Reiseveranstalter verzichten nach WDSF-Interventionen auf Reisen zu Delfin- und Orca-Shows

Die großen Reiseveranstalter TUI Deutschland (mit TUI Österreich und Schweiz), Schauinsland Reisen sowie alltours stoppten in Abstimmung mit dem WDSF aus Tierschutzgründen weltweit die Bewerbung von Delfin- und Orca-Shows. In Kooperation mit allen anderen großen deutschen Reiseveranstaltern konnte erreicht werden, dass keines der Delfinarien in der Türkei, in Ägypten, Dubai und Tunesien mehr angeboten wird. Der Schweizer Reiseveranstalter Hotelplan will Angebote mit in Gefangenschaft gehaltenen Delphinen und Walen ebenfalls aus dem Programm streichen. In Deutschland und bei anderen Reisebüros ist man in Sachen Tierschutz schon weiter, berichtet die NZZ.

HEADLINES - DELFINE IN GEFANGENSCHAFT

AKTUELL

Bundestagsfraktionen sprechen sich gegen die Delfinhaltung in Deutschland aus

(WDSF - 04.10.2017) - Neben den Bundestagsfraktionen von Bündnis90/Die Grünen, der Linkspartei und der AFD hat sich nun auch sie SPD-Bundestagsfraktion gegen die Delfinhaltung ausgesprochen:

Von: Winter Maja -  spdfraktion
Betreff: AW: Delfinarien
Datum: 4. Oktober 2017 11:58:22 MESZ
An: Jürgen Ortmüller <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!>

Sehr geehrter Herr Ortmüller,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Es ist völlig richtig, dass die SPD-Bundestagsfraktion die Position vertritt, dass für Tiere, für die keine optimalen Lebensbedingungen in Gefangenschaft geschaffen werden können, auch nicht in Zoos gehalten werden sollten. Wir wollen demnach keine Delfinhaltung in Zoos.

Weiterhin gutes Gelingen für Ihre Arbeit.

Mit freundlichen Grüßen
Maja Winter
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MAJA WINTER
REFERENTIN, PRESSESTELLE
..............................................................
SPD-BUNDESTAGSFRAKTION
PLATZ DER REPUBLIK 1 11011 BERLIN
WWW.SPDFRAKTION.DE

 

weiterlesen: "Delfinarien und Politik" im Bundestag

 

11.02.2018 - WDSF-Tierschutzorganisation kritisiert Tiergarten Nürnberg wegen geschönter Besucherzahlen und fordert Beendigung der Delfinhaltung (MND)

12.05.2017 - "Umstrittene Delfinzucht - Überleben die Meeressäuger in Gefangenschaft nur durch Medikamente?" (Bayerischer Rundfunk)

Radiobeitrag des Bayerischen Rundfunk vom 12.05.2017 mit Interviews mit dem Nürnberger Tiergartendirektor Dag Encke und dem Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) Jürgen Ortmüller. In einer von dem Fachmagazin "Plos One" veröffentlichten US-Forschungsarbeit heißt es, dass Delfine in freier Wildbahn häufiger krank seien als Artgenossen in Gefangenschaft. Das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) weist bezogen auf die Studie darauf hin, dass Delfine in Delfinarien regelmäßig mit Medikamenten am Leben erhalten werden und die Studie daher nicht repräsentativ vergleichbar ist.

Erwähnt wurde in dem Radiobeitrag auch das zukünftige Verbot in Frankreich, dass Delfine und Orcas nicht mehr in Delfinarien gehalten werden dürfen, insbesondere auch aus dem Grund der Verabreichung von "Drogen". Dag Encke rechfertigt die Medikamentengabe in "seinem" Delfinarium mit dem Tierwohl. Es wurde durch das WDSF nachgewiesen, dass insbesondere im Tiergarten Nürnberg die Delfine regelmäßig mit hohen Dosen an Psychopharmaka (Valium und Serenin) und über 30 anderen Medikamenten in einem 4 1/2 -jährigen überprüften Zeitraum "behandelt" wurden.


Thomas Cook und andere Reiseveranstalter betreiben weiterhin "greenwashing"

(WDSF - 04.04.2017) In einer Meldungen der englischsprachigen "Mail Online" vom 02.04.2017 und in einer Pressemitteilung von Thomas Cook Deutschland vom 04.04.2017 heißt es, dass "mit sofortiger Wirkung 16 Ausflugsangebote aus dem Programm genommen wurden, die nicht den Anforderungen an eine artgerechte Tierhaltung entsprechen." Dabei wird berichtet, dass auch das Delfinarium "Sealanya" in der Türkei in Alanya aus dem Programm genommen wurde. Thomas Cook würde sich bei seiner Entscheidung auf die Global Welfare-Richtlinien des britischen Reiseverbands Association of British Travel Agents (ABTA) berufen. Dabei wird allerdings verschwiegen, dass es in der Türkei insgesamt mdst. sieben weitere Delfinarien mit katastrophalen Haltungsbedingungen gibt, von denen sich die Thomas Cook GmbH mit seinen Marken Neckermann Reisen, Thomas Cook, Öger Tours, Bucher Last Minute und Air Marin nicht distanziert hat, wie auch eine Anfrage des WDSF vom 04.04.2017 bei Thomas Cook Deutschland ergeben hat. Das WDSF bezeichnet die mehr als halbherzige Entscheidung von Thomas Cook als reines "greenwashing".

02.04.2017 - Skin-damaged dolphins and elephants forced to play tug of war: Thomas Cook blacklists 'wildlife tourism' holidays after attractions fail basic welfare standards (mail online)

04.04.2017 - Tierschutzpolitik konsequent umgesetzt (Thomas Cook Pressemitteilung)

12.07.2017 - DER Touristik will mit Tierschutz künftig Ernst machen (gloobi.de)

"Die Veranstalter der DER Touristik haben angekündigt, bis 2020 sukzessive alle Angebote mit direktem Kontakt zu Wildtieren aus ihren Programmen zu entfernen. Dabei bezieht sich das Unternehmen auf Angebote wie Elefantenreiten, Delfinschwimmen, aber auch Spaziergänge mit Löwen, Bärenshows oder Stierkämpfe ... .

Hartnäckige Kritiker -  Nach und nach setzen sich die Tierschutzstandards also durch. Das dies so ist, ist vor allem der unermüdlichen Arbeit von Tierschutzorganisationen zu verdanken. Jahrelang hatten Vereine wie Peta, das Wal- und Delfinschutz-Forum WDSF, World Animal Protection und andere immer wieder den Finger in die Wunde gelegt und auf Missstände aufmerksam gemacht. Nicht jeder vermeintliche Skandal wurde dabei ganz sauber recherchiert, aber die Aktionen zeigten Wirkung. So erreichte der WDSF 2014 mit Tui, FTI, Schauinsland Reisen und Alltours eine Übereinkunft, weltweit keine Delfin- und Orca-Shows mehr anzubieten. DER Touristik und Thomas Cook schlossen sich diesem Schritt damals nicht an. ..."

 

"Tierschutz statt Urlaubsvergnügen – Reisekonzerne denken um" - alles Lüge?

(WDSF - 28.07.2017) In einem Beitrag der Berliner Morgenpost vom 28.07.2017 heißt es zwar, dass bei Reiseveranstaltern u.a. auch Schluss mit "Delfinschwimmen" sein soll. Dabei wird auf die Richtlinien des britischen Reiseverbandes ABTA verwiesen. Tatsächlich geht es aber dort um "Mindestanforderungen an den Tierschutz". Das heißt keinesfalls, dass Reiseveranstalter die sich an der ABTA-Richtlinie orientieren, sämtliche Delfinarien und Orca-Shows aus dem Programm nehmen. Lediglich das Schwimmen mit Delfinen steht auf der Kritikliste.

Der größte Reisekonzern TUI Deutschland (mit TUI Österreich und Schweiz), Schauinsland Reisen sowie alltours stoppten in Abstimmung mit dem WDSF aus Tierschutzgründen weltweit die Bewerbung von Delfin- und Orca-Shows. In Kooperation mit vielen anderen großen deutschen Reiseveranstaltern konnte zumindest erreicht werden, dass keines der Delfinarien in der Türkei, in Ägypten, Dubai und Tunesien mehr angeboten wird. TUI (s. Foto) veröffentlicht das Kooperationsabkommen mit dem WDSF wie bisher auch in allen Preisteilen der neuen Winterkataloge 17/18.

TUI Preiskatalog 2017/18

30.01.2018 - Frankreich - Gericht kippt Zuchtverbot für Delfinarien (Tierwelt)

07.05.2017 - Frankreich verbietet Haltung von Delfinen und Orcas - "Psychopharmakagabe in deutschen Delfinarien" durch WDSF festgestellt (Zeit.online)

Asterix Park Paris (WDSF-Foto)(Zeit.online) "Meeressäuger dürfen in Frankreich künftig nicht mehr in Gefangenschaft leben. Mittelfristig könnten dadurch auch die umstrittenen Shows in Delfinarien wegfallen.

Frankreich hat die Nachzucht von Delfinen und Orcas in Gefangenschaft verboten. Ein am Samstag veröffentlichtes Gesetz untersagt die Haltung von Meeressäugern. Ausgenommen sind lediglich diejenigen Tiere, die bei Inkrafttreten des Erlasses bereits in Gefangenschaft lebten. Tierschutzorganisationen begrüßten das Gesetz als "historischen Vorstoß".

Ein am Mittwoch vorgestellter erster Entwurf des Gesetzes hatte lediglich eine "strikte Kontrolle der Nachzucht von Delfinen" abhängig von Größe und Form der Becken vorgesehen, in denen die Tiere gehalten werden. Nachdem sie erfahren habe, dass die Meeressäuger teilweise sogar "unter Drogen gesetzt" würden, habe Umweltministerin Ségolène Royal jedoch "noch radikaler sein" wollen, hieß es aus ihrem Ministerium.

Das neue Gesetz schreibt außerdem vor, dass die Becken von Orcas und Delfinen um mindestens 150 Prozent vergrößert werden müssen, damit die Tiere mehr Abstand zu Besuchern und Artgenossen haben. Direkter Kontakt zwischen den Meeressäugern und Besuchern ist künftig verboten. Das Wasser in den Becken darf zudem nicht mehr mit Chlor behandelt werden.

In einer gemeinsamen Erklärung teilten Tier- und Meeresschutzorganisationen wie Sea Shepherd und One Voice mit, dass der Erlass "das programmierte Aus der Meeresshows" in Frankreich bedeute. Der Chef des Freizeitparks Marineland in Antibes sprach dagegen in einem Zeitungsinterview nur von einer "Breitseite" gegen solche Einrichtungen.

Psychopharmaka in deutschen Delfinarien

In einer von dem Fachmagazin Plos One veröffentlichten US-Studie heißt es, dass Delfine in freier Wildbahn häufiger krank seien als Artgenossen in Gefangenschaft. Das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) weist jedoch darauf hin, dass Delfine in Delfinarien regelmäßig mit Medikamenten am Leben erhalten würden und die Studie daher nicht repräsentativ vergleichbar sei. "Es ist davon auszugehen, dass sämtliche Delfine in Gefangenschaft nur durch Medikamente überleben", sagte  WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller.

Das WDSF hatte im Delfinarium des Zoo Duisburg in einem fünfjährigen Zeitraum aufgrund von gerichtlich erwirkten Akteneinsichten festgestellt, dass mehr als 20 Medikamente und Präparate zur Anwendung kamen. Ebenso wurden im Nürnberger Delfinarium mehr als 30 Medikamente nachgewiesen, die den Delfinen über einen mehrjährigen Zeitraum verabreicht wurden. Am häufigsten wurden demnach Antibiotika eingesetzt. Fast allen Delfinen in Nürnberg und teilweise auch in Duisburg seien die Psychopharmaka Diazepam (Valium) und Serenin verabreicht worden.

"Aus Sicht des Tierschutzes ist eine dauerhafte Haltung von Tieren nicht verhaltensgerecht, wenn sie nur mit Einsatz von Medikamenten zur Beruhigung möglich ist", teilte das Landesinstitut für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit. Diese Aussage zur Verwendung von Medikamenten bei Tieren in Zoos hatte auch die Bundesregierung im Jahr 2015 in einer Antwort auf eine Fraktionsanfrage getroffen."

Der Park Marineland in Antibes hatte bereits im Vorfeld des Gesetzes in Frankreich verkündet, dass die Orca-Haltung aufgegeben wird:

29.04.2017 - Park Marineland in Antibes will Orca-Haltung aufgeben (Mynewsdesk)

 Medienmeldungen

Delfinarium Duisburg WDSF-Foto

 

Hier geht es zu den verschiedenen Beiträgen:

Delfinarium Duisburg

Delfinarium Nürnberg

Delfinarium Harderwijk/Holland

Loro Parque Teneriffa/Tödliche Orca-Shows

Delfinarien Türkei

Delfinarium Hurghada/Ägypten

Delfinarium Asterix Park/Paris

Delfinarium Dubai/Dolphin Bay

Delfinarium Münster (geschlossen)

Delfinarium Connyland/Schweiz (geschlossen)

 

WDSF-Beitrag: "Wohin mit den Delfinen?"

 

Katastrophale Delfinhaltung weltweit

Delfinarium Duisburg(WDSF) Die Delfinhaltung in den viel zu kleinen Betonbecken ist katastrophal. Jede Schlange hat in Gefangenschaftshaltung ein besser ausgestattetes Gehege mit Gras, Kletterbäumen und Sträuchern, das ihrem Habitat entspricht. Die Delfine schwimmen stereotyp im Kreis und haben in Gefangenschaft regelmäßig eine abgeknickte Rückenflosse. Außerhalb der Show-Vorführungen dümpeln sie letargisch in den Becken. Die antrainierten Kunststücke absolvieren sie, weil sie hungrig sind, nach dem Futterbelohnungsprinzip. In ihrem natürlichen Lebensraum springen Delfine nicht über Hindernisse, so auch nicht über die Netze ihrer Fänger wie z.B. in Taiji/Japan, und ziehen auch keine Boote mit kleinen Kindern durch das Wasser wie im Duisburger Delfinarium. Zivilisationskrankheiten werden mit Antibiotikum behandelt. Nachweislich starben im Connyland-Delfinarium (Schweiz) zwei Delfine durch Antibiotika-Behandlung.

Gegen Unverträglichkeiten innerhalb der Delfingruppen werden aus Gründen von Aggressionen und zur Dämpfung von Angst Psychopharmaka (überwiegend Diazepam/Valium und Serenin) verabreicht.

In Gefangenschaft schwimmen die Delfine in völlig kahlen Betonbecken, die wie Sterilisationskammern anmuten - so auch in Duisburg und Nürnberg. Kein Stein, keine Wasserpflanze, keine Muschel oder dergleichen erinnert an die Beschaffenheit des natürlichen Lebensraums im Meer. Die Haltungsbedingungen sind katastrophal. Für die wissenschaftlich nicht anerkannten Delfintherapien werden die intelligenten Meeressäuger kommerziell missbraucht.

Der Zoo Duisburg weist stolz auf seine Nachzuchten hin und führt diese darauf zurück, dass "es den Delfinen doch gut gehe". Tatsächlich beträgt die Todesrate der nicht nachhaltigen Nachzuchten dort rund 75 Prozent. Im Nürnberger Tiergarten liegt die Sterberate bei Nachzuchten bei rund 90 Prozent. Tiere in Gefangenschaft, die auf engstem Raum gehalten werden, weisen regelmäßig eine erhöhte Vermehrungsrate auf. Fast alle Säugetiere vermehren sich in Freihheit weitgehend kontrolliert, um der Nachzucht und der Population ein Überleben zu garantieren. In den kleinen Käfigen und Betonbecken ist auch bei Delfinen der Sexualtrieb das einzige natürliche Verhalten, das sie noch praktizieren können. Dabei kommt es regelmäßig zu Rangkämpfen, sodass immer nur ein geschlechtsreifer Delfinbulle mit Weibchen gehalten werden kann. Selbst in diesem künstlichen Sozialgefüge sind immer wieder Bissverletzungen festzustellen.

 

Hier: Liste Delfinarien weltweit auf Ceta Base
Hier: Wohin mit den Delfinen aus Gefangenschaft