Blutiger Delfinfang in Taiji - Foto: Dieter Hagmann

Blutiger Delfinfang in Taiji - Foto: Dieter Hagmann

Mundomar-Delfinarium in Benidorm/Spanien Foto: privat WDSF-Copyright
Mundomar-Delfinarium in Benidorm/Spanien

"Delfine sind faul" - Zitat Branko Weitzmann gegenüber der BILD am Sonntag (08.03.2015)

Kind von Delfin bedrängt - Weitzmann rammt Delfin mit Ellenbogen

Mundomar-Delfinarium in Benidorm/Spanien Foto: privat WDSF-Copyright

(WDSF - März 2015) Branko Weitzmann bietet seine Pseudo-Delfintherapie im spanischen Mundomar/Benidorm und auch im Friguia Park in Tunesien an, wo nach Angaben von Ceta-Base sechs Delfine ihren Tod fanden. Im Friguia Park  befinden sich noch mdst. vier Delfin-Wildfänge aus der grausamen Delfintreibjagd in Japan und ein weiterer Wildfang (s.a. Dokumentation auf Facebook "Dolphins in captivity in Tunisia"). Fünf Taiji-Delfine wurden im April 2011 in den Friguia Park transferiert. Mindestens einer davon verstarb demnach bereits beim Import. Nach vormaligen Angaben auf der Homepage des Friguia Parks wird das Schwimmen mit den Delfinen kostenpflichtig angeboten. Der Missbrauch der Delfine aus Taiji/Japan für die Pseudotherapie und das Schwimmen mit den Delfinen fördert die grausamen Delfintreibjagden. In Japan finden alljährlich blutige tausendfache Delfin-Massaker statt, die weltweit verurteilt werden. Die schönste Delfine werden vor dem Abschlachten aussortiert, antrainiert und für bis zu 200.000 US-Dollar weltweit an Delfinarien verkauft. Die Bundesregierung kritisierte die Delfin-Massaker in Taiji und fordert, die Delfine unter Schutz zu stellen (s. TV-Bericht auf RTL2).

In einem öffentlichen YouTube-Film ist zu sehen, dass die Delfine im Friguia-Park in Tunesien von der sengenden tunesischen Sonne schwarz gebrannt sind, weil ein Sonnenschutz über den Delfinbecken fehlt. Die Delfine werden von den Teilnehmern des "Delfinschwimmens" mehrfach angefasst und geküsst. Dabei besteht eine hohe Infektionsgefahr für Delfin und Mensch. 

Ein weiterer im Netz verfügbarer öffentlicher Facebook-Film beweist, wie unprofessionell Weitzmann seine Delfintherapie betreibt. Als die Bedrohung durch das Springen des Delfins offenbar für einen behinderten Jugendlichen zu groß wird, zieht Weitzmann sich in das Nebenbecken zurück und rammt einen ihn bedrängenden Delfin mit dem Ellenbogen weg.

Gefährliches Wildverhalten der Delfine in Benidorm beim Weitzmann-Einsatz

Mundomar-Delfinarium in Benidorm/Spanien Foto: privat WDSF-Copyright

Weitzmann in einem öffentlichen YouTube-Film in Mundomar/Benidorm mit einem behinderten Kind und vier Delfinen auf engstem Raum: "Die haben heute Nacht den Hauptpool gechlort. Deshalb haben wir die Gruppe aufgeteilt - die jungen und die Weibchen (?) bei mir und die Erwachsenen (Anm: Delfine) sind hinten im anderen Pool. Deswegen ist das hier auch so verrriegelt und verrammelt, das da keiner rüber springt. Das ist ein bisschen stressig in dem Pool hier, weil das sehr eng ist und die sind die ganze Nacht schon hier drin." Die gesamte Situation wirkt "therapeutisch" laienhaft und Weitzmann beobachtet permanent die Delfine offenbar respektvoll und fast ängstlich. 

In einem weiteren Video (YouTube) ist zu sehen, dass sich ein 12-jähriger Junge mit frühkindlichem Autismus teilnahmslos mit einer Pseudo-Therapeutin im Delfinbecken von Mundomar befindet und die Delfine um ihn herum schwimmen. In dem Film schlägt ein Delfin kräftig und für Kinder durchaus lebensgefährlich mit seiner Schwanzflosse auf das Wasser (ab 4:43). Ebenso ist zu sehen, dass der Delfin sich klatschend auf das Wasser fallen lässt. Es sind etliche Fälle von Verletzungen mit diesen Wildtieren in Gefangenschaft bekannt. Eine therapeutische Behandlung ergibt sich aus dem Filmstreifen nicht. Der Film offenbart allerdings eingangs eine starke Lärmbelästigung durch Maschinen in der Nähe des Delfinbeckens.

Mundomar-Delfinarium in Benidorm/Spanien Foto: privat WDSF-Copyright

Im Mundomar (Benidorm) werden 16 Delfine ebenfalls für die Delfin-Shows missbraucht. So schreibt ein Besucher auf dem Portal ParkScout: "Nur die Shows finde ich ziemlich heftig. Toll gemacht jedoch in einer Lautstärke, die als Mensch schon kaum zu ertragen ist. Wie es wohl die Tiere empfinden????." Der satte Eintrittspreis von € 25 pro Erwachsenem und € 20 für Kinder bis 12 Jahren wird mit dem Park-Sponsering der "Delfintherapie" begründet. Die Delfinhaltung wird auf etlichen Seiten im Netz als Tierquälerei bezeichnet. Selbst der Duisburger Zoo-Direktor Achim Winkler spricht bei der Delfinhaltung in Vergnügungsparks bei einer NRW-Landtagsanhörung von einem Skandal und fordert, dass diese Haltung gestoppt werden müsse.

Mundomar-Delfinarium in Benidorm/Spanien Foto: privat WDSF-Copyright

Krankheiten durch das Schwimmen mit Delfinen

Infektionen

Es ist mehrfach wissenschaftlich bewiesen, dass duch das Schwimmen mit Delfinen Bakterien auf den menschlichen Körper übertragen werden und schwere Krankheiten auslösen können.


Kronen-Zeitung vom 22.04.2015:
"Einmal im Leben gemeinsam mit Delfinen zu schwimmen steht für viele Menschen ganz oben auf der Wunschliste. Doch für die Tiere ist die Haltung in den winzigen Becken der Delfinarien eine Qual. Wie der Dokumentarfilm "The Dark Secrets Surrounding Dolphins" jetzt aufdeckt, birgt das Schwimmen mit den Meeressäugern auch noch große gesundheitliche Risiken für Mensch und Tier.

Küsschen und "Flosse geben", Menschen im Kreis durch das Becken ziehen - für Dutzende Delfine auf der ganzen Welt ist das "Arbeitsalltag". Den Besuchern bleiben Erinnerungsfotos, die Tiere fristen ihr Dasein in einer nicht artgerechten Umgebung. Doch nur wenige wissen, wie gesundheitsgefährdend das Schwimmen mit Delfinen eigentlich sein kann - und zwar für Tier und Mensch. Diese Tatsache deckt der Dokumentarfilm "The Dark Secrets Surrounding Dolphins" ("Die dunklen Geheimnisse, die Delfine umgeben") jetzt auf.

Meeresbiologin Naomi Rose meldet sich in dem Film zu Wort: "Ich finde es dumm, das Schwimmen mit Delfinen überhaupt zu erlauben, denn es ist einfach nicht sicher. Tatsache ist, dass bereits zahlreiche Menschen dabei verletzt worden sind." Und auch hygienisch sei das Angebot bedenklich, so Ex-Delfintrainer Russ Rector: "Ein Delfin uriniert und kotet drei- bis fünfmal häufiger als der Mensch. Die Tiere schwimmen also quasi in ihren eigenen Fäkalien und dem Wasser muss deswegen viel Chemie zugesetzt werden." Doch das zeigt nicht immer Wirkung, und vor allem die Delfintrainer, aber auch Besucher erkranken aufgrund schädlicher Bakterien im Wasser.

Mensch und Tier können schwer erkranken

Nicht nur sterben nachweislich immer wieder Delfine an Infektionen, bedingt durch die teils sehr schlechte Wasserqualität. Auch Menschen, die das Wasser verschlucken oder kleine Wunden an der Haut haben, nehmen Bakterien und Viren auf. Dazu kommt, dass die Besucher die Meeressäuger mit Krankheiten anstecken können - und umgekehrt. Dabei handelt es sich etwa um Tuberkulose, Pilzinfektionen, Bronchitis, Bindehautentzündung und Leptospirose. Methoden wie die Zwangsfütterung, um die Tiere am Leben zu erhalten, seien überdies keine Seltenheit, so Tierschützer.

Delfinarien vertuschen Verletzungen an Besuchern

Dazu kommt das Risiko, von einem Delfin verletzt zu werden. Der erzwungene enge Kontakt zu Hunderten Menschen führt bei den Tieren zu massivem Stress, der sie nicht nur krankheitsanfällig, sondern auch frustriert und teils aggressiv macht. Trainer und Besucher enden oftmals mit gebrochenen Fingern oder Rippen, blauen Flecken und Prellungen. Im Film werden Aufnahmen von kleineren Angriffen durch Delfinen gezeigt. "Solche Zwischenfälle werden den Behörden aber fast nie gemeldet. Das liegt wohl auch daran, dass die Delfinarien den Opfern Geld anbieten, wenn sie schweigen", so Meeresbiologin Naomi Rose. "Echte Tierfreunde können auf einen solch zweifelhaften 'Spaß' gut und gerne verzichten", fasst "Krone"-Tierexpertin Maggie Entenfellner zusammen."

Film mit wissenschaftlichen Aussagen zur Bakterienübertragung beim Schwimmen mit Delfinen und den Gefahren bei der Delfintherapie (engl.) - Teil I
(Swimming With Dolphins, The Dark Secrets Surrounding Dolphins )

Film mit wissenschaftlichen Aussagen zur Bakterienübertragung beim Schwimmen mit Delfinen und den Gefahren bei der Delfintherapie (engl.) - Teil II
(The Truth Behind Swimming with Dolphins )

 

Unsinnige Weitzmann-Delfintherapie medizinisch und wissenschaftlich nicht hinterlegt


Mundomar-Delfinarium in Benidorm/Spanien Foto: privat WDSF-Copyright

Weitzmann schreibt auf seiner Mundomar-Homepage: "Die Schwerpunkte unserer Therapie liegen in der Behandlung der psychischen Komponenten der verschiedenen Krankheiten. Natürlich legen wir aber auch Wert auf eine gezielte physiotherapeutische Behandlung, wenn nötig." Weitzmann vermittelt hier fälschlicherweise den Eindruck, dass es sich bei seiner Delfintherapie um eine "Behandlung" handeln würde. Diese ist jedoch nicht medizinisch hinterlegt. Durch seine Wortwahl könnte man vermuten, dass er selbst eine physiotherapeutische Behandlung favorisiert. Dabei ist aber vermutlich gemeint, dass er auf eine (externe) "physiotherapeutische Behandlung" Wert legt, die sich aber nicht in seinem Programm findet.

Auch spricht er wiederholt von "Therapie" und nicht nur von "Delfintherapie". Hier erweckt er den Anschein einer medizinischen Maßnahme, die allerdings so nicht zutreffend ist. Zu seiner Philosophie gehört, dass "die Delfine während der Therapie nicht arbeiten müssen". Das heißt nichts anderes, als dass es sich eigentlich um das Schwimmen mit Delfinen handelt und schon gar nicht um eine medizinisch therapeutische Maßnahme. Es darf auch bezweifelt werden, dass es sich bei den Mitarbeitern seiner "Delfintherapie" um medizinisch ausgebildete Therapeuten handelt - eher wohl um einfaches Personal, das mit den Kindern ein bisschen im Wasser planscht, wie das Video einer betroffenen Mutter (s.o. YouTube) beweist.

Preise für die Weitzmann-Delfintherapie in Tunesien (lt. seiner Homepage):

"Die Therapie im Friguia Park, Tunesien, dauert eine Woche (Montag bis Samstag) und kostet 1495 € (Erwachsene mit Wellnessprogramm: 1495 bis 1950 €) (Anm.: pro Person)". In diesem Preis enthalten sind der Transport vom Urlaubsort Port El Kantaoui zum Delphinarium und zurück für den Patienten und eine Begleitperson, 6 Einheiten Delphintherapie zu je 30 Minuten, die Eingangsbesprechung und der Abschlussbericht. Angehörige müssen einmalig - pro Person - den Eintritt (10 Dinar) ins Delphinarium zahlen, dann haben sie freien Zutritt für die ganze Woche."

"Psychotherapeutisch" ist einzig und alleine Weitzmann's Preisabrechnung:


Beitrag von Branko Weitzmann am 05.05.14 auf seiner Facebook-Seite

Weitzmann's angebliche Therapeuten-Ausbildung nicht wissenschaftlich

Mundomar-Delfinarium in Benidorm/Spanien Foto: privat WDSF-Copyright

Der Pseudo-Delfintherapeut Branko Weitzmann maßt sich an, ein "Bildungsprogramm der Stiftung Aqualandia Mundomar" mit "Kursen zur Zusatzqualifikation Delphintherapeut" im Freizeitpark Mundomar anzubieten. Es heißt dort: "Der Kurs richtet sich an alle Delphin-interessierte Menschen ab 18 Jahre ohne besondere Qualifikationen und Vorraussetzungen." Das zeigt bereits die wahre Motivation von Weitzmann. U.E. sollen unqualifizierte Menschen in seinen Maschen hängen bleiben, um dann wahrscheinlich von ihm für die unqualifizierte Delfin-Therapie eingesetzt zu werden. Erforderlich für die unbedarften Teilnehmer ist allerdings eine Kranken- und Unfallversicherung, die ebenfalls aus eigener Tasche bezahlt werden soll.

Die sechs praktischen Teile des Therapeuten-Ausbildungs-Kursus sind ein u.E. (wissenschaftlicher) Witz: Dazu gehören das "Beobachten der Mundomar-Delfine", eine Filmvorführung, das Erkennen der Delfine, eine Interaktion mit den Delfinen wie folgt: "Sie sitzen im Neoprenanzug am Beckenrand und lernen aus nächster Nähe unsere Delphinfamilie kennen. ...", Besuch der Delphin-, Seelöwen- und Papageienshow, für Taucher mit bereits vorhandenem Tauchschein: "Ein Tauchgang mit Delphinen in unserem Delphinarium, um den Trainern bei der Instandhaltung, Reinigung und Reparatur der Becken zu helfen". So zieht man sich nebenbei u.E. noch kostenlose Arbeitskräfte heran für die Drecksarbeiten.

Mundomar-Delfinarium in Benidorm/Spanien Foto: privat WDSF-Copyright

Dafür müssen die unqualifizierten Delfin-Therapeuten-Anwärter € 695 plus Unterkunft bezahlen. Der Kurs wird von dem selbsternannten Delfintherapeuten Weitzmann und der Sekrätarin des Mundomar-Vergnügungsparks, Camino Herreros Paris, geleitet. Mit anerkannter Wissenschaft hat die Delfintherapie und der Unqualifizierten-Kurses jedoch rein gar nichts zu tun, sondern nur mit einem Missbrauch der Delfine. Wir raten daher dringend von der Teilnahme ab!

Kritiker des selbsternannten Delfin-Therapeuten Branko Weitzmann auf seiner Facebook-Seite werden umgehend mundtot gemacht, indem die Beiträge gelöscht werden und der kritische Nutzer für das Kommentieren auf der Seite gesperrt wird. Auch drastische Beschimpfungen über seine Kritiker lässt Weitzmann nicht aus.

Weitzmann's Partnerin reagiert auf kritische Facebook-Kommentare mit Drohungen:

Auch auf der Facebook-Seite des mit Branko Weitzmann verbandelten "Delphin-Netzwerk" von Hildegard Thoene wurde jegliche Kritik ebenfalls sofort gelöscht und kritische Nutzer gesperrt. Auf der Homepage des Dolphin-Netzwerk wurde auch die zweifelhafte Therapie von Weitzmann beworben. Erst nach intensiven Protesten und der Aufklärung über die Herkunft der Delfine im Friguia-Park in Tunesien durch das WDSF wurden die Querverweise vom Delphin-Netzwerk auf ihrer Homepage gelöscht.

Nach eigenen Angaben betreibt Weitzmann die medizinisch unsinnige und wissenschaftlich nicht bewiesene Delfin-Therapie zu Lasten der Tiere, die unter Stress leiden, seit etwa 15 Jahren. So trsechs Delfine ihren Tod fanden (Ceta-Base). Die in Tunesien im Friguia Park von Weitzmann verwendeten Wilddelfine aus der grausamen und blutigen Delfintreibjagd in Taiji/Japan für Zwecke einer offenbar lukrativen Delfintherapie sind ein übler Missbrauch und stellen eine mögliche Gefahr für Patienten dar.

(Branko Weitzmann Homepage)

Branko Weitzmann öffentlich auf Facebook

Nach detaillierten Informationen des WDSF löscht das Netzwerk den Bezug

Aus einer Pressemeldung ergibt sich, dass das "Delphin-Netzwerk" von Hildegard Thöne die Weitzmann-Delfintherapie in Tunesien mit den Delfinen aus der grausamen Treibjagd in Taiji/Japan unterstützt. Nachfolgende Aussage in der Pressemeldung des Netzwerks entbehrt jeglichen wissenschaftlichen und medizinischen Erkenntnissen: "Der Delphin dient als Therapeut. Er sendet Ultraschallwellen aus, um sich Unterwasser zu orientieren und zu kommunizieren. Diese Wellen bringen die Patienten in einen Zustand, in dem sie bis zu 10-mal aufnahmefähiger sind als in anderen Therapien, im Klassenraum oder am Arbeitsplatz."

Nachdem das WDSF dem Delphin-Netzwerk auf deren Facebook-Seite einige kritische aber sachliche Fakten über die Weitzmann-Therapie übermittelt hatte, erfolgte umgehend die Löschung der kritischen Beiträge durch den Netzwerk-Seitenbetreiber. Der Geschäftsführer des WDSF wurde anschließend auf der Seite bezüglich einer Kommentierfunktion gesperrt.

Nach mehrfachen Kontakten per E-Mail zwischen dem WDSF und Frau Hildegard Thöne vom "Delphin-Netzwerk" und etlichen weiteren krtischen Stimmen auf Facebook, löschte das Delphin-Netzwerk den Bezug zur Weitzmann-"Therapie" und teilte mit, dass nach dem Oscar-prämierten Film Die Bucht (The Cove) fast alle Stiftungen mit denen das Delphin-Netzwerk zusammenarbeitet, die Bezuschussung von Delphintherapien eingestellt und auf alternative Angebote ausgewichen seien, da vielen offensichtlich nicht bewusst gewesen wäre, dass der Delfintherapie-Boom die Kehrseite hat, dass weitere Delfinarien eröffnet werden und dafür neue Delfine gefangen werden müssten. Thöne schrieb, dass sie in diesem Bereich auch nicht inaktiv sei, aber es komplett verhindern könne sie jedoch nicht. In der Herbstausgabe 2014 des Print-Magazins des Delphin-Netzwerk wolltel Thöne auch darüber informieren, warum sie das Delfintherapieangebot in Tunesien rausgenommen hat, denn sie habe erst nach der Veröffentlichung des WDSF über die Herkunft der Delfine im Friguia-Park in Tunesien aus der Treibjagd in Taiji/Japan erfahren (Anm.: Dieser angekündigte Beitrag ist jedoch u.E. nie erschienen).

 "Schattenkinder e.V." weiterhin auf der Linie des Delfin-Missbrauchs

Der Verein "Schattenkinder e.V." vertreten u.a. durch Angelika Riegmann-Matthies und Marina Schumacher unterstützt die zweifelhafte Delfintherapie mit den Delfinen aus der Treibjagd aus Taiji/Japan von Branko Weitzmann in Tunesien ebenfalls auf seiner Homepage. Wenigstens ist der Verein so ehrlich und schreibt auf ihrer Homepage, dass die Delphintherapie keine Wundertherapie sei. Sie könne auch keine Krankheiten heilen, heißt es dort. Auf der Facebook-Seite von Branko Weitzmann verteidigte Angelika Riegmann-Matthies allerdings vehement seine zweifelhaften Methoden in einem Beitrag vom 10.05.2014 und bezeichnete die Weitzmann-Delfintherapie: als "therapeutisches Handlungswissen" und hebt die Qualität der "Arbeit" von Weitzmann hervor, die ihm keiner streitig machen könne. Das Wohlbefinden der Tiere und damit die Sicherheit für Mensch und Tier ständen immer im Vordergrund.

Wenn das Wohlbefinden der Tiere im Vordergrund stehen würde, dann dürfte eine Therapie mit Delfinen, die in einer nicht-verhaltensgerechten Gefangenhaltung kommerziell missbraucht werden und auch noch aus grausamen Treibjagden in Taiji/Japan stammen, gar nicht durchgeführt werden. Es gibt ausreichend Alternativen von tiergestützten Thearapien mit domestizierten und entsprechend ausgebildeten Tieren (z.B. Pferde, Hunde und selbst Lamas), die von ausgebildeten und examinierten Therapeuten begleitet werden und die meist weitaus preisgünstiger sind und ein stressfreies Urlaubserlebnis für die kleinen Patienten in Deutschland bieten (s.u.).

Erfolge medizinisch und wissenschaftlich nicht erwiesen

Norbert Kochhan (Meeresbiologe, Logopäde)

Die meist kommerziellen Delfintherapien werden in der Öffentlichkeit leider nur einseitig, also im Sinne der Anbieter dargestellt. Eine kritische Sichtweise wird nicht zugelassen, da sie sich geschäftsschädigend auswirken würde. Trotzdem muss auch die andere Seite des Themas "Delfintherapie" geschildert werden, die gerne in der Öffentlichkeit verschwiegen wird.

Etliche Ärzte und Therapeuten arbeiten in diesem Bereich und geben der Delfintherapie dadurch nach außen den zweifelhaften Anschein der „Wissenschaftlichkeit“. Sie kooperieren weltweit mit Delfinarien oder Therapieeinrichtungen, unter anderem auch in Europa und in der Türkei mit Kidsanddolfins, dolphin aid, mydolphins GmbH und einigen anderen.

Wissenschaftlich belegt sind diese Therapien bisher nicht und gesetzliche wie private Krankenkassen lehnen die Kostenübernahmen wegen bisher nicht erwiesener positiver Effekte weiterhin ab, allein aber auch schon wegen der negativen Kosten-Nutzen-Rechnung.

Das von den DAT-Anbietern oft vorgetragene Argument "Warum müssen Heilungserfolge auch immer gleich wissenschaftlich belegt werden?", rechtfertigt nicht den Einsatz von Delfinen. Hier sollte ethische, moralische und tierschützerische Denkweise im Vordergrund stehen. Alle seriös Tätigen im Therapiebereich wissen, dass bestimmte Störungsbilder/ Behinderungen nicht in einem Schnellverfahren behandelt werden können, sondern sich oft sogar über Jahre hinziehen. Einige Eltern betroffener Kinder werden im Laufe einer Therapie ungeduldig und erwarten schnellere Entwicklungsschritte ihrer Kinder. Sie wechseln die Therapeuten in der Hoffnung, der Nächste mache es besser. So entsteht durch diese hohe Erwartungshaltung eine immer niedriger werdende Frustrationsgrenze.

Ergotherapie und Logopädie staatlich anerkannt

Hier setzen die Anbieter der Delfintherapie bewusst an und sprechen von "4 mal schnelleren Ergebnissen" und werben damit für ihre Delfintherapie. Das ist grundsätzlich unseriös. Konventionelle Behandlungen, die seit langem wissenschaftlich belegt und staatlich anerkannt sind, wie etwa Ergotherapie oder Logopädie, können Eltern bei fundierter Beratung sicherlich den zeitlichen Druck nehmen und werden i.d.R. von den Krankenkassen übernommen. Gerade im Bereich von Mehrfachbehinderungen oder komplexen Krankheitsbildern ist Geduld gefragt und nichts kann „schnell“ erreicht werden und zugleich langfristig und nachhaltig sein.

Dazu kommt, dass Delfine nur Säugetiere sind, denen man zwar eine hohe Intelligenz nachgewiesen hat, die aber nichts Mystisches haben, magische Sonarwellen aussenden oder sich gar als Therapeuten eignen. Diese Tiere leiden unter den engen Haltungsbedingungen, unter der Kontaktpflicht zum Menschen und sind als nicht domestizierbare Wildtiere in diesen Einrichtungen unter Dauerstress.

Grundsätzlich ist daher jegliche Haltung von Delfinen zu Therapiezwecken abzulehnen, sei es in sogenannten offenen Lagunen, in wissenschaftlich geführten Delfinarien wie etwa Nürnberg oder besonders in den katastrophalen Delfinarien der Türkei. Dazu muss die Frage geklärt werden: Woher stammen die Delfine in den Einrichtungen? Nachzuchten sind definitiv weltweit nicht nachhaltig, die Delfinarien Duisburg und Nürnberg etwa gelten als die größten Delfinfriedhöfe Europas. Dem stehen in Duisburg nur wenige Nachzuchten gegenüber. Wenn die Nachzuchten nicht gelingen, muss man die Tiere über Umwege beziehen, ein Direktimport ist innerhalb der EU verboten. In der Türkei gibt es nachweislich Delfine aus den berüchtigten japanischen Treibjagden in Taiji. In der Delfinlagune Nürnberg soll nach Neueröffnung voraussichtlich ab 2012 die DAT (Dolphin Asstisted Therapy/delfingestützte Therapie) angeboten werden. Diese beruht hier auf der Grundlage einer fast 13-jährigen Forschungsstudie der Universität Würzburg in Kooperation mit dem Tiergarten Nürnberg.

Der Studie werden von fachkundiger Seite methodische Mängel vorgeworfen (http://www.wdcs-de.org/docs/Delfintherapie.pdf). Die Breitenbach-Studie findet in der Fachwelt keine Anerkennung, sodass die Krankenversicherer die Kostenübernahme weiterhin verweigern.

Was betroffene Eltern auch wissen sollten: In Japan finden jährlich die blutigen Delfin-Treibjagden statt, bei denen bis zu 20.000 Delfine und Kleinwale gefangen und abgeschlachtet werden. Ein toter Delfin kostet etwa 450 Euro. Ein geringer Teil der Fänge (die Schönsten und Stärksten) wird am Leben erhalten, antrainiert und für bis zu 100.000 Euro an Vergnügungsparks und Delfinarien in aller Welt verkauft, der Rest wird brutalst abgeschlachtet und zum Verzehr oder als Tierfutter verwertet. Ein Milliardengeschäft mit den Meeressäugern. Siehe dazu Delfinfang in Taiji/Japan: http://www.walschutzaktionen.de/1119701/1119901.html .

 Solange es Delfinarien gibt oder Organisationen, die Delfintherapien anbieten, wird es diese Treibjagden geben! Welche andere Therapieform, außer der Delfintherapie, wird so mit dem Leid von Tieren durchgeführt? Tatsache ist aber auch, dass mehr Delfine durch Beifang, Netze, Lärm oder andere Ursachen im Meer verenden, als in Delfinarien und Vergnügungsparks. Dieses Argument rechtfertigt aber in Nichts die zusätzlichen Fänge von Delfinen zu Therapie- und Vergnügungszwecken und deren sinnlose Todesfälle.

 All diese Informationen werden betroffenen Eltern vorenthalten. Einige Familien geraten in finanzielle Schwierigkeiten, da sie die teilweise völlig überzogenen Kosten einer solchen Therapie mit Flug- und Unterkunftskosten nicht selbst aufbringen können und somit auf Hilfe Dritter angewiesen sind. Oft entsteht ein öffentlicher Druck durch Spendenaufrufe, wenn letztendlich die eingegangenen Spenden den Gesamtpreis nicht erbringen. Eltern müssen dann zusätzlich hohe Kredite aufnehmen, um den häufigen Anfragen in den Medien nach Spendenverwertung im Anschluss an Spendenaufrufe, auch gerecht zu werden. Maria Kaminski, die Bundesvorsitzende von autismus Deutschland  e.V., hat diese Sachverhalte bestätigt.

 Die Kosten einer Delfintherapie stehen in keiner Relation zum scheinbaren Ergebnis. Eltern mit zwei Kindern bezahlen für einen 14-tägigen Hotel-Aufenthalt incl. der Pseudo-Therapie oft bis zu 15.000 Euro – dazu kommt eine kostenpflichtige Nachsorge wie z.B. im Marienkrankenhaus in Wickede-Wimbern (Dr. Rupert Sobotta) und im Katharinen-Hospital Unna (Dr.med. F.W. Steinweg ). Dazu berichten kritische Eltern, die bereits DAT-Erfahrung gemacht haben, dass die lange Anreise in eine klimatisch völlig andere Gegend mit allen dazugehörigen Strapazen oft auch Stress für ihre kranken Kinder bedeutet. Eltern, die verständlicherweise alles für ihre Kinder tun würden, müssen über das Genannte aufgeklärt werden und es ist Aufgabe von seriösen Ärzten, Psychologen und Heilmittelerbringern, diesen Eltern den Druck zu nehmen, schnelle und erkennbare Heilungsprozesse bei ihren Kinder in Kürze zu erwarten und ihnen fundierte und erprobte Behandlungsmethoden nahezulegen.

 Die therapeutischen Ansatzpunkte innerhalb der delfingestützten Therapien sind so bunt, wie der gesamte Ansatz. Während der eine Anbieter die positive Wirkung des Ultraschalls in den Vordergrund stellt, lehnt sie der andere ab (Nürnberg/ Würzburg). Ein Anbieter spricht von "Heilung", während der nächste es tunlichst vermeidet oder gar ins Esoterische abdriftet.

 Wer soll da noch durchblicken? Patienten müssen zwischen Seriosität, die manche Institute nach außen vermitteln und Hokuspokus, sowie Showtherapien anderer unterscheiden. Diese grundlegenden innerstrukturellen Differenzen gibt es bei keiner anderen Therapieform, die ihre Daseinsberechtigung seit langem erhalten hat.

 Das therapeutisches Konzept einiger bekannter Organisationen mit Unterkunft, entsprechender klimatischer Umgebung und einer hohen Anzahl ausgebildeter, fürsorglicher Fachleute unter einem Dach, im Sinne einer umfassenden und interdisziplinären Behandlung, ist ja nicht einmal zu kritisieren ... aber ohne die Meeressäuger, die eine zentrale Rolle dabei spielen müssen, der sie nicht gerecht werden können.

 Norbert Kochhan, Biologe und Logopäde im März 2011


 English - Bild am Sonntag 08.03.2015:

http://www.bild.de/bild-plus/news/ausland/delfin/das-miese-geschaeft-mit-den-delfinen-aus-der-todes-bucht-40053878,var=b,jsRedirectFrom=conversionToLogin,view=conversionToLogin.bild.html

Survived the massacre, now for the "therapy" abused | Business with dolphins from the death-bay

It gets going early every morning. Branko Weitzmann starts a new “Dolphin therapy” session in the Tunisian Friguia amusement park with eight participants. Weitzmann has five big dolphins at his disposal for the one week course which costs nearly € 1500. Under his supervision the dolphins are supposed to splash around with participants in the course for 30 minutes in a water tank. Even stroking is permitted. Through this even maltreated children can be helped to deal with a sad past.

A girl is kissed by dolphins, kisses from flippers: Photos of children and apparently tame creatures being used to promote dubious “Dolphin therapies”. The contact with people is not voluntary for captive animals, but trained.

However, his young patients from Germany don’t realise that the dolphins also have horrible experiences behind them, since they come from the Taiji in Japan, a cove which has gained notoriety through unprecedented massacres of dolphins.

It’s that time of year again: near the coast of Japan hundreds of dolphins are rounded up by fishermen and brutally slaughtered. The fishermen living there hunt for the mammals every year from September until the end of February. Then large groups are driven to the coast with speed boats. “There the fishermen first pick the nicest specimens and catch them”, says Jürgen Ortmüller (61).

The miserable business in dolphins from the Taiji death cove promises great financial rewards for shady animal traders. The managing director of the German Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) knows: “The sale of a dolphin brings in between 19 000 and 200 0000 US dollars.”

After the dolphins destined for sale have been transported away, the remaining dolphins are simply butchered with knives or spears. The bloody spectacle already gain notoriety in 2009 when the Oscar premiered documentary film “The Cove” exposed the massacre.

However, despite international protests the hunt in Taiji still goes on. In the last hunting season alone fishermen killed 751 dolphins and caught a further 80. This is not problem for “Dolphin Therapist” Branko Weitzmann: “Yes, my dolphins come from Japan, from Taiji. Of course they have been saved.”

Even a life in captivity is in no way problematic for the animals according to Weitzmann. He explains: “Dolphins are mammals. They are lazy by nature. They don’t need an outlet, when they don’t need to catch their own food.” And his “Dolphin Therapy” is also a present in itself for the animals. Weitzmann says: “During the hours of therapy they don’t need to work in a show but move fully, freely and naturally.”-