26.10.2018 - Noch ist nicht sicher, ob und wann das Hai-Aquarium gebaut wird. Doch schon jetzt kauft der Betreiber Tiere und hält sie in der Pfalz. Das sei nicht artgerecht, klagen Tierschützer. (Echo online)

11.04.2018 - Demonstration gegen Haiaquarium (Echo)


Demo Pfungstadt 9.4.2018

 

21.12.2017 - So sieht das Aquarium der Zukunft aus! (Vegan Blog):

LightAnimal heißt das Aquarium der Zukunft und revolutioniert die Zukunft von Meereszoos

"Die Digitalsoftware wurde von dem japanischen Duo Haruyoshi Kawai und Keisuke Saikai entworfen. Besucher können damit realistische, lebensgroße Wale, Delfine und andere Wildtiere in ihrem natürlichen Lebensraum bestaunen, ohne dass hierbei den Tieren Schaden zugefügt wird oder sie unter Stress gesetzt werden. In dem Video des Beitrags seht ihr, wie das Aquarium der Zukunft funktioniert." Solch ein Aquarium ohne gefangene Meerestiere wäre eine sehr gute und bildungsfreundliche Alternative zu den Planungen des größten Hai-Aquarium Europa's in Pfungstadt.

Offener Brief des WDSF vom 13.07.2017 an den Bürgermeister von Pfungstadt, Patrick Koch, über die katastrophalen finanziellen Hintergründe von Betreibern des Projekts "Shark City"

WDSF-Foto Haiaquarium(WDSF - 08.10.2017) Der Bürgermeister von Pfungstadt, Patrick Koch, kann bei einem Scheitern des Projekts nicht behaupten, dass er nichts über die katastrophalen finanziellen Hintergünde der Betreiber gewusst habe. Das gilt auch für das abgelehnte Bürgerbegehren, mit dem angeblich nicht auf mögliche finanzielle Einnahmeverluste für die Stadt hingewiesen worden sei. Das WDSF hatte dem Bürgermeister am 13.07.2017 mit der Bitte um Weiterleitung an sämtliche Stadtratsfraktionen folgenden Brief geschrieben und sämtliche angeführten Bilanz- und Handelsregisterunterlagen postalisch eingereicht. Die Unterlagen und der Brief wurden auch der Regierungspräsidentin in Darmstadt übermittelt.

 

 
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Patrick Koch,
sehr geehrte Fraktionen der Stadt Pfungstadt,

ich schreibe Ihnen als ehrenamtlicher Gesellschafter Geschäftsführer der gemeinnützigen Tierschutzorganisation „Wal- und Delfinschutz-Forum gUG (haftungsbeschränkt)“. Gleichzeit weise ich auf meine hauptberufliche Tätigkeit als selbständiger Steuerberater seit 1980 hin. Dieses Schreiben wird Herrn Bürgermeister Patrick Koch mit der Bitte um Weiterleitung an sämtliche Stadtratsabgeordneten per E-Mail übermittelt, zumal sich die eingefügten Links bei einem E-Mail-Versand öffnen lassen. Zusätzlich werden wir dieses Schreiben mit den uns vorliegenden Handelsregisterauskünften, Gesellschaftsverträgen und Bilanzen aller genannten Firmen postalisch an Herrn Patrick Koch übermitteln und möchten die Fraktionen der Stadt Pfungstadt dort um Einsichtnahme bitten.

Es geht uns in erster Linie darum, einen erheblichen möglichen Schaden von der Stadt Pfungstadt abzuwenden. Unabhängig vom Tierschutz greifen wir daher in diesem Schreiben vordringlich die finanziellen Aspekte der kompliziert erscheinenden Firmenkonstruktion der „Shark-City“-Initiatoren auf und bitten um dringende Beachtung bei der Entscheidung des Grundstücksverkaufs und nachfolgender Baugehmigungen.

Es liegen u.E. erhebliche Mängel bei der Recherche der Stadt über die Firmenkonstruktion der „Shark City“-Betreiber vor, zumal eine der fünf beteiligten Kommanditisten der Firma „The Seven Seas Aquarium GmbH & Co. KG“, die „WW-Aquaristik GmbH“ ist, die einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von 1.253.800 Euro in ihrer letzten veröffentlichten Bilanz ausweist mit Verbindlichkeiten von 2.032.722 Euro. Geschäftsführer der „WW-Aquaristik GmbH“ sind ebenfalls die „Shark City“-Initiatoren Thiemo Walt und Thomas Walter.

Die Fraktionsvorsitzenden sämtlicher Stadtrats-Parteien in Pfungstadt haben sich in ihren Stellungnahmen ausschließlich positiv zum Projekt "Shark City“, dem größten geplanten Hai-Aquarium Europas in Pfungstadt, mit einem Projektvolumen von mdst. 20,5 Millionen Euro geäußert. Ebenso gab es bisher ausschließlich wohlwollende Statements des Pfungstadter Bürgermeisters Patrick Koch in den Medien (z.B. „echo-online“) und auf der städtische Homepage.

Aufgrund eines Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung wurde dem Verkauf der Grundstücke Gemarkung Pfungstadt, Flur 30, Flurstück 24/2 und 21 mit insgesamt 21.217m² zu einem Kaufpreis von insgesamt 3.225.420 EUR (12.752m² x 160,00 EUR + 8.465m² x 140,00 EUR) an die Firma The Seven Seas Aquarium GmbH & Co. KG, Rheilweg 7, 74889 Sinsheim nach einer Beschlussvorlage zugestimmt.

In einer Stellungnahme des „Strategischen Controlling“ für die Stadt Pfungstadt wird zur Drucksache 97/2017 auf „Antrag der Hess. Landgesellschaft mbH zum Grundstücksverkauf an die Seven Seas Aquarium GmbH & CO KG, Sinsheim“ in einem Controllingreport u.a. die nachfolgende Empfehlung erteilt:

„Ein Verkauf an die Seven Seas Aquarium GmbH&CO KG, Sinsheim fordert die Kommune,die Verwaltung, die Politik und die Bürger sich mit einer möglichen Neuausrichtung der Stadt auseinander zu setzen.“ Die in dem Report genannten strategischen Ziele und Effekte wie die Erhaltung bzw. Erhöhung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen und des Anteils der Wohnbevölkerung und die Neuansiedlung von Unternehmen am Ort bzw. deren dauerhafter Verbleib in Pfungstadt würden sich durch den Verkauf des Gewerbegrundstücks ebenso wie die Erhöhung der Erträge aus der Gewerbesteuer und der Einkommensteuer erreichen lassen, heißt es. Auch wird eine Steigerung der Umsätze der KMU prognostiziert.

Unter dem Abschnitt der „steuerungsrelevanten Auseinandersetzung“ befasst sich der Controlling-Report mit der Frage wer die THE SEVEN SEAS AQUARIEN GmbH & Co. KG ist. In diesem Zusammenhang wurde allerdings lediglich auf die Veröffentlichungen des Wirtschaftsdienstes „Moneyhaus“ zurückgegriffen. Versäumt wurde ganz offensichtlich die Einsichtnahme in die jeweiligen Handelsregister der Firmenkonstruktionen mit den Betriebs- und Verwaltungs-GmbH’s der THE SEVEN SEAS AQUARIEN GmbH & Co. KG und mit den notariellen Gesellschaftsverträgen und Eintragungen. Ebenso wurde offenbar keine Einsichtnahme in andere veröffentlichte Unterlagen von anderen Firmen der beiden Geschäftsführer der THE SEVEN SEAS AQUARIEN GmbH & Co. KG, Thimo Walt und Thomas Walter, vorgenommen.

Dabei hätte sich unschwer folgendes erkennen lassen können:

Die Betreiberin des Projekts "Shark City", THE SEVEN SEAS AQUARIUM Betriebs GmbH, die am 04.12.2015 im Handelsregister beim Amtsgericht Mannheim mit Domizil in Grünstadt mit den Geschäftsführern Thomas Walter und Thiemo Walt und einem Stammkapital von 25.000 Euro eingetragen wurde, preist auf einer eigenen Homepage ihr Vorhaben an. Die "THE SEVEN SEAS AQUARIUM Verwaltungs GmbH" wurde bereits am 28.09.2015 gegründet bzw. in das Handelsregister beim Amtsgericht Mannheim eingetragen. Die Haupttätigkeit liegt lt. einer veröffentlichten Eintragung im Bereich "Sonstige Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben". Im Gesellschaftsvertrag der Verwaltungs-GmbH heißt es u.a., dass der "Gegenstand des Unternehmens die Beteiligung als persönlich haftende Gesellschafterin und die Übernahme der persönlichen Haftung in der THE SEVEN SEAS AQUARIUM GmbH & Co. KG ist" und das lediglich mit einem Mindest-Stammkapital von 25.000 Euro. Die "The Seven Seas Aquarium GmbH & Co. KG" wurde als Personengesellschaft mit Sitz in Sinsheim gegründet, wobei keine Einzelperson in der Haftung steht sondern die vorgeschaltete GmbH. Die Haupttätigkeit dieser Firma liegt im Bereich "Vergnügungs- und Themenparks". Ziel dieser gesellschaftsrechtlichen Konstruktion ist es, Haftungsrisiken für die hinter der Gesellschaft stehenden Personen auszuschließen oder zu begrenzen, die lediglich mit ihrem Stammkapital der GmbH haften. Die Firmen der beiden Geschäftsführer Thiemo Walt und Thomas Walter sind mehrfach vernetzt.

"Bei der Kapitalbeschaffung ist die Gesellschaftsform der GmbH & Co. KG weniger kreditwürdig, da keine natürliche Person unbeschränkt haftet" (s. Wikipedia).

Es handelt sich hier möglicherweise um eine sog. Betriebsaufspaltung, bei der die Betriebs-GmbH als Unternehmensgegenstand lt. Gesellschaftsvertrag den "Neubau und den Betrieb eines Hai- und Ozeanobservatoriums ..." hat. Dabei könnte eine der GmbH's den gesamten risikobehafteten Vertrieb übernehmen und die andere Firma das wesentliche Betriebsvermögen halten. Die Geschäftsführer können jeweils Gehälter von den GmbH's beziehen und durch diese Betriebsausgabe die Gewerbesteuer erheblich mindern, sodass die Stadt Pfungstadt insofern kaum einen Steuervorteil hätte Sollte in vorliegendem Fall eine Insolvenz der Firma des Aquarienbetriebs eintreten, könnte sich eine der Gesellschaften das Anlagevermögen sichern, soweit es bei dieser bilanztechnisch aktiviert ist.

Im Handelsregister der Verwaltungs-GmbH heißt es: "Beteiligung als persönlich haftende Gesellschafterin an und die Übernahme der persönlichen Haftung in der THE SEVEN SEAS AQUARIUM GmbH & Co. KG mit dem Sitz in Sinsheim (Anm.: Postanschrift in Grünstadt), deren Unternehmensgegenstand der Neubau und der Betrieb eines Hai- und Ozeanobservatoriums mit angegliedertem Tauchevent und Erlebnisgastronomie, Kioskbetrieb, Planung und Verkauf von Anlagen, Handel und Vertrieb von Meerestieren, Merchandising-Artikeln und allen weiteren dem Geschäftsbetrieb dienenden Wirtschaftsgütern und die Erbringung von dem Geschäftsbetrieb dienenden Dienstleistungen, sonstige umgebende Aktivitäten sowie die Vermietung an entsprechende Betriebsgesellschaften ist.“

Es gibt bisher schon Unternehmen der "Shark City"-Initiatoren im drastischen Verlustbereich

Der Geschäftsführer der vorgenannten GmbH's, Thiemo Walt, war auch als Geschäftsführer der Firma Meefisko GmbH im Handelsregister beim Amtsgericht Ludwigshafen am Rhein unter der Nummer HRB 60826 am 5. September 2007 registriert. Am 17.09.2010 kam Thomas Walter lt. Eintragungsvermerk hinzu. Das Domizil befand sich ebenfalls wie die beiden Seven Seas Aquarien GmbH's in Grünstadt. Die Meefisko GmbH wurde im November 2015 in die WW-Aquaristik GmbH umbenannt (s.u.).

Am 20.07.2015 wurden Ladengeschäfte der Meefisko GmbH auf Herrn Mathias Bergmann übertragen, nachdem die Firma von 2007 bis 2013 nur Verluste produziert hatte (Bilanzverlust per 31.12.2014: 1.457.510 Euro). Bereits zum 31.12.2015 wurde das Ladenlokal von Mathias Bergmann mit der Facebook-Bezeichnung "Meefisko Mathias Bergmann" lt. Angaben auf Facebook wieder geschlossen. Lt. der im Bundesanzeiger (dort unter "Suche": Meefisko GmbH eintragen) veröffentlichten Bilanz 2013 belief sich der aufgelaufene Bilanzverlust der Meefisko GmbH mit den Geschäftsführern Thomas Walter und Thiemo Walt auf den vorgenannten Euro-Betrag mit Verbindlichkeiten von 1.023.672 Euro! Die Einlagen "stiller Beteiligter", die namentlich nicht veröffentlich sind, werden in dieser Bilanz mit 740.000 Euro beziffert. Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren betrug mehr als eine Million Euro zum Zeitpunkt der letzten veröffentlichten Bilanz per 31.12.2013. Im Anhang der mit Datum vom 16.12.2014 im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanz der Meefisko GmbH heißt es: "Auf die Aufstellung des Anteilsbesitzes wurde verzichtet, da diese Aufstellung nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung dem Unternehmen einen erheblichen Nachteil zufügen kann." Demnach sollten die Gesellschafter der GmbH ganz offensichtlich nicht öffentlich in Erscheinung treten - warum wohl, stellt sich die Frage. Es ergaben sich demnach bei der Meefisko GmbH (jetzt "WW-Aquaristik GmbH") der beiden "Shark City"- Initiatoren (Gesellschafter-Geschäftsführer Thimo Walt und Geschäftsführer Thomas Walter) Geldgeber bzw. Gesellschafter die lt. Bilanz nicht öffentlich in Erscheinung getreten sind. Dem siebenstelligen Verlust in der Bilanz der Meefisko GmbH stand zuerst lediglich ein haftungstechnisches Stammkapital von 25.000 Euro gegenüber, das nach Recherchen des WDSF von dem Gesellschafter-Geschäftsführer der Meefisko GmbH, Thiemo Walt, im Juli 2010 auf insgesamt 225.000 Euro erhöht wurde. Im September 2010 erfolgte die weitere Geschäftsführerbestellung für Herrn Thomas Walter, ohne dass dieser Gesellschafter wurde.

Am 26.11.2015 wurde die Firma Meefisko GmbH lt. einer Handelsregistereintragung in die WW-Aquaristik GmbH mit unverändertem Gesellschaftsvertrag umbenannt. Die Haupttätigkeit der Gesellschaft Meefisko GmbH lag lt. Veröffentlichung im Bereich "Einzelhandel mit zoologischem Bedarf und lebenden Tieren". Die Firma WW-Aquaristik GmbH wurde nach Sitzverlegung im Handelsregister beim Amtsgericht Mainz unter der Nummer HRB 47009 registriert. Die Haupttätigkeit liegt lt. einer Veröffentlichung im Bereich "Großhandel mit Fertigwaren, ohne ausgeprägten Schwerpunkt"; im Handelregister wird der Gegenstand des Unternehmens WW-Aquaristik GmbH mit "Handel mit Meerwasseraquaristikprodukten" angegeben. Das Domizil befindet sich lt. Eintragung in 67591 Offstein, Am Reißberg 4a. (vormals in der Dieselstraße 10 in 67269 Grünstadt). Die Eintragung der Sitzverlegung erfolgte am 26. September 2016. Aufgrund einer Bekanntmachung vom 29.09.2016 wurde die Firma WW-Aquaristik GmbH mit den beiden "Shark-City"-Initiatoren und Geschäftsführerm Thiemo Walt und Thomas Walter beim Amtsgericht Ludwigshafen a. Rhein ausgetragen und wird nun mit Eintragung vom 26.09.2016 im Handelsregister des Amtsgerichts Mainz geführt. Die Bilanzverbindlichkeiten der WW-Aquaristik GmbH beliefen sich per 31.12.2015 auf 2.032.722 Euro. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag betrug 1.253.800 Euro. Die Einlagen stiller Gesellschaft werden mit reduzierten 453.783 Euro bilanziert.

Die WW-Aquaristik GmbH ist mit den identischen Geschäftsführern Thimo Walt und Thomas Walter und den The Seven Seas Aquarien GmbH's, die nun in Pfungstadt ein über 20-Millionen-Euro-Projekt planen, vernetzt. Lt. Handelsregistereintrag (Amtsgericht 68159 Mannheim, HRA 706692) sind an der THE SEVEN SEAS AQUARIUM GmbH & Co. KG folgende Kommanditisten mit den aufgeführten Anteilen beteiligt:

- WW-Aquaristik GmbH - Anteil: 150.000 Euro
- Thomas Walter (geb. 24.04.1981) - Anteil 150.000 Euro
- Daniela Christine Walt (geb. 02.07.1954) - Anteil 100.000 Euro
- Hans-Jürgen Hechler (geb. 17.09.1947) - Anteil 50.000 Euro
- Ergün Umur (geb. 08.04.1970) - Anteil 50.000 Euro

Die haftende THE SEVEN SEAS AQUARIUM Verwaltungs GmbH verfügt über ein Stammkapital von 25.000 Euro.

Nach uns vorliegenden vorläufigen Informationen ist der Kommanditist Hans-Jürgen Hechler Inhaber von folgenden Firmen; HE-ENG Spielhallenbetriebe GmbH, Hoteltextilien J. Hechler GmbH, Hans-Jürgen Hechler Handelsagentur. Die Firmen sollen sämtlich unter der folgenden Adresse eingetragen sein: Spänningweg 69198 Schriesheim. Die HE-Eng Spielhallenbetriebe GmbH soll insolvent sein: https://insolvenzliste.com/He-eng+Spielhallenbetriebe+Gmbh-Mannheim-Insolvenzverfahren.html .

Der Gesellschafter -Geschäftsführer Thiemo Walt (geb. 10.12.1981) ist nicht selbst als Kommanditist an der GmbH & Co. KG beteiligt. Die beiden Gesellschafter-Geschäftsführer Thiemo Walt und Thomas Walter haben jeweils einen Anteil an der integrierten GmbH von 12.500 Euro.

Im Gegensatz zu kommunalen Zoos wird das Projekt „Shark City“ keine städtischen oder staatlichen Zuschüsse erhalten, wie die Betreiber selbst formuliert haben. Die Eintrittspreise werden daher relativ hoch ausfallen müssen. Der beabsichtigte integrierte Einzelhandel und der Gastronomiebereich in „Shark City“ wird sicherlich nicht den Umsatz der Region fördern sondern bei anderen gleichgelagerten Unternehmen der Stadt eher schmälern.

In unmittelbarer Nähe von Pfungstadt (etwa 70 Kilometer) befindet sich das Sea Life (Aquarium) Speyer als etabliertes Konkurrenzunternehmen. Die dort ermittelten Besucherzahlen belaufen sich auf etwa 213.000 Besucher p.a., wobei das Sea Life Speyer über 3.000 Tiere aus 100 Arten verfügt.. Selbst das renommierte „Ozeaneum Stralsund“ verfügt jährlich „nur“ über 400.000 Besucher. Es ist zu vermuten, dass die vom Betreiber prognostizierte Besucherzahl von 550.000 für „Shark City“ eher unwahrscheinlich ist.

Sie, sehr geehrter Herr Bürgermeister und sehr geehrte Fraktionsvorsitzende, übersehen möglicherweise die erheblichen Haftungsprobleme, die aus dem Projekt (auch mittelbar für die Bürger von Pfungstadt) entstehen können. Das Salzwasserrisiko bei einem Leck kann für die Umwelt Schäden im Millionenbereich verursachen (s. derzeit das Delfinarium im Tiergarten Nürnberg). Das Risiko für die Besucher mit ihren Kindern ist bei einem Bruch der Aquarienscheibe ebenfalls enorm hoch, wie ähnliche Unfälle gezeigt haben (s. unserer Homepage zum Thema).

Ebenso wird Pfungstadt im Fokus einer kritischen Betrachtung im Bereich des Tourismus stehen, denn weder Delfinarien noch Hai-Aquarien entsprechen dem Zeitgeist. Es ist durch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse nachgewiesen, dass Haie enorm soziale Tiere sind. Der Einfluss der Starkstrom-Überlandleitungen in unmittelbarer Nähe des Grundstücks für die sensiblen Haie ist möglicherweise ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Die obergerichtliche Rechtsprechung hat Boykottaufrufe aus Tierschutzgründen als zulässig bestätigt. Wir hatten Boykottaufrufe aufgrund der Delfinhaltung für den Vergnügungspark "Connyland" in Lipperswil (Schweiz), für den Heidepark Soltau, für die verbliebenen Zoos mit Delfinarien in Deutschland in Duisburg und Nürnberg etc. praktiziert.

Vorgesehen sind durch das WDSF bei Zustandekommen von "Shark City" internationale Boykottaufrufe gegenüber den Städten Pfungstadt und Darmstadt (Regierungsbezirk) aus Tierschutzgründen auch in Kooperation mit Reiseveranstaltern und juristische Interventionen. Bei dem vorgesehenen Transfer von etwa 140 Haien in das Aquarium ist davon auszugehen, dass ein Teil der Tiere erfahrungsgemäß versterben wird (s.u. geplantes und gestopptes Hai-Aquarium im österreichischen Hotel Stanglwirt mit Todesfällen beim Transfer und im Bestand). Alleine dieser Sachverhalt würde gegen das Tierschutzgesetz verstoßen.

In gleichgelagerten Fällen waren Boykott-Aufrufe aus Tierschutzgründen durch das WDSF erfolgreich (s. Verlinkung auf unserer Homepage zum Thema):

- WDSF- und ProWal- Tierschützer protestieren erfolgreich - Hai-Aquarium im Hotel "Stanglwirt" wurde geschlossen

- Geplantes Hai-Aquarium in Neuwied (Deutschland) wird nach WDSF/ProWal-Protesten nicht realisiert

- Kreuzfahrtunternehmen - Färöer-Boykott

- Boykott einer Färöer-Metal-Band

- Edeka stoppt Thunfisch-Vermarktung nach Protesten gegen Delfin- und Haibeifänge

Sämtliche vormaligen zehn anderen Delfinarien in Deutschland wurden nach intensiven und mehrjährigen Protestaktionen von Tierschützern und Todesfällen geschlossen; ebenso das Delfinarium im Connyland (Schweiz) und Münster/Allwetterzoo Anfang 2013, Gardaland-Delfinarium/Italien Anfang 2013, Connyland/Schweiz Oktober 2013, HeidePark/Soltau 2008, Kas/Türkei 2012). Ein beabsichtigtes Delfinarium auf der Insel Rügen wurde auch nach WDSF-Protesten nicht gebaut. Ein weiteres Hotel-Delfinarium in Bodrum (Türkei) wurde nach ProWal/WDSF-Protesten geschlossen. Wir würden uns jährlich die dem Veterinäramt zu meldenden Todesfälle von Haien in „Shark City“ nach dem Umweltinformationsgesetz übermitteln lassen und jeweils veröffentlichen. Es ist geplant, fortlaufend Protestaktionen in Pfungstadt durchzuführen und die Bürger und Wirtschaftsunternehmen über die Gefangenschaftshaltung und die Beeinträchtigungen im Bereich des Tourismus zu informieren.

Die Zoos in Nürnberg und Duisburg haben jeweils nach medienwirksamen Aktionen gegen die Delfinhaltung mehr als 100.000 Besucher verloren und stehen weiterhin im Fokus der Tierschützer (und der Öffentlichkeit), deren fortlaufende Aktionen von den Medien bundesweit begleitet werden.

Das WDSF hat in Kooperation mit Tierschützern auf der politischen Ebene und mit rechtlichem Vorgehen dafür gesorgt, dass mehrfach Delfinarien geschlossen werden mussten. Dies galt auch für ein beabsichtigtes Hai-Aquarium in Neuwied. Im Promi-Hotel Stanglwirt (Österreich) wurde nach unseren Interventionen zugesagt, nie wieder Haie zu halten. Wir haben Kooperationsabkommen mit drei großen deutschen Reiseveranstaltern, dass diese weltweit (!) keine Delfinarien mehr in ihren Prospekten anbieten und auch der Vor-Ort-Verkauf nicht mehr stattfindet. Nach intensiver Intervention gegenüber Reiseveranstaltern durch das WDSF bestätigten TUI, Rewe Touristik mit Jahn und ITS, Schauinsland-Reisen, FTI Touristik, Alltours, Bentour Türkei Reisen (Schweiz) sowie M.T.S. Mastur (Türkei) ebenfalls, dass sie keine Delfinarientouren in der Türkei, in Dubai, in Ägypten und Tunesien mehr anbieten.

Es gibt etliche andere Beispiele, dass durch Boykottaufrufe durchaus wirtschaftliche Nachteile von Regionen und Ländern eingetreten sind bzw. befürchtet wurden, welche letztendlich dazu geführt haben, dass diese Orte nicht mehr durch Tourismusunternehmen angeboten werden. Das WDSF wird dies rechtskonform aus Tierschutzgründen auch für Pfungstadt praktizieren, falls das Projekt „Shark City“ realisiert wird und auch schon im Vorfeld intervenieren. Bürgermeister, Patrick Koch, bezeichnete uns gegenüber die Boykottankündigung als "Drohung"und das Konzept des Betreibers von "Shark Citiy" als überzeugend.

Dem Bürgermeister von Pfungstadt, Patrick Koch (SPD), werden von den beiden Geschäftsführern des Projekts "Shark City", Thomas Walter und Thiemo Walt, mit ihrer gegründeten The Seven Seas Aquarium GmbH & Co. KG rund 11 Millionen Euro jährlich an Einnahmen prognostiziert und damit angeblich 550.000 bis 700.000 Euro Gewerbesteuer für die Stadt. Selbst eine Gewerbesteuer von "nur" 500.000 setzt einen GEWINN von 3,6 Millionen Euro voraus (ohne Hinzurechnungen und Kürzungen bei der Gewerbesteuer-Berechnung). Im Hinblick darauf, dass viele Zoos in Deutschland von den Kommunen teilweise im Millionenbereich subventioniert werden müssen, erscheint die Gewerbesteuer-Prognose mehr als unwahrscheinlich. Bisher haben die Firmen Meefisko GmbH und WW-Aquaristik GmbH mit den beiden Geschäftsführern Thomas Walter und Thiemo Walt über Jahre nur Millionen-Verluste produziert.

Die neue Unternehmenskonstellation in Pfungstadt mit vorgeschalteten GmbH's in einer Kommanditgesellschaft schränkt die Haftung des Unternehmens erheblich auf das Stammkapital der GmbH's und die Kommanditeinlagen ein. Im Falle einer Insolvenz der Betreibergesellschaft von "Shark City" könnten für die Stadt Pfungstadt und damit mittelbar auch für die Bürger erhebliche Rückforderungen entstehen (z.B. durch die Kosten eines Rückbaus der Immobilie).

Wir machen die Stadt Pfungstadt und die finanzierenden Institute auf die Risiken des Projekts in Pfungstadt und die finanzielle Situation von vormaligen Firmen mit den beiden Geschäftsführern intensiv aufmerksam. Wenn die prognostizierten Zahlen nicht zutreffen, könnte auch ein erhebliches Risiko für die Pfungstadter Bürger entstehen, die über die Stadt bei einer Insolvenz des Projektunternehmens in der finanziellen Verantwortung stehen würden, zumal das Stammkapital von 25.000 Euro der vorgeschalteten GmbH nicht ausreichen würde, um evtl. finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Der propagierte Lockvogel des Bürgermeisters von Pfungstadt, mit der zu erwartenden Gewerbesteuer das angekündigte Schwimmbad in Pfungstadt zu finanzieren und den maroden Haushalt zu sanieren, kann zu eine gefährlichen Farce werden!

In Sinsheim haben wir bezüglich des ursprünglich dort geplanten Projekts sehr eng mit dem Bürgermeister und den zuständigen Stellen kooperiert und es konnte unsererseits auf Risiken und Mängel hingewiesen werden. Wir hoffen, dass auch in Pfungstadt die Vernunft und Einsicht siegen wird, dass das Projekt "Shark City" nicht realisiert wird.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass die hier veröffentlichten Bilanzzahlen nur für den internen Gebrauch verwendbar sind. Die Unterlagen mit den Angaben werden vollständig postalisch übermittelt. Ansonsten handelt es sich um einen offenen Brief, der auch der Regierungspräsidentin, Frau Brigitte Lindscheid, übermittelt wird. Wir gehen davon aus, dass sich die Stadt Pfungstadt die Finanzierungszusagen für das Bauprojekt detailliert von den Kreditinstituten zur Verfügung stellen lassen wird und eine entsprechende Gesamtprüfung vornehmen wird.
Einen Teil unserer Recherche und Berichterstattung, auch hinsichtlich weiterer Risiken, finden Sie bereits auf unserer Homepage (www.wdsf.de) zum Thema unter „Aktionen/Hai-Aquarien-Protest“ (https://www.wdsf.eu/aktionen/hai-aquarien).

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Ortmüller
WDSF-Geschäftsführer

Antwort des Bürgermeisters Patrick Koch vom 15.07.2017 auf das WDSF-Schreiben vom 13.07.2017:

Von: Patrick Koch <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!>
Betreff: Antw: Indoor-Hai-Auarium in Pfungstadt "Shark City"
Datum: 15. Juli 2017 09:10:15 MESZ
An: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sehr geehrter Herr Orthmüller,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich bestätige Ihnen hiermit den Erhalt.

Ich war gestern nach einer Woche Abwesenheit einen Tag im Büro und bin noch nicht dazu gekommen alles in Gänze zu lesen und zu erfassen.
Auch werde ich natürlich Ihre Angaben gerne prüfen und Ihr Schreiben danach mit einer Stellungnahme der Stadtverwaltung
den Stadtverordnetenfraktionen weiterleiten.

Bitte haben Sie Verständnis, dass dies zwei, drei Wochen in Anspruch nehmen wird, da ich im Urlaub bin
und auch die StVV jetzt Sommerpause hat. Es ist ohnehin derzeit nichts zu entscheiden, insofern eilt da
auch nichts.

Mit freundlichen Grüßen

Patrick Koch
Bürgermeister

Magistrat der Stadt Pfungstadt
Kirchstraße 12-14
64319 Pfungstadt