Japanisches Delfintöten hat begonnen - Tierschützer beklagen Untätigkeit der deutschen Regierung
https://www.youtube.com/watch?v=6I8hqHifnmI
WDSF-Pressemitteilung vom 21. Januar 2014
(WDSF - Hagen - 21.01.2014) Nachdem eine außergewöhnlich große Delfinschule mit rund 250 Tieren am vergangenen Freitag von japanischen Fischern in dem Küstenort Taiji zusammengetrieben worden war, begann am Dienstagmorgen das blutige Abschlachten der Meeressäuger. Das deutsche Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) steht laufend mit zwei japanischen Tierschützerinnen in Taiji und mit der Organisation Sea Shepherd in Verbindung.
Die Delfine mussten vier Tage ohne Nahrung in einer mit Netzen abgesperrten kleinen Bucht voller Panik auf ihren Tod warten. Zuvor waren etwa 50 der schönsten Delfine für den Verkauf an Delfinarien ausgesondert worden. Antrainiert erzielen die Großen Tümmler jeweils einen Kaufpreis von bis zu 150.000 US-Dollar.
Einen äußerst seltenen Albino-Jung-Delfin brachte den Fischern eine Einnahme von umgerechnet 8.000 US-Dollar beim Verkauf an das örtliche Delfinarium "Taiji Wal-Museum", anstatt etwa 600 Dollar für einen normalen Schlacht-Delfin, teilte das WDSF mit. Ein Weiterverkauf könnte allerdings bis zu einer halben Million US-Dollar erbringen, falls sich der weiße Delfin gesund weiter entwickelt.
Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des WDSF, beklagt die mangelnde Unterstützung von deutschen Regierungspolitikern. Seit dem Wochenende hatte die Tierschutzorganisation mehrfach die deutsche Botschaft in Japan per E-Mail angeschrieben und um eine kritische Stellungnahme gebeten, damit das Delfinschlachten noch gestoppt werden könnte. Vertreter der Bundesrepublik ist derzeit der deutsche Gesandte Stefan Herzberg, der den am 31.10.2013 abgetretenen deutschen Botschafter in seinem Amt vertritt. Die amerikanische Botschafterin, Caroline Kennedy, hatte den Delfinfang scharf verurteilt. Der japanische Regierungssprecher rechtfertigte sich mit der angeblich alten Tradition des Delfinfangs.
Ortmüller: "Wir können die Untätigkeit der deutschen Politik nicht verstehen. Aus Berlin war von Regierungsseite nicht ein Wort zu dem grausamen Treiben in Taiji zu hören. Der deutsche Gesandte in Tokio schweigt ebenfalls zu dem Delfin-Abschlachten. Wir werden jetzt über Facebook eine Aktion starten, um die Politiker wachzurütteln."
Für Samstag, den 8. Februar, planen die Tierschützer eine Demonstration in Berlin, die um 13:00 Uhr vor der japanischen Botschaft mit einem Protestmarsch beginnt und gegen 16:00 Uhr am Brandenburger Tor endet (https://www.facebook.com/events/696883077018488/?fref=ts).
Weitere Infos:
https://www.youtube.com/watch?v=g2UzYtjC1io#t=92 http://www.wdsf.eu/index.php/aktionen/taiji-delfinmord https://www.facebook.com/events/185052691703714/?ref=22
Dramatisches Delfinmorden in Japan
WDSF-Pressemitteilung vom 20. Januar 2014
(WDSF - Hagen - 20.01.2014 ) Dramatische Szenen spielen sich seit dem Wochenende in dem japanischen Küstenort Taiji ab. Rund 250 Delfine wurden von Fischern in eine enge Bucht getrieben und warten auf ihren Tod oder die Gefangenschaft in Delfinarien.
Der grausame Delfinfang begann bereits am Freitag, als die Fischer eine der größten Delfinschulen einkesselten, die je in Taiji gesichtet wurde. Darunter befinden sich Familienverbände mit trächtigen Delfinen und viele Delfinbabys. Ein schneeweißes Albino-Delfin-Baby sorgte für besondere Aufmerksamkeit und wurde sofort ausgesondert. Man geht von einem Verkaufspreis von einer halben Million Dollar für den kleinen Delfin aus, falls er die weiteren Tortouren überlebt.
Während rund 50 Delfine bereits für Delfinarien aussortiert wurden und jeweils einen Verkaufspreis von bis zu 150.000 US-Dollar erzielen, wartet der Rest der Delfine seit drei Tagen ohne Nahrung und in permanenter Panik auf den sicheren Tod. Ein Teil wurde bereits auf Boote gezerrt und unter blickdichten Plastikplanen am Ufer massakriert. Die Bucht färbt sich blutrot. Das Delfinfleisch landet in japanischen Restaurants und Supermärkten.
Das Töten der Delfine begründen die Fischer mit der japanischen Tradition und dem Argument, dass die Delfine den Fangfisch wegfressen würden, was wissenschaftlich allerdings schon lange wiederlegt ist.
Das deutsche Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) steht derzeit mit zwei japanischen Tierschützerinnen in Taiji und mit Beteiligten der Organisation Sea Shepherd in Verbindung, um die Tierquälerei für die öffentlichkeit zu dokumentieren. WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: "Das brutale Treiben muss sofort und auf Dauer beendet werden. Auf Japan lasten Hundertausende von Delfinleben. Die Abschlachtungen sind völlig sinnlos und jedes Jahr finden weitere 20.000 Delfine in Japan ihren Tod. Wir müssen gemeinsam aufstehen, um das zu stoppen."
Die amerikanische Botschafterin in Tokio, Caroline Kennedy, Tochter des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy, twitterte bereits am Freitag: "Wir sind sehr besorgt. Treibjagden mit Todesfolge sind unmenschlich. Die US-Regierung ist klar dagegen." Für das WDSF war die deutsche Botschaft in Japan am Wochenende nicht erreichbar. Die Tierschutzorganisation forderte die Botschaft mit ihrem Gesandten Stefan Herzberg in einer E-Mail auf, umgehend bei der japanischen Regierung gegen die Grausamkeiten zu intervenieren, damit der Delfinmord umgehend gestoppt wird.
Nachdem sich am Wochenende auf dem Internetportal Facebook mit Beteiligung des WDSF und aufgrund einer Initiative von zwei Berliner Tierschützerinnen spontan eine Gruppe mit fast 20.000 eingeladenen Nutzern gebildet hat, schrieben etwa 2.000 von ihnen fortlaufend Bitten an die Medien, über die Tierquälerei zu berichten, um vielleicht doch noch einige Delfine retten zu können. Während weltweit jetzt über die aktuellen Delfinmassaker in Japan berichtet wird, übernahm gestern Abend RTL2 den Vorschlag der Tierschützer und sendete einen aktuellen Beitrag in den 20:00 Uhr-Nachrichten.
Weitere Infos:
https://www.youtube.com/watch?v=g2UzYtjC1io#t=92 http://www.wdsf.eu/index.php/aktionen/taiji-delfinmord https://www.facebook.com/events/185052691703714/?ref=22
Bei dem Fang der rund 250 Delfine in Taiji am 17.01.2014 befand sich auch ein seltener Albino-Delfin, der nun im Taiji Wal-Museum
in einem verrosteten Pool ausgestellt wird und einen Verkaufspreis von bis 5000.000 Euro erzielen kann:
Gefangener Albino-Delfin in Taiji
Photo Credit: Satoshi Komiyama/via Timm Zimmermann

