03.1981, Zoo Antwerpen (bis 1999) - seit 1999 Zoo Duisburg

2) Pepina (Großer Tümmler) Wildfang Kuba geb. ca. 1980, gefangen 15.11.1983, Phantasialand  und Hansapark Sierksdorf - seit 1994 Zoo Duisburg (Angabe Zoo Duisburg)

3) Delphi (Großer Tümmler) Nachzucht 11.07.1992 (Mutter Flappine - Vater Playboy - Schwester Dolly)

4) Daisy (Großer Tümmler) Nachzucht 07.09.1996 (Mutter Pepina - Vater Playboy)

5) Dörte (Großer Tümmler) Nachzucht 27.08.2011 (Mutter Delphi - Vater Ivo)

6) Debbie (Großer Tümmler) Nachzucht 24.12.2015 (Mutter Delphi - Vater Ivo) s.a.: WDR

7) Dobbie (Großer Tümmler) Nachzucht 17.09.2016 (Mutter Pepina - Vater Ivo)

 

Transferierte Delfine - Falsche Angaben des übernehmenden Rancho Texas Park auf Lanzarote

Delfine aus Duisburg:

- Darwin (Großer Tümmler Duisburg) Nachzucht 05.09.2011 (Mutter Daisy - Vater Ivo) wurde am 26.11.2016 von Duisburg in den Vergnügungspark Rancho Texas Park auf Lanzarote transferiert. Darwin und Diego sollen dort mit den ebenfalls transferierten Nürnberger Delfinen Noah und Kai eine reine Junggesellengruppe bilden. S.a. Meldung des Zoo Duisburg.

- Diego (Großer Tümmler Duisburg) Nachzucht 20.08.2011 (Mutter Pepina - Vater Ivo) wurde am 26.11.2016 von Duisburg in den
Vergnügungspark Rancho Texas Park auf Lanzarote transferiert. Darwin und Diego sollen dort mit den ebenfalls transferierten Nürnberger Delfinen Noah und Kai eine reine Junggesellengruppe bilden. S.a. Meldung des Zoo Duisburg.

Gemäß falscher Angaben des Rancho Texas Park auf Lanzarote im Dezember 2016 sollen die transferierten Delfine Noah und Kai aus dem Tiergarten Nürnberg und Diego und Darwin aus dem Zoo Duisburg "zur dritten Generation von Delfinen, die in Delfinarien in Deutschland und den Niederlanden geboren wurden" gehören. Das ist absolut falsch und lässt die Unkenntnis des Vergnügungsparks erkennen, da es sich bei allen vier Delfinen um die erste bzw. zweite Generation handelt. Nachzuchten in dritter Generation sind in ganz Europa nicht bekannt.

Delfine aus Nürnberg:

- Noah (Großer Tümmler Nürnberg) - geb. 16.11.1993 im Tiergarten Nürnberg. Eltern sind die verstorbene Eva und der noch lebende Moby - beides Wildfänge - und Diego - geb. 20.08.2011 in Duisburg - Mutter Pepina und Vater Ivo - ebenfalls beide Wildfänge sind demnach beide F1-Generationen.

- Darwin (Großer Tümmler geb. 05.09.2011 in Duisburg) - Mutter Daisy - Vater Ivo - ist eine F2-Generation. Bei Kai (geb. am 21.08.2010 in Harderwijk ) handelt es sich max. ebenfalls um eine F2-Generation. Bei Kai ist bisher der Vater nicht veröffentlicht (Mutter Nynke - Wildfang), weil in Harderwijk (Holland) mehrere Delfinbullen für die Zucht in Frage kommen. Blutuntersuchungen von Kai wurden bisher nicht veröffentlicht. Evtl. könnte es sich um eine unzulässige Inzucht handeln.

23.04.2017 - Delfinarium "Rancho Texas Park" auf Lanzarote - Trostlose Betonlöcher für unbeliebte Männchen (ProWal)


Transferierte Delfine aus Duisburg nach Nürnberg


- Dolly (Großer Tümmler) Nachzucht 04.08.2007 (Mutter Delphi - Vater Ivo) - Am 05.05.2014 in den Tiergarten Nürnberg transferiert

- Donna (Großer Tümmler) Nachzucht 17.09.2007 (Mutter Pepina - Vater Ivo) - Am 05.05.2014 in den Tiergarten Nürnberg transferiert

WDSF-Foto Ein Amazonas-Flussdelfin wird in der Aquariumanlage "Rio Negro" separat und allein gehalten. Der Delfin weist schwere Haut- und Muskelverletzungen auf. Aufgrund der Artenschutz-Bedingungen wurde dem Zoo Duisburg in der dem WDSF vorliegenden Betriebserlaubnis untersagt, weitere Flussdelfine zu importieren. Detaillierte Angaben zu dem Flussdelfin hat der Zoo Duisburg bisher nicht veröffentlicht.

WDSF-Foto

15.05.2013 - Zoodirektor nennt Bundestag Zahl der toten Tümmler in Duisburg (WAZ)

Herkunft der Wildfänge

Der Duisburger Zoodirektor Achim Winkler bezieht sich bei der Herkunft der Delfine in den beiden Delfinarien in Deutschland (Duisburg und Nürnberg) immer wieder pauschal auf die Fanggebiete Mexiko und Kuba, die an den Golf von Mexiko angrenzen. Die Gewässer um Kuba und Mexiko sind jedoch sehr unterschiedliche Lebensräume für Große Tümmler. Bei den derzeit noch lebenden Wildfängen in Duisburg handelt es sich um Ivo (Mexiko) und Pepina (Kuba). Die Delfinmutter Flapine des noch lebenden Delfins Delphi wurde 1981 aus Texas/USA (Golf von Mexiko) importiert und starb 1994. Ebenfalls in 1981 kam das Männchen Playboy aus den Gewässern der Isla Cozumel in Mexiko in das Duisburger Delfinarium und starb 2000 (Nachzuchten durch Playboy sind die beiden noch lebenden Delfine Delphi und Daisy).

Cozumel/Mexiko ist eine der östlichen Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatán vorgelagerte Insel. Selbst die Flachwasserbereiche haben eine Tiefe von bis zu 40 Metern. Cozumel war ursprünglich eine einzige Korallenbank, die flach auf einem etwa 600 Meter tiefen Sockel im Meer lag. Die Gesamtoberfläche des Golfs von Mexiko beträgt etwa 1.550.000 km², von denen das südliche Drittel in den Tropen liegt. Das Mexikanische Becken im Zentrum erreicht eine Tiefe von 4375 m. Dass die Duisburger Delfine, wie von Winkler stereotyp behauptet wird, in freier Wildbahn nicht tiefer als wenige Meter tauchen könnten, ist völliger Unsinn und soll lediglich eine Rechtfertigung für die kleinen und flachen Betonbecken im Delfinarium sein.

In der NRW-Landtagsanhörung (Wortprotokoll des Anhörung) am 28.04.2014 zum Antrag der Fraktion der PIRATEN "Verbot der Haltung von Delphinen", der vom WDSF inhaltlich begleitet wurde, äußerte sich der Duisburger Zoodirektor Achim Winkler: „Bei uns im Zoo Duisburg wird ganz bewusst, wie in den anderen Delfinarien auch, die Küstenform des Großen Tümmlers gehalten. ... Unsere Tiere stammen aus dem Golf von Mexiko vor Florida, wo die Tiere im natürlichen Lebensraum in Lagunen und Buchten leben." Soweit sich Winkler auf den zitierte Lebensraum "in Lagunen und Buchten" in der Sarasota Bay in Florida für Große Tümmler bezieht, wird allerdings in der Enzyklopädie der Meeressäuger von anerkannten Wissenschaftlern, unter anderem Bill Perrin, Bernd Würsig, J.G. M. Hans Thewissen und Peter Tyack mit einem Ausmaß von etwa 125 km2 angegeben. Dieser relativ große Bereich mit teilweise mehr als 12 Meter Wassertiefe entspricht keinesfalls dem Lebensraum der Delfine in einem Delfinarium.

Winkler weiter in der Landtagsanhörung: "... Es gibt keine Wildfänge – zum Glück – in den Delfinarien in Europa, die in unserem Verband organisiert sind, in der European Association for Aquatic Mammals (Anm.: EAAM). In diesem Verband, dem nur die besseren Delfinarien angehören, gibt es seit 2003 keinen Wildfang mehr – der letzte Wildfang ist 1990 nach Deutschland gekommen."

Diese Aussage des Zoodirektors Achim Winkler ist falsch!

Auf der Internetseite der EAAM sind die Mitglieder der EAAM aufgelistet. Wildfänge nach dem Jahr 2003:

1) Im Sea World San Antonio in Texas (EAAM-Mitglied) wurde ein Großer Tümmler als Wildfang (07.04.2007) am 14.05.2008 in das Delfinarium importiert. Ebenso wurde ein weiterer großer Tümmler (Wildfang 03.11.2009) am 04.03.2010 in das San Antonio-Delfinarium importiert.
2) Im Sea World Orlando (EAAM-Mitglied) werden seit 2011 vier Pilotwale (Delfinart) als Wildfänge für Showzwecke verwendet.
3) Im Sea World San Diego (EAAM-Mitglied) wird ein am 10.01.2004 als Wildfang transferierter Pilotwal (Delfinart) für Showzecke gehalten.
4) Ein Orca (Delfinart) wurde als Wildfang seit 23.10.2010 in Harderwijk/Holland gehalten und am 29.11.2011 für Showzecke in den Loro Parque (EAAM-Mitglied) transferiert.
5) Im EAAM-Verbandsdelfinarium in Harderwijk/Holland werden seit 2007 vier Kleine Tümmler (Delfinart/Schweinswal) als Wildfänge für Showzecke vermarktet (drei Wildfäge aus 2007, ein Wildfang aus 2011).

Quellenangabe Ceta-Base: http://www.ceta-base.com/phinventory/  

WDSF: "Das Delfinarium des Zoo Duisburg ist der größte Delfinfriedhof Europas"

SPIEGEL special 1/1997 - Bis 1997 wurden mindestens 47 Delfine in Duisburg "verschlissen" 

(WDSF - Mai 2013) Das WDSF hat ein Schreiben des NRW-Umweltministeriums aus 2011 vorliegen, aus dem sich ergibt, dass "nach Durchsicht des Bestandsregisters im Zoo Duisburg in den letzten 20 Jahren sechs Delfine im Alter von ca. 11-34 Jahren an unterschiedlichen Erkrankungen verendet sind, die keiner einheitlichen Ursache zugerechnet werden können. ... In den letzten 20 Jahren sind weitere neun Tiere im Zeitraum von zwei bis 16 Tagen nach der Geburt verendet. ... Insgesamt sind in den letzten 20 Jahren somit 15 Delfine verstorben."

Der Nürnberger Tiergartendirektor Dag Encke erläutert im Rahmen einer Bundestagsanhörung im Mai 2013, dass von 26 Delfinen, die insgesamt im Duisburger Zoo geboren wurden, nur sieben längere Zeit überlebt haben. 

Recherchierte Daten durch Jahresberichte des Duisburger Zoos (seit 1995 veröffentlichte der Zoo Duisburg keine weiteren Chroniken): Von 1965 bis 2000 wurden mdst. 10 Große Tümmler von dem Tierhändler Tiebor vorübergehend gemietet. Die durchschnittliche Haltungsdauer der 14 bis 2000 verstorbenen Delfine betrug lediglich 8 Jahre. Ohne die angemieteten Tiere wurden von 1965 bis 1984 mindestens 49 Wale und Delfine importiert:
17 Große Tümmler
17 Jacobita-Delfine
5 Toninas
5 Schweinswale
3 Beluga-Wale (Heimat Arktis)
2 Sotalia-Delfine

insgesamt 49 Meeressäuger

Von diesen 49 Walen u. Delfinen wurden 3 umgetauscht (ein Beluga und ein Jacobita-Delfin wurden 1975 bzw. 1978 in das SeaWorld San Diego transferiert), 29 lebten weniger als 3 Jahre lang, 12 lebten 4 bis 18 Jahre und nur 5 wurden älter als 20 Jahre. Bis 1984 verstarben demnach mdst. 46 Meeressäuger im Duisburger Zoo. Der Zoo hat bisher die Daten vor dem Jahr 2000 nicht vollständig veröffentlicht.

 

Daher ist davon auszugehen, dass das Delfinarium Duisburg seit Bestehen mit mdst. 67 verstorbenen Walen und Delfinen (s.u.) der größte Delfinfriedhof Europas ist. Der Zoo-Chef Achim Winkler verweigerte bis zu einer Klage des WDSF jede detaillierte Auskunft zu den Todesfällen.

Zoo Duisburg verschweigt Todeszahlen im Delfinarium

(WDSF 2016) In einem Beitrag von WELT-online am 04.10.2010 heißt es: "Im Duisburger Zoo, der nach dem Ausstieg von Münster bald mit Nürnberg die letzten Delfinarien in Deutschland betreiben wird, gibt man sich zugeknöpft. Jochen Reiter, wissenschaftlicher Leiter des Duisburg Zoos: „Zahlen zu toten Delfinbabys geben wir nicht raus“.

Das WDSF hatte bis 2014 vergeblich versucht, die vollständigen Todeszahlen im Delfinarium mit dem Umweltamt Duisburg (Untere Aufsichtsbehörde für den Zoo) und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV-Höhere Fachaufsichtsbehörde) sowie dem NRW-Umweltministerium abzugleichen. Eine Intervention der Landesdatenschutzbeauftragten gegenüber dem Zoo Duisburg auf Antrag des WDSF führte ebenfalls nicht zu einer Auskunft seitens des Zoos. Im November 2011 hatte das WDSF Klage beim Verwaltungsgericht Düsseldorf gegen die Stadt Duisburg mit seinem Zoo eingereicht, und im Jahr 2012 direkt gegen den Zoo, um vollständige Akteneinsicht zu erhalten. Am 17.10.2014 wurde der Zoo vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf verurteilt, entsprechende und vollständige Daten der vorhandenen Delfine zu veröffentlichen. Gegen das Urteil wurde durch das WDSF Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht Münster eingelegt, weil der Zoo Duisburg sich weiterhin weigerte, die Berichte über die Vorkommnisse im Delfinarien (Tagesberichte) zu veröffentlichen und Todeszahlen zu den nicht mehr vorhandenen Delfinen herauszugeben. Bei einer weiteren Verhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht Münster im Dezember 2016 nach der Berufung des WDSF wurde der Zoo verpflichtet, auch die weiteren vom WDSF geforderten Daten zu veröffentlichen. Die Kosten beider Verfahren wurden dem Zoo auferlegt.

Das WDSF geht davon aus, dass die vormals verschwiegene Todeszahl bei mdst. 67 Walen und Delfine liegt ( s.a. daupinlibre.be ) und Duisburg damit eine noch höhere Todesrate als der Tiergarten Nürnberg (mdst. 33 Todesfälle) aufweist. Sehr wahrscheinlich wurden in der Vergangenheit bis in 80iger Jahre die verstorbenen Delfine teilweise einfach stillschweigend gegen neue Importe ausgetauscht und nachweislich von dem Tierhändler Tiebor angemietet, ohne dass die Besucher dies überhaupt in den Anfangszeiten des Delfinariums bemerkt hätten. Dass die Jungtiersterblichkeit bei Delfinen aufgrund des sich erst in den ersten Lebenswochen entwickelnden Immunsystems im Freiland ebenso hoch sei wie in Delfinarien, wie der Zoo behauptet, bestreitet das WDSF aufgrund mangelnder wissenschaftlicher Nachweise. Die nachgewiesene Jungsterblichkeitsrate liegt im Delfinarium des Zoo Duisburg bei 75,2 Prozent (inkl. 5 Aborte). Diese Zahl würde im Freiland die Population gefährden und der Große Tümmler wäre vom Austerben bedroht, was derzeit nicht der Fall ist.

 

Verwaltungsgericht Düsseldorf verurteilte im Oktober 2014 aufgrund einer WDSF-Klage den Zoo Duisburg. Über die WDSF-Berufung wurde am 06.12.2016 entschieden.

Urteilstext vom 17.10.2014:

"Die Beklagte (Anm.: Zoo Duisburg AG) wird verurteilt, der Klägerin (Anm.: WDSF) vollständige Informationen ‑ soweit diese vorliegen – für den Zeitraum ab 01.01.2000 bis 31.12.2007 betreffend

- die tiermedizinischen Tagesberichte einschließlich der Ergebnisse der Blutuntersuchungen,
- die Revierberichte mit Vorkommnissen und die Akten der Futterberichte betreffend alle heute noch im Delfinarium der Beklagten gehaltenen Delfine,
- ferner für die Zeit ab 01.01.2008 bis gegenwärtig die Ergebnisse der Blutuntersuchungen der heute noch im Delfinarium der Beklagten gehaltenen Delfine zu gewähren."

Im Rahmen des Klageverfahrens veröffentlichte der Zoo Duisburg entsprechend des Urteils fortlaufend und zögerlich u.a. diese nachfolgenden Daten auf einer sep. Homepage.

Demnach verstarben insgesamt 38 Große Tümmler im Zoo Duisburg:

- Todeszahlen der von 1978 bis 03.01.2016 verstorbenen 21 Großen Tümmler, die im Zoo Duisburg geboren wurden
- Todeszahlen der von 1970 bis 2003 verstorbenen 17 Großen Tümmler, die als Wildfänge oder von anderen Delfinarien nach Duisburg gekommen sind

Todeszahlen Importierter Delfine

Todeszahlen der in den 60'er Jahren importierten neun Delfine:
2 von 9 Tieren verstarben an Fremdkörpern.
1 von 9 Tieren verstarb an einer aus dem Freiland mitgebrachten Schwermetallvergiftung.
4 von 9 Tieren verstarben an Infektionen.
2 von 9 Tieren hatten einen massiven Parasitenbefall.
Insgesamt verstarben sämtliche neun Delfine, die in den 60'er Jahren zwischen 1965 und 1970 importiert wurden.

Todeszahlen der in den 70'er Jahren importierten drei Delfine:
1 von 3 Tieren verstarb an einem Trauma innerhalb des ersten Monats.
2 von 3 Tieren starben an Infektionen nach 9 bzw. 16 Jahren in Duisburg.
Insgesamt verstarben sämtliche drei Delfine, die in den 70'er Jahren zwischen 1971 und 1981 importiert wurden.

Todeszahlen der in den 80'er Jahren importierten vier Delfine:
4 von 4 Tieren verstarben aufgrund einer Infektion unterschiedlichen Ursprungs.

Todeszahl des in den 90'er Jahren importierten drei Delfine:
1 Tier verstarb 2003 aufgrund einer Krebserkrankung


Insgesamt sind nach Angaben des Zoos zwischen 1965 und 2003 17 verstorbene importierte Große Tümmler zu verzeichnen. Zusätzlich verstarben 21 Jungtiere (inkl. 5 Aborte) nach Angaben des Zoos zwischen 1978 und 2016. Demnach fanden bis 2016 insgesamt 38 Große Tümmler und zusätzlich Belugas und andere Wal- und Delfinarten ihren Tod im Delfinarium des Zoo Duisburg. Es starben aufgrund der vom WDSF recherchierten Zahlen nachgewiesen 46 importierte und 21 im Delfinarium geborene Jungtiere im Delfinarium des Zoo Duisburg - insgesamt mdst. 67 Wale und Delfine. Die tatsächliche Todeszahl liegt vermutlich noch höher.

Nixe, gestorben in 1969 nach 4 Jahren Gefangenschaft

Flip,  gestorben in 1970 nach 5 Jahren Gefangenschaft

Oma (Amazonas-Flussdelfin)

Mutter (Amazonas-Flussdelfin) verstorben 1976

Halbstarker (Amazonas-Flussdelfin) verstorben 1978

Flap I, gestorben in 1979 nach 12 Jahren Gefangenschaft

X (Harbor Porpoise), gestorben 1980 nach 1 Jahr Gefangenschaft

X (Amazonas-Flussdelfin), gestorben 1981 nach 6 Jahren Gefangenschaft

Susi, gestorben in 1981 nach 14 Jahren Gefangenschaft

Gaucho (Commerson),  gestorben in 1982 nach 2 Jahren Gefangenschaft

Alua (Beluga), gestorben 1984 nach 15 Jahren Gefangenschaft

Hänschen, gestorben in 1985 nach 1 Jahr Gefangenschaft

Pepe (Commerson),  gestorben in 1989 nach 9 Jahren Gefangenschaft

Dolly,  gestorben in 1989 nach 17 Jahren Gefangenschaft

Max,  gestorben in 1989 nach 11 Tagen  Gefangenschaft

Kai, gestorben in 1990 nach 69 Tagen Gefangenschaft

Busso (commerson), gestorben in 1991 nach 7 Jahren Gefangenschaft

Nico, gestorben in 1992 nach 12 Jahren Gefangenschaft

Lucy, gestorben 1992 nach 10 Jahren Gefangenschaft

Flapine, gestorben in 1994 nach 14 Jahren Gefangenschaft

Duphy gestorben in 2000 nach 12 Jahren Gefangenschaft

Playboy, gestorben in 2000 nach 19 Jahren Gefangenschaft

Namenlos (Baby von Iris), gestorben in 2000 nach 33 Stunden

Delphi's Kalb, gestorben 2000

Pepina's Kalb, gestorben 2000

Duke, gestorben 2003 nach 2 Jahren Gefangenschaft

Iris, aus einem brutalen Wildfang ursprünglich für den Zoo Antwerpen, gestorben 2003 (s.a. Link oben)

Vater (Amazonas-Flussdelfin), gestorben in 2006 nach 31 Jahren Gefangenschaft

zzgl. 6 weitere verstorbene Delfinnachzuchten seit 1991 nach Angaben des NRW-Umweltministeriums seit 1991 (s.o.)

24.08.2015 - Delfinkalb von Pepina stirbt nach nur einer Woche  (WDSF)

03.01.2016 - Delfinkalb von Daisy verstirbt nach 13 Tagen (Mitteldeutsche Zeitung)    
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36 nachgewiesene Todesfälle
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Daten zum Delfinarium Duisburg auf Ceta Base
Historische Liste Delfinarien weltweit auf Ceta Base

Das Delfinarium in Duisburg gibt es seit 1965. Delfine der gefangen gehaltenen Art Tursiops truncatus (Großer Tümmler) haben in freier Wildbahn eine durchschnittliche Lebensspanne von 40 bis 50 Jahren. Genaue Forschungsergebnisse von Todeszahlen in freier Wildbahn liegen nicht vor, da überwiegend gestrandete Tiere untersucht wurden. In Gefangenschaft liegt die Todesrate von Delfinen weitaus höher. Bei einer nachgewiesenen Todesquote von derzeit 72,5 % bei den Nachzuchten in Duisburg wäre in freier Wildbahn der Große Tümmler bisher schon ausgestorben. Derzeit gilt der Große Tümmler allerdings nicht von Aussterben bedroht.

Der Bildungsauftrag des Delfinariums Duisburg wird von dem Pädagogik-Experten Norbert Kochhan (Dipl. Pädagoge/Logopäde) kritisiert: "Aus pädagogischer Sicht ist der Bildungsauftrag der Delfinarien völlig verfehlt, weil Kindern Delfine in den Vorführungen als stets lustige und gutgelaunte Menschenfreunde dargestellt werden. Über das artspezifische Leben der Tiere erfahren sie zu wenig und über die leidvolle Haltung in den Anlagen gar nichts."

Es wird immer wieder die Frage gestellt, was mit den Delfinen passiert, wenn die Delfinarien geschlossen werden. In Deutschland liegt die Verwendung der Tiere in erster Linie in der Verantwortung der verbliebenen Zoo-Delfinarien in Duisburg und Nürnberg. Diese müssen ein entsprechendes Zookonzept in Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) vorlegen.

In der EG-Verordnung 338/97 sind die Kriterien des Handels mit Wildtieren zu deren Schutz festgelegt.

In der sog. EU-Zoorichtlinie (http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:1999:094:0024:0026:DE:PDF) heißt es bezogen auf die Zoos:

"Sie (Anm. die Zoos) beteiligen sich an Forschungsaktivitäten, die zur Erhaltung der Arten beitragen, und/oder an der Ausbildung in erhaltungsspezifischen Kenntnissen und Fertigkeiten und/oder am Austausch von Informationen über die Artenerhaltung und/oder gegebenenfalls an der Aufzucht in Gefangenschaft, der Bestandserneuerung oder der Wiedereinbürgerung von Arten in ihren natürlichen Lebensraum" (aus RICHTLINIE 1999/22/EG DES RATES vom 29. März 1999 über die Haltung von Wildtieren in Zoos).

Das WDSF hat den Zoodirektoren der zwei noch vorhandenen Delfinarien in Deutschland seine Unterstützung bei der Frage der Verwendung der Delfine angeboten. Wir haben mehrfach vorgeschlagen, die Meeressäuger aus den Betonbecken in teiloffene Meereslagunen unter menschlicher Obhut zu transferieren, um sie auf eine evtl. Auswilderung vorzubereiten. Nicht jeder Delfin lässt sich aufgrund seiner langjährigen Gefangenschaft wieder auswildern - für Nachzuchten scheidet eine vollständige Auswilderung weitgehend aus. Eine bedingungslose Auswilderung wäre der sichere Tod der Tiere. Trotz dieses Wissens werden in den Zoo-Delfinarien Nürnberg und Duisburg weiterhin verantwortungslos Nachzuchten produziert, obwohl die Population des Großen Tümmlers nicht vom Aussterben bedroht ist.

Durch die monotone Haltung in den kleinen Gehegen mit Swimmingpool-Größe haben die Delfine die eigene Nahrungsjagd verlernt. Das Sonar wird von den Tieren nur noch selten eingesetzt, weil der Rückschall von den engen Betonwänden Irritationen bei den Delfinen auslöst. Die Fütterung erfolgt durch die Tierpfleger gezielt in das Maul der Delfine.

Nachdem die Zoos mit ihren Delfinarien jahrzehntelang Millionen verdient haben, ist ihnen durchaus zuzumuten, die finanziellen Mittel für die Transfers zur Verfügung zu stellen und für eine lebenslängliche Betreuung der Meeressäuger in weitgehender Freiheit zu sorgen. Seit Jahren setzen wir uns dafür ein, dass die Bundesregierung ein ausnahmsloses Importverbot für Delfine und Wale (Cetacea) beschließt, zumal die Bundesratsermächtung für solch einen Bundestagsbeschluss bereits in § 13 Tierschutzgesetz verankert ist - bis heute hat keine der Regierungskoalitionen dafür plädiert. In der Schweiz wurde nach intensiven WDSF-Protesten und Kooperation mit ProWal aufgrund mehrerer Delfin-Todesfälle im Connyland-Delfinarium (Kanton Thurgau) im Frühjahr 2012 ein bedingungsloses Importverbot beschlossen.

Das Delfinarium im Connyland wurde im Oktober 2013 geschlossen. Noch vor dem Transfer der drei Delfine nach Jamaika verstarb ein weiteres Jungtier. Der Vergügungspark hatte den Delfin bis kurz vor seinem langen Transport intensiv für die Shows missbraucht. Die Vorbereitung auf den Transfer war u.E. unzulänglich.

Den Transfer nach Schließung des Delfinariums im Allwetterzoo Münster im Frühjahr 2013 in ein Freiluftgehege mit Meereswasser nach Harderwijk (Holland) haben die Delfine nach Angaben des Zoos gut überstanden.